T h a i l a n d
2014
5 Hühner & 1 Hähnchen
Sonntag, 24. November 2013
09:42:00
Was soll ich schreiben... unsere Reisetagebücher sind wohl "unkaputtbar" :-)
Widererwartend entsteht hier gerade das "REISETAGEBUCH 2014". :-)
Völlig unerwartet hat sich der Autor der hier nachzulesenden, " literarischen Diarhoe" doch eingeklinkt, um die 5 Mädels auf ihre Reise durch Thailand zu begleiten.
Ja, Ihr habt richtig gelesen... Das Thailandtrüppchen wächst und wächst.
So stürzen wir uns also zu 6 in das südostasiatische Getümmel.
Starring : Judith, Sigrid, Simone, Sylvie, Ulrike & Holger
to be continued...
Viel Spaß beim lesen : -)
Beijing/Bangkok, den 15.01.2014
Jetzt geht´s looos…
… auf geht´s - 5 Hühnchen und 1 Hähnchen auf dem Weg in das „gelobte Touriland“.
Doch vor unserem wohlverdienten, sonnigen Thailandurlaub hat das Schicksal den Hinflug mit „Air China“ gesetzt. Bestimmt hat einer von uns 6 im früheren Leben an einen Karfreitag getanzt, in Indien eine heilige Kuh überfahren oder sonst irgendeine unverzeihliche Todsünde begangen. Anders kann ich mir nicht erklären, warum uns das Schicksal mit einer solchen Fluggesellschaft gestraft hat.
Alles begann schon mal damit, dass die Monitore der mittleren Sitzreihe komplett ausgefallen waren und wir damit zu einem 10stündigen, filmfreien Flug verdammt gewesen wären.
Aber Halt!!! – Warum eigentlich mittlere Sitzreihe? Hatten wir nicht inständig um einen Fensterplatz und die Sitze daneben gebeten? Aber sicher hatten wir das. Genauso wie um einen Platz vor oder hinter den Tragflächen und nicht direkt darauf.
So hatte uns dies die nette Dame am Flughafen Frankfurt a. M. auch bestätigt. Aber was schert Air China das Geschwätz ihrer Mitarbeiterin in Frankfurt. Wir hatten nun Plätze in der Mitte, weit weg von irgendwelchen Fenstern oder sonstigen visuellen Medien in die Außenwelt.
Angesichts dieser Tatsache, spielten die Tragflächen auch nur noch eine untergeordnete Rolle. Wenn… ja wenn die Monitore nicht gewesen wären.
Doch dank Ulrike´s Penetranz gegenüber unseren dienstbeflissenen Flugbegleitern, konnten wir uns jedoch in einer Sitzreihe vor dem Notausgang platzieren. Der damit erkämpfte Fensterplatz spielte jedoch aufgrund des tragflächenrelevanten Aussichtsdefizites nur noch eine untergeordnete Rolle. Aber immerhin hatten wir nun einen Monitor vor der Nase und reichlich Beinfreiheit, da besagter Notausgang das Einrichten weiterer Sitzreihen sicherheitstechnisch verhinderte. Also wird getippt bis der Zeigefinger glüht, um sich 10 Stunden lang die supergeilen, neuesten, in Deutschland noch in den Kinos laufenden Movies reinzupfeifen. Und??? Was war??? Nix war!!! – Das Angebot bestand wahlweise aus uralten Hollywoodstreifen, die im Grunde schon in unseren Videotheken Staub ansetzen oder chinesischen Superheldenfilmen, die es in unserem TV Kanälen maximal ein Ausstrahlung auf Super RTL schaffen.
Von deutscher Nachvertonung wollen wir gar nicht erst reden.
Ok, dann fassen wir mal die Fakten zusammen. Wir sitzen nun 10 Stunden in einem Flieger, der uns, außer Beinfreiheit immerhin noch einen superkurzen Weg zur Board-Toilette bietet. Na gut, wer weiß wozu es gut ist…
Wozu dies gut war, erfuhren wir recht schnell, da wir das Vergnügen hatten, uns kontinuierlich an der Warteschlange zu ergötzen, was auch gerne mit dem auditiven Backround aus dem inneren dieser Bedürfnisanstalt untermalt wurde.
Berieselt von nicht enden wollenden Spül-, Saug- und anderen, besser nicht näher zu beschreibenden Geräuschen, versuchten wir uns nun in eine Art Zeit verkürzendes Kontinuum zu manövrieren, um all das schnellstmöglich hinter uns zu bekommen. Wir versuchten also zu schlafen.
Diese Rechung wurde allerdings ohne, die zahlreich mit fliegenden Passagieren unter 2 Jahren gemacht. So entwickelte sich der Platz vor unseren Füßen und damit auch vor unseren Ohren zu einem Sammelpunkt für plärrende, nicht schlafen wollende Nachwuchsterroristen. Schließlich konnte man diese Geräuschkulisse seinen tief schlafenden Ehepartner nicht zumuten. Also platzierten sich die, ach so mitfühlenden Elternteile mal eben genau vor unseren Plätzen. VIELEN DANK DAFÜR!!!
Zu meinem Glück fiel mir mein, auf meinem Smartphone abgespeicherter, auditiver Prüfungsfragebogen für den „Heilpraktiker Psychotherapie“ ein, den ich als überaus nützliche Kreischblockade nutzen konnte. Gleichzeitig habe ich damit auch mein schlechtes Gewissen aufgrund meiner derzeitigen Bildungsträgheit ein wenig besänftigen können. Ich glaube den anderen stand keine, so zum Schlafen inspirierende Lektüre zu Verfügung. Denn die Mädels machten einen sehr wenig entspannten Eindruck, als wir nach dem 10stündigen Martyrium endlich in Beijing ankamen.
Erwähnenswert wäre auch noch die überaus freundliche Ausstrahlung des Boardpersonals.
Im Laufe des Fluges konnte ich mich immer weniger dem Eindruck erwehren, dass man den Flugbegleitern im Zuge Ihrer Ausbildung die Mundwinkel am Unterkieferknochen festgetackert hatte, um keinesfalls eine freundliche Regung entgleiten zu lassen.
In kommunistisch emotionsneutraler Manier erledigten sie Ihren Auftrag und fütterten die Devisen bringenden Sitzplatzbesetzer bei Zeiten ab. Mehr wäre dann aber wirklich zuviel verlangt gewesen.
Diese freundliche Atmosphäre setzte sich dann auch am Flughafen von Peking fort.
Simone wagte spontan den, nicht von der Hand zu weisenden Vergleich mit dem, aus Stephen King´s Roman „Langoliers“ bekannten Flughafen, welcher ja tot, toter und toter als tot war.
Ok, damit würde man dem Flughafen Peking nun ein wenig Unrecht tun, aber Simones Gedankenansatz war für mich durchaus nachvollziehbar.
Denn auch hier überall uniformierte Menschen, die sich besonders durch emotionsfreie Mimik auszeichneten. Da macht China Spaß, sage ich Euch.
Warum China als Land des Lächelns bezeichnet wird konnten wir während unseres Aufenthaltes dort allerdings nicht ergründen.
Auch der zweite Teil unseres Fluges konnte uns nicht wirklich zu „Air China Fans“ mutieren lassen. Neben dem weiterhin, mit Freundlichkeit auf Minimum gedrosseltes Peronal, wurden wir auch wieder direkt vor der Toilette platziert, um auch bloß nicht mit Gewohnheiten zu brechen.
Dazu sei abschließend angemerkt:
Liebe Mitarbeiterin von „Air China“, die du im Check in am Frankfurter Flughafen für besagt Airline arbeitest… Von allen was Du uns zugesagt hattest, haben wir so ziemlich genau das Gegenteil erhalten!!! Also entweder waren wir Dir so unsympathisch, dass es die einfach ein Bedürfnis war, uns solche Flugbedingungen reinzudrücken, oder du hattest einfach einen schlechten Tag. Um tödliche Vergeltungsmaßnahmen zu vermeiden, nehmen wir zu deinen Gunsten mal an, das 2tes der Fall war.
Aber auch die nervigste und unfreundlichste Fluggesellschaft bringst einen dann doch letztendlich an sein Ziel. Ok, Ausnahmen bestätigen die Regel.
So kamen auch wir endlich in Bangkok an.
Von den gefürchteten Unruhen haben wir in so fern etwas mitbekommen, dass die Strassen, die ansonsten mit Touristen zugepflastert sind, jetzt z. Zt. eher leer sind,
So wenig Touristen haben wir auf der Kao San Rd. in all den Jahren die wir diese Stadt nun besuchen noch nie gesehen. Bangkok wirkt wir ausgestorben.
An dieser Stelle mal ein ganz liebes „DANKE“ an die Demonstranten.
Doch leider haben wir auch einen weiteres, eher traurigen Rekord zu verzeichnen.
Genauso leer wie es hier in Bangkok noch nie war, genauso kalt war es auch noch nie.
Heute Nacht vielen die Temparaturen auf ca. 18 Grad. PFUIII!!!
In „Chang Mai“ unser eigentlich nächstes Etappenziel besitzt sogar die Unverfrorenheit seinen Gästen lediglich 14 Grad zu kredenzen. Definitiv zu kalt für eine mehrtägige Dschungelwanderung. Von daher halten wir es wie so oft bei unseren Reisen… Wir schmeissen alles um!!!
Wie, wo und was… wir werden sehen…
Bild 1 : Check in
Bild 2 : Terroristenbekämpfung :-(
Bild 3 : Die freundlichsten Gesichter von Beijing
Bild 4 : Sind sie nicht brav? ;-)
Bild 5 : Angekommen
Kanchanabori, 18.01.2014
Der gestrige Tag wurde, wie bereits im Vorfeld über Monate hinweg geplant, mit den fundamentalen Urlaubsaktivitäten wie Massage, Shoppen und Essen abgearbeitet.
Wie bereits erwähnt haben wir uns entschieden nicht in den Norden zu fahren, obwohl sich die Temperaturen mittlerweile wieder dem gewohnten 35 Grad annähern.
Stattdessen werden wir wohl in den Osten tingeln, um dort die eine oder andere Partyinsel unsicher machen – mit geballter Frauenpower, zzgl. ein wenig mitgeführtes Testosteron ;-)
Aber jetzt sind wir ja erstmal in Bangkok. Jaaaaa, wir sind immer noch in Bangkok!
Zur Beruhigung derer, denen unser Wohl aus den unterschiedlichsten Gründen am Herzen liegt, sei gesagt.
Hier ist nix!!!
Mich erinnern die Presseberichte der Aufstände in Bangkok ein wenig an die Reportagen zum Koblenzer Hochwasser. Wenn man diese Bilder im Fernsehen sieht, könnte man meinen, Koblenz mutiert zu einem 2ten Atlantis. Und was ist in Wirklichkeit? An unseren Flusspromenaden bekommen die Touri´s mal ein paar nasse Füße. Und ein paar Keller werden geräumt.
Also noch einmal… von den Unruhen bemerken wir hier so gut wie gar nichts. OK?
Gut – damit wäre das Thema auch geklärt, also lasst mich zum heutigen Tagesbericht kommen.
Heute habe ich mir einen kleinen Traum erfüllt, den ich mir zugegebenermaßen ein wenig anders vorgestellt hätte.
Den Tigertempel von Kanchanaburi.
Ein TV-Bericht hatte mich auf dieses Kloster aufmerksam gemacht, in dem wilde Tiger, gemeinsam mit buddhistischen Mönchen leben, welches, um es vor der Schließung zu retten, für Touristen geöffnet wurde.
Dieser Besuch hat unsere Gruppe ein wenig in 2 Lager gespalten.
Diejenigen von uns, die diesen Weg als nachvollziehbar sehen und die, die das Kloster als reines Touristenspektakel sehen.
Egal welcher „Partei“ man nun seine Unterstützung geben möchte, muss man einfach anerkennen, dass in diesem Kloster Tiger, Rehe, Kühe, Büffel, Wildschweine und Menschen in tiefster Eintracht zusammenleben. Warum ein Reh ganz genüsslich meine Hand ableckt, mit der ich noch ein paar Minuten zuvor einen Tiger gestreichelt habe, ist und bleibt mir ein Mysterium.
Auch haben die Tiger keinen komatösen Eindruck gemacht. Eher gelangweilt, als wollten sie sagen: „Hey Alter. Ich habe hier nen 400€ Job, um mir mein Fresschen zu finanzieren. Also kraule mich, denn der Typ da, mit dem Fotoapparat will das so.“
Wer sich selbst ein Bild über diesen Tempel machen möchte, schaut vielleicht mal hier,
http://www.myvideo.de/watch/3235343/Der_Tiger_und_der_Moench_teil_1
oder fährt selbst einmal hin ;-)
Ko Chang, den 21.01.2014
So, nun sitze ich hier, mit meinem verwaisten Tagebuch und 3 kranken Mädels.
Meine Konstitution hat mich zwischenzeitlich auch mal verlassen, aber Dank unserer super ausgestatteten „Kräuterhexe Simone“ befinde ich mich innerhalb einer Nacht wieder in einem akzeptablen Zustand.
Da der letzte Eintrag nun bereits 3 Tage her ist, muss ich hier erstmal ein wenig ausholen.
Unsere „Facebooker“ sind ja ein wenig mehr auf dem Laufenden. Es ist einfach praktisch Kommentare und Bilder einfach mal schnell hoch zuladen und in die Timeline zu setzen.
Daher für die „Nicht-Facebook-Freunde“ mal ein entsprechendes Hühnerstall-Update.
Was ist bisher passiert???
Wir sind mittlerweile auf der Insel „Ko Chang“ gelandet. Wie bereits erwähnt haben die heftigen Klimaanlagen in Bangkoks Massagesalons ihren Tribut gezollt. Ich habe mittlerweile den Eindruck, dass das was in Deutschland das „Wie schnell kannst Du“ in Thailand eher das „Wie kalt kannst Du“ ist. Ob Bus, Ladenlokal oder Taxi, jeder versucht das Innere seines Domizils auf Gefrierpunktnähe zu regulieren. Klar, dass das einen wärmeverwöhnten Mitteleuropäer irgendwann mal ganz schön zusetzt.
So hat sich als erstes Ulrike, bereits in Bangkok eine grippale Auszeit genommen, so das unsere 4 Mädels am Sonntag die Klongtour und den „Floating-market“ ohne uns runterspulen durften. Ich für meinen Teil durfte als organische Wärmflasche fungieren und habe so den Sonntag mit Ulrike im Bett verbracht.
Aus lauter Solidarität schlossen sich dann auch noch Judith und Sylvie der Grippe an.
Von Husten, Fieber und Schüttelfrost gebeutelt, mussten wir Sylvie heute Morgen erstmal in´s Krankenhaus kutschieren. Mit einer mehr als gepfefferten Rechnung und für mich schwer nachvollziehbare, ärztliche Aktivitäten sind wir dann wieder hier in unseren Bungalows eingetroffen, die im übrigen gestern Abend einen gräulicheren Eindruck machten, als sie es dann letztendlich sind. So haben Ulrike und ich beschlossen, bis zu unserer Weiterfahrt nach Ko Wai eine Klimaanlage, 50 Zoll Flatscreen, Kühlschrank und…. In unserem Zustand ganz wichtig… eine warme Dusche zu genießen.
Es ist wirklich noch erwähnenswert, welche Diagnose-, Behandlungsmethoden thailändische Mediziner mit internationalem Standard hier auffahren.
Wie bereits erwähnt, Ulrike und Sylvie mit, nach meinem, zugegebenermaßen laienhaften
Wissen mit grippalen Infekt. Beide mit den selben Symptomen.
Bei Ulrike wurde als erstes mal röntgen angeraten, während Sylvia sich einer Blutabnahme unterziehen sollte. Von den dann verordneten, ähh sorry, verkauften Medikamenten mal ganz abgesehen. So wurden die beiden nach ca. 30 Minuten mit einer Rechnung von über 200 € wieder entlassen. Da können sich deutsche Mediziner wirklich einmal ein Beispiel nehmen.
So wird Geld verdient.
Ab morgen werde ich wohl auch wieder die Zeit und die Muße haben, Euch über dieses Tagebuch weiter auf dem Laufenden zu halten. Bis jetzt war ich ja, zuzugebenermaßen etwas schreibfaul. Ich gelobe Besserung ;-)
Ko Chang, den 22.01.2014
Unsere Gruppe teilt sich leider heute ein wenig.
Wir haben zum einen Judith, Sylvie, Ulrike und Holger, die z. Zt. den außerordentlichen Luxus ihrer 800 Baht Hütten genießen. Auch wenn sich der traumhafte 50 Zoller mittlerweile als Fake herausstelle. Nicht, dass ich jetzt zwingend ein TV auf einer Insel brauche, aber angesichts meines derzeitigen Zustandes (Fieber, Schüttelfrost, Husten), wäre eine vertraute hübsch anmutende TV-Moderatorin, die mich über die Stratosphäre hinaus berieselt, schon ein wenig Balsam auf meine zerschundene Physis gewesen. Aber leider hat der Inhaber dieses Resorts versäumt, vor unseren Einzug den Satelliten – Receiver zu installieren. Also bleibt mir z. Zt. nicht anderes übrig, als in meinem bemitleidenswerten Zustand auf ein 50 Zoll großes, schwarzes Loch zu starren.
Trotzdem ziehen wir gerade diesen Bungalow einer einfach, idyllisch zugigen Bambushütte vor. Im Normalfall wären wir die ersten gewesen, die es in eine Immobilie in Strandnähe gezogen hätte.
So übernahmen Sigrid und Simone diesen Part. Trotz der so paradiesisch anmutenden Symbiose von Natur und Kultur, waren die Beiden nicht mehr bereit, dieses relativ günstige Apartment weiter zu bewohnen und suchten sich eine Bambushütte in Strandnähe.
Unser Resort liegt am Ende einer kleinen Lagune. Das was sich im Reiseführer recht paradiesisch liest, entpuppt sich in der Realität als Auffangbecken für Strandgut jeglicher Art. Also neben den gerne gesehen Muscheln, Pflanzen und Schatztruhen, leider auch Mülltüten, Plastikflaschen und diverse andere, gar nicht erst zu identifizieren wollendes Treibgut.
Judith, Sylvie und wir beiden hatten das große Glück, die Hütten auf der gegenüberliegenden Seite bekommen zu haben. Ok, sie waren zwar 300 Baht teurer, aber dafür relativ müllfrei. Zumindest so, dass man sich nicht gezwungen fühlte, Wetten abzuschließen, ob das, was da gerade an der Terrasse vorbeischwamm ein Tier oder ein Kondom war. (Hundebabies, Hundebabies, Hundebabies).
Von daher hat der Rest von uns zumindest ein sekundäres Verständnis, warum sich Sigrid und Simone nicht 4 Tage lang diese Kokosnussschalen-, Plastikflaschen-, Mülltüten- Martyrium aussetzen wollten.
Ok, ich bin also z. Zt. out of order und genieße die Zeit auf der Terrasse und die Mädels, haben sich, bis auf Judith erstmal zum Ziel gesetzt, den Strand vollzuhusten. Judiths Gesundheitszustand ist in etwa mit dem meinem vergleichbar. Auch für sie gibt es z. Zt. keine reizvollere Beschäftigung, als in maikäfermanier, rücklinks ihr Bettchen warm zu halten.
Weitere Anekdoten muss ich mir, durch meine anfängliche Schreibfaulheit, nonchronologisch aus meinen kreativen Fingern saugen. ;-)
Ko Chang, den 23.01.2014
Dank der intensiven Pflege meiner liebenvollen Frau scheint es, dass ich meine Grippe heute Nacht in 6 T-Shirts geschwitzt habe. Zumindest fühle ich mich heute morgen um Welten besser.
Da ich ansonsten doch noch auf recht wackeligen Beinen stehe, werde ich es auch heute noch ein wenig langsam angehen lassen.
Simone & Sigrid haben sich mittlerweile in einer kleinen Hütte am Berg in Strandnähe eingenistet, wo sie sich auch sehr wohl fühlen.
So triffr man sich zu einer christlich annehmbaren Uhrzeit am Strand und vertingelt den Tag. So soll Urlaub sein, oder ?
Der Nachteil ist natürlich, dass es in diesem Tagebuch recht wenig zu berichten gibt. Ich denke, es ist auch wenig unterhaltsam, hier nun die Reihenfolge der Getränke aufzuzählen, die wir hier im Laufe des Tages zu uns nehmen, Alle noch ein wenig ausgepowert von dem Grippeanfällen sind wir auch recht wenig unternehmungslustig, was die Erkundung der Insel angeht. Eigentlich schade, den Ko Chang bietet einen der letzten, naturbelassenen Urawälder Thailands, in Inselinneren.
Aber, wie bereits erwähnt fehlt da gerade ein wenig die Energie.
Wie ihr wahrscheinlich schon lange vor uns erfahren habt, hörten wir jetzt auch, dass in Bangkok mittlerweile der Ausnahmezustand verhängt wurde. Zur Beruhigung aller, denen etwas an unserer Rückkehr nach Deutschland liegen sollte, sei jetzt schon gesagt, dass wir nicht mehr beabsichtigen noch mal nach Bangkok zurückzukehren. Statt in Bangkok werden wir die letzt Nacht in Patthaya verbringen. Dieser Ort ist zwar durch seinen extremen Sextourismus berühmt berüchtigt, aber es wird besser sein, als letztendlich in Bangkok festzustecken. Außerdem kann ich mir vorstellen, dass unsere Mädels auch mal auf einer „sündigen Meile“ Spaß hätten.
Aus heutiger Sicht finden wir Patthaya auf jeden Fall als sichereren Stratpunkt zum Flughafen als Bangkok.
Jetzt genießen wir ersteinmal die Zeit hier auf Ko Chang. Ohne Krankheiten, mit gutem essen und leckeren Getränken. War will man mehr?? Ach ja, da wäre was. Uns wurde zwar schon gesagt, das wir (Ulrike & Holger) auf himmelshohen Niveau jammern würden, aber es ist definitiv zu kalt. So kalt war es noch nie. Tagestemperaturen unter 30 Grad und Nachttemperaturen unter 20 Grad kannten wir bis jetzt noch nicht. Auch ein Meer, das kälter ist, als die Außentemperatur war uns bis dato fremd.
Aber die anderen, weniger verwöhnten Mädels erfreuen sich an Sonne, Strand und Palmen und das ist gut so.
Bild 01 : Busfahrt Richtiung Ko Chang
Bild 02 : Weit fern am Horizont - die berüchtigten Kravalle, bis auf 2 Std. Stau haben wir davon nichts
mitbekommen, ausser...
Bild 03 : ... verbarrikardierte Regierungsgebäude
Bild 04 : Unser V.I.P. Bus
Bild 05 : Auf der Fähre nach Ko Chang
Der folgende Tag fällt visuell aufgrund vermehrter, grippaler Infekte aus.
Bild 06 : Endlich Urlaub
Bild 01 . Schweinsgalopp :-)
Bild 02 : Das "spaltende Bungalow - Resort" . Recht "Huiii", links "Pfui" ( mit Müllkippe vor der Veranda)
Trotzdem gibt sich der Inhaber sichtlich Mühe, uns so zufireden wie möglich zu stellen. Dies danken
wir ihm, in dem wir für den gesamten Aufenthalt auf Ko Chang dort bleiben.
Ko Chang, der 24. 01.2014
Der heutige Tag verlief in der, zu erwartenden, kollektiven Aktionsfreiheit.
Die Highlights erstreckten sich dann auch auf einen recht übersichtlichen Rahmen.
Diese wollen wir jetzt einfach mal unseres, insgesamt doch noch recht angeschlagenen, physischen Zustandes zuschreiben. So waren Aktivitäten wie das Lästern über das gemeine Strandvolk, Massagen über sich lassen und essen, essen, essen, die wohl einzig erwähnenswerten Tageshöhepunkte. Der eine oder andere würde hier vielleicht noch seine wieder mal erfolgreiche Digestion eben erwähnter Aufzählung hinzufügen, aber davon möchte ich hier aus Pietätsgründen einmal absehen. Besonders wenn diese in´s Detail gehen sollten. Also wieder einmal ein recht kurzer Eintrag.
Sehr erholsam für uns, schade für Euch.
Ko Wai, den 26.01.2014
Der Grund, warum Ihr nun seit 2 Tagen weder hier, noch über Facebook etwas von uns gelesen habt, ist recht einfach. Auch wenn es im Zeitalter der digitalen Kommunikation kaum noch vorstellbar ist und sich der einer oder andere fragt, ob wir überhaupt noch auf dieser Erde sind, war es so… kein Netz.
Nicht, dass Ihr in dieser Zeit etwas verpasst hättet. Unsere Reise von Ko Chang nach Ko Wai verlief recht unspektakulär. Auch der Eingewöhnungsphase auf dieser kleinen, immer noch traumhaft einsamen Insel konnte das Schicksal keine Pleiten, Pech & Pannen Story abgewinnen. So müssen wir uns wohl so langsam damit abfinden, dass dieses Tagebuch wohl das ereignisärmste seiner Art werde wird. Das kann natürlich daran liegen, dass Thailand als „Abenteuerspielplatz für Rucksackseisende“ eine immer kleinere Herausforderung wird. Es wird immer einfacher von A nach B zu gelangen. Die Inseln sind nicht wirklich mehr, einsame Geheimtipps, auf die man nur auf höchst abenteuerlichem Wege gelangt.
Es gibt kaum noch einen Thai der nicht englisch spricht. Im Gegenteil, mittlerweile beherrschen viele sogar zusätzlich die russische Sprache, dem theiländischen Touristenvolk der Zukunft, wie mir scheint. Als sehr zahlungswilliger, nicht handelnder Besucher dieses Landes wird er bei den Einheimischen immer beliebter.
Es ist, aus Sicht der Thailänder auch verständlich, dass Sie reichen Pauschaltouristen den eher geizigen Bagpackern den Vorzug geben und sich mehr und mehr auf dieses einstellen. Wer will es ihnen verdenken. Ich nicht.
Ich glaube, so langsam wird es Zeit für uns, sich neue „Abenteuerspielpätze“ zu suchen. Aber vielleicht kommen wir auch so langsam in ein alter, in dem wir nicht mehr jeden Tag von Herausforderung zu Herausforderung hetzen müssen oder menschenleere Strände suchen an dem es weder Liegen noch Früchteverkäufer gibt. Dann wäre Thailand natürlich, nach wie vor ein sehr schönes Reiseland.
Doch in einem der letzten Paradiese dieser Art sind wir gestern gelandet. Ko Wai. Eine kleine Insel auf der es weder Fahrzeuge noch Geschäfte gibt. Strom gibt es hier 4 stunden am Tag und den Rest der Zeit darf man sich mit sich und der Natur beschäftigen. Der Verzicht auf jeglicher, kultureller Errungenschaften wird jedoch mit einsamen Stränden und türkisfarbenes Wasser belohnt. Die Korallenbänke sind bereits im knietiefem Wasser voll von kunterbunten, exotisch anmutenden Fischschwärmen, die nicht die geringesten Anstalten machen, dir aus dem Weg zu gehen.
Hier endet dieses Reisetagebuch...
abrupt und unverhofft. Nicht weil wir verschollen sind...
Nennen wir es einfach " kreatives Burnout" des Autors, aufgrund temporärer Ideenlosigkeit. Das dieses bellistische Vakuum des Schreiberlings über 15 Jahre anhalten soll, konnte zu diesem Zeitpunkt niemand wissen.
Abschließend sei jedoch festgehalten, dass alle Protagonisten wohlbehalten nach Deutschland zurückgekehrt sind und seither ihr Leben leben...