Willkommen bei Ulrike, Holger & Oscar
unser kleiner Reisblog

S ü d a f r i k a , B o t s u a n a , Z i m b a b w e 

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Samstag, 10. September 2011
Erster Eintrag:
Traditionell findet der erste Eintrag unseres Internet-Reisetagebuches immer schon zuhause statt.
Wieder einmal wollte ich kein Reisetagebuch führen. Wieder einmal wurde mir mit "physischen Verweisen" gedroht, wenn ich es nicht tue. Wir hätten selbst niemals für möglich gehalten, wie viel Freunde, Bekannte, ja sogar wildfremde Menschen daran interessiert waren, uns auf den letzten Reisen visuell zu begleiten.
Dementsprechend waren dann auch die Proteste groß als es hieß :
"Holger führt dieses Mal kein Tagebuch"
Wie ihr sehen könnt, habe ich mich dem Willen des "Reisetagebuch - Fanclubs" gebeugt und beginne nun unser : I N T E R N E T R E I S E T A G E B U C H 2 0 1 1
Trotzdem wird es wohl dieses Mal ein wenig anders als auf den vorherigen Reisen.
Auf unseren Reisen durch "Südost-Asien" folgten wir doch mehr oder weniger touristisch erschlossenen Pfaden. Interntetcafé, W-lan und WireFire waren spätestens nach 2-3 Tagen wieder verfügbar. Selbst auf den kleinsten Inseln ist ein Internetanschluss aufzutreiben. Auch wenn man dafür mal einen Fußmarsch von mehr als einer Stunde in Kauf nehmen musste.
Doch im Jahr 2011 zieht es uns in die unberührte Natur von Botwana. Ein Land, doppelt so groß wie Deutschland und mit halb sovielen Einwohnern wir Berlin.
Mit dem Geländewagen fahren wir entlang der Kalahari-Wüste bis in das Okawango-Delta und den Victoriafällen. Geplant sind über 4800 km Wegstrecke. (Selbstredend, dass wir hier nicht von "Autobahnkilometern" reden)
Internetzugänge werden wohl nur sporadisch zur Verfügung stehen. Doch werden wir fleissig die Tastatur unseres altehrwürdigen "Läppies" quälen. Sobald irgendwo ein Internetzugang greifbar sein wird, halten wir Euch auf den laufenden.
Klingt nach Abenteuer, oder ???
Wir fürchten, daß es auch eines wird. Diejenigen, die sich gerne in Schadenfreude "suhlen", werden wohl mal wieder voll auf ihre Kosten kommen.
In 17 Tagen ist es dann soweit. Das "Abenteuer AFRIKA" kann beginnen.



Samstag, 24. September 2011
Unsere Route ist geplant.
Wir befinden uns im "Pack-(Eu-)stress.
Keine 100 Stunden mehr und es geht los.




Dienstag, 27. September 2011
Die letzte N8 zuhause. Vor uns liegen 21 Tage auf dem "schwarzen Kontinent".
Wir sind gespannt was uns dort erwartet.



Kairo, den 28. September 2011 – 20.11. Uhr
Es wäre ja keine Reise mit Ulrike & Holger, wenn mal alles wie geplant ablaufen würde.
Irgendwelche, für den außenstehenden Leser recht amüsanten Stolpersteinchen müssen ja grundsätzlich den Beginn unserer Reise „versüßen“
Im Jahr 2008 sitzen wir einen Tag zu früh am Flughafen (besser als einen Tag zu spät),
2010 buchen wir bereits in Deutschland einen Weiterflug von Bangkok nach Hanoi, um dann in Thailand angekommen festzustellen, dass Vietnam das einzige Land Südostasiens ist, in dem man als Europäer noch ein Einreisevisum braucht. Yippiaiäähhh 
Selbstredend, dass dieser Flug für uns erstmal gestrichen war und wir solange in Bangkok rumhängen mussten, bis wir ein Einreisevisum für Vietnam hatten.
Und 2011 ???
Muss selbstverständlich auch was in die Hose gehen und wir hoffen, dass es sich nach der Ankunft in Johannesburg relativ zügig aus der Welt schaffen lässt. Aber im Moment ist natürlich die Stimmung entsprechend spaßfrei.
Holger´s Reisepass ist gültig bis zum 15..11.2011 – Wir fliegen am 20.10. zurück, also sollte man meinen „ Alles ist gut“ – Pustekuchen. Für die Einreise nach Südafrika ist es auch noch OK. ABER NACH BOTWANA ….. das Land unserer Reiserräume, Die Brüder müssen sich natürlich noch eine ganz besondere „Boshaftigkeit“ für Holger & Ulrike einfallen lassen,
Für die Einreise nach Botswana benötigt man einen Reisepass der mindestens 6 Monate gültig ist. „Na tolle Wurst“ – Da haben wir es mal wieder – unser Urlaubsstartproblem.
Nun also zum Urlaubsrettungsplan :
Morgen in Johannisburg angekommen, als erstes die Deutsche Botschaft in Pretoria anrufen.
Wir hoffen, dass es dort die Möglichkeit gibt meinen Pass kurzfristig zu verlängern.
Wenn nicht – Plan „B“ :
Rundreise durch Südafrika. Es wäre natürlich sehr ärgerlich zumal wir ja die meisten Camps in Botswana bereits vorab gebucht und bezahlt haben.
Also egal mal wir – wir müssen nach Botswana …wir versuchen Euch auf dem laufenden zu halten.
P.S. Der Flughafen Kairo hat „WIFI Kostenlos“ – sehr lobenswert.




Johannisburg 29.11.2011
Heute morgen um 7.40 Uhr Ortszeit, welche im übrigen die gleiche wie in Deutschland ist,
landete unsere Maschine in Johannisburg. Mit noch ziemlich suboptimaler Stimmung verging die Nacht im Flugzeug relativ unspektakulär. Also weder Absturz noch eine Flugzeugentführung. Also wieder ein Tag an dem wir die „Katastrophenfetischisten“ unter Euch ein wenig enttäuschen müssen. Allerdings haben wir ja unsere, bzw. meine (grummel) Reisepasspanne noch nicht bewältigt. Mir persönlich reicht dies auch erstmal als „Katastrophe".
Fakt ist – ohne gültigen Reisepass keine Einreise nach Botswana – PUNKT
Wer soll auch damit rechnen, dass ein Gültigkeitsdatum auf einen Ausweis nicht die Gültigkeit anzeigt sondern eher ein willkürlich und flexibel verlegbares Schätzdatum, wessen die einzelnen Einreiseländer individuell auslegen.
Also sollte der Eine oder andere von Euch jemals nach Botswana wollen, denkt daran :
Mindestens 6 Monate Gültigkeit bei Einreise. Und da gibt´s nix.
Für morgen um 8.00 Uhr haben wir jetzt einen Termin bei der Deutschen Botschaft in Pretoria vereinbart. Passbilder habe ich mir heute schon mal, rein prophylaktisch anfertigen lassen.
Sie konnten uns jedoch am Telefon nicht zusagen, dass die Ausstellung eines vorläufigen Reisepasses morgen noch realisiert werden kann. Ein Stempel auf ein Blatt Papier zu klatschen ist ja auch eine Aufgabe die ein gewisses, längerfristiges Zeitkontingent in Anspruch nimmt.
Da am Montag Feiertag (in der deutschen Botschaft, da „Tag der deutschen Einheit“) und sich zu allem Überfluss die Herren Diplomaten am 4.10. auch noch eine weitere Auszeit gönnen, würden wir bis mindestens nächsten Mittwoch hier in Südafrika festhängen.
Dies würde natürlich unsere sehr straff geplante Route ganzschön durcheinander werfen. Aber wir sind ja schon froh, wenn es überhaupt klappt mit dem Pass. Um ehrlich zu sein haben wir recht wenig Lust auf „Afrika light“, wie man Südafrika auch mal ganz gerne nennt, da es sich mittlerweile doch sehr stark dem europäischen Standard annähert.
Egal wie es morgen ausgeht, heute genießen wir noch mal das tolle Ambiente unseres „Hochsicherheitstraktes“ in dem wir untergekommen sind. Eine 4 Sterne Lodge mit Swimmingpool vor unserem Schlafzimmer. Diese Unterkunft hat uns unser Autovermieter für die erste Nacht gebucht. Da die Unterkunft im Preis für das Offroad-Fahrertraining enthalten war muss man sagen „er hat sich da nicht lumpen lassen“. Das man hier von 3 Meter hohen Mauern umgeben wird und nur durch ein kameragesichertes Schiebetor Zugang hat, scheint wohl hier in Südafrika normal zu sein.
Unser „Offroad Fahrtraining“ haben wir mittlerweile auch absolviert. Es hat uns sehr nützliche Erfahrungen mit dem physischen Grenzgang eines „Defenders“ gebracht. Man soll nicht glauben welche Neigungswinkel dieses Auto wegsteckt ohne sich auf die Seite zu legen.
Das Geld für diesen Kurs war definitiv gut investiert und wir hoffen, diese Grenzerfahrungen ohne Trainer nicht noch mal machen zu müssen.
Ok. Nun hoffen wir auf morgen. Drückt die Daumen, dass es die Deutsche Botschaft von Südafrika gut mit uns meint.
Bild 1 : Schnappschuss am Flughafen von Kairo.
Das Sandwich erschließt dem Wort "fresh" neue Perspektiven ;-)
Bild 2 : Ulrike´s erste Begegnung mit den heimischen Raubkatzen
Bild 3 : Unser Abschied von der Zivilisation - wenn schon denn schon :-)
(die Türe hinter den Sonnenliegen ist unser Schlafzimmer)
Bild 4+5 : Ulrike & Holger beim Öffroadtraining




Johannisburg, 29.09.2011
Das isser - unser Begleiter für die nächsten 3,5 Wochen.




Pretoria, 30.09.2011
Nach langem Zittern haben wir es doch tatsächlich gepackt. Holger hat seinen „vorläufigen Reisepass mit Gültigkeit bis zum 1.10.2012. - BINGO 
Obwohl wir uns ja schon einem recht attraktiven „Plan B“ ausgetüftelt haben. Hätte es mit Bostwana erst nächste Woche geklappt, wären wir nach Süden zum „Pinguin streicheln“ gefahren und nächste Woche zurückgekehrt um den Pass abzuholen. Zwar hätten wir dadurch in Botswana ein paar Highlights auslassen müssen, aber immer noch besser als alles gecancelt. Doch jetzt gibt es statt Pinguine doch Löwen zum streicheln.
Und dafür gebührt ein riesiges Dankeschön, zum einen an das„Bürgeramt Koblenz, welches wohl in einem ungewöhnlich schnellen Akt alle erforderlichen Unterlagen nach Pretoria geschickt haben muss, um noch rechtzeitig vor dem verlängerten Wochenende eine Ausstellung zu ermöglichen. Zum anderen auch der superfreundlichen, zuvorkommenden Frau „Löfler“ aus dem deutschen Konsulat in Pretoria. Auch sie hat sich alle Mühe gegeben ein Verfahren, welches im Normalfall mindestens 1 Woche dauert, innerhalb von 24 Stunden über die Bühne zu kriegen. DANKE, DANKE, DANKE !!! 
Damit sollten alle Voraussetzungen für den „Botswana Trip“ erfüllt sein.
SOLLTE….. , wenn wir nicht in Ulrike´s & Holgers „Pleiten, Pech und Pannen Show“ wären.
Denn es wäre ja langweilig, wenn wir jetzt so ganz relaxt Richtung Botswana tingeln könnten.
Nein, unser gestern noch als Star gefeiertes, geländegängiges Automobil möchte ja auch noch seinen Teil zur Pannenshow beitragen.
So stehen wir auf dem Parkplatz der Deutschen Botschaft, haben unseren „Ländi“ brav vollgetankt und was macht das Kerlchen? Spuckt den Sprit einfach hinten wieder aus.
Im Klartext, unser Tank ist undicht. Also den Vermieter anrufen und abwarten, abwarten, abwarten. Aber wir sind ja im Urlaub und nicht auf der Flucht. Nach 2 Stunden trudelte dann ein Monteur unserer Autovermietung ein. Er bediente so ziemlich alle Klischees des afrikanischen Homo-Sapiens . Schwarz wie die Nacht und eine Nase, so breit wie ein Tennisball. Er beruhigte uns mit der Theorie, dass wir wohl lediglich den Tank zu voll gemacht hätten und sich der Sprit nun über den Überlauf seinen Weg nach draußen suchen würde. Obwohl uns die Erklärung recht Fadenscheinig vorkam, setzten wir unseren Weg mit 3stündiger Verspätung in Richtung unseres ersten Nationalparks fort.
Dieser befindet sich noch in Südafrika und nennt sich „Marakele“ . Nein liebe Kollegen, das ist kein Tippfehler und hat jetzt nichts mit dem von uns so beliebten Speisefisch zu tun. Es ist definitiv ein Nationalpark,. Dort stellten wir das erste mal unser Dachzelt auf und dafür klappte es erstaunlich gut. Unser erstes BBQ mit einen 2KG Stück Rindfleisch mundete vorzüglich. Und morgen geht es 500 km in Richtung Norden.
Bilder :
1. Holger´s niegelnagelneuer Reisepass. Ausgestellt in Pretoria, South-Afrika
2. Unser Proviant für die nächsten Tage.
3. Erstes BBQ in Marakele. Ein kleines Steak für Holger :-)
4. Die "Jagd" beginnt



Samstag, 01. Oktober 2011
Kharma Rhino Sanctuary - Botswana
500 KM Richtung Norden, unser „Ländi“ hat tapfer mitgespielt,
Heute Morgen haben wir uns noch einen kurzen Trip durch den Marakele Park gegönnt,
Obwohl wir eigentlich ein recht knappes Zeitfenster hatten wollten wir den Park nicht verlassen, ohne in den Genuss von einigen Wildtieren zu kommen, Und es hat sich auch gelohnt. Wir sahen Giraffen die majestätisch durch die Savanne streifen, Warzenschweine die frech vor unserem Auto die Strasse überquerten und Antilopen die meiner bisherigen Ansicht, Elche seien große Tiere, Lügen straften.
Kurzum die erste Nacht im Dachzelt war überraschend easy. Der Besuch im Marakele Park hat sicht gelohnt, obwohl wir lediglich zur Übernachtung dort hinein gefahren sind, Und nun, wir schon erwähnt, geht es ab nach Botswana. Da unser eigentliches Ziel, die Stadt Maun, in der Nähe des „Okawango Delta“ für einen Tag zu weit ist, haben wir uns für eine Nacht im „Kharma Rhino Park“ eingebucht. Dort sind diese seltenen Spitzmaul-Nashörner heimisch, von denen es in den 70er Jahren noch sage und schreibe 5 Exemplare gab. Mittlerweile ist der Bestand wieder auf fast 50 Stück angestiegen und die Spitzmaul-Nashörner teilen sich das Gebiet mit Ihren Artgenossen, wie Breitmaul-Nashörnern und anderen Wildtieren,
Aber da wir auch diesen Park eigentlich nur als „Übernachtungsstätte“ nutzen wollen gehen wir davon aus, dass wir von der Tierwelt nicht viel zu sehen bekommen, Morgen früh um 5.00 Uhr klingelt dann schon wieder der Wecker, um die nächsten 500 km in Angriff zu nehmen, damit wir endlich unser Ziel, das „Ockawango Delta“ erreichen.
Die Fahrt zum dem „Kharma Rhino Park“ verlief im Grunde recht entspannt. Eher verspannt war dagegen das organisieren von Devisen. Sprich Geld zu wechseln. Für alle die jemals nach Afrika reisen möchten, sei ein guter Rat mit auf dem Weg gegeben:
Willst Du in Afrika eine Bank konsultieren, tue dies niemals an einem Freitag oder Samstag !!! Warum ist schnell erklärt. So wie es scheint bekommen die Arbeiter in Südafrika ihren Lohn wöchentlich ausgezahlt. Dies bedeutet, dass sich 90 % aller Südafrikaner zu diesem Zeitpunkt in einer Bank befinden, um sich dort ihren Wochenlohn abzuholen. Glaubt mir, eine Schlange von Menschen die für das letzte Michael Jackson Konzert anstehen, dass von seinem Geist performed wird, könnte nicht länger sein.
Jedenfalls haben wir uns mit viel Geduld, Nerventraining und Durchsetzungsvermögen finanziell für Botswana gerüstet und uns auf den Weg zu den Nashörnchen gemacht, die wir mit etwas Glück heute Nacht wenigstens mal rumstapfen hören,
Dort angekommen wird uns ein toller Lagerplatz zugeteilt. Ganz für uns alleine konnten wir dort unser Lager aufschlagen und den restlichen Tag genießen. Ulrike hatte sich vorgenommen, sich heute zum Abendessen ein zünftiges Süppchen zu kochen, mit all den frischen Zutaten, die wir in unserem 40 Liter Kühlschrank gebunkert hatten. Da unser Lagerplatz recht sandig war breiteten wir unser Lebensmittel auf eine Plane aus um sie dann zubereiten zu können, Schön haben wir es uns gemacht, richtig gemütlich. Das Zelt war aufgebaut, der Tisch gedeckt und das erste Bierchen hatte „plöpp“ gemacht. So kramten wir noch die letzten Klamotten aus dem Auto als ich hinter mir ein rech wohliges Grunzen hörten. Während Ulrike im Auto noch fleißig nach ihren Gewürzen kramte, drehte ich mich mal in Richtung des Grunzgeräusches. OOOOOHHAAAA. Da stand dann ca. 3 Meter vor mir so ein ausgewachsenes Riesen-Spitzmaul-Nashorn und schaute mich an, als wenn es fragen wollte:
Bin ich auch eingeladen? Na selbstverständlich war es eingeladen. Wer kann schon 2 Tonnen pures Argumentionspotential widerstehen? Na wir mal nicht. Ich flüsterte ein leises „Uuulrikeeee“ in Richtung Auto. Aber „Uuulrikeeee“ hörte nichts, Sichtlich dann doch immer nervöser wiederholte ich den Namen meiner Frau so oft bis dann endlich eine Reaktion kam, Die Reaktion war die einzig richtige. Kontrollierter Rückzug. Erst suchten wir Schutz hinter unserem „Ländi“ während Genosse „Rhino“ die Einladung zum Abendessen dankbar annahm. Die Kartoffeln hatten es ihm besonders angetan und offensichtlich mundeten sie ihm. Leider konnte er nicht vermeiden, während seines „Dinner for one“, denn wir hatten uns dann doch kurzerhand ausgeladen, mit seinen zierlichen „Rhinopfötchen“ diverse Spuren in unserem Abendessen zu hinterlassen. So what – so ist sie halt, die Natur.
Nachdem sich unser ungebetener Gast von uns verabschiedet hatte und wir quasi ein Resteessen veranstaltet haben, zog es sich zu allem Überfluss noch zu. Ein Gewitter zog auf, das uns zwang den Rest des Abends im Zelt zu verbringen. Aber wir wollten ja sowieso früh schlafen gehen um für die nächsten 500 km fit zu sein.
Bilder :
1. Unser Lagerplatz im "Khama Rhino Park"
2-4. Unser Gast zum Abendessen
5. Dieses Bild wurde mit einem 18-55 er Objektiv geschossen. Nur um zu verdeutlichen,
wie nah wir "Genosse Rhino" waren.




Sonntag, 02. Oktober 2011
Entlang der der Kalahari Wüste mit den allergrößten Hindernissen.
Also wer von Euch scharf darauf war sich in unserem Elend zu suhlen, kommt mit dem heutigen Tag mal wieder voll auf seine Kosten.
Die Nacht war, trotz des Regens (haben wir nicht Trockenzeit???) erstmal recht erholsam für uns. Schön war, dass der Wettergott es mit uns gut meinte und es pünktlich zum Zeltabbau den Regen einstellte.
Wir fuhren am frühen Morgen noch mal quer durch den Rhino-Park um uns von unserem „Abendgast“ zu verabschieden und in der Hoffnung, vielleicht noch ein paar Artgenossen von ihm anzutreffen. Schließlich hatten wir ja noch ein paar Kartoffeln übrig. Leider haben wir weder ihn noch andere Rhinos entdecken können. Ich hätte nicht gedacht, wie heftig es ist eine Sandpisten zu befahren. Dabei kann man, trotz Allrad schon ganzschön ins Schwitzen kommen. Zum Glück fing es dann an zu regnen, so dass es etwas leichter wurde, sich über die Pisten zu wühlen. Allerdings auch unattraktiver, was die „Tierjagd“ anging. Denn weder Tiere noch Holger & Ulrike hatten Bock auf Regen.
So beschlossen wir uns von den Rhinos zu verabschieden und die Weiterreise anzutreten. An diesem Tag hatte es nur das eine mal geregnet, allerdings von morgen um 7.00 Uhr bis Nachmittag um 14.00 Uhr. So fuhren wir die meisten unserer 500 heute noch zu bewältigenden Kilometer im Regen. Aber mit so was muss man in der Trockenzeit halt rechnen. So tuckerten wir von Blitz und Donner begleitet entlang der Kalahari –Wüste unserem nächsten Ziel, Maun am Fuße des Ockawango-Deltas entgegen.
400 der oben benannten Kilometer fuhren wir, wie bereits erwähnt durch die Kalahari. Was den besonderen reiz der Kalahari ausmacht? Öhhh, eigentlich nichts.
Man fährt durch eine unendliche Einöde, welche nie zu enden scheint. Man sieht Ortsschilder von Orten die noch 250 KM entfernt sind. Als kulturell verwöhnter Mitteleuropäer glaubt dann auf einen Ort zu treffen in dem das Leben mit Internetcafe´s und Bars´s floriert. Ein Ort der schon soweit im Voraus angekündigt wird muss ja eigentlich schon Hauptstadtcharakter haben. Allerdings hätte uns schon stutzig machen müssen, dass ansonsten kein anderer Ort beschildert war.
Letztendlich landet man bei ein paar landestypischen Rundhütten aus Lehm. Wenn überhaupt vorhanden, dann hat die Bar das Flair einer Besenkammer, gegen die das Koblenzer „Pfefferminzche“ wie eine Bahnhofsvorhalle anmutet. Aber dafür sind wir ja nun mal in Afrika. Und dann noch mitten in der Wüste.
Ich habe vielleicht schon mal erwähnt, dass Botswana von der Grundfläche ungefähr 2x so groß ist wie Deutschland, aber nur halb soviel Einwohner hat wie Berlin, also ca. 2 Millionen.
Durch Botswana verlaufen 2 Strassen die das Recht haben nur annähernd als solche bezeichnet werden können. Quizfrage!!! Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit in einem solchen Land von einer Radarfalle erfasst zu werden? Im Grunde noch geringer als in der Trockenzeit von einem 7 stündigen Gewitter überrascht zu werden.
Aber OK, Holger gönnt sich auch noch dieses Fettnäpfchen und donnert mit 89 km/h in eine 60 er Zone und tappt in die wahrscheinlich einzige Radarfalle Botswana´s.
Um es kurz zu machen :
Blaulicht – angehalten – Belehrung – böser Zeigefinger – 500 Pula (ca. 80 €) – Botswana dankt für die Spende in die Staatskasse.
Eigentlich sollte die Ärgenisse für einen Tag genug sein sollte man meinen.
Aber denken wir mal nach. Wir hatten
Pleiten – weil Kohle weg
Pech - mit dem Wetter (Strömender Regen in der Trockenzeit)
Und was fehlt jetzt noch??? Richtig – Pannen.
OK, auch damit werden wir heute noch dienen. Wir möchten Euch ja nicht enttäuschen
Das schlimmste was man sich ein einer solchen Gegend vorstellen kann ist wohl mit dem Auto stecken zu bleiben.
Und das hier wäre ja nicht Ulrikes & Holgers „Pleiten, Pech und Pannenbuch“ wenn wir die 500 km relaxed zu unserem Ziel geschafft hätten. Wir wollten natürlich auch sämtliche „Wüstenabenteuerklischees“ erfüllen und selbst verständlich mitten im Nirgendwo hängenbleiben.
Jaaa, genau. Unser „Ländi“ gibt mitten in dieser von Gott verlassenen Wüste den Geist auf.
Erst pinkelt die Mistkarre Sprit, und dann bleibt das Drecksding auch noch mitten in der Wüste stehen. Mit Geduld und Spucke kämpften wir uns noch bis ca. 50 KM vor Maun, unserem Ziel. Dann ging nichts mehr. Ok, wir zahlen ja nicht umsonst 10 € am Tag für unser Satellitentelefon. Schön, dass wir jetzt auch mal die Gelegenheit haben, dieses Wunderwerk der Neuzeit auszuprobieren.
Dumm, dass es obendrein auch noch Gebühren von 9 €/Min. kostet wenn man es benutzen möchte. Aber da mussten wir nun durch. Die Vorstellung hier die Nacht zu verbringen, fanden wir beide nicht so prickelnd. Also telefonieren was die Sattelitengurke hergibt. Südafrika, Deutschland, Südafrika, Botswana, Südafrika, Deutschland usw usw… Nach unendlichen Talk´s , von denen wir beide nicht mal die Hälfte verstanden, hatten wir es endlich geschafft unseren Vermieter in Johannesburg davon zu überzeugen, dass es für uns ein wenig suboptimal ist, hier zu warten bis er Hilfe aus Südafrika schickt.
Nach stundenlanger Warterei kam dann die Erlösung. „Baloo mit Frau und Sohnemann.
Er, Baloo heiß eigentlich Christian und ist ein gebürtiger Engländer mit Irischer Mutter und belgischen Vater, in Brasilien aufgewachsen, in Deutschland beim belgischen Militär in Bad Nauheim gedient, vor 15 Jahren in Südafrika Urlaub gemacht und geblieben. Geht’s noch internationaler?
Jedenfalls waren die 3 unsere Retter in der Not. Nach kurzer Diagnose stellte Baloo schnell fest, dass für unserem „Ländi“ hier die Safari endet. Maschinenschaden.
So schleppte er uns 50 KM durch die Wüste nach Maun auf einen Campingplatz.
Dort holt er uns morgen ab damit wir in Maun klären können, ob und wenn ja wie und womit es nun mit unserer Reise weitergeht.
To be continued…
Bild : Where is the problem???





Montag, 03. Oktober 2011
Maun – die kleine Stadt am Ende der Zivilisation
Nun hängen wir erstmal hier in Maun fest. Unser „Ländi“ hat schlapp gemacht und wartet nun darauf von irgendwelchen „Semi-Profis“ wieder zum Leben erweckt zu werden.
Zwischenzeitlich hat uns Baloo heute Morgen abgeholt und uns in sein „Büro“ eingeladen.
Als „Translator“ für 7 verschiedene Sprachen verdient er hier im Maun seinen Lebensunterhalt. Er bearbeitet für Touristen und Einheimische Schriftstücke und führt Verhandlungen. Wo könnten man das wohl besser als mitten in einer Einkaufsmall vor einem Fastfood - Restaurant. Denn genau dort hat Baloo auch sein Büro. Ein Tisch im „Barcelos“, einer afrikanischen Chicken – Fastfoodkette, an dem sich im übrigen KFC einige Scheiben abschneiden könnte. Denn es war köstlich, was wir dort gegessen haben.
Und wir hatten ebenfalls noch einmal die Gelegenheit, einen relaxten Vormittag verbringen. Wir konnten endlich mal wieder den Kontakt zur Außenwelt im Internet suchen (free WiFi) und es E.T. gleich tun und mal nach Hause telefonieren. Dank Baloo haben wir nämlich erfahren, wie man sich in Botswana eine einheimische Telefon – Prepaidkarte besorgt und wie man sie aktiviert. Kostet ein „Appel und ein Ei“ funktioniert aber leider nur in Maun und knapper Umgebung.
Und da wir schon einmal so nett mit einem „Einheimischen“ zusammensaßen, konnte sich Ulrike auch nicht die Frage verkeifen, ob er nicht jemanden wüsste, der relativ günstige Flüge in das Okawango – Delta anbot. Klar wusste Balloo da jemanden. Mit einem Augenzwinkern begann er zu telefonieren und innerhalb von 10 Minuten war ein Flug mit einer Cessna quer über das Delta gebucht. Zwar immer noch nicht ganz billig aber finanziell vertretbar.
Da so ein Flugzeug außer dem Piloten 3 Sitzplätze bietet boten wir Balloo an seinen 15 jährigen Sohn mitzunehmen. Dessen Traum ist es, Pilot zu werden und bis heute hatte er nicht die Gelegenheit einen Flug über seine Heimat zu erleben. Daher nahm Baloo unser Angebot erfreut an und wir waren unsererseits froh uns wenigstens ein wenig für all das revanchieren zu können, was er in den letzten Stunden für uns getan hat.
Dar Flug über das Delta war schlicht und ergreifend traumhaft. Wir wollen hier niemanden die Nase lang machen, aber der Blick auf die Elefantenherden, Giraffen und Antilopen war einfach unbeschreiblich und das Geld definitiv wert.
Auch wenn sich bei Holger nach einiger Zeit sein wohlschmeckendes „Barcelos – Frühstück“ zurückmeldete. Luftlöcher, krasse Returns und andere Flugmanöver taten dafür ihr übriges. Das Fotografieren musste dann kommissarisch mal Ulrike übernehmen, da Holger damit beschäftigt war einer Papiertüte die Reinkarnation seiner letzten Mahlzeit einzuhauchen.
Und als wir landeten, was stand da vor dem Flughafen? Unser „Ländi“. Repariert, komplett durchgecheckt und bereit für weitere Abenteuer mit uns. Nur ab jetzt müssen wir uns auf unser Auto wirklich voll und ganz verlassen können. Ab morgen geht es dann endgültig ins
Okawango Delta. Dem Fleckchen Erde von dem Holger schon gefangen ist, seit er als Kind das erste Mal den Film „Die lustiger Welt der Tiere“ gesehen hatte. Diese, in den 60er Jahren gedrehte Tierdoku hat ihn Ihm den Wunsch geweckt, einmal in seinem Leben in dieses Gebiet zu reisen. Nach 40 Jahren wird es dann morgen soweit sein.
Dis bedeutet allerdings für die nächsten 10 Tage weder Internet, Telefon oder irgendwelche Geschäfte in denen man etwas kaufen könnte. So werden wir uns morgen noch mal mit reichlich Lebensmittel und Diesel eindecken um uns dann durch das Delta bis zu den Victoriafällen hochzuarbeiten. Dort gibt es dann wohl wieder einen kleinen Ort in dem Internet verfügbar ist.
Bis dahin verabschieden wir uns erstmal in der Hoffnung, Euch sehr viele Eindrücke und Erlebnisse mitbringen zu können.
Bilder :
1-4 : Luftaufnahmen "Okawang"
5. Auch wenn´s albern aussieht - ohne Hut geht in dieser Gegend garnichts
6. Family "Balloo" - unsere "Retter"
7. Afrika - Impressionen




Dienstag, 04. Oktober 2011
Katsiniki Camp
Nun sind wir fast am Ziel. Heute hatten wir eine relativ kurze Fahrt bis zum nächsten Camp.
Auch gab es keine weiteren Pannen, die erwähnenswert wären. Schade für Euch – gut für uns.
Sehr auffällig auf der Fahrt war die „Esel-Population in diesem Teil des Landes. Diese Kerlchen stehen zu hunderten am Straßenrand, oder überqueren dieselbige in aller Seelenruhe, als hätten sie eine angeborene „Vorfahrt“. Es gibt so viele von ihnen, dass man sich fragt, ob sie alles jemanden gehören oder eher wild leben. Als wir „Balloo“ danach befragten antwortete er mit einem verschmitzten Lächeln: „Die Esel sind so lange wild, bis du einen überfährst. Dann kommen die Einheimischen von allen Seiten und verlangen finanziellen Ersatz für s e i n e n totgefahrenen Dabei schadet auch gar nichts zu wissen, das der der „Besitzer des Esels“ überhaupt keinen Anspruch hat. Im Gegenteil, er wäre verpflichtet für den Schaden am Fahrzeug aufzukommen. Aber welcher Tourist weiß das schon. Und Polizei? Nach die finde mal am Rande des Busches.
Wir sitzen jetzt im noch trockenen Teil des Okawango-Deltas. Morgen dann geht es weiter in den Norden. Dort werden wir hoffentlich an die Arme des Okawangos, einer der reichsten Tierwelten unseres Planeten gelangen.
Und das, ohne uns mit irgendwelchen Genossen einer Reisetruppe herumschlagen zu müssen.
Wie komme ich jetzt darauf? Nun ja. Der Tourismus in Botswana ist primär auf Pauschaltourismus ausgelegt. Im Grunde wird es Individualtouristen wie uns, auch recht schwer gemacht, dieses Land zu durchreisen. Man hat doch lieber die Art von Besuchern, die das „Rundumsorglospaket“ in diesem Land buchen möchten. Wir hatten im „Audi – Camp“ in Maun die Gelegenheit 2 solcher Pauschalreisegruppen kennenzulernen und haben schnell festgestellt, dass es nicht ganz unsere Art ist, Reisen zu erleben.
Klar ist der Urlaub enspanter. Man muss sich um nichts Sorgen machen. Alles wird für einen erledigt und man wird, ohne sich Gedanken darüber machen zu müssen zu „A“ nach „B“ kutschiert. Aber zu welchem Preis ?
Wenn ich solche Reisegruppen sehe, fällt mir unwillkürlich das Buch von „Thommy Jaud“ ein, „Hummeldumm“. Wer es nicht kennt, kurz zum Inhalt:
Ein Pärchen um die 30 fährt mit einer Reisegruppe in einem Minivan durch Namibia. Die Mitglieder dieser Reisegruppe bedienen so ziemlich jedes Klischee, das man sich an Touristen-Charakter vorstellen kann. Man kann sich vorstellen, welche Situationskomik daraus entstehen kann. Übrigens auch für jemanden, der nicht nach Afrika reisen möchte eine sehr empfehlenswerte und kurzweilige Bettlektüre.
Also zurück zu unserer „Hunmeldumm – Truppe“ . Sie saßen zum Abendessen im Restaurant, neben unserem Tisch. Dort vereinigten sich unter anderem eine 65 jährige Dame, die ohne ihren eigenen Haarföhn nicht auf Safari geht, 2 „Ballermann – Kumpels, die an diesem Abend schon mehr Bier intus hatten, als ich für die nächsten 6 Tage in unserem „Ländi“ gebunkert hatte, sowie eine junge, glückliche Familie mit einem 6 Monate alten Baby. Man stelle sich vor, dass dieses Baby auf der 10-stündigen Fahrt ins Delta seinen Unmut nur über die noch jungen, aber kräftigen Stimmbänder zum Ausdruck kann. Das könnte unter Umständen doch schon am Nervenkostüm der „Nichteltern“ zehren. Nein, das sind jetzt keine fiktiven Gestalten die ich hier erfunden habe, sondern reale Personen der Reisgruppen, wie wir sie an diesem Abend trafen.
Ebenfalls stelle ich mir vor, man hat Magen – oder Verdauungsprobleme und muss öfter als gewöhnlich mal „in den Busch“. Richtig schön dabei von 10 – 12 Safari-Genossen angegafft zu werden, oder ?
Und wieder wurde uns klar, auch wenn es anstrengender ist und auch gewisse Risiken vorhanden sind - wir reisen auf eigene Faust. Niemand außer uns der bestimmt, wann wir wo anhalten, was wir gerade betrachten wollen und wie schnell wir fahren.
Seit diesem Abend, nennen wir die Jeeps, in denen diese Reisegruppen auf drei oder 4 3er- Sitzbänken eingepfercht werden „Hummeldumms“. In Anlehnung an das gleichnamige Buch, welches anscheindend gar nicht soweit hergeholt ist.
Bild 1 + 2 : Das Ende der Zivilisation beginnt genau hier
Bild 3 : Unser Lager für die Nacht




Mittwoch, 05. Oktober 2011
Moremi Park,
Heute sind wir endlich an unserem ersten wirklichen Etappenziel angekommen. Der „Moremi – Natinalpark“ ist das erste Areal, das im Okawango-Delta liegt.
Viel gibt es nicht zu schreiben, aber Bilder könnte ich euch schicken – ohne Ende.
Elefanten, Giraffen, Zebras, Gazellen, Affen….. alles quasi „hautnah“ .
Es ist schon ein sehr erhabenes Gefühl, wenn ein ausgewachsener Elefantenbulle auf dich zu schreitet und dann 3 Meter vor deinem Auto abbiegt, weil ihm der Anblick deines „Defenders“ dann doch nicht ganz geheuer ist.
Wenn Gazellen genau vor deinem Auto äsen als wenn du zur Herde gehören würdest. All das hautnah, ohne irgendwelche Zäune oder andere Barrieren die dich von den Tieren trennen.
Anscheinend ist bei den Tieren dieses „weiße, brummende Tier“ akzeptiert. Sie lassen sich kaum von ihm beeindrucken, solange es Schrittgeschwindigkeit an ihnen vorbeifährt. Nur wenn das „weiße Tier“ so kleine, zweibeinige Parasitentierchen ausspuckt werden sie unruhig. Die mögen sie gar nicht.
Dieses Land ist einfach nur eine Traum für Menschen die Tiere lieben, und das nicht nur auf dem Teller. Trotz der kargen Landschaft, die der Okawango in der Trockenzeit zu bieten hat, ist dieses Fleckchen Erde jetzt schon das faszinierendste, was wir je in unserem Leben gesehen haben.
Und dabei stehen wir gerade erst am Anfang unseres Trips in die Einsamkeit der Okawango – Deltas.
Wir freuen uns darauf…
Bilder : Kleine Impressionen von "Botwana´s" Tierwelt




Donnerstag, 06. Oktober 2011
Moremi Natur Park im „Offroad–Marathon“
Unseren derzeitigen Lagerplatz haben wir für 2 Tage gebucht. Also haben wir noch eine Fahrt in den Ostteil des Deltas geplant. Leider macht uns ein überschwemmtes Gebiet, welches genau auf unserer Strecke liegt, einen Strich durch die Rechnung. Die einzige Möglichkeit an unser Ziel zu gelangen war ein 70 KM langer, sandiger Umweg. Wenn wir gewusst hätten, dass diese Strecke, hin und zurück, an einem Tag gar nicht zu schaffen ist, hätten wir den Tag wohl im Camp verbracht. Zumal wir heute morgen schon im Morgengrauen von unseren nächtlichen „Poltergeistern“ begrüßt wurden. Heute Nacht trieben nämlich irgendwelche „Ungetüme“ um unser Auto ihr Unwesen. Wir hörten nur fürchterlich lautes Gekrache, Gegrunze und Gepolter. Und es klang so, als wenn es sich bestimmt nicht um kleine Äffchen handelte. Wir hatten in unserem Dachzelt zwar nicht direkt Angst, aber uns war durchaus klar, dass es keine gute Idee sein würde, in der Zeit unseres nächtlichen Besuches unser Zelt zu verlassen. Und am nächsten morgen hatten wir dann das Vergnügen oder besser gesagt Glück, unsere nächtlichen Besucher noch einmal persönlich kennenzulernen. Eine kleine „Hippo – Familie“ schwamm am Morgen noch in dem Fluss, der an unserem Lageplatz grenzte und tat so, als wenn sie kein Wässerchen trüben könnten. Dabei war das Wasser in dem sie schwammen mehr als trüb.
Zumindest so war dann das Rätsel um den nächtlichen Überfall auch gelöst.
Nach einem schnellen Kaffee und Abbau unseres Lager´s, was im Übrigen mittlerweile auch immer schneller funktioniert, machten wir uns dann auf den Weg. 40 km in Richtung Süden, um dann wieder 30 KM Richtung Norden zu fahren. Quasi in „V“-Form. Und dies nur um einen einzigen überfluteten Pfad zu umgehen. In Deutschland benötigt man für eine solche Distanz knapp 30 Minuten. Wir sollten hierfür fast 11 Stunden brauchen. Nachdem wir noch eine eingebrochene Brücke durch ein Schlammloch umfahren mussten, ist dabei soviel Zeit draufgegangen, dass wir abbrechen mussten. Wir hätten ansonsten den Rückweg zu unserem Lager vor Einbruch der Dunkelheit nicht mehr geschafft. Dazu muss man wissen, dass Fahrten nach 19.00 Uhr in den Nationalparks strengstens verboten sind. Wer schon mal vor einem ausgewachsenen Elefantenbullen stand, wird diese Anordnung durchaus nachvollziehen können.
Im nachhinein stolz „wie Bolle“, sich durch das Schlammloch gewühlt zu haben hätte diese „Offroad-Aktion“ auch ganzschön düster ausgehen können. Zumindest wissen wir jetzt, dass man vor eine solchen „Sumpffahrt“ besser die Fenster schließen sollte. Unser „Ländi“ sah danach von innen aus als hätten wir uns für eine „Wellness- Schlammbad“ angemeldet. Aus Fehlern wird man klug.
Jedenfalls haben wir unser vorgenommens Ziel heute nicht erreicht. Aber wir sind durch bizarre Landschaften gefahren, haben trotzdem schöne Tiere beobachten können und konnten uns noch besser mit dem Fahren im Gelände vertraut machen. Auch Ulrike versteht es immer besser, sich mit unserem „Ländi“ auf Sandpisten und „Offroad“ fortzubewegen.
Mir kommt dabei ein wenig meine jahrelange Westerwald-Erfahrung mit meinem „Nissan Patrol“ zugute, den ich früher fuhr. Denn Sandpisten verhalten sich im Prinzip sehr ähnlich wie schneebedeckte Strassen. Und von denen gibt es im Westerwald zu bestimmten Jahreszeiten ja reichlich.
Und wir sind heilfroh, dass wir uns bei der Auswahl für unser Reiseauto für den Landrover entschieden haben. Es wird für solche Touren auch noch der „Toyota Hilux“ um einiges günstiger angeboten. Auf der heutigen Tour konnten wir erleben warum dieses Auto 40 € am Tag weniger kostet. Sandpisten, durch die wir uns mit einem müden Lächeln durchwühlen, bedeuten für so manchen „Hilux“ schon das Ende einer Tagesetappe. Auch war die Brückenumfahrung, die wir heute machen mussten, für einen Hilux erstmal das „Aus“. Er steckte über einer Stunde fest, bis er herausgezogen wurde.
Für Namibia, oder Südafrika mal so ein Toyota Hilux ausreichend sein, aber solltet ihr mal auf eigene Faust eine Safari durch Botswana machen wollen unser Praxis-Tipp :
Immer einen echten „Offroader“ mieten, keinen „4x4 Pick Up“. Die falsche Fahrzeugwahl könnte in diesen Regionen leicht in eine längerfristige Urlaubsunterberechung bedeuten. Das konnten wir heute schon am eigenen Leib erleben.
In diesem Land ist ohnehin jeder auf den anderen angewiesen. Ohne gegenseitige Hilfe würde in so manchem Fall nichts mehr gehen. Wir hatten heute Glück und sind überall durchgekommen, auch wenn ich so manchmal gedacht habe, wir fahren jetzt auf das Ende der Welt zu.
Morgen geht es dann in aller Frühe weiter in Richtung Nord–Osten, dem „Chobe–Nationalpark“, noch tiefer in das Okawango-Delta hinein in der Hoffnung noch mehr tolle Erlebnisse und Begegnungen mit wilden Tieren zu haben.
Bilder : Tiere, Tiere, Tiere :-)



Freitag, 07. Oktober 2011
Die Fahrt in den „Chobe Nationalpark“
So langsam hat uns das „echte Afrika“ erreicht oder besser, wir haben das echte Afrika erreicht.
Unsere Mosquitostiche sind kaum noch zählbar, trotz Mesotherapie und anderen Prophylaxen.
Die „Tse Tse Fliege“ nervt tierisch und quält uns wo immer sie kann. An Stichen von dieses Viechern kommt man hier gar nicht umhin. Wir haben uns aber sagen lassen, dass auf einen Stich noch längst keine Infektion mit der berüchtigten „Schlafkrankheit“ folgen muss. Auch „Malaria-Symptome“ haben wir beide keine. Mit dem Viehzeug muss man hier halt Leben. Sie gehören genauso zu diesem Land wie die Elefanten und Giraffen.
Wir haben uns schon vor Tagen abgewöhnt auf saubere Hände zu achten und Schweiß ist an der Tagesordnung. Die Hände gleichen so langsam denen eines Schwerstarbeiters, aber das liegt wohl eher daran, dass meine „Sesselpuper-Hände“ festes anpacken nicht mehr gewöhnt sind.
Zelt auf- abbauen, Feuer machen, Holz bearbeiten, alles das macht die Hände so langsam rissig und rauh. Die sehr trockene Luft in diesem Land tut dann noch sein übriges,
Die Befürchtung, hier abends Langeweile zu haben hat sich im Wohlgefallen aufgelöst.
Nach unseren Fahrten sind wir froh wenn wir es noch schaffen etwas zu essen und die geschossenen Bilder zu sortieren. Spätestens danach fallen wir beide wie tot in unsere Schlafsäcke. Zwar ist es hier ab 19.00 Uhr stockduster und die nächste Kneipe ist schätzungsweise ca. 250 KM entfernt, trotzdem vermissen wir hier keinerlei „Fremdbespaßung“. „African TV“ ist völlig ausreichend.
Wir haben mittlerweile gelernt Entfernungen mit einer maximalen Durchschnittsgeschwindigkeit von maximal 20 km/h zu kalkulieren. Mehr ist in diesem Teil der Welt absolut unrealistisch. Stundenlande Sandpisten, Brückeneinstürze, die es zu umfahren gilt und Flussdurchfahrten lassen eine Strecke von 60 km schnell zu einem Tagespensum werden.
Eine Flussdurchfahrt hört sich erstmal recht „easy“ an. Doch man muss bedenken, man weiß nicht was einem in diesem Fluss erwartet. Wie tief ist er? Welchen Untergrund hat das Flussbett? Welche niedlichen Tierchen leben darin? Usw. usw. Das Beste ist immer schon vorhandenen Reifenspuren zu folgen und vor allem darauf zu achten, dass sie nicht nur in den Fluss hineinführen, sondern auch auf der anderen Seite wieder heraus.
Wenn wir durch Botswana fahren, denke ich immer wieder an „Harry Potter und Hogwards “. Ihr erinnert euch an die Treppe, die in die Schlafgemächer der Schüler führt? Täglich änderten sich die Wege zu den Zimmern. Was gestern noch richtig war, führt heute in eine Sackgasse.
Genauso verhält es sich zur Zeit in Botswana mit den Strassen. Keine Karte, kein GPS ist wirklich verlässlich. Strassen die gestern noch befahrbar waren, enden heute schon im Sumpf. Da kann man bei der Suche nach seinem Ziel schon mal an den Rande des Wahnsinns geraten. Besonders wenn man ein wenig unter Zeitdruck gerät, weil man zum Einbruch der Dunkelheit das nächste Camp erreicht haben muss.
Mit viel Nerven, Befragung von Einheimischen und ständige Nutzung der „Busch – News“ schafft man es dann aber doch irgendwie immer wieder an sein Ziel. Bis heute zumindest.
Als „Busch-News“ bezeichne ich im Übrigen den Informationsaustausch zwischen den einzelnen Offroad-Fahrern untereinander. Wenn sich im Busch dann doch mal 2 Fahrzeuge begegnen sollten, fährt man nicht einfach aneinander vorbei. Man berichtet sich gegenseitig über die Besonderheiten der gerade befahrenen Strecke, um so gewarnt oder beruhigt weiterfahren zu können.
Alle Anstrengungen, die die Fahrerei hier von uns abverlangt, wird immer wieder mit atemberaubenden Eindrücken belohnt.
Wir sind heute wieder endlose Steppenlandschaften durchfahren. Haben Wege genutzt, die plötzlich in einem Elefanten–Wasserloch endeten. Wir mussten an Buschfeuern vorbei, haben Flussläufe durchfahren und haben letztendlich doch unser Ziel erreicht.
Erlebnisse, die wir wohl in unserem Leben nicht vergessen werden,
Den „Chobe–Nationalpark“. Dort wo die größte Elefantenpopulation unserer Erde sein Zuhause hat. Wo Löwen noch hautnah zu erleben sind. Dort schlagen wir jetzt unser Lager auf und gehen unseren allabendlichen Geschäften nach. Feuer machen, Zelt aufbauen, Essen machen, Bilder auf die Festplatte ziehen um die Speicherkarten für morgen wieder frei zu haben und dann ab in Zelt. Einschlafen mit dem wohl geilsten „Gute Nacht Lied“ der Welt.
Die Geräuschkulisse Afrikas.
Bilder :
1. Ulrike auf "Elefanten-Pirsch"



Samstag, 08. Oktober 2011
Game Drive in Savuti,
da wir heute einen relativ entspannten Tag haben ohne ein neues Ziel ansteuern zu müssen, haben wir uns hier in „Savuti“ nochmal auf die „Pirsch“ begeben.
Die Tierwelt hier in diesem Land ist unbeschreiblich, das Straßennetz leider auch.
Aber OK. Dafür sind wir halt in Afrika. Was in diesen Breitengraden als Strasse bezeichnet wird würde bei uns nicht mal als „Behelfsweg“ auf einer Baustelle durchgehen.
Viele, als Straßen bezeichnete Pfade würde man als diese gar nicht erkennen, wenn keine Reifenspuren darüber führen würden. Pech, wenn du der Erste bist der dort an diesem Tag entlangfährt und es zuvor recht windig war. Dann geht das „ heitere Pfaderaten“ los.
Aber jede „Sackgasse“ in die wir fuhren, führte uns in ein neues, kleines Paradies. Mal endet ein Weg im Sumpf mit einem riseigen Schwarm Störche die dort pausieren, mal steht man vor einer 40-köpfigen Elefantenherde und nichts geht mehr, außer Elefanten beobachten. Aber wenn man wie heute kein Ziel erreichen muss, sondern nur relaxt den Tag und das Land genießen möchte, dann ist es ein unvergessliches Erlebnis durch dieses Land zu tuckern.
Was uns auf unser „Trophäen – Liste“ leider noch fehlt sind die „Kätzchen“. Weder „Meister Leo“ noch einen Gepard oder Leopard haben wir bis jetzt vor die Linse bekommen. Nicht das wir deswegen traurig wären. Das Land bietet dafür einfach zu viele faszinierende Tiere. Aber so einem Löwen mal live und in Farbe gegenüberzustehen, das hätte schon mal was. Vielleicht haben wir im Laufe dieser Reise doch noch Glück.
Die Bilder, die wir mit nach Deutschland bringen werden, können nur annähernd vermitteln, welchen Eindruck dieses Land auf den „Besucher“ macht.
Aber trotzdem werden wir reichlich Bilder mitbringen.
Morgen fahren wir weiter in den Norden nach „Kasane“, an die Grenze von Simbabwe. Laut GPS sind das 177 KM. Also rechnen wir mit knapp 10 Stunden Fahrzeit, wenn alles gut geht und die Straßen, die wir befahren möchten auch wirklich noch vorhanden sind.
Dort hoffen wir auch mal wieder Kontakt zu Außenwelt zu bekommen. (Internet)
Und jetzt freuen wir uns schon darauf, heute Nacht wieder „African Radio“ zu hören. Wer mal das „grunzen“ eines Elefantenbullen im Zoo erlebt hat, kann sich vorstellen wie das Nachts im Zelt wirkt. Schön unheimlich? Nein unheimlich schön!
Bilder:
1. Ulrikes erste Wasserdurchfahrt - stolz was sie :-)
2. Auf Motivjagd
3. Wie nahe kommt man einem Geier.
4. Ulrike "ihren" Giraffen ganz nahe
5. Am Ende eines Pfades wartete immer ein kleines Paradies



Sonntag, 09. Oktober 2011
„Senyati Camp“, bei Kasane
Nach unserer 170 KM langen fahrt, die übrigens recht ereignislos verlief sind wir nun im „Senyati Camp“ angekommen. Was solle

n wir sagen? Wieder einmal paradiesisch. An unserem Lager laufen in ca. 20 Meter Entfernung Elefantenherden vorbei, um an ihr Wasserloch zu kommen, das direkt am Fuße unseres Camps liegt. Dort spielen sich filmreife Szenen ab. Elefanten raufen sich um die beste Wasserstelle. Giraffen kommen vorbei um ihren Durst zu stillen. Pavianrudel, Warzenschweine und jede menge Vögel tummeln sich quasi vor unseren Füßen. Wir sind wirklich begeistert und freuen uns 2 Tage in diesem tollen Camp verbringen zu dürfen, bevor es dann rauf nach Simbabwe geht. Ein neues, anderes Land mit anderen Geflogenheiten, andere Sprache und anderen Bräuchen.
Unser Ziel in Simbabwe, unter anderem die Victoriafälle bei Vollmond zu sehen. Einer der größten Wasserfälle der Welt, der dann selbst nachts einen Regenbogen wirft.
Drückt uns die Daumen, dass wir von diesem Naturspektakel tolle Bilder mit nachhause bringen können.
Doch nun genießen wir erstmal das Flair des „Senyati Camps“. Es ist dunkel, die Sterne leuchten, wie man es in Deutschland noch nie gesehen hat und die Elefanten machen
in der Dunkelheit Geräusche, die einen sehr an „Jurassic Park“ erinnern.
Ich bin sogar davon überzeugt, dass für die Vertonung des „Pronto Saurus Rex“ im Film, die Stimme eines Elefantenbullen Pate gestanden hat.



Sonntag, 09. Oktober 2011
„Senyati Camp“, bei Kasane
Nach unserer 170 KM langen fahrt, die übrigens recht ereignislos verlief sind wir nun im „Senyati Camp“ angekommen. Was sollen wir sagen? Wieder einmal paradiesisch. An unserem Lager laufen in ca. 20 Meter Entfernung Elefantenherden vorbei, um an ihr Wasserloch zu kommen, das direkt am Fuße unseres Camps liegt. Dort spielen sich filmreife Szenen ab. Elefanten raufen sich um die beste Wasserstelle. Giraffen kommen vorbei um ihren Durst zu stillen. Pavianrudel, Warzenschweine und jede menge Vögel tummeln sich quasi vor unseren Füßen. Wir sind wirklich begeistert und freuen uns 2 Tage in diesem tollen Camp verbringen zu dürfen, bevor es dann rauf nach Simbabwe geht. Ein neues, anderes Land mit anderen Geflogenheiten, andere Sprache und anderen Bräuchen.
Unser Ziel in Simbabwe, unter anderem die Victoriafälle bei Vollmond zu sehen. Einer der größten Wasserfälle der Welt, der dann selbst nachts einen Regenbogen wirft.
Drückt uns die Daumen, dass wir von diesem Naturspektakel tolle Bilder mit nachhause bringen können.
Doch nun genießen wir erstmal das Flair des „Senyati Camps“. Es ist dunkel, die Sterne leuchten, wie man es in Deutschland noch nie gesehen hat und die Elefanten machen
in der Dunkelheit Geräusche, die einen sehr an „Jurassic Park“ erinnern.
Ich bin sogar davon überzeugt, dass für die Vertonung des „Pronto Saurus Rex“ im Film, die Stimme eines Elefantenbullen Pate gestanden hat.
Bilder:
1. Dieser Baum fiel keinem Sturm zum Opfer, wie wir Anfangs dachten. Sondern einem
Elefanten
2. Die Strasse ist da, wo die Reifenspuren sind. Ist man der erste an diesem Tag - Pech
3. Start zum Sonnenaufgang
4+5. "Rushour" an der Wasserstelle



Montag, 10. Oktober 2011
Kasane, Botswana
Keine besonderen Vorkommnisse. Ein sehr ruhiger, relaxter Tag in Kasane und im Camp.
Vorräte einkaufen für die nächsten Tage, Sprit bunkern da wir gelesen haben, dass es in Zimbabwe mit Diesel etwas schwer sein wird, Internetcafe´um Euch die letzten „news“ zu posten und das war´s schon.
Bilder :
1+2 : Sunrise im Senyati Camp, 5.30 Uh




Dienstag, 11. Oktober 2011
Victoria Falls, Zimbabwe
Heute haben wir uns aus dem traumhaften „Senyati-Camp“ verabschiedet und sind weiter in Richtung Nordosten nach „Victoria“ in Zimbabwe gefahren. Dort liegen die gleichnamigen Victoria – Fälle. Schon an der Grenze wurden wir und unser Urlaubskonto recht unsanft aus unseren Träumen gerissen. Ok, dass ein Visum Geld kostet steht außer Frage (30 $/p.P.= 60,00 $). Auch das man für ein ausländisches Auto unter Umständen zahlen muss, da es über die Straßen von Zimbabwe rollt, ist noch durchaus im Rahmen des nachvollziehbaren (75,00 $).
Aber ab jetzt wird es anstrengend. In Zimbabwe zahlt man nicht nur wenn man mit einem Auto einreist. Man wird auch noch mal zusätzlich, zur ohnehin recht knappen Urlaubskasse gebeten, weil man mit einem Leihwagen einreisen möchte. Schließlich, so die Begründung, könne man den Wagen ja einfach in diesem Land verkaufen und somit den Einfuhr-Zoll prellen. Aha, das geht also nur mit Leihwagen??? So zumindest die zimbabwische Logik. Mit mehr als einem nervösen Stirnrunzeln konnten wir diese „Gebühr of Phantasie“ allerdings vorerst nicht kommentieren. Auf die Frage, ob wir das Geld denn zurückerstattet bekämen, wenn das Auto wieder ausgeführt würde, hatte der „Grenzmensch“ eine recht knappe aber eindeutige Antwort parat: „NO“
Wir sind ja schon froh von dem netten Herren an der Grenze darauf aufmerksam gemacht worden zu sein, dass wir den Wagen ja auch nicht behalten dürften und wir mit dem Fahrzeug auch heimlich durch Zimbabwe nach Deutschland mitnehmen könnten. Jetzt bin ich aber echt froh, dass uns diese Option noch offenbart wurde. Ich hatte ansonsten schon erwogen, unseren „Defender“ im Handgepäck mit nach Hause zu nehmen.
Also zahlen wir halt noch eine Gebühr von 120,00 $ zusätzlich, weil wir mit einem Mietauto einreisen. Ihr könnt Euch denken, dies löste bei uns doch eine gewisse Art von Missstimmung aus.
Trotz der größten Bemühungen des „Gebühren Eintreibers“ uns den Sinn dieser Zusatzzahlung zu erklären, hatten wir ein echtes Verständnisproblem. Dann handelte es sich plötzlich um eine Art „Pflichtversicherung für Touristen mit Mietwagen“ um zu gewährleisten, dass diese die Autos in Zimbabwe nicht veräußert werden. Verstanden? Gut – Wir auch nicht.
Ulrike konnte sich die Bemerkung dann doch nicht verkneifen, dass er doch bitte seinen Boss ausrichten möchte, dass für Einreisende die Zusatzgebühr absolut unverständlich und nicht nachvollziehbar ist. Darauf entgegnete der vermeidliche Grenzbeamte, der sich im Nachhinein als profaner Versicherungsangestellter entpuppte lediglich, dass er das nicht könne. Ansonsten würde ihn sein Boss für 3-4 Tage auf einen Lehrgang schicken um zu lernen diese „Pflichtversicherung“ touristengerecht zu erklären. Darauf hätte er nicht die geringste Lust.
Diejenigen unter Euch, die der englischen Sprache besser mächtig sind als wir, können sich im unten angehangenen Bild mal von dieser Versicherung zum Wohle des ausländischen Mietwagen-Touristen einlesen. Falls ihr Sinn und Zweck versteht, bitte mail an uns – Danke
Aber wie ist unser Lebensmotto ?
„LIEBER GOTT, GIB UNS DIE KRAFT DINGE ZU ÄNDERN, DIE WIR ÄNDERN KÖNNEN UND DINGE HINZUNEHMEN, DIE WIR NICHT ÄNDERN KÖNNEN.
UND GEBE UNS BITTE DIE WEISHEIT, DAS EINE VOM ANDERN ZU UNTERSCHEIDEN.
Gott gab uns diese Weisheit und wir entschieden uns für Variante 2 und nahmen es hin.
Zumal wir von einigen „Leidensgenossen“ schon in dem einen oder anderen Camp vorgewarnt wurden, waren wir nicht ganz so überrascht und auch finanziell dafür gerüstet.
Das raffinierte und wirklich heimtückische an diesem zimbabwenesischen „Touristenabzockverfahren“ ist ja, dass man die Zahlungen ja nicht auf einmal tätigt. Erst das Visum 60 $, herzlichen Glückwunsch, sie sind in Zimbabwe, bitte gehen sie dort zum nächsten Schalter. „Hello, welcome in Zimbabwe”. „Oh, you have a car? What a surprise. Please pay 75,00 $ for using our streets. Thank you very much.”, Now, welcome in Simbabwe, Touristic-car.
Und so wird man dann freundlich über die Strasse gebeten, dort wird dir dann noch einmal 120 $ aus der im Vorfeld schon ziemlich beanspruchten Tasche gezogen. Da man ja bereits 135 $ investiert hat, beißt man natürlich auch noch in diesen sauren Apfel, mit fauligen Nachgeschmack. So sind sie halt die „armen 3te Weltländer von Afrika“. Das einzig wirklich traurige daran ist, dass die, die es brauchen könnten, nämlich das Volk, davon gar nichts sehen.
Wie bereits angedeutet wies sich im Nachhinein diese Gebühr als ziemlich „linke Abzocke“ heraus, die Wohl nur an diesem Grenzübergang stattfindet und in Zusammenarbejt mit den Zollbeanten durchgezogen wird. Touristen, die wir dann später im Land fragten und einen anderen Grenzübergang benutzten, zahlten diese Gebühr nicht.
Um 255 $ leichter haben wir dann endlich die Grenze passieren können, um uns dann in weitere, finanzielle Grenzerfahrungen zu stürzen.
Angekommen in unserer „Backpacker – Lodge“ kurz vor den Victoriafällen, wurden wir von „Alex“ dem freundlichen Inhaber erstmal „Victoria Fall – mäßig“ ernüchtert, ähm, aufgeklärt.
In unserer naiven Afrika-Frischlingsvorstellung“ dachten wir, wir kämpfen uns durch den Busch bis zu den Fällen, genießen in trauter Zweisamkeit das atemberaubende Naturschauspiel.
OK, ausgeträumt. Erstmal kostet uns der Spaß 60,00 $ Eintritt. Wir haben ja genau diesen Tag gewählt, um zu den Victoriafällen zu reisen, weil heute Nacht Vollmond ist und es dann ein atemberaubendes Naturspaktakel zu sehen gibt. Einen Regenbogen, mitten in der Nacht über den Victoriafällen? Klingt doch einfach traumhaft oder? Kostet noch mal 80,00 $!!!
Wir haben auch von diesem spektakulären „Devils Pool „ gehört (Als Erklärung: einfach mal bei „google“ Devilspool, Vickyfall eingeben).
Auch da gab es dann schnell mal die Desillusionierung mit der Bratpfanne. Erstens liegt der Devils-Pool nicht in Zimbabwe, sondern im ca. 5 km entfernten Sambia (60,00 $ Einreise Sambia, besagte 255,00 $ Wiedereinreise Zimbabwe), zweitens ist dieser Pool ohne Guide gar nicht zu erreichen. Kosten dafür 60 $ pP = 120,00 $ für uns beide.
Hat jemand mitgerechnet? 435,00 $ !!! Auf jeden Fall nix für die „Paululat´sche Urlaubskasse“ . Und das bloß um mal in einem Wasserloch zu baden, in dem man 180 Meter in die Tiefe schauen kann. Ok zugegeben – klingt geil, ist es bestimmt auch. Aber wir machen es wir ihr und schauen uns auch weiterhin den „Devils Pool“ bei Google an. Aber immerhin waren wir schon mal fast da.
Trotzdem gönnen wir uns heute Nacht den Vollmond und den Regenbogen über den „Vicky Falls. Schließlich sind wir eigens dafür hier hin gefahren. Und vielleicht morgen früh noch mal bei Tageslicht. Ok, teuer, aber schließlich ist man nicht täglich an den Victoria Fällen in Zimbabwe.
„Luna Rainbow“ - Desillusionierung die 2te.
Unsere gesamte Afrikareise war auf genau auf diesen Tag zugeschnitten. Alles wurde so ausgelegt, dass wir genau in der Vollmondnacht an den Victoriafällen sind. Wie bereits angedeutet brauchten wir uns nicht mit der Machete durch den Dschungel bis zu den Falls zu kämpfen. Der Kampf galt dann eher einer Horde weiterer Touristen, die wie wir den Nacht-Regenbogen sehen wollten sowie ein eisernes Drehkreuz durch das wir dann alle mussten. Ok, Romantik geht anders. Der Zweierreihen-Gang in der Dunkelheit Richtung Victoriafälle erinnerte dann auch mehr an einen Almabtrieb als an einen romantischen Vollmondspaziergang. Als dann endlich, nach gefühlten 10 km ein wage zu erkennender Regenbogen inmitten einer nebelartigen Wassergischt zu erkennen war, stürzte alles an den Rand zum Geländer und blitzten was die Kamera so hergab. Ich glaube Ulrike und ich waren die einzigen in der ganzen Gruppe die es nicht überrascht hat, dass die Blitzorgie zu einem nicht gerade zufriedenstellenden Ergebnis führte. Entsetzt starrte so mancher Mitbesucher auf sein Display und suchte dort verzweifelt den soeben fotografierten Regenbogen. Wir fanden es von vornherein schwer nachvollziehbar, dass wir die einzigen waren, die mit einem Stativ den Marsch zu den Fällen angetreten waren. Während sich alle anderen noch damit beschäftigten, Ihren Chip relativ sinnfrei mit Speicherplatz zu belegen, bauten wir erstmal in aller Ruhe unser Stativ auf. Den Timer an der Kamera eingestellt, um die Kamera wackelfrei auslösen lassen zu können knipsten wir unser erstes Bild. Und siehe da, man sah sogar einen Regenbogen auf unserem Display. Irgendwie müssen wir mit diesem ersten Schnappschuss ein 8tes Weltwunder hervorgerufen haben, denn wie erstarrt gaffte unser Hintermann (ein Inder) auf den deutlich zu erkennenden Regenbogen auf unserem Display. Wild gestikulierend trommelte er sein direktes Umfeld zusammen und innerhalb von Sekunden hatten wir eine Traube von Menschen um uns herum, die uns um unsere Visitenkarten anbettelten, um mit uns in Kontakt treten zu können, damit sie ebenfalls ein Foto vom Regenbogen ihr eigen nennen können. Dazu hätte ich spontan 2 Tipps gehabt. Erstens, Google befragen und downloaden. Dort findet man garantiert bessere Bilder als unsere. Und zweitens, einfach mal von der eigenen Kamera den Blitz ausschalten.
Aber meine Tipps wollte keiner haben, also können wir, wenn wir wieder in Deutschland sind fleißig „Luna – rainbow – pictures“ verschicken. Auch wenn unsere Bilder, wie wir im nachhinein feststellen mussten auch nicht die „Sahneschnittchen“ sind.
Fazit : 80,00 $ ist eine Menge Zahlungsmittel für dieses Erlebnis. Wir haben es uns doch ein wenig spektakulärer vorgestellt.
Aber hätten wir es nicht gemacht, hätten wir wahrscheinlich immer geglaubt etwas verpasst zu haben. Nun wissen wir. Viel hätten wir nicht verpasst.
Nichts desto trotz werden wir uns den Victoria Wasserfall morgen noch einmal bei Tageslicht anschauen. Zum Schnäppchenpreis von 60,00 $
Bilder :
1. Der Victoriafall bei Vollmond
2. Der Victoriafall bei Sonnenaufgang
3 - 7. Na was wohl ? Victoriafall
8 +9. Der "Devils Pool" aus Sicht von Zimbabwe




Mittwoch, 12. Oktober 2011
Hwange National Park, Zimbabwe
So enttäuschend der gestrige Nachtausflug zu den Victoriafällen war, so überraschend überwältigend war der Tagesausflug. Jeder, für den fotografieren mehr ist, als Familienfeiern abzuknipsen weiß, dass der Sonnenaufgang das schönste Licht für Fotos liefert.
Ulrike und Holger setzten also alles daran, frühstmöglich an den Fällen zu sein. Sonnenaufgang ist in dieser Region ca. 5.45 Uhr, die „blaue Stunde“ beginnt also gut 30 Minuten früher. Würde bedeuten, ca. 5 Uhr morgens am Eingang. Leider drehen die Zimbabwenesen das Wasser für den Victoriafall erst gegen 6.00 Uhr wieder an. Denn ab dann ist erst Einlass. In der Trockenzeit muss man halt Wasser sparen wo es nur geht. Trotzdem waren wir um 6.00 Uhr die ersten die das Areal betraten. Es ist schon ein erhabenes Gefühl den tiefsten Wasserfall der Welt ganz für sich alleine zu haben. Somit wurden wir für die gestern Abend entgangene Romantik mit Zinsen entlohnt.
Auch wenn der Victoriafall nicht mal ein zehntel des Wassers in die Tiefe spuckt, die er in der Regenzeit verarbeitet, war der Anblick beeindruckend. Ewige Regenbögen verzaubernd den Himmel über den Fällen und das Getöse des Wassers klingt ein wenig nach Musik.
Es war einfach ein gelungener Ausflug. Für fast 3 Stunden hatten wir den Victoria Wasserfall für uns ganz alleine, bis so gegen 9.00 Uhr die ersten „Horden“ einfielen.
Doch wir waren bereits lange genug dort um den Zauber dieses Ortes lange genug genossen zu haben und konnten zufrieden das Areal verlassen und Platz für hunderte andere neugierige Touristen machen.
Und eine kleine Überraschung hatte der Victoriafall für uns auch noch parat. Obwohl der „Devils Pool“ auf der Seite Sambia´s liegt, d.h. eine 170 Meter tiefe Schlucht uns von ihm trennte, haben wir ihn trotzdem entdecken können. Und wenn man nicht unbedingt selbst darin sitzen möchte, wirkt er von zimbabwischer Seite noch viel beeindruckender. Nur von dieser Seite ist erst zu erkennen, wo dieser „Pool“ eigentlich liegt.
Da wir jetzt wussten, dass uns die Führung dorthin ebenfalls noch mal 120$ gekostet hätte, fanden wir das hier doch als die bessere Variante.
Also schnell noch eine paar Fotos von den Leuten im „Devils Pool“ schießen und wir verabschiedeten uns von den Victoriafällen.
So fuhren wir dann ganz gemächlich in Richtung „neues Ziel“ den „Hwange Nationalpark. Geplant ist eine Übernachtung um dann durch diesen Park zum nächsten Camp zu fahren.
So langsam aber sicher wieder in Richtung Süden.
Bilder : Flugshow a la Afrika




Donnerstag, 13. Oktober 2011
Hwange Nationalpark, Zimbabwe
Nach knapp 200 km und gut 8 Stunden Fahrt sind wir im „Robins Camp“ angekommen. Die Fahrt war zwar ein wenig anstrengend aber begleitet von weiteren, schönen Tieraufnahmen.
Zwar war uns das Jagdglück in Sachen „Großkatzen“ bis heute noch nicht hold, aber wir sind deswegen nicht wirklich traurig. Uns ist auch bewusst, dass wir, um Großkatzen fotografieren zu können auch meist zur falschen Zeit unterwegs sind. Jeder weiß, Katzen sind nachtaktive Tiere. Also ist es am optimalsten die Tiere gegen Sonnenuntergang zu beobachten. Doch um diese Uhrzeit befinden wir uns in der Regel schon im Camp und kämpfen mit dem „Sandmännchen“. Da Nachtfahrten in den Nationalparks ohnehin untersagt sind, macht es das antreffen von Löwen, Leoparden und Geparden ein wenig schwierig. Aber wie schon erwähnt, unserer Safari-Freude tut dies keinen Abbruch.
Gleich werden wir uns wieder ganz feine Sachen auf den Grill schmeißen ( habe ich eigentlich schon erwähnt, dass das Kilo Rindfleisch hier um die 5,00 € kostet?) und den Abend genießen. Übrigens der letzte in Zimbabwe. Morgen geht es wieder zurück nach Botswana.
Vielleicht sollten wir abschließend noch ein paar versöhnliche Bemerkungen über das Land „Zimbabwe“ machen. Obwohl wir anfangs doch ungehalten über den, doch finanziell recht umfangreichen Empfang waren, hat uns Land und Leute in den letzten Tagen doch wieder ein wenig versöhnt. Wir empfanden Zimbabwe als er ursprünglich. Die Dörfer sind noch traditionell mit Lehm und Stroh gebaut und machen einen aufgeräumten und sauberen Eindruck. Zumindest gilt dies für die Region in die wir herumreisten.
In Botswana dagegen wirken die Dörfer auf dem Land eher wie ein fehlgeschlagener Versuch aus Tradition und Moderne. Wellblechhütten und Plastikplanen bestimmen dort eher das Dorfbild. Ebenfalls hat man den Eindruck das Lächeln ist hier in Zimbabwe zuhause. Die Menschen sind überaus freundlich und zuvorkommend. Es macht einfach Spaß durch dieses Land zu reisen. Wir könnten uns durchaus vorstellen nocheinmal zurückzukommen.



Samstag, 15. Oktober 2011
Vom Hwange Nationalpark bis in die Salzwüste nach „Kubu Island“
Gestern und heute haben wir gut 400 km Sand- und Schotterpiste hinter uns gebracht. Bei durchschnittlich 30 km/h für Mensch und Maschine eine echte Herausforderung.
Unser Lager schlugen wir gestern noch in Nata auf. In einer Lodge mit angegliederten Camp.
Eine Lodge bietet natürlich einen gewissen Luxus den wir dann auch, obwohl wir nur Camp-Gäste waren schamlos ausnutzen. Warme Duschen, WC und sogar einen PC mit Internetanschluss konnten wir noch mal richtig genießen. So aktualisierten wir auch unser Internettagebuch noch mal mit Texten und Bildern und euch mal wieder auf den laufenden bringen.
Unser Aufenthalt in der „Nata Lodge“ bescherte uns auch noch eine recht nette und angenehme Bekanntschaft. Mit einem Paar, das in der Nähe von Köln wohnt, verbrachten wir einen sehr schönen und informativen Abend. Als sehr erfahrene Afrika-Reisende konnten wir uns eine Menge Tipps holen. Schon seit Oktober letzten Jahres halten sich die beiden in Afrika auf. Tansania, Kenia, Botswana, Südafrika. Die beiden kennen diesen Erdteil besser als den Kofferraum ihres „Toyota Landcruisers“ , nicht zuletzt, weil sie den „schwarzen Kontinent schon seit Jahrzehnten bereisen. Nach dem wir auch noch den nächsten Vormittag mit „Lilly & Thomas“, so heißen die beiden, verplauderten machten wir uns viel zu spät auf den Weg in die Salzwüste. „Kubu Island“ hieß das Ziel. Eine von Vegetation und Steinformation geprägte „Insel“ in Mitten der Salzwüste von Botswana. Also quasi im „Nichts“. Befremdlich lebensfeindlich und trotzdem faszinierend friedlich. So würden wir dieses Fleckchen Erde beschreiben. Habt ihr schon mal rein gar nichts gehört? Eine wirkliche „Totenstille“ um euch gehabt? Dort ist es so einsam, dass ihr lediglich euren eigenen Pulsschlag in den Ohren vernehmt. Ansonsten herrscht dort absolute Stille. Eine wirklich andere Art von Urlaubsziel, welches aber durchaus auch mal für 1-2 Tage seinen Reiz hat.
Die einzigen Lebewesen, die hier wohl in allergrößter Anzahl diesen Ort ihr Zuhause nennen sind wohl Insekten. Wir sitzen nun hier vor unserem „Ländi“. Um uns herrscht absolute Dunkelheit. Das Sternenzelt leuchtet intensiver als wir es in Deutschland jemals sehen würden. Nur das Display unseres kleinen Notebooks leuchtet. Schließlich muss ich ja unser Internettagebuch führen. Doch dieses bisschen Licht reicht wohl aus, um sämtliche Insekten der gesamten Salzwüste anzulocken. Zumindest sind es gefühlt mehr als unsere Haut und unser Laptop-Monitor verträgt. Daher mache ich jetzt hier Schluss und ganz flott das Licht aus.
Gute Nacht aus dem „Nichts - Kubu Island“
Bilder:
Imder Salzwueste um "Kubu Island"



Sonntag, 16. Oktober 2011
„Kubu Island“
Die Nacht war so still wie nie zuvor auf dieser Reise. In der Ferne hörten wir gestern Abend noch wie sich unsere „Camp-Nachbarn“, die gut 500 Meter entfernt waren, unterhielten. Ansonsten gab es auf dieser kleinen „Insel“ rund um die Salzwüste absolut „Nichts“.
Wie schon erwähnt hatte das einen ganz besonderen Reiz. Wir standen auch weit vor Sonnenaufgang auf um noch von Selbigen Fotos machen zu können. Nacht einem gemütlichen Kaffee und getaner Fotoarbeit traten wir dann unseren Weg in Richtung „Francistown“ an. Die zweitgrößte Stadt in Botswana liegt im Nordosten dieses Landes und dient im Grunde nur als weitere, „Highlight-freie“ Zwischenstation in Richtung Süden und damit an das Ende unserer Rundreise durch 3 afrikanische Länder. Der Gedanke, unser „Ländi“ könnte uns auf der 100 km langen Strecke durch die Salzwüste im Stich lassen kann einem den „Nervositätspegel“ schon ein wenig in die Höhe schnellen lassen.
Selbst ein paar Geier, die sich am Wegesrand auf einem Baum postierten, schienen uns sagen zu wollen : „ Wir haben Zeit, irgednwann kriegen wir Euch“
Aber das Schicksal hatte es gut mit uns gemeint und wir sollten nicht als „Geierfrühstück“ enden und unser „Ländi“ hat sich wacker über die Salzpisten gewühlt. Naja, mal ehrlich. Das schlimmste, was hätte passieren können, wäre halt, dass wir 2-3 Tage auf Hilfe hätten warten müssen. Für diese Zeit hatten wir immer Proviant uns Wasser an Bord. Also alles kein Grund zur Nervosität. Um als abwechslungsreicher „Snack“ für die flatternde Bevölkerung Botswanas zu enden, bedarf es doch ein wenig mehr.
Nach 3 Stunden Salzpiste und noch mal 3 Stunden Teerstrasse haben wir dann auch unser Zwischenziel „Francistown“ erreicht. In der Lodge, die uns einen Lagerplatz zur Verfügung stellt scheinen wir die z.Zt. einzigen Gäste zu sein. Vielleicht liegt es auch daran, dass die Betreiber versuchen ihre Gäste durch unter Strom stehende Duschen zum längeren verweilen zu bewegen. Im Ernst. Als wir uns erleichtert unter die, den Campern zur Verfügung stehenden Duschen wollten, bekam ich dort an den Armaturen erstmal dermaßen eine gepfeffert, dass an physischer Cooperation zum Zwecke des Gen-Austausches, für die nächsten Stunden nicht mehr zu denken war. Todesmutig testete ich die verbleibenden 3 Duschkabinen mit dem gleichen Ergebnis. Die leicht unter leichten Dauerstrom gesetzten Berieselungsanlagen waren wohl ausschließlich für entsprechend veranlagten Mitmenschen zu benutzen. Da Schmerz nicht so meine favorisierte Passion ist, zog ich erstmal eine „Katzenwäsche“ vor.
Den Betreibern war dieser „Fopas“ allerdings sichtlich unangenehm und sie fuhrwerkten mehr oder weniger kompentent an der angeschlossenen Warmwasseranlage herum. Die stolz überbrachte Meldung, die Duschen seien jetzt nicht mehr ganz so spannungsvoll wollten wir jedoch erstmal nicht im Eigenversuch prüfen und beließen es bei der „Katzenwäsche“.
Um unsere letzten Devisen so langsam mal „auf den Kopf zu hauen“, haben wir uns für heute Abend ein „Dinner“ im Restaurant bestellt. Wie bereits erwähnt sind wir die einzigen Gäste, somit mussten wir uns schon heute Mittag unser Abendessen bestellen, damit der Koch noch die Zutaten kaufen kann. Frischer geht’s nicht, oder ?
Holger für seinen Teil hat sich ein 500 Gramm Steak mit Potatoe wedges und Salat bestellt.
Preis dafür 95 Pula = ca. 10 €. Wenn hier in Afrika alles sündhaft teuer ist, kann man das von Fleisch absolut nicht behaupten. Aber das erwähnte ich schon mal, glaube ich.
Wir sind gespannt, was uns erwartet.



Montag, 17. Oktober 2011
Von Francistown in Richtung „Tuli Park“
Unser „Candle light Dinner“, gestern Abend war qualitativ, wie quantitativ ein voller Erfolg.
Mein 500 Gramm Steak wurde liebevoll von einem gutem Dutzend hausgemachter„Potato wedges“ umschmeichelt, wobei ein einziger die Größe einer ¼ Kartoffel hatte. Frisches Gemüse rundete das ganze Mahl dann ab. Für knapp 10 € konnten wir uns diese Mahlzeit, trotz unserer immer dünner werdenden Urlaubskasse mal gönnen. Auch Ulrike schien mit ihrer Wahl recht zufrieden gewesen zu sein.
Wie bereits bemerkt waren wir hier auf der Lodge die einzigen Gäste. Somit hatten wir nicht nur das gesamte Restaurant für uns allein, sondern auch die volle Aufmerksamkeit des Personals. Verbunden mit dem Ambiente und der uns umgebenen Landschaft konnte ich mich nicht wehren, einen unmittelbaren Vergleich mit dem Film „Jenseits von Afrika“ zu ziehen. Leider kündigte sich bei Ulrike wieder ein Migräneanfall an, sodass wir es vorzogen relativ früh unsere 0,5 Sterne Behausung auf dem Dach unseres „Landis“ aufzusuchen.
So langsam zeigen sich nicht nur bei uns die ersten Ermüdungserscheinungen.
Die Strecke und der Anspruch dieser Reise durch 3 Länder und fast 3500 km fordert nun auch an das mitgeführte Material seinen Tribut.
Auf längerer Teerstrecke fängt unser „Defender“ wieder mit den gleichen „Mucken“ an, die uns schon anfangs unserer Reise einen 6-stündigen Zwangsaufenthalt in der Kalahari beschert haben. Anscheinend mag er keine Langstrecken. So ein Landrover ist nun mal für das Gelände gebaut, was er uns nun auf seine ureigenste Weise zu verstehen gibt.
Da er sich mit untertouriger Drehzahl relativ beschwerdefrei fortbewegt werden wir versuchen uns bis nach Johannisburg durchzuschlagen, ohne noch mal „Bushlore“, unser Autovermietung, anrufen zu müssen.
Nun heißt es mit maximal 80 km/h in Richtung „Ende de Reise“ zu rollen in der Hoffnung, dass unser „Ländi“ entsprechendes Durchhaltevermögen beweist.
Unser Kühlschrank hat den Geist aufgegeben. Logische Konsequenz? Dosenfutter und warmes Bier. Was Letzteres für Holger bedeutet, möchten wir hier nicht näher konkretisieren um nicht in einen jugendgefährdenden Gassenjargon abzudriften.
Solche suboptimalen Reisefeatueres kratzt dann doch ein klein wenig „Urlaubsstimmung“.
Unsere Kameras beherbergen vermutlich mitterweile mehr Sand als ein 5 jähriger Junge auf Norderney bräuchte um eine Burg zu bauen. Unser kleiner„Läppie“, auf dem alle Buchstaben getippt wurden, die ihr in den letzten Wochen gelesen habt, gleicht zu Zt. einer Maurerkelle nach dem Bau eines Zweifamilienhauses.
Aber Kameras, wie Läppie“ halten weiterhin wacker durch. Nach unserer Ankunft zuhause haben sich diese „Reisebegleiter“ erstmal einen professionellen Reinigungsdienst verdient.
Mit Entsetzen mussten wir nun auch noch feststellen, dass wir mit Zahlung der Mietwagenrechnung, die ja doch in Dimensionen vorstieß die weit jenseits des Kaufpreises unseres eigenen Autos lag, unser Kreditkartenlimit gesprengt haben.
Nun heißt es, mit dem bisschen Bargeld, das uns noch zur Verfügung steht, zu haushalten.
Nun haben wir noch 3 Tage auf dem „Schwarzen Kontinent“. Bisher haben wir alle Schwierigkeiten und Hindernisse mit Bravur gemeistert. Also werden wir versuchen trotz kleinerer Stolpersteinchen die letzten Tage auch noch zu genießen.
Bild :
Durch die Salzwueste in Richtung "Francistown, Botswana"




Dienstag, 18. Oktober 2011
„Tuli Nationalpark“
Mit wackeren 80 km/h tuckerten wir die 300 km unserem letzten Ziel in Botswana entgegen.
Der „Der Tuli – Nationalpark liegt im Südosten Bostswanas, direkt an der südafrikanischen Grenze. Unterwegs füllten wir unseren „scheintoten“ Kühlschrank noch mit „Crasheis“. So haben wenigstens unsere Getränkedosen noch einen genießbaren Aggregatzustand. Während längerer Fahrten hat Ulrike sich angewöhnt, mir aus einem Buch vorzulesen. Anfangs war es der jeweilige Reiseführer, doch auf Strecken von 5-6 Stunden wirkte dieser dann doch inhaltlich oftmals etwas unterfordernd. Mittlerweile gibt es „Ulrikes Lesestunde“ aus der dicken Auswahl Bücher, die wir mit uns herumschleppen, was, wer unsere Tagebücher aus vergangenen Reisen kennt, absolut kein Zufall ist. Zumal wir davon ausgegangen sind, dass unsere Abende vor dem Lagerfeuer recht lang und langweilig werden. Davon hat uns „Afrika“ allerdings eines Besseren belehrt.
Gelesen wurde, wie sollte es auch anders sein? „Hummeldumm“ .
Dem Fahrer, sprich Holger, verkürzt es die Zeit auf diesen, nicht enden wollenden Pisten Botswanas, und Ulrike lenkt es, so ihre eigene Aussage, vom Juckreiz ihrer Mosquitostiche ab. Also sozusagen eine „Win-win-Situation“.
Die Fahrt in den „Tuli Park“, war lang, eintönig und ohne besondere Vorkommnisse. Weder im negativen, noch im positiven Sinne. Außer natürlich „Ulrikes Lesestunde“, die ich hier nochmals ausdrücklich lobend vermerken möchte.
Angekommen im Tuli Park erwartete uns ein sehr einfaches, aber sehr schön gelegenes Camp.
Jede Campsite hat ihre eigene „Feldtoilette, Felddusche, Feuerstelle, einen eigenen Baum uns sogar ihren eigenen Termitenhügel. Diese fantastischen Bauwerke, kleine hässlicher Insekten sind ein Wunderwerk der Natur. Oft fotografiert und auch schon in diesem Tagebuch gezeigt, faszinieren sie uns immer wieder.
Wir bewegen uns so langsam nicht nur auf das Ende unserer Reise, sondern ebenfalls auf das Ende der Trockenzeit zu. Dies bedeutet, das Land dürstet nach Wasser und ist auf dem Höhepunkt der Trockenphase. Was im „Okawango-Delta“ noch ein Vorteil für uns war da sich dort die gesamte Tierwelt an den noch verbliebenen Wasserlöchern tummelten, ist hier im Süden sehr hinderlich. Alle Wasserlöcher, die wir fanden waren ausgetrocknet. Der Fluss in dessen Nähe wir unser Camp aufgeschlagen haben gleicht nur noch einem kleinen Rinnsal.
Aber auch dort reduziert sich die Fauna Afrikas auf ein paar Paviane und eine Hand voll Impala´s. Schade, aber das Risiko am Ende der Trockenzeit. Besonders hier unten im Süden.
Vielleicht sind wir vom „Okawango“ auch zu sehr verwöhnt worden, was Tierbeobachtungen betrifft. Wenn ich mich erinnere waren wir in den ersten Tagen hellauf begeistert, wenn wir auf eine Herde Impala´s trafen. Heute registrieren wir sie lediglich noch im Augenwinkel, damit uns keines vor das Auto läuft.
Wie auch immer. Wir melden den „Tuli-Park“, zu mindest zur Zeit, „Großwildfrei“. Eigentlich beschlossen wir, statt der geplanten 2 Tage nur eine Nacht zu bleiben, um dann vielleicht an unserem letzten Etappenziel, die „Waterberge“ in Südafrika, einen Tag länger zu bleiben. Doch was sollte uns dort erwarten? Löwenrudel? Riesige Büffelherden? Leoparden, die auf unsere Motorhaube springen? Angesichts der Tatsache, dass die „Waterberge“ sich noch weiter im Süden befinden gehen wir mal nicht davon aus. Ein weiterer, und sehr schwerwiegender Grund, doch noch die 2te Nacht hier zu verbringen; es ist bereits bezahlt!!!
Im Hinblick auf unsere grenzenweisende, finanzielle Situation ein klares Argument für „Tuli-Park“.
Wir werden die Zeit nutzen um unser Gepäck neu zu ordnen. Die Rücksäcke uns Koffer wieder „flugfähig“ zu strukturieren. Vielleicht auch noch mal einen kleinen Ausflug in den Busch des Parks um eventuell doch noch den einen oder anderen Elefanten, Giraffe, oder vielleicht doch sogar ein „Kätzchen“ vor die Linse zu bekommen.



Mittwoch, 19. Oktober 2011
Tuli Block, 2ter Tag, oder „Katzenjammer“
Etwas enttäuscht über unsere „Gamedrive“ (Wild-Beobachtungsfahrt) in Eigenregie hatten wir im Grunde schon mit dem „Tierparadies Botswana“ abgeschlossen. Zurzeit ist alles ausgetrocknet und die Tiere ziehen sich weit in den Bush zurück. „Chris“ unser überaus freundlicher „Camp Manager“, also er wohnt halt da und passt auf alles auf, bot uns an für uns in der 30 km entfernten „Tuli Lodge“ einen geführten „Gamedrive“ zu buchen. 150 Pula/Person, also für uns beide gut 30 €.
Wir sind zwar finanziell zurzeit etwas indisponiert, aber vielleicht hätte so eine „Hummeldumm-Tour“ ja mal zum Abschluss noch etwas amüsantes. Zusammen mit Leuten auf einem Jeep sitzen, die hier pro Person und Tag rund 300 € in die botswanische Marktwirtschaft pumpen, könnte unter Umständen ein finales Reiseamüsement für uns bieten.
Also sagten wir zu. Treffpunkt 15.30 Uhr in der „Tuli Logde“. Wir hatten also noch mehr als genug Zeit noch etwas auf eigene Faust zu unternehmen.
Ulrike entdeckte im Reiseführer eine kleine, unscheinbare Notiz über „ Matoutse Ruinen“, also Ruinen, die noch aus der Zeit der simbabwischen Besetzung stammten, wann immer das auch war. Da hier im Süden Afrikas schon seit Jahrtausenden mit Lehm und Stroh gebaut wird, konnte ich mir nicht so richtig vorstellen, was es dort wohl zu sehen gab. Ein 2tes „Angkor“ wäre uns sicherlich bekannt gewesen. „So what“. Vom „Goldfieber“ gepackt, sollte die Suche nach den „Versunkenen Ruinen“ losgehen. Die GPS – Daten ergaben keinen zugänglichen Weg. Im Gegenteil. Laut GPS lagen die Koordinaten mitten in einem kulturellen Vakuum. Umso mehr fühlten wir uns herausgefordert, a la´ „Geo Caching“ die, von uns mittlerweile zum mystischen Ort erklärte Stelle zu finden.
Gnadenlos lotste mich Ulrike über steiniges Gelände welches mein gesamtes, nicht gerade professionelles Können abverlangte. Aber auch ich fühlte mich dann doch herausgefordert, diesen, was auch immer für einen Ort zu finden. Wir fuhren steinige Berge hinauf, durch Dörfer in denen plötzlich nichts mehr ging und landeten letztendlich im geografischen „Nichts“. Wir haben es dann geschafft, laut GPS bis auf 2,47 KM an die Koordinaten heranzukommen, wo sich die „sagenumwogenen Ruinen von Matouse“ befinden sollten.
Selbst Einheimische, die wir befragten, konnten uns über diesen, von uns beschriebenen Ort keine Auskunft geben. Dies lag entweder daran, dass dieser Ort so geheimnisvoll war, oder es war schlicht und ergreifend so uninteressant, dass selbst die Eingeborenen sich nicht dafür interessierten. Im nach hinein glaube ich eher an die zweite Variante.
Auf jeden Fall waren wir bis auf 2,47 km an der Lösung dieses Geheimnisses herangekommen.
Wir wären den Rest zu Fuß gegangen, wenn uns nicht unser „Gamedrive Termin“ zur Aufgabe gezwungen hätte. Wir waren zu diesem Zeitpunkt knapp 35 KM von der „Tuli Lodge“ entfernt. Dies bedeutete bei diesem Gelände gut und gerne 1,5 Stunden Fahrt.
Also „frustrierte Aufgabe“ und keine Lüftung des mystischen Geheimnisses.
An der „Tuli Lodge“ angekommen erwartete uns ein „paradiesisches Ambiente“. Wir wurden von freilaufenden „Impalas“ begrüßt, die wie für uns hingestellt auf den sattgrünen, künstlich bewässerten Rasenfläche standen.
Begrüßt wurden wir von dem Manager des Hauses, der uns noch einen Kaffee anbot.
So erfuhren wir auch gleich, dass wir heute für den abendlichen „Gamedrive“ die einzigen gebuchten Gäste waren. Einerseits werden wir nun doch nicht erfahren, wie Menschen aussehen für 300 €/Tag ihren Urlaub verbringen können, andererseits war es natürlich eine super Sache. Normalerweise ist ein „privat gamedrive“ kaum zu bezahlen. Eine Safari, exklusiv für uns. Wir waren sehr gespannt, was uns der „Bush-Profi“ zeigen könnte, hier in dieser ausgetrockneten Savanne.
Also fuhren wir los. Fuhren durch ausgetrocknete Flussläufe, über Sandwege und begeistert wies unser Guide auf Giraffen, die gefühlt in etwa so weit entfernt waren, wie Helgoland von der Nordseeküste. Mit mäßiger Begeisterung saßen wir unsere Zeit auf dem „Hummeldumm Jeep“ ab und versuchten das Beste aus unseren 300 Pula zu machen. Uns entzückten kleine, bunte Vögel, die wir nun einfach mal zu „Großwild“ erklärten, wir begeisterten uns für ein Krokodil, dass eher an eine zu groß geratene Eidechse erinnerte.
Ziemlich träge lag „das Teil“ am Flussufer. Aber da es unser erstes Krokodil auf unserer Reise war, nahmen wir das „Fotoangebot“ dankbar an und knipsten was das Zeug hielt und mimten höflich helle Begeisterung.
Unser Guide zeigte uns „Impalas“, mit dessen Spezies wir durch unsere Reise mittlerweile auch schon auf „Du“ standen und eine Herde Zebras durften wir auch aus gebührender Entfernung erahnen.
Bereits ein wenig gelangweilt, in der Hoffnung bald wieder zum Camp fahren zu können fuhr „Alex“, so hieß unser Guide, durch ein weiteres Flussbett.
Plötzlich setzte er seine beeindruckenste „Fährtensuchergrimasse“ auf, die er zur Verfügung hatte und hielt seine Nase in den Wind. Er fuhr langsam mit dem Geländewagen vor und wieder zurück. Dabei begutachtete er den Sand unter uns, als könne er daraus die gesamte Historie Botswanas herauslesen.
Ich dachte nur: „OK, nun gibt’s noch eine „eindrucksvolle Fährtensuchershow“ um das Trinkgeld etwas zu steigern. Er fuhr hin und her, vor und zurück, blieb letztendlich vor einem Gebüsch stehen und zeigte auf zwei „knackfrische“ „Impala – Tierkadaver“. Er muss sie wohl schon während der Fahrt gerochen haben.
„Wow, zwei Tierlaichen“, dachte ich so bei mir. Dafür brauche ich nur 20 km etwas unvorsichtiger durch den Westerwald zu fahren um das gleiche Ergebnis zu erzielen.
„Alex“ berichtete aufgeregt, dass diese Impalas wohl ein Leopard gerissen hat und wir ihn wohl verscheucht haben und sich bald Hyänen über den Kadaver hermachen. OK, zumindest durften wir nun ein wenig unser „Kopfkinos“ ankurbeln, damit wir daheim euphorisch bereichten können, dass wir uns vorstellen konnten…
Wir fuhren zu einem „Hochsitz“ der selbstverständlich nicht zugänglich war und wir stiegen dort aus. Das war er nun, unser privater „Gamedrive?“
Das Resultat:
- Ein paar Imapalas, die wir bereits schon zu hunderten gesehen und fotografiert hatten
- Giraffen und Zebras, so weit entfernt, dass fotografieren kaum möglich war
- und ein Krokodil, dessen Haut hat gerade Mal für die Produktion eines Portmonees gereicht hätte.
Es war ca. 18.45 Uhr und um 19.00 Uhr sollte der „Gamedrive“ enden. Ok, unser Guide sitzt hier jetzt noch seine Zeit ab um nicht zu früh in der Lodge zu erscheinen, dachten wir. Ulrike und ich waren ohnehin recht „abgegessen“ und wir wollten im Grunde nur noch zum Camp.
Die Sonne verabschiedete sich so nach und nach am Horizont und es wurde dunkel. Wozu nun noch hier rumsitzen? Selbst wenn sich jetzt Löwen und Leoparden direkt vor unserer Nase tummeln würden, wären Bilder nicht mehr machbar gewesen. Schade eigentlich.
Nach ca. 10 Minuten gegenseitiges anschweigen sprang „Alex“ plötzlich auf, fragte uns: „Do you want to see the Leopard?“, was wir natürlich begeistert bejahten.
Wie von der Tarantel gestochen begann er an seinem Landrover herumzufuhrwerken. Er holte einen Suchscheinwerfer heraus, schloss ihn an und drängte uns zur Weiterfahrt.
Im nachhinein vermuten wir, dass „Alex“ in seiner „Guide –Ehre“ selbst ein wenig gekränkt war, das er uns kaum etwas bieten konnte.
Also legte er noch mal gewaltig nach. Wie ein besessener fuhr er durch die Dunkelheit den Busch ab. Zurück zu der Stelle, wo wir vor ca. 1 Stunde die „Implala – Kadaver“ sahen. Alex leuchtete in Richtung der Kadaver und wir sahen eine Hyäne, die sich über die Kadaver hermachte. Wie gebannt starten wir auf dieses Schauspiel. Interessanterweise hatte es überhaupt nichts Ekelerregendes an sich. Es war einfach nur faszinierend wir zielsicher die Hyäne an ihrer Beute herumnagte, die ja im Grunde gar nicht ihre war. Apropos, wo war der Leopard abgeblieben, der die beiden Tiere erlegt und versteckt hatte?
Alex erklärte uns, dass Leoparden großen Respekt vor Hyänen haben und er daher wartet bis sie von der Beute abließ. Zumal sich eine Hyäne ohnehin nur über die Knochen hermacht und das Fleisch für den Leoparden überließe.
„Nun suchen wir den Leopard“ sagte Alex und brauste mit uns wieder in den stockdusteren Busch. Es dauerte keine 10 Minuten, dann stand er vor uns. Ein ausgewachsener Leopard. Ein wunderschönes Tier. Er ließ sich von unserem Suchscheinwerfer in keinster weise beeindrucken. Ganz gemächlich ging er seiner Wege und wartete offensichtlich auf seine Chance, sein Abendmahl verzehren zu können.
Wir pendelten ein paar Mal zwischen der Hyäne und dem Leoparden hin und her und waren
begeistert. So wurde, dank „Alex“ aus unserem „private Gamedrive“ doch noch ein beeindruckendes Erlebnis. Obwohl wir mit unserem Geld haushalten müssen, ließen wir es uns nicht nehmen, ihm noch ca. 10 € Trinkgeld in die Hand zu drücken. Die hatte er sich wirklich verdient.
Stolz wie Bolle begutachteten wir später unsere „Trophäen“. Tolle Bilder von dem Leoparden, aber auch vom „Dinner for One“ der Hyäne. Diese Bilder möchten wir jedoch mit Rücksicht auf „Paula“ nicht im Tagebuch veröffentlichen, können aber nach unserer Rückkehr gerne, mit einem Gläschen „Amarula“ bei uns zuhause begutachtet werden.
Zufrieden und hundemüde fuhren wir dann noch nachts die 30 km zu unserem Camp, wo wir letztendlich gut erhalten ankamen. Unter erschwerten Bedingungen wurde noch das Zelt aufgebaut und unser „Platzwart Chris“ ließ es sich nicht nehmen, uns zu unserer erfolgreichen Safari zu gratulieren. Über „Buschfunk“ hat er unsere Sichtungen mitverfolgt. Begeistert betrachtete er unsere Fotos und er gab zu, in den 10 Jahren, die er nun hier im Tuli Park lebe selbst erst 3 mal einen Leoparden gesehen zu haben. Umso mehr wurde uns bewusst, welches Glück wir an diesem Abend hatten, solche Naturschauspiele beobachten zu können.
Heute Morgen haben wir uns auch recht zeitig an das Abbauen unseres Lagers gemacht. Ein drohendes Gewitter ließ uns unsere Abreiseabsichten um einige Stunden beschleunigen.
Pünktlich mit den ersten Tropfen saßen wir im Auto.
Nun ging es also wieder in Richtung Südafrika, wo unsere Reise auch begann. Schon gleich hinter der Grenze merkte man, dass man sich wieder in „Afrika light“ befand. Die Strassen werden befahrbarer und alles ist übersichtlicher. Bis auf die Möglichkeit Geld zu tauschen. Da wir zur Zeit nur im Besitz von einigen Pula´s und den restlichen Euros unserer Urlaubskasse sind, wäre es recht vorteilhaft, noch ein paar südafrikanische Rand zu organisieren.
Unser Weg in unsere letzte Unterkunft, die „Waterberge“ in Südafrika führte uns durch den einzigen größeren Ort namens „Mokapane“. Dort hatten wir die große Hoffnung unsere übrigen botswanischen Pulas und noch ein paar Euros uns südafrikanische Rands zu tauschen. Nach geschlagenen 2 Stunden und 5 Banken gaben wir jedoch frustriert auf, unser Geld in ein hier akzeptiertes Zahlungsmittel einzuwechseln.
Mit viel zu wenig Sprit im Tank und keinen Rand in der Tasche machten wir uns auf den Weg in unser letztes Camp, welches wir „Gott sei dank“ schon vorab per „Visa“ bezahlt hatten.
Dort angekommen begrüßte uns ein kleiner, sehr freundlicher maximalpigmentierter Zeitgenosse. Wir beschrieben ihm kurz unsere Situation und er erklärte sich bereit unsere Pulas gegen Rand zu tauschen. Zumindest war damit schon mal der Diesel zum Flughafen in „trockenen Tüchern“.
Es wehte hier über dem Resort ein wirklich scharfer Wind. So langsam kündigt sich die Regenzeit an. Wie schon ein paar Mal waren wir auch hier die einzigen Gäste, in dem Ressort.
Neben der Campsite hatte es auch noch mehrere Luxuszelte und eine „Lodge“ mit Pool und eigener Küche zu bieten. Wir wissen nicht, was die „Lodge“ pro Nacht kosten würde, aber laut Reiseführer kosten die Zelte schon 70 €/Nacht.
Wir schienen auf unseren „Campwart“ wirklich einen beachtlichen Eindruck gemacht zu haben. Denn als wir noch dabei waren uns auf dem windigen Zeltplatz einzurichten kam er vorbei und bot uns mit euphorisch freundlichem Lächeln an, doch oben in der Lodge zu übernachten, da sie ja ohnehin frei wäre.
Dieses Angebot sollte sich im nach hinein noch als wahrer Segen herausstellen. Wir haben 20.50 Uhr und es regnet in Strömen. Es donnert und die Blitze fegen nur so über das ausgedörrte Land. Und wir? Wir sitzen im Trocknen, haben eine voll funktionsfähige Küche und genießen unseren letzten Abend in Afrika bei einem Glas Wein und „Savannah Dry Cider“, Ulrikes neues Lieblingsgetränk.
Danke an unseren netten Platzwart "Lasras".
Bilder :
1. Unser "Gamedrive Guide" ALEX
2. Der "Hummeldumm - Geländewagen"
3+4. Das Kätzchen :-)
5. Die gefräßige Hyäne in geschnittener "Paula-freier" Version




Donnerstag, 20. Oktober 2011
Waterberge, Südafrika – Der Abschied
Die Nacht war geprägt von einem heftigen Unwetter. Ulrike versuchte sich in „Gewitter – Nachtaufnahmen“ und ihr gelangen einige, wirklich beeindruckende Aufnahmen. Wir waren heilfroh, dass uns unser reflektionsfreier Platzwar“, also lichtabsorbierender Mitmensch, die Lodge zur Verfügung stellte. So konnten wir unser letztes Dinner, welches aus Nudeln mit Tomatensauce und „Chakalaka“ bestand, trockenen Hauptes genießen. „Chakalaka“ ist eine Konservendose, die wir schon seit Anfang unserer Reise mit uns herumschleppten. Ein recht scharfes, aber auch schmackhafter Gemüsemix.
Nun diente es noch als überaus köstliche Zutat für unser letztes Abschiedsessen auf dem schwarzen Kontinent.
Bei romantischen, afrikanischen Nachtgewitter ließen wir uns unser also Abschiedsdinner munden.
Ein letztes mal kuschelten wir uns in unser Dachzelt, lauschten dem Donner und den auf unser Zelt prasselnden Regentropfen. Am morgen schien die Sonne als wenn nichts gewesen wäre. Ganz in Ruhe konnten wir unsere Dinge für den Flug sortieren und unseren „Ländi“
wieder etwas „gesellschaftfähiger“ präparieren.
Ntürlich ließ sich unser neuer „kleiner, schwarzer Freund“ nicht nehmen sich noch von uns zu verabschieden, Wir schenkten ihm alle Konserven, die wir noch übrig hatten, sowie das Equipment, das wir uns noch im Laufe der Reise zulegten. Z. B. eine Tischlampe, diverse Plastikdosen usw.. Ihm schienen die Dinge sichtlich Freude zu bereiten und er löcherte uns noch mit einigen Fragen bezüglich Europa, die uns immer noch etwas nachdenklich machen. So fragte er uns unter anderem nach den Dinosauriern, die in Europa leben und die Meerjungfrauen. Das ist jetzt kein Scherz!!! Er war allen Ernstes davon überzeugt, dass in Europa Dinosaurier und Meerjungfrauen zuhause sind. Dieses Erlebnis führte uns wieder einmal vor Augen, wie wichtig doch eine breite Schulbildung in einem Land ist. Die Kinder bekommen hier in den staatlichen Schulen das Lesen und Schreiben beigebracht, aber an Allgemeinbildung fehlt es an vielen Enden.
Wir versuchten ihm zu erklären, dass Dinosaurier seit einigen Tagen ausgestorben seien und Meerjungfrauen nur als Aufdruck auf irgendwelcher Kinderbettwäsche gäbe.
Ein wenig desillusioniert verabschiedete er sich von uns mit einem heftigen Winken. Wir fuhren Richtung Johannisburg und ließen ihn wieder in seinem einsamen Tierparadies zurück in der Europa noch die Heimat aller Fabelwesen ist.
Flug heute Abend, 21.45 Uhr. Abgabe des Autos 17.00 Uhr am Flughafen.
Danach heisst es Abschied von unserem „Ländi“, von Afrika und unserem Urlaub, an dem wir ganz bestimmt noch lange zu zehren haben.
Bilder :
1. "Blitzdings" a la´Ulrike
2. "Lasras,"unser "VIP - LODGE SPENDER" der fest an Meerjungfrauen glaubt
3+4. Die V.I.P. Lodge dir wir in unserer letzten Nacht in Afrika nutzen durften - Danke "Lasra"




Samstag, 22. Oktober 2011
Wieder zu Hause,
gestern nachmittag, mit ca. 1 Stunde Verspätung, sind wir wieder in Frankfurt gelandet.
Die Verspätung hatten wir unserer "Bundes Angie" zu verdanken, die ausgerechnet dann eine frisch geteerte Landepiste "segnete" , als wir landen wollten.
Danke Angie!!!
Apropos Danke. Wiedereinal gab es viele kleine und große Helfer, ohne die unsere Reise nicht so erfolgreich verlaufen wäre. Bei diesen gilt es sich noch ganz herzlich zu bedanken.
- Ganz oben stehen da natürlich unsere Papa, Mama, bzw. Schwiegermama die es sich nicht mehmen ließen
uns finanziell unter die Arme zu greifen um dieses Urlaubsgroßprojekt "wuppen" zu können.
- Vielen Dank auch an unsere vielen Freunde und Bekannten die mal wieder so eifrig unser Tagebuch
verfolgt haben.
- Vielen Dank an Hans Schoelink, dem holländischen Globetrotter, der uns in professionellster Weise
unsere Route in unser "GPS Gerät" programmierte und uns somit sehr viel Stress ersparte.
- Dank auch an Hendrik von der Koblenzer Biwak Schachtel, der uns noch an unserem Abflugtag in
einem morgentlichen Crashkurs das GPS Gerät erklärte.
- Danke an unseren Stromflüsterer DIrk. Der die Idee mit dem Spannungswandler hatte und ohne den
unsere Stromversorgung im Chaos geendet hätte.
- Danke an unser Kameras, die trotz Sandattacken und Rüttelpisten nie Ihren Dienst verweigerten.
- Danke an unser kleines Laptop. Auch das hielt ebenfalls wacker bis zum Ende durch.
- Danke an unseren "Ländi", offizielle Bezeichung "Land Rover Defender".
Trotz einiger Macken und kleinerer Wehwehchen hat er uns 4675 Kilometer
über alle Sandpisten getragen, sich durch alle Matschlöcher gewühlt und uns wieder zurück zum
Flughafen gebracht.
- Danke auch nochmal an "Lasras", unseren kleinen, "maximalpigmentierten Campaufpasser-Freund"
für die letzte Nacht in deer "V.I.P. Lodge.
Sollte ich jemanden oder etwas vergessen haben, bitte melden.
Nun schließt sich wieder mal ein Reisetagebuch von Ulrike & Holger.
Wir sind wieder zuhause, bringen aber den Schwarzen Kontinent in unseren Herzen mit.
Zusammen mit 10.007 Bildern.




E N D E 
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