Willkommen bei Ulrike, Holger & Oscar
unser kleiner Reisblog

Vietnam, Laos

2010



Koblenz, Donnerstag, den 24. Dezember 2009
Auf vielfacher "Bettelei" habe ich nun beschlossen wieder ein Urlaubstagebuch zu führen.
Ursprünglich mal eingeführt, um nicht duzende von Ansichtskarten verschicken zu müssen und den Daheimgebliebenen die Sorge zu nehmen, falls wir uns mal ein paar Tage nicht telefonisch melden konnten.
Am 07. Januar 2010 ist es dann also wieder soweit. Ulrike und Holger stürzen sich ins "Abenteuer Südostasien". Abenteuer aus dem Grunde, weil wir ja nicht im Entferntesten daran denken, hier in Deutschland vorab etwas, außer Hin- und Rückflug zu buchen. Daraus kann sich dann natürlich die eine oder andere "Improvisationsakrobatik" entwickeln, welches auch eine gewisse Situationskomik mit sich bringt.
Nachdem nun nach unserem letzten Tagebuch Joanne K. Rowling neidisch wurde, weil wir Ihr in der Zeit unserer Einträge die Show stahlen, sehe ich mich nun ganz schön unter Erfolgsdruck. Wer will auch heutzutage noch "Harry Potter" lesen ;-)
Wir werden uns also Mühe geben, wieder vor "Regenwaldbestien" zu flüchten, 1000 km mit schlechten Bussen übers Land zu ziehen und grottenschlechte, einheimische Ärzte aufzusuchen um euch zu Hause wieder aufs köstlichste zu amüsieren-
Was aus diesem Tagebuch wird, werden wir spätestens am 06. Februar 2010 wissen. Der Tag, an dem auch dieses Tagebuch wieder geschlossen wird.
Bis zu diesem Tag wünschen Ulrike & Holger Euch viel Spaß dabei, uns wieder auf unsere Reise zu begleiten.




Koblenz, Donnerstag, den 31.12.2009, Ortszeit 10.00 Uhr
"Good Night Vietnam"
Noch nicht mal gepackt und schon die erste Urlaubspanne.
Wir hatten nach unserer Ankunft in Bangkok einen Anschlussflug nach "Hanoi, Vietman" geplant. Von dort aus wollten wir dann weiter zur "Ha Long Bucht", ganz im Norden Vietnams ziehen.
Klingt gut - ist es auch :-)
Nach 2 Tagen Bangkok wollten wir dann die raue Natur des vietnamesischen Nordens genießen.
- Dachten wir....
Die alten Hasen unter den "Tagebuchlesern" erinnern sich bestimmt noch unsere "Urang Utan - Besuchsaktion" aus dem Jahr 2008.
Kurz zur Erinnerung.
Wir wollten mal eben von Thailand aus nach "Sepilok, Malaysia" um uns dort Orang Utan´s live anzuschauen. Auf diese Idee brachte uns unser Reisführer von Malaysia.
Mutig buchten wir, einen Flug nach "Kuala Lumpur" um von dort aus mit dem Zug nach Sepilok zu reisen. Das klang ja alles recht schön, nur hatte das Ganze hatte nur den Haken, dass wir zu dem Zeitpunkt nicht wussten das "Sepilok" auf Borneo liegt und somit gut 3000 km von Kuala Lumpur entfernt. Dadurch ließen wir uns allerdings nicht von unseren "Urang Utan - Fütterplänen" abringen und buchten halt noch einen Flug nach Borneo, was wir bis heute nicht bereuen, da es ein außerordentliches Erlebnis war (siehe Tagebuch 2008)
Aber nun wieder zu den aktuellen Planungen.
Wieder haben wir, todesmutig wie wir sind, einen Flug gebucht. Nach Hanoi Vietnam. So wie wir damals nicht wussten, dass zwischen "Kuala Lumpur" und Sepilok knapp 3000 km Chinesisches Meer liegt, wussten wir dieses mal nicht, dass Vietnam eines der letzten Länder Südostasiens ist, in dem kein "Visum an der Grenze (Visum by Arrival)“ zu erhalten ist, sondern im Vorfeld bei der Botschaft beantragt werden muss.
Haben wir das??? NEIN - natürlich nicht. Und hier in Deutschland werden wir auch keines bis zu unserem Abflug am Donnerstag bekommen.
Wer uns kennt weiß aber, dass wir uns durch eine solche Kleinigkeit nicht von unseren Plänen abbringen lassen.
So haben wir schon recherchiert.
In Bangkok soll es mehr oder weniger legale Methoden geben, kurzfristig an ein Visum nach Vietnam zu kommen. Na da lassen wir uns mal überraschen.
Also ihr merkt schon, es lohnt sich weiterzulesen :-)
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Bangkok, Samstag, den 09. Januar 2010, Ortszeit: 19.25 Uhr
Angekommen.
Nach unserem 16stündigen Reisetrip sind wir gestern Abend wieder einmal in Bangkok angekommen. Als riesiger Vorteil hat sich die Vorabbuchung unseres Zimmers herausgestellt.
Noch nachts um 1.00 Uhr haben wir noch verzweifelt dreinblickende Backpacker durch die Straßen Bangkoks irren sehen. Um es vorwegzunehmen, Bangkok hat noch denselben Charme wie vor 2 Jahren.
Es ist laut, dreckig und stinkt. Wenn ich also zuhause ein kleines Bangkok-Feeling haben möchte, setze ich mir am besten den Kopfhörer meines MP3-Payer auf die Ohren, ziehe mir im August einen Skianzug an und setze mich in die Entsorgungstonne der Firma, bei der ich arbeite. (Deutsche See, Fischmanufaktur). Dann müsste ich mich eigentlich wieder wie im Urlaub fühlen.
Trotz allem muss diese Stadt aber etwas Besonderes haben, sonst würden wir uns nicht so oft von ihr angezogen fühlen. Wenn uns eines Tages mal auffallen sollte was es ist, werden wir es euch wissen lassen ;-)
Nun aber wieder zu unserem Reisebericht.
Der Hinflug ging über Abu Dabi mit ca. 2 Stunden Aufenthalt. Klar, dass wir nicht die Möglichkeit hatten den Flughafen zu verlassen, aber was wir von oben gesehen haben war auch nicht besonders einladend. Der Anblick dieses Fleckchen Erde erinnerte mich ein wenig an einen überdimensionalen Sandkasten, in dem willkürlich Förmchen und andere Spielsachen verteilt wurden. Wen wundert es da, dass Georgie Bush seinerzeit seine Jungs zum spielen dorthin schickte. Fazit, wer noch nicht da war, hat auch wenig bis gar nichts verpasst. Abu Dabi selbst mag modern, pompös und gewaltig sein, aber letztendlich ist es doch nur eine künstlich erschaffene Stadt mitten in der Wüste.
Unser "Stamm - Kiez" indem wir untergekommen sind, hat sich auch ein wenig verändert. Als wir ihn entdeckten, gab es dort so gut wie keine Farrangs (thai=Fremder). Ein paar kleine Guesthäuser in dem ausschließlich Asiaten untergebracht waren und das war es eigentlich. Ansonsten hat dieses Viertel eher einen dörflichen Touch mitten in der 8 Millionen-Stadt Bangkok.
Aber auch dort ist der immer größer werdende Tourismus nicht spurlos vorübergegangen. Nun tummeln sich auch da immer mehr Europäer. Gottseidank aber immer noch ein "Kleiner Geheimtipp". Mal sehen, wie lange noch.
So haben wir uns auch noch am selben Abend unserer diesjährigen "Chang Beer - Feuertaufe" hingegeben. Nachdem wir uns auf der Khao San Road jeder einen köstlichen, gegrillten Red Snapper einverleibt haben (siehe Bilder unten), entdeckten wir auf dem Heimweg in unserem Kiez eine kleine Spelunke die wir bis dato noch nicht kannten, was wohl primär daran lag, dass sie vor 2 Jahren noch nicht existent war. Wie schon erwähnt, die Touristenszene wächst.
Jedenfalls, hatte Holger noch "Chang Beer-Zweijahrenachholdurst" den es dringendst zu befriedigen galt. Wir also rein in den Laden, sagten die Thailand-Zauberformel auf ("Two big bottle Chang beer, please") und dann ließen wir es uns erst mal gutgehen. In der Kneipe tummelte sich ein bunt gemischter Haufen Gäste. Thai´s und Weiße. Und trotz der späten Stunde (ca. 0.00 Uhr) füllte sich der Laden immer mehr. Da "unser" Kiez immer noch ein reines Wohngebiet ist und alles andere als eine Partymeile, war das doch verwunderlich. Das letzte Mal, als wir dort waren, wurden um 22.00 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt und die Straßenlaternen in den Feierabend geschickt. Das hat sich eigentlich bis heute nicht geändert, mit Ausnahme besagter Kneipe. So entwickelte sich im Laufe des Abends eine bunte Truppe. Und zu später Stunde wurde noch die Klampfe ausgepackt und lallenderweise gemeinsam Country Roads geträllert, bis das Chang Beer und der Jetlag seinen endgültigen Tribut bei uns forderte.
Heute Morgen wurde ich dann recht unsanft mit der Meldung geweckt, dass es schon 15.00 Uhr nachmittags sei. Wir hatten aber für 12.00 Uhr einen Termin in einem Reisebüro, zwecks unserer Weiterreise nach Vietnam. Verkatert und wider meiner Natur total gehetzt sprang ich unter die Dusche und machte mich im Eiltempo ausgehfertig. An der Rezeption wurden wir allerdings schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. es war erst 10.30 Uhr.
Die Lösung des Rätsels: Ulrike hatte sich die Uhrzeit über unseren mitreisenden Laptop abgefragt, der ja im Grunde noch die normale MEZ anzeigen sollte. Doch muss sich der Schlawiner irgendwo im Laufe des gestrigen Abends in ein Netz eingeloggt und auf die Ortszeit umgestellt haben. Kein Wunder, dass ich noch so müde war, obwohl ich angeblich 12 Stunden geschlafen habe.
Nun noch kurz eine Info zu unserer Weiterreise. Wir hängen nun erst mal bis Dienstag in Bangkok fest, da wir auf das Visum für Vietnam warten. Wäre ja nicht so tragisch, wenn wir nicht bereits in Deutschland für Montag einen Flug gebucht hätten. So bleibt uns nur der Biss in den sauren "150 € Apfel" zu beißen und für Dienstag neu zu buchen. - "What else"- Das bedeutet nun Bangkok einfach mal seine schönsten Seiten abzuverlangen und das Beste aus der Zwangspause machen.
Bilder:
1. Abflug in Frankfurt, Unsere Tragflächen werden enteist.
2. Die Etihad-Crew. Ulrike fand sie ein Foto wert
3+4. Unser erster Red Snapper dieses Jahr, Kosten 180 Bhat (3.60€)
5. Unser derzeitiges Guesthouse, hat den Charme einer Jugendherberge der Nachkriegsgeneration, Kostet
aber die Nacht 250 Bhat (5,00 €) :-)
Fischmassage!!!
Wer Ulrike kennt, weiß das es gar nicht so einfach ist, ihr diesen "HIHIHIEffekt" zu entlocken,
Aber heute hat es ein Event in Bangkok wieder geschafft. Ich gehe mal davon aus, dass wir auch in Deutschland recht bald davon hören werden, bzw. es ausprobieren können, Kennt ihr eine Fischmassage…?
Also, zur Erklärung. Es handelt sich hierbei um Fische namens, Garra Rufa, die nichts Besseres zu tun haben als Menschen Schuppen von der Haut zu fressen. Klingt erst mal befremdlich, scheint aber außerordentlich cool zu sein.
Jedenfalls hat Ulrike diese Therapie heute mal über sich ergehen lassen und war begeistert. Mir, für meinen Teil, darf ja nun so gar keiner an meiner Füße, Ihr kennt ja diesen Spruch (Nur Wasser und CD), und Fische schon mal gar nicht.

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Bangkok, Sonntag, den 10. Januar 2010, Ortszeit 19.46 Uhr
Abhängen in Bangkok.
Unsere "VISA-Panne" zwingt uns nun zu einer kleinen Reisepause. Bis Dienstag müssen wir nun sehen, dass wir es uns den Aufenthalt hier in Bangkok so angenehm wie möglich gestalten, was zugegebenermaßen nicht schwer fällt. Einen Zugriff auf eine "Live webcam" auf den Koblenzer Zentralplatz zeigt mir, dass ihr euch nicht mit Temperaturen von 36 Grad herumschlagen müsst. Auch müsst Ihr in Deutschland nicht ständig den kulinarischen Versuchungen widerstehen, die es hier an jeder Straßenecke gibt, um nicht nach dem Urlaub aus allen Nähten zu platzen. Wir ihr also lesen könnt, kämpfen wir hier gerade mit wirklich fundamentalen Problemen. Wir hoffen, wir können mit Eurem Mitgefühl rechnen ;-)
Ok, um Euch nun ein wenig Euer Schneechaos zu versüßen, ein kleiner Schwank.
Es scheint wohl Tradition zu werden, dass Ulrike hier in Bangkok jedes Mal mit dem berühmten Thai-Charme kollidiert.
Wer Ulrike persönlich kennt weiß, dass sie man nun weiß Gott nicht zu den korpulenten Frauen zählen darf. Zumindest nicht in Deutschland.
Nachdem sie nun vor 2 Jahren ein Kleid, dass ihr gefiel nicht kaufen konnte, weil es dieses nicht in XXL gab, wurde ihr heute von unserer Zimmerwirtin eine Cola Zero mit den Worten angeboten:
"No Sugar - ist´s good for you"
Ulrikes Gesicht kann sich jeder, der sie kennt gut vorstellen ;-)
Ok. Sie hat es zugegebenermaßen lockerer genommen, als das letzte mal.
Um unseren Aufenthalt hier nicht ausschließlich auf die 3 Grundbedürfnisse des Menschen zu reduzieren,
haben wir heute beschlossen, etwas kulturell aktiv zu werden. Tempel, Kaiserpalast, und andere bekannten Touristenfallen - Fehlanzeige. Das hatten wir schon alles zu genüge, in den letzten Jahren und wir haben es vorgezogen, diese Stätten Bangkoks zu meiden. Wir hoffen Buddha hat da mit uns ein Nachsehen und verzeiht uns, dass wir diesbezüglich seine „TukTuk- und Fremdenführerjünger“ nicht finanziell unter die Arme gegriffen haben. Stattdessen haben wir uns ein Longtailboat gebucht und haben uns durch die Klonks von Bangkok schippern lassen. Die Klonks sind Wasserkanäle, die sich quer durch Bangkok ziehen. Von dort aus hat man ein ganz anderen Blickwinkel dieser Stadt. Man sieht Menschen, die in und von diesen Klonks leben, ganze Dörfer, die ausschließlich per Boot zu erreichen sind, obwohl sie sich mitten in Bangkok befinden. Für alle, die mal in die Verlegenheit kommen, sich ein paar Tage in Bangkok aufhalten zu müssen, können wir eine solche „Klong-Tour nur empfehlen,
Wer es nicht bis nach Bangkok schafft, dem sei gesagt. Auch in Berlin gibt es eine solche Kanaltour. Auch sie ist wirklich empfehlenswert, zumindest im Sommer. :-)
Bilder:
Das Leben in den Klonks von Bangkok
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Bangkok, Montag, den 11.01.2010
Stunden der Dekadenz
Nachdem wir uns gestern Abend noch auf die Khao San Road verirrt haben, kam Ulrike auf die tiefschürfende Idee noch einen Bucket zu trinken. Für alle, die nicht wissen um was es bei diesem Urlaubsevent handelt: Es ist die pure Dekadenz. Dagegen erscheinen die Sangria-Eimer auf Malle wie eine Kindergartenfrühstücksbeilage.
Man stelle sich vor: 1 Dose Cola, 1 Dose Red Bull, und etwas Eis, das ganze in einen 1 Liter Eimer geschüttet und mit Alkohol deiner Wahl (Vodka, Wiskey, Weinbrand) aufgefüllt.
Und dann prost. :-)
Vor dieser Einschlafhilfe für Erwachsene kann man sich mal einen gefallen lassen. Aber unsere Urlaubsstimmung nötigte uns zu einer 2ten Portion. Na dann nochmal prost :-))
Selbstredend, dass wir dann in einem Zustand Richtung Guesthouse tippelten, den man schon als außerordentlich hochachtungsvoll bezeichnen könnte. Aber zur Beruhigung derer, denen unser Wohlbefeinden am Herzen liegt. Wir haben es überlebt.
Heute war dann "Shopping" angesagt. Immer wenn wir in Bangkok sind, versuchen wir dem "MBK-Center" einen Besuch abzustatten. Sollte jemand von Euch das "KADEWE" in Berlin kennen, hat er ungefähr eine Vorstellung von den Dimensionen dieses Gebäudes. Vorausgesetzt er nimmt die Größe des KADEWE mal fünf oder sechs. Wer sich doch in Ruhe umschauen und alles sehen möchte, sollte seine Campingausrüstung nicht vergessen und 1 bis 2 Übernachtungen einplanen. Nein, mal im Ernst. Auch wir sind heute dort mal wieder 6 - 8 Stunden rumgeturnt. Dieses Teil ist so gewaltig, dass es alles übertrifft, was ich jemals an Einkaufszentren gesehen habe, in den Schatten stellt. Auf 6 Etagen gibt es dort eigentlich nichts, was es nicht gibt. Allerdings ist es kein Kaufhaus im eigentlichen Sinne, sondern eher ein "Shop in Shop System". Das heißt, es sind tausende von einzelnen Händlern, ähnlich wie auf einer Messe. Dort werden genauso schamlos Raubkopien, jeglicher Coleur angeboten, wie auch original Rolex Uhren und Gucci Jeans. Bei einigen Dingen kamen wir auch dieses mal nicht umhin uns die Freiheit zu nehmen. (Visa)
Morgen früh geht es nun weiter nach Vietnam. - Wir melden uns :-)
Bilder :
1. Ulrike mit "Vegatable Soup" und "Bucket"
2. Eingang MBK Center
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Mittwoch, 13. Januar 2010, Ortszeit: 13.04 Uhr
Irgendwo in der Luft zwischen Bangkok und Hanoi
Nachdem gestern noch bis spät in die Nacht Reiseerfahrungen und die unterschiedlichsten wichtigen, sowie auch absolut unnötige Backpacker-Insidertipps in unserer "Stammkneipe" ausgetauscht wurden, befinden wir uns nun auf dem Flug nach Hanoi. Dieser 2 Stunden Flug erspart uns 22 Stunden Busfahrt quer durch Laos. In oben bereits erwähnten Austausch von Reiserfahrungen hat uns ein Pärchen aus München auch dringendst davon abgeraten, es über den Landweg zu versuchen. Ihr Trip muss wohl die Hölle gewesen sein. Um ehrlich zu sein, haben wir keine Lust auf eine Wiederholung unserer "VIP24-Reise" (Siehe Tagebuch 2008)
Hanoi, Donnerstag, den 14. Januar 2010, Ortszeit: 10.00 Uhr
"GOOD MORNING VIETNAM"
Gäääähn nach einer Nacht, die der Geräuschkulisse eines Campingurlaubes mitten auf dem Altstadtfest in Koblenz ähnelt, hänge ich nun, mehr oder weniger schlaftrunken an meinem Laptop im Hotelzimmer.
WIFI - Fehlanzeige. Obwohl der Hotelportier unser Zimmer lautstark mit WIFI angeboten hat, reicht das Netz wohl nicht bis in den 4 Stock, wo unser Zimmer liegt. Und mir auf halber Strecke zwischen Erdgeschoss und hier im Treppenhaus einen Arbeitsplatz einzurichten finde ich dann doch nicht ganz so kuschelig.
Ok, nun tippe ich unsere gestrigen Eindrücke erst mal offline und sehen dann zu, es im Laufe des Tages mal ins Netz zu stellen, damit ihr auch in den Genuss kommen könnt.
Das was wohl viele von Euch am meisten interessiert, die Temperatur. Aus Solidarität zu Eurem Schneechaos, das wohl bei Euch zuhause herrschen soll, sind wir nun in eine Region geflogen, in der es locker mal 20 Grad kühler ist, als in Bangkok. Ein wirklich schönes Bild war es, am Flughafen die kurzärmlig bekleideten Touristen, neben den Einheimischen zu sehen, die eher an die Teilnahme eines Ski-weekends erinnerten. Pudelmützen, Wollhandschuhe und Daunensteppjacken sind hier gerade "der letzte Schrei". Was Holger selbstverständlich angesichts der für uns Mitteleuropäer immer noch recht erträgliche 10 - 15 Grad für übertrieben hält und somit auch tapfer im T-Shirt durch die Stadt marschierte. Für die Einheimischen muss dieser Anblick recht schockierend gewesen sein, denn Holger wurde von schockierten Blicken verfolgt, als wäre er ein Alien auf Futtersuche.
Der erste Eindruck von Hanoi ist zunächst mal überwältigend.
Hier ist es wirklich noch so, wie man sich als Europäer eine asiatische Großstadt vorstellt.
Ein für unsereins unüberschaubares Chaos an Fahrrädern, Mopeds und Autos. Wildes Gehupe und Menschen, Menschen, Menschen.
Dunkle Gassen, in die man sich verirren kann, um dort exotische Märkte und Restaurants zu entdecken. Keine Spur von johlenden Pauschaltouristen in "Beerhunter T-Shirts" oder geifernder Mittsechziger die mit 20 jährigen Asiatinnen an der Hand über Amüsiermeilen schlürfen. Im Gegenteil, hier freut man sich noch, wenn man einen anderen Weißen begegnet.
Noch vor ein paar Tagen sagte ich noch zu Ulrike, dass Asien für mich so gar nichts exotisches mehr hat. Hier ist es noch exotisch. Ursprünglich und aufregend, mit nur einen kleinen Haken. ES IST KALT :-(
Für morgen haben wir eine Tour in die Halong Bay gebucht. Der Hauptgrund, warum wir uns soweit in den Norden Vietnams gewagt haben. Touristen, sowie entsprechende Lektüren haben uns allerdings davon abgeraten, es auf eigene Faust zu unternehmen. So haben wir uns einer festen Reisegruppe angeschlossen. So ist stressfreier und auch nicht sonderlich teurer.
Bilder:
1.Schon der Anblick von Touristen und Vietnamesen am Flughafen Bangkok im Direktvergleich, hätte uns stutzig machen sollen.
"Shorts meets Daunenjacke"
2. Holger als Alien. Im T-Shirt zwischen frierenden Vietnamesen.
So kalt ist es ja nun doch nicht.
Bilder vom einem Nachtmarkt irgendwo in den Gassen von Hanoi.
Bild 4:
Huhn ist es nicht, Schwein ist es nicht, für Rind auch zu klein.
Welches Tier könnte dort, köstlich gegrillt liegen? Eurer Fantasie sei nun keine Grenze mehr gesetzt.




Hanoi, den 13 Januar 2010, Ortszeit 23.50 Uhr
"Im Osten nichts Neues“
Den heutigen Tag haben wir primär damit verbracht unsere weitere Reisepläne zu konkretisieren. Der aufmerksame Tagebuchleser wird sich erinnern, dass wir morgen beabsichtigen zur "Halong Bay", noch weiter im Norden Vietnams, zu fahren.
Dort werden wir zwei Tage mit einem Boot durch die Bay schippern und die wunderschöne Landschaft bewundern, die es dort oben geben soll. Danach nochmal für ein Tag zurück nach Hanoi um von dort aus nach Vientiane (Laos) zu fahren. Dies bedeutet für uns ca. 20 Stunden Busfahrt.
Und wieder wird sich der aufmerksame Tagebuchleser fragen:
"Wurde Ihnen nicht noch in Bangkok vom Landweg durch Laos abgeraten und sind sie nicht deshalb extra geflogen??? - RICHTIG - Der aufmerksame Tagebuchtleser hat sich ein "Nappo mit Sahnehäupchen" verdient.
Und warum fahren wir nun über Land durch Laos?
1.Ist es preiswerter, als ein Flug.
2. Sieht man wesentlich mehr von Land und Leute
3. Wenn auf einem Flug etwas schief geht, hätte ich nichtmal mehr die Möglichkeit, Euch das zu schreiben. Pannen bei einer Busfahrt sind dann doch etwas weniger endgültig und unter Umständen sogar eine Erheiterung für dieses Tagebuch (Siehe wieder V.I.P.-Bustour 2008).
Ansonsten haben wir heute ein wenig in der Altstadt von Hanoi herumgelungert. Haben Dinge gefuttert, von dem wir sicher sein konnten, dass es sich weder um Hund, noch um Katze handelte. Haben uns eine ausgestopfte 400 Jahre alte Schildkröte angeguckt die in einem alten Tempel ausgestellt ist. Sie wurde wohl in dem See gefunden, der hier an der Altstadt grenzt. Dort sollen auch noch weitere, riesige Wasserschildkröten leben, die man aber seltenst zu Gesicht bekommt. Vor besagtem Tempel haben wir ein echt süßes Kätzchen gesehen, was auf Zuruf auch brav herankam, um sich ihre Schmuseeinheiten abzuholen.
Anfangs wunderten wir uns ein wenig warum wir von den Einheimischen etwas irritiert angeschaut wurden bis uns klar wurde, auch hier gilt die gleiche Regel wie in Europa.
"Mit Essen spielt man nicht" ;-)
Die Krönung des heutigen Tages war ein abendlicher Besuch im "Vietnamesischen, staatlichen Wasserpuppentheater", welches, wie vorangegangener Name schon erahnen lässt, ein Puppenspiel im Wasser vorführt. OK - sowas gibt es auch im Fantasialand, aber hier ist es doch etwas ursprünglicher und wir konnten zumindest das Gefühl mitnehmen, etwas von der vietnamesischen Kultur in uns aufgesogen zu haben.
Ansonsten werden wir vermutlich in den nächsten zwei Tagen keine Möglichkeit haben, online ein Lebenszeichen zu hinterlassen. Aber keine Sorge, der Vietnamkrieg ist schon vorbei, die Seepiraten operieren zur Zeit bevorzugt vor Sumalia und ein Tsunami ist keiner in Sicht.
Also spricht alles dafür, dass wir uns recht bald wieder melden :-)
Wir haben nun schon fast Mitternacht und morgen geht es in aller Frühe los. Daher Euch allen eine Gute Nacht.
Bilder:
1. Brücke auf die "Schildkröteninsel" in dem See der Altstadt von Hanoi
2. Holger spielt mit fremden Essen
3. "Was guckst du? "



Ha Long, Freitag, den 14.01.2010, Ortszeit 13.00 Uhr
Nach 3 stündiger Bustour haben wir nun die Ha Long Bay erreicht. Wie befürchtet im Nebel.
Und die Temperaturen lassen auf dem offenem Meer natürlich auch ziemlich zu wünschen übrig. Es ist natürlich etwas schade, dass wir uns gerade in einer der beeindruckendsten und schönsten Landschaften unseres Erdballs befinden und wir kaum etwas davon sehen können. Aber um diese Jahreszeit war das nunmal zu erwarten. Mixen wir uns in unserer Fantasie ein wenig blaues Wasser und blauen Himmel dazu, machen uns warme Gedanken - und dann passt das schon :-)
Schon heute Morgen wurde uns der Tag mit der Nachricht "versüßt", dass für uns die Übernachtung auf dem Boot NICHT möglich sei, da wir zur Zeit keine Reispässe besäßen. Denn sollte unser Boot in der Nacht sinken, oder sich die Piraten doch von der somalischen Küste bis vor die Vietnamesische verirrt haben, müssen die Behörden ja wissen, um welche Touristen sie nun trauern dürfen
Unser Pässe liegen nun aber auf der laotischen Botschaft in Hanoi, zwecks Einreisevisum.
Tja, da hatten wir sie wieder, die immer wieder von uns so gerne gezogene A...Karte.
Aber wir wären ja nicht in Asien, wenn es nicht eine Möglichkeit gäbe, bei entsprechenden Institutionen einen oder mehrere Scheine locker zu machen, um Wege eröffnet zu bekommen, die einen helfen Dinge zu erreichen. In unserem Fall wurden wir mal kurzerhand in die Australier "Nicolas Josef Galipo & Kathrin Elise Steward" verwandelt.
Und das sogar mit gültigem Pass. Das die Gesichter in diesem Pass in keinster Weise den unseren ähneln, scheint hier für 100.000 Dong/Person (= ca. 4,00 €) keinen zu interessieren.
Nun fragt sich natürlich jeder, wo kommen diese Pässe her? Na ihr wisst doch wie das ist:
Da ist jemand, der einen kennt, dessen Bruder einen kennt, der einen Cousin hat, der in einem Hotel arbeitet. Und in einen Hotel werden auch mal Pässe hinterlegt, die man sich ja mal für eine kurze, polizeiliche Kontrolle ausleihen kann. - BINGO
Wie dem auch sei. Holger & Ulrike alias Nicolas und Kathrin sind an Board und steuern frohen Mutes in Richtung Ha Long Bay.
Natürlich denken wir jetzt nicht darüber nach, was passiert, wenn auf diesem Trip tatsächlich etwas mit dem Boot, oder uns geschehen sollte. Zumindest wird dann eine Familie Galipo und eine Famlie Steward eine "ziemlich schlechte Nachricht" erhalten.




Ha Long, Freitag, den 14. Januar 2010, Ortszeit 21.20 Uhr
Ein wunderschöner Tag neigt sich dem Ende.
Der anfängliche Nebel hat sich im Laufe unserer Fahrt mehr und mehr aufgelöst. Und so tat sich vor uns eine unbeschreibliche Landschaft auf. Wir fahren an hunderten, kleinen Inseln vorbei. Die Stimmung die diese Landschaft verbreitet, werden wir wohl auf keinem Foto festhalten können. Einfach traumhaft und jedem, der nur ein wenig für Natur übrig hat, zu empfehlen.
Wir landeten mit dem Boot auf in einem kleinen Atoll in dem vor ca. 25 Jahren ein Fischer eine Tropfsteinhöhle entdeckte. Diese Höhle ist mittlerweile soweit erschlossen, dass es möglich ist, sie als Tourist zu besichtigen. Die anfängliche Ansprache unseres Guides haben wir erstmal als die landesübliche Übertreibung abgetan. Er konnte das Wort "amazing" (beindruckend, erstaunlich) nicht oft genug benutzen. Ok, es ist ja sein Job das Teil den "Touris" motivativ zu verhökern. Kostet ja Eintritt. Aber was wir dann zu sehen bekamen, übertraf wirklich alle, unsere Erwartungen. Mehr als eine Stunde liefen wir durch riesige Hallen mit Stalagmiten und Stalagtiten. Es ist fantastisch, was die Natur im Laufe der Jahrtausende zaubern kann.
Mittlerweile haben wir uns mit einem deutschen Pärchen etwas näher bekannt gemacht, welches angesichts der dünnen, landsmännischen Fraktion auch recht schnell geht. Es ist ja doch eine relaxtere Konversation, wenn man sie in der eigenen Mutterssprache vollziehen kann.
Elke und Peter heißen sie und kommen aus Karlsruhe.
Noch ganz aufgewühlt von unserer Höhlenbesichtigung staunten wir nicht schlecht als wir wieder das Tageslicht sahen. Die Sonne scheinte. Jippiehaiyeahhhhh
Allerdings hat der überraschende Sonneneinfluss bei Ulrike einen, für Holger unmöglich nachvollziehbaren Aktionsflash, ausgelöst. Sie wollte sich doch tatsächlich mit mir in ein Kajak setzen und durch dieses Inselkette schippern. Ich weiß zwar nicht, was sie da heimlich, hinter meinem Rücken geraucht hat, aber ich würde gerne wissen, wie sie das gekauft hat, Hallo? Geht´s noch? Eben noch bei gefühlten 0 Grad geschnattert wie ein Rhesusäffchen im Skiurlaub und nun "unten ohne" im Kajak sitzen wollen. Es ist immer wieder irritierend, welche psychotischen Irritationen Sonnenstrahlen auslösen können. Eine Frage an diejenigen, die uns beide etwas besser kennen. Habt ihr schonmal erlebt, das Holger seiner Ulrike irgendetwas abschlagen konnte? Selbst wenn er es für solidarischen Selbstmord hielt. Also was macht Holger? Er geht in seine Kabine, zieht seine Badehose an und stimmt todesmutig zu, sich mit Ulrike ins Abenteuer "Kajak" zu stürzen. Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass ich noch niemals zuvor in so einen Wackeldackelwassergefährt gehockt habe? Ok, Holger - Augen zu und durch - was tut man nicht alles aus Liebe.
Im Nachhinein muss ich allerdings sagen (ich weiß, einigen von euch tut es leid, aber wir sich nicht gekentert), dass es wirklich schade gewesen wäre, wenn wir das verpasst hätten. Da wir es geschafft haben trocken zu bleiben, konnten wir halbwegs frostfrei einen unbeschreiblichen Sonnenuntergang entgegenpaddeln. Ein Erlebnis, das wir beide um nichts in der Welt missen möchten. Wieder einmal ein Beispiel dafür, dass es sich lohnen kann, auch mal auf die verrückten Ideen seiner Frau zu hören. Außerdem, wenn wir nichts riskieren wird´s ja echt langweilig in diesem Tagebuch :-)
Und nun liegen wir in unserer Koje und freuen uns auf den morgigen Tag. Wir wissen jetzt schon, dass sich die Reise zur Ha Long Bay gelohnt hat. Wieder ein traumhaftes Fleckchen Erde besucht :-)
Bilder:
1.- 2. Die Belohnung für den Mut in das kalte Wasser zu gehen.
3. Die Kajaks, mit denen wir durch die Bay ruderten
4 - 5. Ulrike und Holger einsatzbereit.
6 .Blick auf die Bay, nachdem Austritt aus der Höhle,
7 - 11. Das Höhlensystem der Halong Bay
12. Ein glückliches Paar an einem der schönsten Plätze der Welt




Ha Long (Vietnam), Samstag, den 15 Januar 2010, Ortszeit 14.06 Uhr
Die Nacht auf dem Boot verging ohne nennenswerte Zwischenfälle. Wir wurden also weder von Piraten gekidnappt, noch hat uns eine Tsunamiwelle auf den Meeresgrund gerissen. Nun kann auch Familie „Galipo“ und die Familie „Steward“ in Australien wieder beruhigt schlafen.
Den Sonnenaufgang haben wir verschlafen, was aber angesichts des Nebels kein großer Verlust war. Aus den schwarzen Wolken wurden halt nach und nach graue Wolken. Mehr wird es nicht gewesen sein. Dafür wurden wir ja gestern mit einem traumhaften sonnen Untergang entschädigt, welchen wir, so haben wir im Nachhinein von Mitreisenden erfahren, so schön auch nicht erlebt hätten, wären wir nicht zu der Zeit im Kanu weiter draußen aus der Bucht gewesen, Vom Boot aus war nämlich nichts zu sehen, Nochmal ein Hoch auf Ulrikes Tatendrang :-)
Die Weiterfahrt durch die Ha Long Bay war dann auch entsprechend nebelig, was aber durchaus seinen Reiz hatte. Die majestätischen Felsformationen in weißen Nebelschwaden gehüllt, hat etwas wirklich mystisches und vermittelt einem ein gewisses „Piratenfeeling“. Genauso piratenmäßig überfielen wir dann auch ein Fischerdorf in der Bay. Das besondere an diesem Dorf ist, dass seine Bewohner ausschließlich auf dem Wasser leben. Auf schwimmenden Häusern hausen sie dort, weitab vom Festland in mitten einer der schönsten Landschaften der Welt. Trotzdem sind sie um diesem Wohnort nicht gerade zu beneiden, Mein Ding wäre es jedenfalls nicht auf Dauer.
Es war auf jeden Fall ein beeindruckendes Erlebnis durch diese Bay mit ihren Felsen, versteckten Atollen und kleinen, vereinzelt auftretenden Fischerdörfern zu schippern.
Also unsere Empfehlung:
Statt ständig in die Eifel, einfach mal diese Gegend für den nächsten Wochenendausflug mal in Erwägung ziehen :-)
Dieses Fleckchen Erde hat garantiert im Sommer auch ihre Reize Wir möchten jedoch nicht missen, im Januar hier gewesen zu sein.
Nun sitzen wir wieder im Bus nach Hanoi, 3 Stunden später als geplant, da unser Bus einen „accident“ (Unfall) hatte. Gott sei Dank auf der Hinfahrt, ohne uns. Bis dann ein Ersatzbus organisiert wurde, verging einige Zeit, aber wir sind ja im Urlaub und nicht auf der Flucht, Da unser Zimmer in Hanoi schon gebucht ist, und wir ansonsten heute nichts größeres vor haben, soll es uns egal sein, wann wir in Hanoi angekommen.
Bilder:
1. Elke & Peter. Unsere supernette Tourbegleitung.
Hanoi, Samstag, den 15 Januar 2010, Ortszeit 22.48 Uhr
- Wieder in Hanoi angekommen
- schön warm gebadet
- Wäsche zum Waschen gebracht
- 2 Stunden lang im Hotelzimmer die letzten Tage des Tagebuches nachgearbeitet
- vorzüglich in einer Straßenküche gegessen
- nun ab in´s Bett
- morgen eine 20 Stunden Tour in den Westen von Laos.
See you
Bilder :
Schnappschüsse aus dem Bus heraus,




Hanoi, Sonntag, den 16. Januar 2010, Ortszeit 10.06 Uhr
"Packfieber und Schock"
Heute geht es weiter nach "Vientiane" im Westen von Laos. Diese Stadt hat den Ruf die ruhigste Hauptstadt der Welt zu sein. Eine Eigenschaft, die uns nach dem hektisch, lauten Hanoi nur recht sein kann,
Von dort aus werden wir unsere Reise in Richtung Süden weiterplanen, Voraussichtlich erstmal Richtung "Mekong-Delta", dann nach Kambodscha, vermutlich nach "Pnom Phen", wo sich die "Killing Fields" aus der Zeit der Unterdrückung des kambodschanischen Volkes durch die "roten Khmer" befinden.
Von dort aus wollen wir dann wieder nach Thailand an die Westküste um wenigstens noch ein paar Tage "Urlaubsflair" ala´ "Sonne, Strand und Palmen" zu genießen.
Aber wer uns kennt weiß, dass es sowieso wieder ganz anders kommt ;-)
Wir werden nun erst mal ca. 20 Stunden mit dem Bus quer durch Laos fahren. wie schoneimal erwähnt, entgegen aller Ratschläge. "What else" - "No risk-no fun"
Heute morgen hatte ich etwas Zeit meinen luxuriösen W-Lan-Anschluss in unserem Hotelzimmer zu nutzen und habe mich mal über Tageschau.de über die neuesten Ereignisse informiert. Hier bekommt man ja kaum etwas über die Geschehnisse in der Welt mit, es sei denn, man sieht zufällig ein paar Bilder im TV.
Das Erdbeben auf Haiti hat mich schon sehr schockiert, Insbesondere die Menge der Toten und Verletzten.
Gleichzeitig machen die Bilder auch sehr nachdenklich.
Es ist beängstigend, wie schnell aus einem vermeintlichen "Paradies" urplötzlich "die Hölle auf Erden" werden kann. Heute in Haiti genauso, wie seinerzeit die Westküste Thailands nach dem Tsunami.
Und man kann wirklich dem "Lieben Gott" danken, dass man zum Zeitpunkt einer solchen Katastrophe gerade genau auf der anderen Seite der Welt verweilt.



Hanoi, Sonntag, den 16 Januar 2010, Ortszeit 19.00 Uhr
Good bye Vietnam
Nun sitzen, ähhh sorry liegen wir in unserem „Sleepingbus“.
Das heißt hier gibt es keine Sitzplätze sondern Liegeplätze. Dies klingt erst mal recht vernünftig – aber Fehlanzeige. Warum, wieso, weshalb? Das beschreibe ich zu einem späteren Zeitpunkt. Just in diesem Moment fehlen mir einfach die Worte. Mir ist es gerade rätselhaft, wie wir die nächsten 20 Stunden halbwegs unbeschadet überstehen sollen. Ich weiß nur, dass die 4 Dosen Bier, die in meinem Rucksack lagern bei weitem nicht reichen werden, um mir das Ganze hier lustig zu saufen, Mir klingeln immer lauter die Ohren von den Worten, die ich vor eineinhalb Wochen von den Backpackern in der Bangkoker Kneipe hörte. Es sieht hier ganz nach einer Wiederholung aus. Allerdings diesmal mit   U N S   als Hauptdarsteller.
Aber OK, dazu vielleicht mehr, wenn ich mich ein wenig abgeregt habe, und/oder wenn ich die passenden Worte gefunden habe. Ich hoffe die 4 Dosen Bier werden mir dabei helfen.
Ich nutze die Zwangs-Liegepause einfach um mal ein „Vietnam-Resümee“ zu ziehen:
Die Vietnamesen und ihr Land:
Ein Volk kleinwüchsiger Krachmacher, die das Lächeln anscheinend verlernt haben, als sie den ersten Dollar in der Hand hielten. Wir haben noch in keinem Land, das Ulrike und ich bis jetzt bereist haben, so wenig Menschen lächeln sehen. Selbst dem Streifenpolizisten, der dich Nachts um 3.30 Uhr in Koblenz-Lützel an den Straßenrand winkt, weil du eine längst totgeglaubte Ampel überfahren hast, schenkt dir ein Lächeln, wenn du ihm freundlich entgegentrittst. Nicht aber der Vietnamese. Vielleicht ist lächeln für Einheimische in diesem Land steuerpflichtig. Wer weiß das schon.
Dafür sind sie in 2 Dingen absoluter, unumstrittener, unschlagbarer Weltmeister.
1. Weltmeister im „faken“
Vermutlich werden in keinen anderen Land der Erde so viele „Fakes“ produziert, wie in Vietnam. Ob Textilien, Uhren, Rucksäcke, Bücher, Videos, oder Edelkugelschreiber, vor nichts machen sie halt.
Selbst der Markenname von „7eleven“ wird mal eben von einen kleinen Lebensmittelladen „ausgeliehen“ und prangt in leuchtend, blinkender Neonwerbung über dem Geschäft. Zu allem Überfluss auch noch grottenschlecht nachgemacht.
2. Weltmeister im „bescheißen“
Es ist auf Dauer wirklich anstrengend. Immer und überall versuchen die Brüder und Schwestern die Touristen über den Tisch zu ziehen. Sei es beim Herausgeben des Wechselgeldes, bei Preisangeboten oder Dienstleistungen. In keinem Land ist es so auffällig, wie in Vietnam. Schauderhaft. Die Thailänder versuchen zwar auch, beim Handeln den höchstmöglichen Kurs herauszukitzeln. Wenn der Tourist bereit, den geforderten Preis zu bezahlen – „What else“
Ein Thailänder würde dir jedoch niemals mit Absicht zu wenig Wechselgeld zurückgeben, oder dich gar beklauen. Ich denke, es liegt auch primär daran, dass die Thais buddistisch geprägt sind, während die Vietkong nur ihre Partei und ihren Eigennutz kennen. Es lebe der Kommunismus :-)
Der Verkehr:
Ein weiteres Highlight in diesem schönen Land ist der Verkehrsfluss. Es hat doch die Gesamtdauer des Aufenthaltes in Vietnam gedauert, zumindest ansatzweise die Grundkenntnisse des Überlebens im Straßenverkehr zu beherrschen. Dies gilt natürlich nur für das Überleben als Fußgänger. Mit Fahrrad, Moped oder gar mit dem Auto bedarf es wohl ein mehrjähriges Suvivaltraining in dieser Stadt. Darauf legten wir allerdings nicht im entferntesten Wert. Der Fußgänger in Hanoi muss ganz furchtlos seinem „Jäger“, sei es 2- oder 4rädrig ins Auge blicken und entschlossen seinen gleichmäßigen Schritt fortsetzen.
Dann, vielleicht weichen sie dir aus und du überlebst. Keinesfalls einfach stehen bleiben, das könnte vielleicht bedeuten, dass du in einem dieser optimal ausgestatteten, vietnamesischen Krankenhäuser aufwachst und die Polizei dich gerade verhören will, weil eine Anzeige wegen mutwilliger Sachbeschädigung gegen dich vorliegt.
Also unser Tipp:
Immer zügig über die Straße. Zeige dem heranrasenden LKW, das DU der Stärkere bist, dann hast du eine reelle Chance, die andere Straßenseite zu erreichen.
Ampeln:
Das Mysterium schlechthin sind in Hanoi die Ampeln. Sie existieren, aber niemand weiß warum! Da stehen sich Autos, Mopeds, Fahrräder und Fußgänger aus 4 Himmelsrichtungen gegenüber. Und es wird grün. Eine Lawine aus Blech und Mensch rollt auf die Mitte der Kreuzung zu, um dort als Knoten zusammenzuprallen, um sich dann so nach und nach unter hupenden Getöse wieder aufzulösen. Dieser Vorgang wiederholt sich alle 90 Sekunden. Ob die Zeit dazwischen dazu gedacht ist, relativ gefahrlos die Toten und Verletzten aufsammeln zu können? Ich weiß es nicht und werde es wohl auch in diesem Leben nicht mehr erfahren.
Hupen:
Hupen können die Vietnamesen, Hupen was das Horn hergibt. In 9 von 10 Fällen wird hier zwar absolut sinnfrei gehupt, aber wen stört‘s. Ja richtig. UNS. Denn diese Huperei beginnt in der Regel morgens um sieben und endet…. Hmm… eigentlich gar nicht,
Die „Rikschafahrer“:
Ein durchaus geläufiges Fortbewegungsmittel hier in Hanoi ist die „Rikscha“.
Ähnlich dem „Tuk Tuk“ in Bangkok. Nur, das hier keine Mopeds als Triebwerk dienen, sondern Fahrräder. Ein weiterer, nicht unerheblicher Unterschied ist der Sitzplatz. Der Fahrgast sitzt nicht hinter dem Fahrer, wie beim TukTuk, sondern vor ihm, Im oben beschriebenen Verkehr könnt ihr euch das vorstellen, wie in der ersten Reihe dieses 3-D-Bewegungs-Kino im Fantasialand. Mir fällt gerade nicht ein wie es heißt, aber wer schon einmal dort war, weiß was ich meine.
Früher oder später kommt man als Tourist um eine solche Rikschafahrt nicht herum. Und schon gar nicht, wenn man mit einer Ulrike verheiratet ist. Mir jeglichen Protest sparend, setzte ich mich also mit Ulrike in ein solches Vehikel, nachdem wir mit dem Rikschafahrer einen relativ realistischen Preis von 100.000 Dong (ca. 4 €) / Std. ausgehandelt haben. Sein erstes Angebot waren 20 Dollar.
Ich hatte eben das vietnamesische Prozedere einer Straßenkreuzung beschrieben. Nun waren wir mittendrin statt nur dabei.
Den Rest überlassen wie Eurer Fantasie. Nur soviel: Wir haben es überlebt.
Unterwegs zeigte uns der Fahrer ein Denkmal eines, wohl sehr bedeutenden Mannes. Er klopfte mir auf die Schulter, zeigte auf eine ca. 15 Meter hohe Staue und meinte stolz „Ping“. Ich fragte ihn in akzentfreien deutsch, ob das der kleine Bruder von „Pong“ gewesen sei, aber er hat mich wohl nicht verstanden.
Seit diesem Zeitpunkt wissen wir auch, welchen tatsächlichen Sinn die Mundschutztücher machen, die die Vietnamesen ständig tragen. Denn Ulrike hatte sich auch so eines zugelegt. So konnte der Rikschafahrer nicht sehen, dass Ihr vor Lachen bald die Tränen herunterliefen. Apropos… kommen wir zum nächsten, erwähnenswerten Nationalheiligtum:
Der allgegenwärtige Mundschutz.
Ganz vereinzelt tauchen sie im Sommer auch mal am „Deutschen Eck“ in Koblenz auf.
Asiaten mit Mundschutz. In Koblenz wirken sie doch recht befremdlich, aber hier in Hanoi gehören sie zu Alltagsbild. Sie sollen helfen, die Lunge vor dem hiesigen Smog zu schützen. Anfangs etwas belächelt, haben wir aber schnell spitz gekriegt, dass diese Dinger in der Innenstadt von Hanoi durchaus Sinn machen. Sogar Ulrike hat sich, wie bereits oben erwähnt, einen zugelegt. Ich habe allerdings den Eindruck, diese Dinger werden von den Vietnamesen nur abgestreift, um sich ein Zigarettchen zu rauchen. Wollte es immer fotografieren, habe es aber leider nie geschafft. Ein rauchender Vietnamese mit heruntergezogenem Mundschutz am Kinn. Immer wieder ein Anblick der über Sinn und Zweck dieses Mundschutzes grübeln lässt.
Der Dong:
Last but not least, hat auch die vietnamesische Währung ein Kapitelchen in diesem Vietnam-Resümee verdient. Die Währung nennt sich „Dong“ und die und hat absolut nichts mit der in Koblenz ansässigen, chinesischen Fastfoodkette zu tun. Wie der bei der Rikschafahrt auftauchende “Ping“ , fehlt diesmal eben das „Ding“. Die Welt kann schon grausam sein. Das tückische an diesen Scheinchen (Münzen gibt es kaum) ist ihr Kurs, 1 € = 26.000 Dong,
Erstens wird bei diesem inflationären Betrag schnell klar, warum es keine Münzen gibt und zweitens rechnet ihr mal im Marktgewirr, im Beisein eines halbes Dutzend vietnamesische Straßenhändler die auf dich einreden, mal so eben 150.000 Dong in Euro um. Noch dazu wenn du dann nur Dollar in der Tasche hast. Ich sage euch, das ist schon eine gewisse intellektuelle Herausforderung.
Fazit:
Die Ha Long Bay war ein echter, landschaftlicher Traum, den wir wirklich nur jedem empfehlen können. Wirklich einen Besuch wert. Hanoi selbst kann man sich mal anschauen, muss man aber nicht. So sind wir auch froh, nun in Richtung Südwesten zu fahren…
Raus aus dem Land der „Nichtlächler“
Natürlich ist dieser Bericht unser eigener, rein subjektiver Eindruck. Es ist klar, dass andere dieses Land und seine Menschen vielleicht anders empfunden haben. Es ist alles eine Frage der Perspektive.
… auweia, stimmt - ich hänge ja gerade in diesem Zustand von Bus, aber dazu später mehr.
Ich werde mich jetzt mit Bier betäuben versuchen schnellstmöglich einzupennen.
Nur schon mal vorab. Drückt uns die Daumen, dass wir nicht auf Toilette müssen….
Bilder:
1+2. Man kommt nicht drumrum - eine Rikscha-Fahrt
3. Der ganz normale Wahnsinn. Rushour in Hanoi
4. Markttreiben in Hanoi - "Mittagspause"
5. Ein Markt in Hanoi
6+7. Letztes Abendessen in Hanoi



Irgendwo in Laos, 17 Januar 2010, Ortszeit 10.00 Uhr
Eine mehr oder weniger ungemütliche Nacht liegt hinter uns. Weiß der Geier, wo wir über welchem Grenzübergang nach Laos eingereist sind. Im Morgengrauen aus dem Bus stolpernd, bei gefühlten 0 Grad. Es ist neblig. Die Sonne geht gerade auf, das heißt, es wird hell, denn von Sonne keine Spur. Die Umgebung erinnert mich an einen der alten amerikanischen Kriegsfilme aus den 80ern.
Aber zur Einreise später mehr. Nun erst mal die Info, warum ich gestern Abend so „ungehalten“ war. Ich könnt auch mein Geschreibsel nachträglich korrigieren, aber dann wäre es kein echtes Tagebuch mehr. Also lasse ich alles so, wie es zum Zeitpunkt der aufkommenden Emotionen geschrieben wurde.
Schon die Fahrt zum Bus war ein echtes Abenteuer. Laut Info unserer „Travel Agency“, sollten wir um 17.00 Uhr vom Hotel abgeholt werden. Ich hatte mich unterbewusst schon gefragt, wie ein Bus dieser Größenordnung durch die kleinen Gassen der Altstadt von Hanoi passt, um uns hier abzuholen. Die Antwort – er versucht es erst gar nicht. Unser Taxi zum Bus waren 2 Mopeds.
Ein Rucksack zwischen die Beine des Drivers geklemmt, einer auf unserem Rücken und wir hatten das außerordentliche Vergnügen die Rushhour von Hanoi live und in Farbe per Moped, quer durch Hanoi zu erleben. Kinder ich sage Euch, nichts für schlechte Nerven. Dieses Event empfehle ich jedem Weißen, dem Bungeejumping zu langweilig geworden ist. Bei Buchungsinteresse, mich kontaktieren.
Und nun befinden uns auch noch in einem „Schmugglerbus“. Klingt komisch – ist es auch.
Wir waren im Bus die ersten Fahrgäste und so hatten wir Zeit uns umzuschauen. Einer unserer höchsten Prioritäten auf einer solch langen Fahrt, ist die Option seine Notdurft regeln zu können.
Jeder der schon mal mehr als 8 Stunden an einem Ort verbracht hat, an dem es nicht möglich war, sich zu erleichtern, weiß wovon ich rede. Meine erste Aufmerksamkeit galt also der Bordtoilette.
Als ich sie öffnete kam mir ein Berg von neu verpackten Armani – Hemden entgegen. Die Toilette randvoll mit Schmuggelware. Na super. Da verschiebt dieses nichtlächelnde Zwergenvolk doch tatsächlich Hemden in   m e i n e r   Toilette. Da sollen wir jetzt 20 Stunden in einem Bus rumhängen, der nicht mal eine benutzbare Toilette besitzt. Wir waren am Toben. Und wie es in diesen Breitengraden so üblich ist, versteht das Personal von einer Sekunde auf der anderen kein Englisch mehr.
Ich konnte mir nicht verkneifen, von diesem „Armani-Außenlager“ ein Foto zu schießen. Im Nachhinein ist mir klar, dass ich da wohl ganzschön mit dem Feuer gespielt habe. Aber es hat ja keiner bemerkt und es ist ja noch mal gut gegangen. Für alle nachfolgenden Fahrgäste war die Toilette schlicht und ergreifend „Out of Order“. Dank meines Fotos gab es natürlich niemanden im Bus der nicht wusste, was sich hinter der Toilettentür verbarg. Nur was hätten wir ändern können? Die Gefahr, dass man uns irgendwo, mitten in der vietnamesischen Pampa aussetzt ist immer gegeben. Es ist nun mal keine Pauschalreise, die wir hier unternehmen.
Also „Klappe halten“ – Frust im Bier ersaufen, und hoffen möglichst wenig pinkeln zu müssen.
So ist halt Südostasien, außerhalb des Pauschaltourismus. Das ist für uns ja eigentlich nichts Neues. Trotzdem wundern wir uns immer wieder.
Und Toilettenpausen wurden dann auch relativ regelmäßig gemacht. In Restaurants mit gehobenen, sanitären Standard (siehe Bilder).
Auch das Schlafen in diesen Hühnerkäfigen entpuppte sich letztendlich komfortabler als erwartet. Allerdings hatte ich mit meinen 175 cm wirklich schon das absolute Maximum an Körpermaße, um es zu ertragen.
Zu allem Überfluss haben wir auch unser „Laundry“ (Wäsche) komplett in Hanoi liegen lassen und ich kann in Vientiane erst mal zusehen, dass ich wieder Klamotten zum Anziehen bekomme.
Nun fahren wir durch ein, auf den ersten Blick wirklich westlich unberührtes Laos, mit einer wunderschönen, bergigen Landschaft (werden wohl die berühmten Karstberge sein), die uns für die Strapazen dieser Busfahrt ein wenig entschädigt. So lassen wir uns überraschen, was in diesem Land auf uns wartet.
Auch hat sich auf der Fahrt eine wirklich erfrischende „Leidensgemeinschaft“ gebildet. So wurde der Bus noch zu einem „Meltingpot“ aus, Deutschen, Finnen, Argentiniern, Mexikanern, Holländern, Schweden und uns beiden Deutschen. Die unterschiedlichen, asiatischen Landsmänner mal nicht mitgerechnet, So viele Nationalitäten in einem Bus. Das hatte schon was :-)
Und abschließend sei noch ein kleines Veto zu meinen vorangegangen Bericht erlaubt. Als wir Vietnam im Morgengrauen verließen und zu Fuß über die Grenze gingen, überprüfte ein Vietnamesischer Zöllner unsere Pässe.
Er gab sie uns zurück, schaute uns an und……..
…. Lächelte.
G o o d b y e   V i e t n a m.
Bilder:
1. Toilet "Out of Order"
2. In diesen "Hühnerkäfigen" wird gepennt.
3. Eine von mehreren,hygienisch anspruchsvollen Altenrantiven zu unserer zweckentfremdeten Boardtoilette
4. "Meltingpot" Bus. Elend schweißt zusammen. Die internationale Notallianz




Vientiane (Laos), den 17 Januar 2010, Ortszeit 16.20 Uhr
Man sagt von Vientiane, es sei die verschlafenste Hauptstadt Asiens. Unser Eindruck – Stimmt.
Nachdem wir im Bus unseren Reiseführer vergessen haben, hatten wir natürlich erstmal ein Problem.
Alles andere wäre doch auch langweilig.
Also erstmal ohne Stadtplan, Adressen von Guesthäusern oder ähnlichen Hilfsmitteln sind wir dann hier gelandet. Bepackt mit 4 Rucksäcken marschierten wir nun los auf Zimmersuche.
Und wieder einmal kam uns Ulrikes Kontatkfreudigkeit sehr entgegen. Sie quatschte das erstbeste Paar an und siehe da – eine Deutscher. Er griff uns sogar soweit unter die Arme, dass er uns seinen „Laos-Reiseführer zur Verfügung stellte. Wir gingen mit ihm zusammen zu seinem Guesthouse um ihn entgegenzunehmen, mit dem festen Versprechen, ihn wieder wohlbehalten bei Volker (so heißt er) in München abzuliefern. Somit haben wir auch wieder einen Grund, nach mal München zu fahren. Leider war in seinem Guesthouse kein Zimmer mehr frei und so blieb uns nichts anderes übrig, als mal wieder unsere mehrfach erprobte Arbeitsteilung zum Zuge kommen zu lassen. Welche da wäre: Ulrike wetzt durch die Stadt und sucht uns ein Zimmer, während Holger in einer Bar sitzt, sein „Willkommens-Bier“ trinkt und auf die Erfolgsmeldung von Ulrike wartet. Schon mal auf 4 Rucksäcke aufgepasst und gleichzeitig Bier getrunken? Das ist ganz schön anstrengend, sage ich Euch. Das Leben kann so ungerecht sein ; - ) Aber ich ertrage meine Last wie ein Mann und sage – PROST ; - )



Vientiane, den 17 Januar 2010, Ortszeit 21.11 Uhr
Gut genährt, mit neuen Reiseplänen liegen wir nun im Bett eines mehr oder weniger mittelprächtigen Hotelzimmers. Froh wieder etwas mehr Wärme um die Nase zu bekommen erkunden wir morgen ein wenig die Hauptstadt von Laos und werden unsere weiteren Reisepläne fixieren. Wohin? Also zum jetzigen Zeitpunkt wissen wir das auch nicht so genau. Wir wissen nur, dass wir übermorgen wieder unsere Rucksäcke gepackt haben und einem neuen Erlebnis entgegenfahren.



Vientiane, den 18 Januar 2010, Ortszeit 13.34 Uhr
Jetzt sind wir da - am Fluss der Flüsse - bei der Mutter aller Gewässer, wie die Asiaten ihn bezeichnen
- dem   M e k o n g.
Aufgrund der derzeitigen Trockenzeit ist es kaum vorstellbar, dass dieser Fluss auf einer Strecke von 200 km Stelle über 15 km breit sein soll. Hier in Vientiane ist er noch recht "kümmerlich", also ca. 4x so breit wie der Rhein, wenn er denn Wasser trägt.
Der heutige Tag dient eigentlich nur dazu, wieder ein wenig Kraft für die nächsten Touren zu sammeln.
So hängen wir gerade in einem gemütlichen Internetcafe ab.
Ein wenig hin und her gerissen, ob es nun morgen Richtung Süden, oder nochmal in Richtung Norden in die Kaarstberge, die wunderschön sein sollen. Ansatzweise konnten wir sie auch schon auf der Busfahrt bewundern. Einer der Gründe, warum wir so unsicher sind, in welche Richtung wir nun wollen, ist auch die Tatsache, dass uns so langsam die Zeit knapp wird. Für 4 Wochen ist das, von uns geplante Pensum doch einfach zu groß. Für solche Reisen sind 6 Wochen doch unerlässlich um das Ganze halbwegs relaxed abwickeln zu können. Dieses schon mal als kleiner "Wink mit dem Zaunpfahl" für 2012 an meine beiden Kollegen "Sven & Josef" und nicht zuletzt meinem "Cheffe". :-)
Also "Herr Wolf" , schöne Grüße von meiner Frau - 4 Wochen sind zu wenig ;-) aber bis dahin sind es ja noch 23 Monate,
Als höchstproblematisch kristallisiert sich gerade das ersetzen meiner, in Hanoi vergessen Garderobe heraus.
Ich habe hier z. B. die Wahl zwischen T-Shirts des "Deutschen Fussballbundes" oder darf als wandelnde "Bierreklame" herumlaufen. Schwarze, neutrale Shirts? Fehlanzeige. Auch der Ersatz meiner Hose gestaltet sich als recht problematisch. Die größte, langbeinige Hose, die ich bis jetzt gefunden habe, hatte eine Weite von 31 Inch und ein Etikett mit dem Zusatz "XL". Noch Fragen? Hab´ sie aber zugekriegt ;-)
Ulrike wird sich jetzt eine kleine, erholsame Massage verpassen lassen und ich schaue mal zu, euch noch ein paar Bilder von den letzten Tagen hochzuladen.
Euch allen einen schönen Montagmorgen.




Vientane, den 18 Januar 2010, Ortzeit 19.27 Uhr
Wer wissen will, was wir heute den ganzen Tag getrieben haben....... NICHTS - absolut Nichts,
Ich sitze noch auf demselben Balkon, auf dem ich schon heute Morgen um 7.00 Uhr, nach eurer Zeit gesessen habe, Habe nur gesurft, Bilder sortiert, telefoniert und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen.
Muss auch mal sein :-) Morgen geht es weiter in Richtung Süde, wohin auch immer.
Bild:
Quasi ein "Live Bild“ 18.01.2010, 19.40Uhr (Eure Zeit 13.40 Uhr)
Blick vom Balkon des Wifi-Cafe´s, wo wir gerade sitzen.




Lak Xao (Laos) den 19. Januar 2010, Ortszeit 21.52 Uhr
„Vom Reiseglücksschwein geknutscht“
Heute im Morgengrauen zogen wir los. Bepackt mit unseren Rucksäcken war unser erstes Ziel die „South Busstation“ von Vientane. Nach harten Verhandlungen noch halbwegs im Schlafcoma, mit dem erstbesten TUKTUK-Fahrer sollte es dann zum Busbahnhof gehen. So richtig war uns eigentlich noch gar nicht klar, wie wir wohin müssen um unser Ziel, die „Höhlen von Tham Kong Lo“ zu erreichen. Auch konnte uns das in Vientiane auch keiner so richtig beantworten. Auf der „South Bus-Station“ geht irgendwann, gegen 7.00 Uhr morgen ein Bus ab. Mehr Info hatten wir nicht. Aber wir sind ja „Positivdenker“
Am Busbahnhof angekommen wurde uns erstmal offenbart, dass der benötigte Bus schon weg war. Aber ganz „Asia-Like“ wurden wir kurzerhand in einen anderen Bus verfrachtet, der zumindest annähernd diese Strecke fährt. Wir mussten halt irgendwann, irgendwo aus- und umsteigen. In einem Land in dem man weder die Straßenschilder noch die Ortsnamen lesen kann, kann ein solches Projekt immer besonders spaßig sein. Na das kann ja mal wieder heiter werden : -)
Schon der Bus war mal wieder das absolute Highlight dieses Trips. Mit dem Charme einer Konservendose, die schon seit den 60ern auf einer Müllhalte verrottet, hatte er einen technischen Zustand, dass selbst die „Ludolfs“ sich weigern würden, auch nur eine Minute Arbeit dort hineinzustecken. Aber was soll es. Nun sitzen wir drin in diesem „folkloristischen Fortbewegungsmittel, genießen das einheimische Flair und kommen langsam, aber sicher unserem Ziel entgegen. Dachten wir ;-)
Unterdessen wurden wir mal wieder von einer überaus kurzweiligen, national beliebten TV-Sendung unterhalten. Ich weiß zwar bis jetzt noch nicht so richtig, was mir diese Bilder, die das auf dem Bildschirm flimmerten genau vermitteln wollten, aber die einheimischen Mitfahrgäste schien es köstlich zu amüsieren.
Ich versuche es mal so zu beschreiben:
Stellen wir uns mal vor, wir schauen uns am Heiligen Abend eine Prunksitzung des Kölner Karneval an, und das auf „Laotisch“. Wenn ich die Bilder richtig deuten konnte, haben sich dort wohl irgendwelche Personen auf einer Freilichtbühne, vor tausenden von Zuschauern zum Affen gemacht und dies wurde dann von Menschen, die aussahen, als wären sie mit 2,5 Promille aus dem Kölner Rosenmontagszug gekidnappt worden, kommentiert. Nun kann ich endlich mal nachvollziehen, wie sich für nicht deutschsprechende Ausländer einer Folge „Deutschland sucht den Superstar“ anfühlen muss.
Aber nach 4-5 stündiger Fahrt hatte auch diese Qual ein Ende.
Irgendwo im Nirgendwo wurden wir dann von dem Busschaffner „herauskomplimentiert“. Seine Worte waren: This way, take the little Bus“. Damit meinte er wohl einen dieser „Pick ups“ die dort so, wie Freiwild etwas planlos in der Weltgeschichte herumstanden.
Angesichts der hinter uns gebrachten Fahrt ging natürlich erstmal nichts umhin, die nächstmögliche „Notdurftverrichtungsstätte“ aufzusuchen. Als wir das erledigt hatten, fanden wir unsere Umwelt noch genauso vor, wie wir sie verlassen hatten – außer die Pick Ups, die fehlten. Sie hatten sich während unserer Erleichterungsphase, unverschämterweise in alle Himmelsrichtungen verteilt und in „Wohlgefallen aufgelöst“.
OK – was soll es – der nächste Pick Up kommt bestimmt – so dachten wir und setzten uns erstmal für ein Frühstück in das einzige vorhandene Restaurant, welches eigentlich nicht mehr als eine überdachte Straßenküche war. Aber das mit Händen und Füßen bestellte Essen war vorzüglich.
Ein Einheimischer, der wohl 2-3 Sätze Englisch, aus einen seiner untertitelten Videofilmen aufgeschnappt hatte, setzte sich zu uns und wollte uns die einheimische Küche etwas näher bringen. Das war bestimmt äußerst nett gemeint, aber im Moment nicht gerade das, was wir brauchten. Fragen zu unserem Weiterkommen, konnte er uns selbstverständlich nicht beantworten. Dazu reichten gesehenen Filme nicht.
So aßen wir unser Frühstück und versuchten unseren sympathischen „Tischnachbarn“ soweit es möglich war auszublenden, was sich allerdings als höchst anspruchsvolle Herausforderung entpuppte.
Während wir noch darüber nachgrübelten, wie wir wohl aus dieser „gottverlassenen Gegend“ wieder wegkommen, sprach uns ein Mann asiatische Herkunft an, der auch schon optisch gar nicht in das ganze Bild dort passte.
Falls ich es noch nicht erwähnt hatte. Seit wir Vientiane verlassen hatten, haben wir nicht einen einzigen Weißen mehr zu Gesicht bekommen. Und es war auch mit englisch sprechenden Einheimischen war es nicht weither. Sozusagen   m e h r   ursprüngliches Laos, als uns eigentlich lieb war.
Der freundliche Asiate stellte sich höflich vor und fragte uns in recht gebrochenen Englisch, wo wir denn hin wollten. Wir erklärten ihm, dass unser Ziel die Tham Kong Lo Höhlen“ seien. Er gab uns zu verstehen, das gleiche Ziel zu haben und bot uns an, uns mitzunehmen.
In wie weit uns das „Reise-Glücksschweinchen“ damit geknuddelt hat, konnten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen. Um die Höhlen herum gab es nämlich lediglich 2 Guesthäuser. Beide mehr oder weniger unbezahlbar und ohne Englisch sprechendem Personal. Um diese Guesthäuser herum befand sich rein gar nichts, außer Einöde. Allerdings sehr schöne Einöde. Sie erinnerte mich sogar ein wenig an unser Guesthouse, mitten im Regenwald von Borneo (siehe Tagebuch 2008). Dort wären wir wahrscheinlich, ohne Auto niemals angekommen, geschweige wieder weggekommen.
Dies haben wir aber nur erfahren können, weil „Lim“, so hieß der Korenaer, mit uns beide Guesthäuser abgeklappert hat. Die Vorstellung, wir hätten die restlichen 100 km auf einem solchen Pick Up verbracht und dieser hätte uns dann dort irgendwo im Nichts ausgesetzt, nur damit wir feststellen, dass es dort keiner Zimmer für uns gibt – Na Mahlzeit.
Auch hatten wir auf der Fahrt das Vergnügen, einen Pick Up zu überholen, auf dem wir uns normalerweise durch diese kurvigen, bergigen Straßen gequält hätten. Pickepackevoll. Wir hätten richtig „Spaß“ gehabt.
So machten wir uns mit „Kim & Lim“, (Kim war sein Freund, der auch mitfuhr) direkt zur Höhlenbesichtigungstour und reisten danach mit Ihnen weiter bis nach Lak Xao, wo wir gerade auch übernachten.
Zu den „Tham Kong Lo Höhlen“ kann ich wirklich nur sagen:
Wie soll man unbeschreibliches beschreiben?
Die Tham Lo Höhlen befinden sich in einem Bergmassiv, das ca.700 Meter in die Lüfte ragt. Darin hat das Wasser über Jahrtausende hinweg ein 6,3 KM langes Höhlenlabyrinth gegraben, das aus bis zu 60 Meter hohen und 100 Meter breiten Hallen besteht. Schon die Einfahrt mit einem kleinen Kanu ist ein echtes Erlebnis. Die wirkliche Atmosphäre und die Emotionen, die einem bei der Fahrt durch die Höhle überkommen sind weder im Foto, noch in Worten festzuhalten. Begnügt Euch einfach damit, dass es sein traumhaftes Naturschauspiel war, was wir nur jeden empfehlen können, der mal in Laos ist. Nur nicht auf „eigene Faust“. Glaubt mir, ihr seid „verraten und verkauft“. Es sei denn, ihr seid mit dem eigenen Auto unterwegs und sprecht „lao“. Aber mit öffentlichen Verkehrsmittel – no way.
Die Weiterfahrt nach Lak Xao glich einem einzigen Viehtrieb. Uns lief so ziemlich alles vor den Kühler, was in unseren Gefilden üblicherweise in Ställen untergebracht ist. Hühner, Gänse, Schweine, Kühe. Alles tummelte sich in unbeirrbarer Gelassenheit auf der Straße und machte nicht im Entferntesten den Eindruck, auch nur ansatzweise diese für uns zu räumen. War ja schließlich ihr zuhause. So mussten wir uns von Zeit zu Zeit doch im Slalom um das Getier herummanövrieren. Die Strecke ging über eine traumhafte Berglandschaft, die wir leider nicht mehr fotografieren konnten, da die Sonne so langsam unterging.
Das Zusammentreffen mit Lim hat uns mindestens 2 Tage gespart.
Wir hätten erstmal mit dem Localbussen, sprich Pick Ups bei den Höhlen anreisen müssen, dort ein Zimmer finden, was ja, wie wir bereits wissen nur zu Wahnsinnspreisen möglich gewesen wäre. Auch hätten wir diese auch erstmal finden, und mit 4 Rucksäcken zu Fuß erreichen müssen.
Diesen Lim hatte uns echt der Himmel, und/oder das „Glücksreiseschwein“ geschickt. : - )
Heute Abend waren Kim, Lim und wir beide noch zusammen Essen. Wir haben sie eingeladen, das war das Mindeste war wir tun konnten, um halbwegs wieder gutzumachen, was sie für uns getan haben. Es lag aber eigentlich schon auf der Hand, dass Lim das nicht auf sich sitzen lässt. So nötigte er uns, die Hälfte der Rechnung zu übernehmen, OK – Dann ist das so – Danke Lim & Kim aus Korea.
Bilder:
1.- 2. Schnappschüsse einer Speisekarte im Vientiane
3. Ganzes Hähnchen heißt "Ganzes Hähnchen"
4. Unser Trip nach Tham Kong Lo im "Local-Bus"
5. Irgendwo im Nirgendwo
6.-17. Impressionen der "Tham kong lo" Höhlen, die natürlich niemals die Realität wiederspiegeln können.



Lak Xao“, den 20 Januar 2010, Ortszeit 10.40 Uhr
Schon sitzen wir wieder in einem Local Bus Richtung Süden.
Ziel: Savanaketh.
Dort wollen wir sozusagen Zwischenstation machen um nicht heute die gesamten 500 km bis nach „Pakse“ zurücklegen zu müssen. Dies würde bedeu
ten wieder am späten Abend dort anzukommen, was die Zimmersuche abermals sehr beschwerlich machen würde. Daher heute nur bis „Savanakhet“.
Außerdem habe ich auch die Hoffnung, dort endlich wieder eine lange Hose erwerben zu können. Nachdem nun die eine Hose in „Hanoi“ ein neues zuhause gefunden hat, ziert meine zweite und letzte Hose ein dekorativer Riss quer über die stellen, die man eigentlich bedecken sollte. Vielleicht hätte ich doch die „XL Hose“ in Vientiane kaufen sollen.
„Lim“ war so freundlich uns wieder genau im selben Dorf abzusetzen, in dem er uns aufgegabelt hat. So brauchten wir uns nur wieder in einen Bus Richtung Süden setzen.

Dieser müsste theoretisch unweigerlich durch „Savanakhet“ fahren.
So zur Zeit unsere Hoffnung und unser Plan.
Der Bus, in dem wir sitzen ist mal wieder hoffnungslos überfüllt und übertrifft noch den Zustand des gestrigen Gefährtes um ein Weites. Dafür scheint die Musikanlage ein einem 1a Zustand zu sein. Laut genug ist sie zumindest :- ) Aber an die asiatische Geräuschkulisse haben wir uns mittlerweile gewöhnt.
Nun heißt es erstmal – Hauptsache Ankommen
Wie schon erwähnt soll Savanketh nur Zwischenstation sein. Unser eigentliches Ziel ist das Mekong-Delta im Süden von Laos. Dort, im Land der 4000 Inseln hoffen wir einmal die seltenen Irrawaddy Delphine sehen zu dürfen. Der Reisefrüher macht uns zwar sehr wenig Hoffnung die scheuen Tiere in freier Wildbahn zu Gesicht zu zubekommen, aber einer von den Kerlchen wird ganz bestimmt spüren, dass wir extra wegen ihm diese lange Reise auf uns genommen haben und wird mal seine Nase aus dem Fluss stecken. : - )
Bilder:
1. Unser Retter Lim aus Korea, der in Laos lebt.
2. Der Pick Up, auf dem wir normalerweise unsere 100 km lange Weiterreise
zu den Höhlen fortgesetzt hätten, wäre Lim nicht gewesen
.



Irgendwo zwischen Savanaketh und Pakse, den 20. Januar 2010, Ortszeit 16.40 Uhr
In Deutschland sagt man „jemanden fragen, der sich damit auskennt“.
Genau das haben wir getan.
„Is this the bus to Savanaketh ?”
und jedes Mal ernteten wir eifriges und freundliches Kopf-Nicken.
Und trotzdem – Savanaketh – Ist nicht.
Wir sitzen im Bus nach „Pakse“ ein Ort an der kambodschanischen Grenze, noch mal gute 300 KM weiter südlich.
Im Grunde wollten wir dort sowieso hin, Aber doch bitte nicht in einem Rutsch und in einem Local - Bus. Für uns bedeutet es erstmal, über 13 Stunden in diesem Vehikel zu verbringen. Ankommen werden wir voraussichtlich erst gegen 23.00 Uhr, was die Hotelzimmersuche natürlich wieder zu einem echteM adventure ausarten lassen kann. Aber wir sind ja schließlich nicht zur Erholung hier. ; -)
Nun heißt es Sitzfleisch beweisen. Und wieder kommt es anders...



Pakse, den 20 Januar 2010, Ortszeit 22.15 Uhr
Der Höllentrip hat ein Ende. Nun sind wir ganz unten in Laos angekommen. Früher als geplant, aber alles hat seinen Sinn. Zumindest haben wir zügig ein relativ moderates Guesthouse gefunden und unser Bauch ist auch schon mit einem wundervollen, laotischen Nationalgericht gefüllt. „Hotpot“ nannte es sich und ist ein wenig mit unserem „Fondue“ zu vergleichen, nur wird hierbei Fleisch und Gemüse nicht in Fett, sondern in einer Suppe gekocht und verzehrt. Macht Spaß und schmeckt. Zumal wir mal wieder die einzigen Weißen in diesem Restaurant waren. Da auch die Speisekarte für uns nicht lesbar war, haben wir einfach bestellt, was die Laoten am Nachbartisch aßen. So trugen wir auch ein wenig zu der Belustigung der anderen Gäste bei. Besonders, als ich das rohe Ei mit Schale in die kochende Suppe schmiss, um mir ein schönes "Frühstücksei" zuzubereiten fanden sie außerordentlich amüsant.
Nun hauen wir uns erstmal zufrieden ins Bett und erholen uns von dem 10stündigen Busmarathon. So kommen wir schneller zu den "Irrawady-Delphinen" als geplant, Soviel hätte uns "Savanketh" ohnehin nicht zu bieten gehabt, Also "Alles ist gut" :-)
Bilder :
"Hot Pot" - laotisches Nationalgericht, einfach köstlich - Prädikat "empfehlenswert"



Pakse, den 21. Januar 2010, Ortszeit 15.20 Uhr
Ein ruhiger Tag in Pakse.
Zum ersten Mal seit unserer Abreise in Bangkok haben wir wieder Temperaturen die man als „urlaubsaktzetabel “ bezeichnen kann. Meiner Wenigkeit wieder ein wenig zu warm, aber Ulrike lebt hier richtig auf. Tropenklima um die 35 Grad. Bewegung = Schwitzen.
Auch habe ich heute mein „Hosenproblem“ gelöst. Zufällig sind wir an einem „Euro-Elefanten - Ausstatter“ vorbei, wo ich mich mit einer Hose in der, für Laoten unvorstellbaren Größe „32“ eindecken konnte. Dies wird vermutlich die einzige Hose in diesen Dimensionen sein, die es in ganz Laos zu kaufen gibt. Auch wenn sie nicht gerade meiner Vorstellung einer „hübschen Hose" entsprach, hieß es „Zuschlagen“. Die Vorstellung in Shorts nach Deutschland zu fliegen war mir dann so langsam doch zu präsent. So habe ich jetzt nun wieder eine langbeinige Hose für die Rückfahrt, in der für mich unerträglich grellen Farbe „anthrazit“.
Nun werden wir unsere morgige „Weiterfahrt“ organisieren.
Wir kommen unseren „Irrawady - Delphinen“ immer näher.
Morgen geht es in die „4000 Ilands Area“ Zu den Hauptinseln „Don Det“ und „Don Kon“. Hier handelt es sich um Inseln, die im Mekong-Delta“ liegen. Dort fächert sich der Mekong auseinander und lässt tausende, kleiner Inseln entstehen. Daher auch der Name.
Auch kann man davon ausgehen, dass wir uns erst wieder in Kambodscha melden können, wir werden aber fleißig Eindrücke und Bilder sammeln, um euch spätestens wenn wir in „Pnom Phen“ sind, wieder auf dem Laufenden zu halten.




Pakse, den 21. Januar 2010
Ortszeit 16.40 Uhr
Während wir hier so in einem gemütlichen Cafe´ sitzen und uns über die Organisation der nächsten Reisestationen machen, stellen wir fest, dass es doch recht mühsam und schwierig ist nach Kambodscha zu reisen, ohne Reisführer. In fremden Städten der Größe von „Pnom Phen“ auf „gut Glück“ einzufallen, ist selbst uns risikofreudigen Reisemasochisten zu heavy.
Also gleich noch mal ins Internet-Cafe´ und das „www“ nach brauchbaren Infos durchforsten, bevor es dann morgen zum Mekong-Delta“ geht.
Während Holger noch so darüber nachgrübelt, wie wir das Ganze nun am besten angehen, hat „vorlaute Ulrike“ natürlich nichts besseres zu tun, als alle die Leute im Cafe´ anzuquatschen, die keine pechschwarzen Haare haben.
Ziel der „Ulrikschen-Überfallaktion“ – ergattern eines „ausgedienten, kamodschanischen Reiseführers“.
Ein englischsprachiger „Lonely Planet“ ist immer noch besser, als eine nächtliche „Happy Surprise Tour“ quer durch Kambodscha.
Nun sagt sich natürlich jeder, halbswegs realistisch denkender Mensch:
„Ja nee, is klar“ – Nochmal so ein „Dussel“, wie in Vientiane? Eher fängt es hier gleich an zu schneien und die Straßenkatzen miauen hier im Chor „Stille Nacht, heilige Nacht“
Und nun kommt´s: Das erste Pärchen, dass Ulrike anquatscht, sind „Schweizer“ kommen gerade aus Kambodscha und haben in ihrem Hotelzimmer einen „deutschsprachigen Stefan Loose“ der natürlich jetzt nur noch „Ballast“ für die Weiterreise ist.
N u n...s e i t...i h r...d r a n ! ! ! !
Was soll man dazu jetzt noch sagen? Erst in Vientiane, Volker mit dem „laotischen Reiseführer“, ohne den wir die letzten Tage ganz schön aufgeschmissen gewesen wären und nun Claudia & Christoph mit dem Reiseführer „Kambodscha“. Mir als, eher weniger esoterisch angehauchter Durchschnittsmitteleuropäer, bleibt da einfach nur die Luft für jedes weitere Wort weg.
Den Dreien an dieser Stelle nochmal ein :
H E R Z L I C H E S...D A N K E S C H Ö N ! ! !
Wir hoffen, ihr werdet diesen Eintrag eines Tages mal lesen.
Nun also morgen weiter nach „Don Det“ .
Wir freuen uns darauf.
IN EIGENER SACHE !!!!
Auf dem Trip durch die "Halong Bay" haben wir zwei supernettes Pärchen kennengelernt,
E L K E & P E T E R aus Karlruhe
und
E L L E N & J O H N aus Australien
Ihr habt uns Eurer E-mail Adressen gegeben, damit wir uns bei Euch melden können. Die waren leider
in dem verlorenen Reiseführer,
solltet ihr diese Nachricht lesen, bitte einfach einen Gästebucheintrag mit E-mail hinterlassen.
D A N K E
Ortszeit 18.45Uhr
Es ist immer wieder faszinierend, dass man doch selbst am vermeindlichen Ende der Welt noch irgendwie einen Online ergattern kann.
Wir haben uns kurzfristig für die „nördliche der beiden, für Weiße bewohnbaren Inseln entschieden „Don Det“.
Der Mekong est hier so weitläufig, dass man den Eindruck gewinnen könnte, man befindet sich auf einer Insel im Meer.
Verräterisch ist da nur das grünfarbene Wasser.
Wir haben uns hier in eine ganz einfach Hütte eingemietet.
Solche Objekte des „unsozialen, touristischen Wohnungsbau´s“ sind wir ja schon von den Inseln aus Thailand gewohnt. Bett,
Dach über den Kopf und ein Moskitonetz. Das wäre die Grundausstattung eines solchen „Bungalows“. So heißen die Dinger hier tatsächlich, wobei sich bei mir die Frage auftut, ab welcher Ausstattung man „vier Wände und ein Dach“ Bungalow“ nennen darf.
Wie schon bei der „Sterne-Vergabe“ von Hotels können dabei die unterschiedlichen Nationalitäten im ihrer Ansichtweise recht weit auseinandergehen.
Aber wir fühlen uns wohl und für umgerechnet 3 € / Tag wollen wir auch nicht so anspruchsvoll sein.
Moskitonetz ist allerdings in diesen Regionen ein absolutes „Muss“.
Auch das allabendliche Einsprühen der nicht bedeckten Hautpartien sollte man unbedingt beherzigen, Das Gebiet hier um das Mekong – Delta ist alles andere als Malariafrei.
Apropos Malaria. Im Hotelzimmer in „Lak Xao“ vor 2 Tagen muss ich mir wohl eine Erkältung eingefangen haben.
Nun schleppe ich mich gerade mehr oder weniger motivationfrei durch diese paradiesische Weltgeschichte. Versorgt mit reichlich Papier für die Nase und „Tiger Balm“ zum einreiben, werde ich wohl schnell wieder fit sein. Schließlich haben wir hier viel vor.
Hauptziel sind immer noch die Delfine.
Drückt uns die Daumen, das wir auch welche zu sehen bekommen.
Den meissten Touristen ist in der Regel nicht mehr als eine Schwanzspitze vergönnt.
Bilder :
1.-3 Impressionen des Mekong
4. Unsere Unterkunft Namens Bungalow
6. Sonnenuntergang am Mekong vor ca. 1 Stunde



Don Det (Laos) den 21 Januar 2010, Ortzeit 20.00 Uhr
Nun sitzen wir auf „unserer Terrasse“. D.h. ich sitze, Ulrike hängt. In einer zu diesem Zweck angebrachte Matte. In „Insiderkreisen“ auch Hängematte genannt. Wir haben nach 20.00 Uhr, die Grillen zirpen uns es ist „schweineheiß“. Der Erfolg einer Dusche wird spätestens während des Abtrocknens wieder zunichte gemacht. Da Ulrike sich gerade mit ihrer heißgeliebten „DS“ beschäftigt, habe ich gerade ein wenig Zeit, die Restakkulaufzeit unseres Laptops auszureitzen, um noch ein paar mehr oder weniger sinnfreie Gedanken in unser Reistagebuch zu tippeln.
Erwähnenswert sind auf diesen Mekong – Inseln auf jeden Fall die einer oder andere „Speise-
bzw. Getränkekarte.
Am Ende dieser Karten stehen hier meist sogenannte „Happy meals“ oder „Happy drinks“. Für den nicht vorgewarnten und in seinem Heimatland eher weniger happy strukturierten Touristen eine willkommene Chance, auch mal die lustige Seite der Lebens kennenzulernen. So kann eine „Happy Pizza“ die ganz spendabel mal von „Papa“ für die Mama und die beiden 5 und 8 Jährigen Kinder bestellt wird, recht bizarre Resultate erzielen.
Also nicht wundern, wenn der 8 Jährige Sohnemann ganz überraschend versucht mit Papa auszutesten wie lange er wohl braucht, mit dem 5 jährigen Schwesterchen zum nächsten Wasserhahn zu gelangen um die goldblonden Zöpfchen zu löschen, die er gerade anzündet hat.
Diese „Happy-meals“ bzw. Drinks enthalten „Halluzinogene“ in Form von Pilzen oder anderen netten Kräuterchen.
Damit hat sich hier schon mancher „Touri“ mehr oder weniger bewusst „abgeschossen“.
Und weder einheimische Ärzte noch Polizisten bringen hierzulande für eine solche „Pizza Leiche“ Verständnis auf. Unser Rat – Finger weg. Die Dosierungen sind einfach unberechenbar.



Don Det, den 23 Januar 2010
Ortszeit 8.30 Uhr
Nach einer turbulenten „Schnupfennacht“ mit ca. 5 Umdrehungen pro Stunde (Rücken, rechte Seite, Bauch, linke Seite, Rücken) sitze ich wieder auf der Terrasse und betrachte etwas miesepetrig überhöhte Luftfeuchtigkeit, die in Pessimistenkreisen auch als Regen bezeichnen wird. Nicht das es kalt wäre, schließlich sind wir in den Tropen. Trotzdem könnte man den Regen durchaus als gewisse „Spaßbremse“ bezeichnen. Weder „Tubing“, was bedeutet in einem riesigen Schlauch eines LKW-Reifens über den Mekong zu paddeln, noch eine Tour zu den Delfinen ist bei diesem Wetter besonders erquicklich.
So wird es für uns heute heißen: „Zwangspause“.
Kommt uns im Grunde auch recht. So ein „Terrassenabhängtag“ hat doch auch mal wieder was und kommt besonders meiner Erkältung entgegen




Don Det 23, Januar 2010, Ortszeit 13.28 Uhr
„Relaxing“ ist das Zauberwort. Heute hieß es einfach mal ein wenig zu Fuß das Dorf erkunden, die Locations checken und die nächsten Tage planen.
Ab 15.30 Uhr haben wir dann noch eine kleine „Sunset – Tour“ geplant.
Dies bedeutet, dass wir in einer kleinen Nussschale über den Mekong schippern und uns den Sonnenuntergang betrachten. Unseren mitlesenden Damen zuliebe werde ich das jetzt mal als „ganz dolle romantisch“ bezeichnen ; - )
Ein Erlebnis, das euch nicht vorenthalten werden sollte war ein Zusammentreffen mit einem einheimischen Jungen mit „Daun – Syndrom“.
Als wir so sorglos durch das Dorf schlenderten, viel uns ein kleiner Junge auf, der recht aufgeweckt durch einen Garten hüpfte. Der Junge „litt“ unter „Daun – Syndrom“. Wobei das „litt“ wirklich nur aus der Perspektive eines „normalen“ Menschen sehen darf, denn einen leidenden Eindruck hat er wirklich nicht gemacht.
Das eigentlich spektakuläre und erwähnenswerte an dieser Begegnung. Wir konnten uns mit diesem Jungen besser unterhalten, als mit irgendeinem anderen Asiaten jemals zuvor, der kein englisch sprach. Warum? Weil er auch kein laotisch sprach. Er sprach nämlich überhaupt nicht. D. h. er war auf seine Mimik und seine Gebärden angewiesen, um seinem Gegenüber klar zu machen, was er möchte. Und das international verständlich. Es hat wirklich Spaß gemacht eine Zeit mit dem kleinen Jungen zu verbringen und deswegen hat er auch einen kleiner „Ehrenplatz“ in unserem Reisetagebuch verdient.
Morgen wird sich ein Fahrrad gemietet und dann geht es über eine alte Eisenbahnbrücke (übrigens die einzigen Schienen, die jemals auf laotischen Boden verlegt wurden) auf die Nachbarinsel „Don Khon“, um dort ganz im Süden einen Versuch zu starten, einen oder mehrere „Irrawaddy – Delfine“ zu Gesicht zu bekommen. Dort am Süden der Insel entsteht ein etwas tieferes Flussbecken, wo sich die Delfine in der Trockenzeit gerne herumtreiben sollen, was wir für uns mal hoffen wollen. Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Übermorgen wollen wir dann noch mal ein Boot chartern, um noch ein wenig die anderen, touristisch nicht erschlossenen Inseln zu erkunden.
Am Dienstag soll es dann nach „Pnom Phen“, Kambodscha“ gehen.
Dies aus dem Grunde, da wir es vor 2 Jahren nicht mehr geschafft haben, nach Angkor noch in den Süden von Kambodscha zu reisen, um die „Killing fields“ zu besuchen.
Es ist ein sehr bewegender Ort und durchaus mit dem „unseren Auschwitz“ zu vergleichen. Dort haben die „Roten Khmer“ seinerzeit die kambodschanische „Geistes-Elite“ abgeschlachtet, um das Volk künstlich dumm zu halten. Es wurde soweit auf die Spitze getrieben, dass selbst Brillenträger dem Tod geweiht waren.
Ein wirklich trauriges und dunkles Kapitel von Kambodscha.
Noch heute ist das Land nicht komplett Minenfrei und die Opfer dieser Tötungsmaschinerie sind allgegenwärtig.
Die „Killing fields“ sind zwar kein Ort, den jeder Tourist unbedingt besuchen muss, aber wir würden dem kambodschanischen Volk gerne die Ehre erweisen und diesen Ort mit der gebührenden Ehrfurcht besuchen.
So nun erstmal der Plan für die nächsten Tage.
Bilder :
1. Ulrike und der kleine, mongoloide Junge mit dem wir uns köstlich unterhalten
konnten.
2.– 3. Auszüge aus Speisekarten hier auf Don Det.
Man erkenne das Kausalitaets-Prinzip von „Ursache und Wirkung“




Don Det, den 23 Januar 2010, Ortszeit 21.00 Uhr
Ein schöner Tag neigt sich dem Ende. Wieder sitzen wir auf der Terrasse unseres Bungalows, d.h. HALT – stimmt ja gar nicht. Wir sind ja umgezogen und haben uns verbessert. Ein Superduperluxusbungalow mit „privat – bathroom“ ist neben uns frei geworden, Nun zahlen wir zwar die, für hiesiger Verhältnisse unvorstellbare Summe von 50,000 Kip (5,00 €) aber das sind wir uns jetzt einfach mal wert. Zumal die „Gemeinschaftstoilette, bzw. Dusche“ hier stark an ein sibirisches Strafgefangenenlager erinnert. Zwar nicht so modern, aber dafür auch nicht so sauber. Nun haben wir unsere eigene Toilette und unsere eigene Dusche, Also, äähhhm. Um genau zu sein, wir haben unser eigenes Loch in dem wir unsere Notdurft verrichten können und daneben hängt ein Schlauch, Das wäre dann die Dusche. Aber die Intimsphäre bleibt bewahrt. Das ist doch schon mal was : - ) Nee, im ernst. Klar ist das hier alles recht einfach. Aber man muss sich immer vor Augen halten das wir uns mitten auf dem Mekong auf einer Insel befinden. Noch vor ein paar Jahren zeigte man hier auf Anfrage nach einem „Privat bathroom“ auf das nächstgelegene Gebüsch. Da sind wir doch heute schon ein ganzes Stück weiter.
Wie schon angedroht war heute Abend etwas Zeit für „Romantik“ eingeplant. Selbst ein Holger hätte sich dazu hinreißen lassen können. Wenn da nicht….
Ja wenn da nicht 6 Israelis auf hebräisch uns kontinuierlich den Sonnenuntergang mies gebabbelt hätten. Stell dir vor du möchtest eine Ballade von Mike Oldfield genießen und neben die hört jemand „Modern Talking“. So etwas geht einfach nicht. Da ist nix mit Romantik. (Sorry Thomas Anders, nimm‘s nicht persönlich).
Aber Bilder, ohne Ton. Doch hatte was : - )
Auch haben wir heute während des Abendessens mal wieder unsere Pläne über den Haufen geschmissen und haben Kambodscha gecancelt. Dieses Land, und besonders die „Killing fields“ haben es nicht verdient einfach so im Eilverfahren abgearbeitet zu werden. So lassen wir Kambodscha in diesem Urlaub sein und werden von hier aus wieder nach Thailand gehen.
4 Wochen sind halt zu wenig für einen solchen Trip. :-( schließlich sind wir keine Japaner.
Bilder :
Impressionen aus dem Leben am und im Mekong - geschossen von Ulrike




Don Det, 24 Januar 2010, Ortszeit 18.oo Uhr
„ Mit dem Kajak zu den Delphinen“
Ich denke, wir haben die schlaueste Art gewählt, an die Delfine heranzukommen, die man haben konnte. Wir haben uns eine Kajaktour uns das „Irrawaddy- Becken“ angeschlossen.
Und wer hatte mal wieder diese Idee??? Na? Wer weiß es??? Ulrike – richtig!!!
Mal davon abgesehen, hatten wir bei dem Besuch dieser Tiere ohnehin ein zweigeteiltes Gefühl. Einerseits war uns klar, dass es kaum möglich ist auch nur einen Schatten dieser Tiere vom Ufer aus zu entdecken, anderseits scheuten wir doch ein Motorboot zu chartern, da mittlerweile bekannt ist, dass sich die scheuen Tiere davon sehr belästigt, bzw. sogar bedroht fühlen. Den Delfinen dieses Gefühl zu vermitteln, ist so ziemlich das Letzte, was wir wollen.
Nun aber wieder zu unsere Kajaktour.
Uns hätte gleich stutzig machen sollen, dass wir beide den Altersdurchschnitt ins „Nirvana“ katapultiert haben. Da wir von diese Tatsache auf sturste Weise ignorierten, mit Abstand die Ältesten zu sein ging es also los. Paddelnder Weise, mit Schwimmweste und Helm. Auch diesen Umstand konnten wir noch gekonnt ausblenden und somit das vom Schicksal gegebene Signal „Hey, ihr seit zu alt für den Scheiß“ komplett ignorieren.
Bilder :
1. - 8. Kajaking
9. Das "Irrawady - Becken" aus kambodschanischer Sicht.
Wir hoffen auf Euer Verständnis, dass wir Euch von der Tour keine Bilder präsentieren können. Das Risiko das unser „heißgeliebter Fotoknips“ ein unfreiwillig Bad nehmen würde, war einfach doch zu groß. So müsste ihr Euch mit unseren Erzählungen und wir mit unseren Bildern im Kopf begnügen.
Es ging den Mekong hinab, vorbei an unberührter Natur, Dschungellandschaften und Feuchtgebieten (nein, nicht die, des gleichnamigen Buches). OK, vermutlich werden schon nach hundert Metern von Ufer entfernt auch Häuser stehen mit Satelittenschüsseln im Garten und Straßen, über die Mopeds brausen. Die kleinen, badenden Jungs am mit den Taucherbrillen am Ufer, waren dafür im Grunde ein verräterisches Indiz. Aber die Jungs mal ausgeblendet, gab es einem wirklich die Illusion einer unberührten Natur. Das Gefühl in
„Galaxien zu stoßen, in der niemals zuvor ein Mensch gewesen war“.
Mittlerweile sehen wir ja schon eine Ansammlung von 4-5 Bambushütten als Zivilisation. Für so manchen anderen ist es hier „unberührte Natur“, da es hier weit und breit weder WC, Internet noch eine MC Donald Filiale gibt.
Wir fuhren über kleine Stromschnellen, welche Ulrike und ich bravourös meisterten (hierfür erwarten wir ein gebührendes Lob :)) und paddelten, als wenn wir niemals etwas anderes getan hätten, bis es nicht mehr weiterging. Absitzen, zu Fuß weiter, einen Wasserfall umgehen. Wie im Film gelle?
Einen Marsch, ok, nennen wir es wahrheitsgemäß Spaziergang, Theatralik war schon immer mein Ding, um die Wasserfälle herum. Und weiter ging es dann wieder im Kajak durch vermeintlich menschenleere Natur, bis wir unser Ziel, das Mekong – Becken erreichten.
Zuerst landeten wir an einen Aussichtspunkt an, über das wir das gasamte Becken überblicken konnten. Dort hat sich ein kleiner, geschäftstüchtiger Gastronomiebetrieb niedergelassen, dessen Ziel es ist den Besuchern mit diversen Leckereien die Wartezeit auf die Delfine zu versüßen.
Ein wenig irritiert hat mich die „Bier Werbung“. Hier hingen nämlich recht aufdringlich „Angkor – Bier – Wimpel“ die freizügig zum Verzehr des selbigen aufforderten.
Dem aufmerksamen Leser wird nicht entgangen sein, das wir seit Tagen nur von „Lao – Bier“ reden, bzw. schreiben. „Angkor – Bier“ ist sozusagen das Nationalgetränk der Kambodschaner. Wer jetzt ganz schnell kombinieren kann wird feststellen :
Wir befanden uns in Kambodscha.
Wir sind auf der anderen Seite des Mekongs gestrandet. Da war halt der schönere Ausblick. Sozusagen als illegale Einwanderer. Was soll´s, wir wollten ja nicht lange bleiben. Außerdem war hier, wie schon erwähnt die schönere Aussicht auf das Mekong Becken. Ein weiterer Vorteil. Gestern haben wir uns noch Kambodscha aus dem Kopf geschlagen und nun waren wir doch in 3 Wochen in 4 Ländern :-) Wenn auch nur kurz.
Dort gab es dann auch was zu essen und wir konnten unsere angeschlagene Kondition ein wenig regenerieren. Damit wollte ich nur noch mal an den Alterdurchschnitt erinnern.
Nach gut einer Stunde starren auf das, an und für sich langweilige Mekongwasser entschloss sich unser Guide dazu wieder in die Kajaks zu steigen, um von dort aus einen Blick auf die seltenen und scheuen Tiere zu erhaschen. Also wieder rein ins Boot und auf den Fluss.
Es war höllisch heiß, die Sonne brannte, aber wir waren alle angetreten um mal „Irrawady – Delfine“ in freier Wildbahn zu sehen. Was ist da schon ein wenig schwitzen und ein Sonnenbrand.
Nach ca. 20 Minuten, schweigsames, stilles Paddeln war es dann soweit :
Ein Irrawaddy-Delfin stieg genau vor unserem Boot auf, tanzte 3 x auf der Schwanzflosse um unser Kajak herum und machte abschließend einen Salto rückwärts und begrüßte uns mit lauten „Gekicher“…
… hallo? Aufwachen – sinnfreier Blödsinn – aber schön wär´s gewesen ;-)
Aber im Ernst. Wir hatten tatsächlich ein paar mal das Glück, gut 50 Meter vor unserem Kajak eine Delfinfamilie aufsteigen zu sehen. Nun fragen sich natürlich viele von Euch :
„Und dafür reist ihr tausende von Kilometer mit einem Bus bis an diesen Ort, um für ein paar Sekunden…
… die Antwort ist „Ja“.
Es hat sich gelohnt, und nur derjenige wird es verstehen, der außerhalb eines Zoo´s mehr von diesen Tieren gesehen hat und ihnen näher war.
Wer unter Euch war das? Gut – Diskussion beendet. :-)
Die restliche Tour glich einer „Kajak – Wettregatta“.
Gnadenlos schien die Sonne auf den Mekong und wir hatten noch gefühlte 50 KM bis an den Ort zu paddeln, an dem wir wieder aufgelesen wurden.
Meine „suboptimale Konstitution“, dank meiner Erkältung tat da ein übriges.
Trotzdem sind wir angekommen. Fertig, aber zufrieden : -)
Ebenfalls sei für das Protokoll erwähnt, dass nicht nur wir fertig waren. Obwohl kaum die anderen Teilnehmer mit Schnitt 20 Jahre jünger waren als wir, sahen sie ebenfalls aus, als hätten man sie von Bangkok bis Pnom Phen gescheucht. Somit hatten wir uns echt gut gehalten.
Morgen noch mal ausspannen, Abschied vom Mekong nehmen und dann ab zurück nach Thailand. Auf die südseeähnliche Insel „Ko Wai“ ein kleiner Geheimtipp an der Ostküste.
Bilder :
1. - 8. Kajakfahrt mit Hindernissen
9. Das Irrawaddy Becken aus kambodschanischer Sicht.
10. Holger "fix und feddisch"
11, Da wir Euch kein eigenes Bild eines Irrawaddy-Delfins präsentieren können,
zumindest eines aus dem Internet.




Don Det, den 25 Januar 2010, Ortszeit 19.30 Uhr
„Abschied von Don Det“
Heute war einfach noch mal regenerieren angesagt.
Wir liefen also nur noch mal ein wenig über die Insel um fotografisch noch ein wenig das Leben hier einzufangen.
Das „Kajaking“ gestern, hat dann doch den Zustand meiner suboptimalen Kondition temporär ausgedehnt. Oder anders ausgedrückt, mit meiner Erkältung war es dann anscheinend doch ein wenig zu früh für ein solches „frührentnerfeindliches Event“.
Aber Spaß hatte es trotzdem gemacht und bereut haben wir es auch nicht.
Morgen heißt es dann Abschied nehmen von einer Insel, die nach unserer Definition eigentlich gar keine ist.
Obwohl sie weder türkisfarbenes Wasser noch weißen Sandstrand bieten kann, gehen wir mit dem Gefühl: „Es war schön hier gewesen zu sein.“ Nicht zuletzt wegen der Delfine : -)
Land, Leute aber auch die Touristen sind hier noch ein wenig, wie in Thailand vor 10–15 Jahren. Alles ist etwas weniger hektisch und weniger kommerziell. Eben „relaxter“, was natürlich auch an einer allzu häufigen Einnahme von „Happy Dinner“ seitens der Touristen liegen könnte.
Die Gefahr, dass auch dieses Fleckchen Erde zu einer „Partymeile“ mutiert, ist aber gottlob nicht so akkut. Hier werden noch um 22.00 Uhr die Bürgersteige zusammengerollt und beim Bürgermeister abgegeben, was angesichts der angebotenen Tagesaktivitäten hier auch kaum einen Touristen stört. Wie wir erfahren haben, soll es in Laos sogar ein Gesetz geben, dass Ausländer nach 24.00 Uhr nicht mehr auf der Straße sein dürfen. Ob das so der Wahrheit entspricht, wäre allerdings noch zu prüfen. Zumindest hätte da der Kommunismus, vom dem man in diesem Land im Übrigen nicht sehr viel bemerkt, mal was Gutes. Denn damit wäre Laos für die typischen „Party – Komasauf-Pauschaltouristen“ auch in Zukunft ein uninteressantes Pflaster.
Obwohl es im Norden des Landes (Vieng Viang) ja doch so etwas wie ein „Nachtleben“ geben soll.
Für „Malle & Ibiza – Fans“ ist zumindest diese Insel im Herzen des Mekongs also nicht zu empfehlen.
Für Menschen, die gerne mal Kontakt zu Einheimischen haben, ihren Urlaub etwas ruhiger angehen lassen wollen und sich über eine schöne, unberührte Natur erfreuen können, ist „Don Det“ und „Don Kon“ auf jeden Fall eine Reise wert.
Morgen geht es weiter, zurück nach Thailand.
Wir können den diesjährigen Urlaub nicht abschließen ohne mindestens ein paar Tage richtiges „Sonne, Strand und Palmen – Feeling“ mitgemacht zu haben.
In Thailand gibt es Inseln mit Stränden, die man normalerweise nur aus der „Barcardi Werbung“ kennt.
Nun kann sich der „Individual – Tourist“ entscheiden:
Will ich eine Insel, die zwar theoretisch einen solchen Strand besitzt, aber von „menschlichen Fleischhorden, Sonnenschirmen, Strandliegen und quäkenden Obsthändlern dermaßen eingenommen wird, dass der eigentliche Strand und dessen Atmosphäre nicht mal mehr zu erahnen ist.
Oder entscheidet man sich für eine Insel, ohne allem Schnickschnack
"Sonne, Strand und Palmen pur.“
Je nach Insel hat man einen solchen Strand sogar für sich alleine.
Für den Einen klingt das paradiesisch, für den Anderen wäre es unvorstellbar, an einem Strand zu liegen, an dem nicht im Turnus von 3 Minuten irgendein Obsthändler, T-Shirt Verkäufer oder Massageservice an einem vorbeizieht.
Solche „Paradiese“ sind dann eben auch entsprechend einsam und es fehlt in der Regel die gewohnte Infrastruktur.
Strom gibt es nur sporadisch, wenn mal das Aggregat angeschmissen wird.
Internet – „forget it“.
Mit viel Glück findet man einen Rechner auf einer solchen Insel, mit dem man zu einem Tarif, der an die „Handykosten aus den 80ern“ erinnert, mal online gehen kann. Vorausgesetzt, das Aggregat läuft und es gibt Strom.
Wir haben uns für den Rest unseres Urlaubes für die „einsame Variante“ entschieden.
WIR VERABSCHIEDEN UNS DAMIT ERSTMAL INS PARADIES !
Vielleicht schaffen wir zwischendurch noch mal einen Text online zu schieben. Aber auf Bilder werdet ihr wohl warten müssen bis wir wieder zurück in Bangkok sind.
Dies wäre dann, laut Plan am 2. oder 3. Februar der Fall.
Morgen geht es dann mit einen „V.I.P. 24“ – Bus, erstmal 20 Stunden nach Bangkok. Von da aus brauchen wir dann noch mal 5 – 6 Stunden bis auf die Insel.
Man muss halt erstmal durch die Hölle um ins Paradies zu gelangen ;-)
Bei „V.I.P 24 – Bus“ klingeln wahrscheinlich bei so manchem, treuen Reisetagebuchleser die Glocken. Wir hoffen also inständig auf K E I N E Wiederholung von 2008



Ubon, den 26 Januar 2010, Ortszeit 19.20 Uhr
Mittlerweile sind wir seit fast 9 Stunden unterwegs, fühlen uns aber konditionell noch reisefähig. Uns wir auch nichts anderes übrig bleiben, sind wir ja noch bis zu unserem Etappenziel, die Insel „Ko Wai“ noch mal gut 20 Stunden entfernt.
Nun heißt es erstmal bis Bangkok durchhalten. Dort kommen wir, laut Plan gegen 6.00 Uhr morgen früh an.
Dort wird das letzte mal der Bus gewechselt.
Die bisherigen Busse waren erträglich, aber für eine Übernachtung gänzlich ungeeignet. Nun sitzen wir in einem „Doppeldecker-Bus“ und dank unserem „Berliner U-Bahnkind Ulrike“, dass von klein auf gelernt hat, sich im dicksten Gedrängel die besten Plätze zu sichern, sitzen wir sozusagen in der „Loge“ des Busses. Im Doppeldecker, oben, ganz vorne. : -)
Wir können die Beine weiter ausstrecken, als unsere naturgegebene Körpergröße es zulässt. Unser Gepäck hat einen eigenen Ablageplatz und muss nicht 10 Stunden zwischen unsere Beine gequetscht werden. Nun kann die Nacht kommen :- )
2 Dosen „Chang Beer“ werden dann ihr übriges tun, um uns in thailändische Traumland zu befördern. Von der ansonsten immer präsenten „Quakekiste“, oder auch TV genannt, scheinen wir heute verschont zu bleiben. Es wäre uns auch zu wünschen, denn wir sitzen genau davor.
Sozusagen ebenfalls in der Loge. In diesem Fall hätten wir allerdings mit Freuden darauf verzichtet. Aber wie bereits erwähnt, „Raddaumaschine“ scheint wohl aus zu bleiben. „Puuuh“ – mal wieder Glück gehabt.
Ich weiß. Der eine oder andere von euch ist nun ein wenig enttäuscht, dass es uns auf dieser Reise relativ gut ergeht. Habt ihr doch gehofft, wieder mehr oder minder schauderhafte „Busfahr – Stories“ zu lesen damit ihr euch in Eurer eigenen Schadenfreude suhlen könnt. ;-)
Aber bis jetzt sieht es so aus, als würdet ihr euch doch mit einer Folge „Dschungel Camp“ begnügen müssen, um Menschen leiden zu sehen. Wir nehmen heute sozusagen eine „A…Karten-Auszeit“.
Vielleicht hat der „Schutzpatron der Reisetagebuchleser“ noch ein einsehen und lässt uns noch mitten in der Nacht mit einer Panne irgendwo im Nirvana stehen oder so etwas in der Art. Da hättet ihr Spaß, hä?
Den derzeitigen „Akt der Inaktivität“, sprich Busfahrt, werde ich dann mal nutzen um ein kleines Resümee über „Laos“ zu ziehen, welches wir heute verlassen haben.
Wir haben Laos voller freundlicher Menschen kennengelernt. Anfangs hatte ich gegenüber diesem Land eine gewisse Skepsis. Wie soll ich in einem Land Urlaub machen, das noch nicht mal am Meer liegt und zu allem Überfluss auch noch ein kommunistisches Staatssystem vertritt. Alles sprach anfangs dafür, dass wir dieses Land eigentlich nur als Durchreise von Vietnam nach Thailand brauchten. Ulrike war da natürlich von Anfang an ganz anderer Ansicht. Für sie war es ein Land, in dem es sich zu reisen lohnt, und sie sollte recht behalten.
Kaum hatten wir dieses Land betreten, fiel gleich auf:
Dieses Land ist anders. Die Menschen lächeln, sind sehr freundlich und hilfsbereit. Und das nicht unbedingt nur, weil sie etwas von dir wollen. Wenn ihr euch erinnert, hatten wir das auf dieser Reise auch schon anders kennengelernt.
Man stelle sich folgende Situation vor:
Ulrike und ich laufen am ersten Tag durch „Vientiane“ und fotografieren das eine oder andere Motiv. An einer Ampel steht ein LKW und wartet bis Ulrike ihre Kamera wieder heruntergenommen hat, weil er ihr offensichtlich nicht durchs Bild fahren wollte. Wo bitteschön gibt es denn so was? Ich glaube wirklich nur hier in Laos oder vielleicht noch in „Entenhausen“.
Man hat das Gefühl, in diesem Land könnte man einem Kellner seine Geldbörse in die Hand drücken, damit er sich selbst herausnimmt, was man ihm schuldet.
Für ein solches Experiment übernehme ich jedoch keinerlei Haftung. ;-)
Laos selbst ist sehr reich an wunderschönen Landschaften, auch ohne an einem Meer zu grenzen. Leider haben wir es aus Zeitmangel nicht mehr geschafft, noch in den Norden nach „Vieng Viang“ zu fahren. Auch da soll es landschaftlich sehr eindrucksvoll sein, auch wenn dort, wie wir hörten, der „Party –Tourismus“ schon recht deutlich zugenommen haben soll.
Wir hatten jedoch während der ganzen Zeit unseres Aufenthaltes den Eindruck ein herrliches Land in den touristischen „Kinderschuhen“ zu erleben.
Wir werden ganz bestimmt noch einmal zurückkommen. Allerdings haben wir uns vorgenommen, den nächsten „Laos – Trip“ mit einem Mietauto zu organisieren.
Noch mal das riesen Glück einem „Lim“ über den Weg zu laufen, werden wir wohl kaum haben. Und es gibt hier nun doch noch reichliche „englischfreie Zonen“ in die man geraten könnte. Dies wäre dann ohne eigenes Fortbewegungsmittel abenteuerlicher, als wir uns das wünschen würden.
Den einzigen, kleinen Minuspunkt, den wir vergeben müssen geht an die „laotische Küche“. Mir kam es immer ein wenig wie ein schlechtes „Remake“ der thailändischen Küche vor. Lediglich gewürzfrei :-(
Dieser Minuspunkt wir aber ganz schnell wieder aufgeholt, wenn man das „laotische Bier“ probiert. Frisch, nicht herb und süffig. Und ein ganz großes Plus dieses „Beer Lao“ sind seine Abfüllmengen. Eine Bierflasche enthält die durstfreundliche Menge von 640 ml. Dagegen wirken unsere 0,33 er „Stuppis“ wie die Pipetten eines Genlabors. Da macht der Spruch : „Ich bleibe noch auf ein Bierchen“ endlich wieder Sinn :- )
Achja, nicht zu vergessen – das Hupen.
Vietnam bestand ja im tiefsten Innern seiner Molekülstruktur aus “Hupen“. Ein Vietnam ohne ständiges Gehupe ist gar nicht vorstellbar. Nach dem Gesetz der Evolution muss man davon ausgehen, dass die Vietnamesen spätestens in der übernächsten Generation mit einer Hupe, als Enddarm-Abschluß zur Welt kommen.
In Laos hingegen, scheint wohl so etwas wie ein „Hupverbot“ zu herrschen. Dort hupt nichts und niemand. Nichtmal, wenn dadurch Kollisionen vermieden werden könnten.
Einmal hätte ich einen Mopedfahrer fast umgerannt, weil ich ihn übersehen hatte.
Aber hupen? „Nö - iss nich.“
Wir verlassen heute dieses Land mit der Gewissheit, nicht das letzte mal hier gewesen zu sein.
Für Urlauber die nicht gerne ein ursprüngliches Land bereisen möchten und nicht ausschließlich auf „Party – Meilen“ stehen, unbedingt empfehlenswert.
Leider musste ich in diesem Land auch unfreiwilligerweise meinen „Insider Ring“, den ich immer am Finger trage und was noch trauriger ist, meinen Ehering da lassen.
Wie es aussieht muss ich doch in den letzten Wochen ein paar Pfunde verloren haben. Zumindest an den Fingern. Denn beide Ringe sind mir im Handgemenge mit dem Gepäck unbemerkt vom Finger gerutscht. Und weg – das war´s.
Nach einer kurzen Zeit der Traurigkeit über den Verlust meines Eheringes haben Ulrike und ich beschlossen uns noch hier in Asien neue zu kaufen.
Vielleicht gedacht, als „kleine Hommage“ an ein Land, in das wir immer wieder gerne zurückkehren werden.
Und nun werde ich mich versuchen, mich langsam wieder an das „Chang Beer“ gewöhnen. Das hat jetzt nichts mit Durst zutun, sondern dient einzig und alleine der Völkerverständigung. Ich hoffe, ihr zeigt für dieses außerordentlich fundamental, wissenschaftliche Experiment Verständnis.
Gute Nacht : -)
Bild :
1. Unser "Doppeldeckerbus" nach Bangkok. Und wir mit "Logenplatz"




Bangkok, den 27 Januar 2010
Ortszeit 6.00 Uhr
In Bangkok angekommen warten wir nun auf die Weiterreise nach „Trat“. Ein nicht erwähnenswertes Nest, irgendwo an der Ostküste Thailands. Dort müssen wir noch einen weiteren Bus erreichen, der uns in ein Fischerdorf namens „ Laem Ngop„ bringt. Von dort aus geht es dann mit dem Boot weiter bis zu „unserer Insel“.
Dort ist dann für den Rest unsere Urlaubstage ausspannen und abhängen angesagt.
Jetzt, hier so am Busbahnhof sitzend klingt „abhängen“ gerade sehr reizvoll. Aber 7-8 Stunden müssen wir uns wohl noch gedulden.
Ich glaube, wenn wir die Kilometer, die wir in diesem Urlaub mit einem Bus zurückgelegt haben immer in Richtung Westen gefahren wären, wären wir schon fast wieder zuhause :- )
„Laem Ngop„ den 27 Januar
Ortszeit 13.15 Uhr
Wir sitzen hier am Pier und warten auf unser Boot nach „Ko Wai“.
DIE INSEL RUFT :- )
Bild :
Überfahrt im Speedboat nach "Ko Wai"




Ko Wai“, den 27 Januar 2010, Ortszeit 16. 30 Uhr
Unsere 30-Stunden-Odysee hat ein Ende. Wir sind angekommen auf „Ko Wai“
Eine klitzekleine Insel an der Ostküste Thailands. Für unserer Verhältnisse eigentlich noch viel zu weit nördlich, aber angesichts der Tatsache, dass unserer Abreisetag so langsam in reale Nähe rückt, ist es schon besser, nicht mehr so weit in den Süden zu fahren.
Wie erwartet ist Strom hier nur ca. 3 Stunden am Tag verfügbar. Immerhin ausreichend um unsere elektronischen Geräte wieder aufladen zu können, welche allerdings an der Rezeption abzugeben sind, denn eigene Steckdose ist nicht. Abends wird, pünktlich um 17.30 Uhr zum „Lade - Apell“ angetreten.
Der schnell kombinierenden Leser wird sich dann natürlich die Frage stellen :
„Und was ist mit Internet ?“
Antwort : „Nö, weil, is nich“
Unsere „Live-Sendungen“ sind somit bis auf weiteres eingestellt.
So werdet ihr erst wieder in den Genuss meiner geistigen Ergüsse kommen, wenn wir wieder zurück Bangkok sind.
„Ko Wai“, den 28 Januar 2010
Ortszeit 8.30 Uhr
„Katerstimmung“
Kurz nach unserer gestrigen Ankunft stellten wir sehr schnell fest, dass das Resort, indem wir uns eingenistet mehr deutsch gesprochen wurde, als wir es in den ganzen letzten 3 Wochen zu hören bekamen.
Daher dauert es auch nicht lange, bis man sich „beschnuppert“ hat und gemeinsam bei seinem „Feierabendbier“ sitzt. Und auf so einer Insel hat man als Urlauber einen verdammt langen Feierabend.
Doch zuvor durften wir noch Zeuge des absoluten „Jahres – Highlights“ dieser Insel werden. Genau am heutigen Tage, Mensch was haben wir ein Glück, fand nämlich die „große Ko Wai – Segel Regatta“ statt. Tief beindruckt von den Teilnehmern und deren, technisch ausgereiften, hypermodernen, fast schon futuristisch anmutenden „Hi – Tech Seglern“ verfolgten wir das spannende Rennen um dann den nicht ermittelnden Sieger zu feiern. Ulrikes selbstlosen Einsatz ist es zu verdanken, dass wir Euch auch noch exklusive Bilder präsentieren können, von denen wir zuhause sicher auch einige gewinnbringend an die „Sport – Bild“ veräußern können, da wohl kein Sportreporter den anspruchsvollen Weg auf sich genommen hat, um von diesem großen sportlichen Ereignis zu berichten.
Den Rest des Abends amüsierten wir uns bei 1 – 3 Eimer „Bucket“
Noch einmal zu Erklärung, für alle die noch nie in den Genuss dieses, von den Touristen als asiatisches Nationalgetränk auserkorenen Teufelsgesöff gekommen sind.
Man nehme :
- 1 Eimer (ca. 1 Liter)
- 1 Dose Cola,
- 1 Dose Red Bull,
- Eis
- das Ganze füllt man nun mit einem alkoholischen Getränk seiner Wahl, in unserem Fall war es „Sam Song“ der einheimisch Rum .
- Und dann lasse man die Stimmung und die „Kater - Tendenz“ nach oben offen wachsen.
Nach Frühstück und Katerbekämpfung werden wir in unsere neues Domizil umziehen, welches gestern, bei Ankunft leider noch nicht frei war. Eine Hütte, nicht nur mit Meerblick sondern Meerkontakt. Na ? Neidisch ? .
Tröstet euch mit dem Gedanken, dass wenn ihr diese Zeilen lest, für uns dieses Paradies auch nur noch eine schöne Erinnerung ist. Wir werden dann wohl schon wieder in Bangkok sein und die Zeit bis zu unserem Rückflug absitzen „Seufz“.
Bilder :
1. Schnappschuss vom überfüllten Hauptstrand ;-)
2.-4. Eine kleine Auswahl der Teilnehmer der "Ko Wai - Segelregatta"



„Ko Wai“, den 28 Januar 2010, Ortszeit 16.00 Uhr
Unser Paradies definiert sich Zeit durch unser kleines Domizil, bestehend aus einer Holzhütte, einer Veranda, eine „private Toilette mit Dusche“ (Schlauch & Loch, aber mit Intimsphäre), 2 Hängematten und ca. 50 Meter eigener Privatstrand. Allerdings nur bei Ebbe. Während der Flut steht uns das Wasser quasi bis zum Hals… äh zum Bett. Ich kam auch nicht umhin unseren „Ichmachemorgensdieaugenauf-Ausblick“ zu fotografieren. Ich weiß, man kann sich auch mit Gewalt „Neider“ machen : - ) .
Aber wir wissen ja, dass ihr uns alle diesen Platz und die schöne Zeit hier gönnt.
Unsere Inselerkundungstour hat auch eine kleine Sensation hervorgebracht. Wir haben ihn gefunden. Ganz unscheinbar und kaum wahrzunehmen. Gut getarnt als kleiner, unscheinbarer Laptop. Das Tor in die visuelle Welt. Der „Insel – Internetanschluß“
*wir hören alle einen Tusch*
Aber was erzähle ich hier. Wir solltet ihr das hier lesen können, wenn wir keinen Internetanschluß gefunden hätten.
So könnte ich mal wieder den gestrig geschriebenen Text löschen bzw. korrigieren. Mache ich aber nicht. Geschrieben ist geschrieben.
Wir werden unser Paradies hier noch ein wenig genießen. Dem „Lieben Gott einfach einen guten Mann sein lassen“ und den menschlichen Grundbedürfnissen frönen. Wie dieses auch immer aussehen überlassen wir Eurer Fantasie.
Das Schöne an dieser Insel ist unter anderem, dass es hier nicht wie auf anderen Insel, 2 – 3 große Strände gibt, wo sich dann das gesamte Touristenleben abspielt. Hier gibt es sehr viele kleine Strände von 20 bis maximal 200 Meter Länge. Einen solchen Strand von ca. 150 Metern teilen wir uns mit noch 2 weiteren Hütten. Ansonsten ist vor uns nur das türkisfarbene Meer und hinter uns der Dschungel. Zu unserem Resort müssen wir ca. 500 Meter einen Trampelpfad durch den Dschungel laufen. Was heißen soll, dass wir von unserer Hütte aus, diesem Treiben nichts mitbekommen.
Was wollen wir mehr : -)
Und nun werde ich mal aufmachen und mich nochmal durch den Dschungel in Richtung „Internet-Anschluß“ kämpfen, um Euch früher als erwartet wieder auf dem Laufenden zu halten.
Bilder :
1. Der „Ichmachemorgensdieaugenauf-Ausblick" unserer Hütte
2. Die Hütte von vorne. Für dieses Bild musste ich allerdings ins Meer stiefeln :-)
3. "Inselimpressionen"




„Ko Wai“, den 29. Januar 2010, Ortzeit 18.00 Uhr
Wir als „laotisch-adventure-geprüften-Profi–Kajaker“ haben uns heute ganz todesmutig ein Kajak ausgeliehen um die Insel zu umrunden. Mit „Ocean pack“ bewaffnet und mit gefühlten 20 Litern Sonnencreme auf der Haut paddelten wir eifrig und hoch motiviert los zu unserer ganz persönlichen Entdeckungstour.
Und eines steht heute schon fest. Ulrike und Holger haben eine neue Lieblingsinsel.
Bis dato schwärmten wir ja ausschließlich von „Ko Lipeh“.
Wer das Tagebuch 2008 nicht kennt,
„Ko Lipeh“ ist eine kleine Insel im tiefen Süden Thailand´s an der malayischen Grenze.
Noch vor ein paar Jahren wurde diese Insel kaum von Touristen besucht. Diese Insel besitzt einen Strand mit Sand, der einen an die heimische „Mehldose“ erinnert. Türkisfarbenes Wasser umsäumt diese Insel. Wenn man es objektiv betrachtet hat diese Insel ansonsten recht wenig zu bieten. Als jetzt noch dazukam, dass diese Insel im „Lonely Planet“ (ein international gekaufter Reiseführer) erwähnt wird, war der Bauboom nicht mehr zu stoppen, die Preise explodieren und diese entwickelt sich Insel zu einem zweiten „Ko Pangan“ (übervölkerte Partyinsel). Wir haben in Laos von „Travellern“, die noch letztes Jahr da waren, dass die Übernachtungspreise im Schnitt, um die 25 Dollar betragen, dass sind umgerchnet ca. 1000 Bath. Wir zahlen hier 300 Bhat/ Nacht (ca. 6,00 €).
Auf der Insel „Ko Wai“ ist Wasser vielleicht nicht ganz so türkis, der Strand nicht ganz so weiß. Aber im Vergleich bietet unsere „Neuentdeckung“ einige andere Vorteile.
Die Umrundung dieser Insel hat uns erstmal richtig aufgezeigt, wie vielfältig diese, im Grunde doch recht kleine Insel ist. Wir haben knapp 4 Stunden gebraucht um sie zu mit dem Kajak zu umrunden.
Wir pausierten an einsamen Stränden, umsäumt von undurchdringlichen Dschungel.
Wir sahen bizarre Felsformationen am Ufer und Dschungeldächer die aussahen wir aus Moos, weil sie so dicht bewachsen waren. Handtellergroße Schmetterlinge flattern einem um die Nase.
Da es z. Zt. auch nur eine gute Hand voll Resorts auf dieser Insel gibt, die auch noch relativ klein sind, hält sich auch die Anzahl der Touristen auf der Insel in einem angenehm erträglichen Rahmen. Genug um sich nicht zu einsam zu fühlen und zu wenig um sich von ihnen genervt zu fühlen.
Auch für „Schnorchler“ hat diese Insel einiges zu bieten.
Lebende, noch intakte Korallenriffe bieten Lebensraum für eine unverstellbar Tiervielfalt. Und das stellenweise schon knapp 2 Meter unter der Wasseroberfläche.
Mir sind z.B. Papageifische durch meinen Beruf nicht unbekannt. Aber einen solchen Fisch tot im Eis oder quicklebendig im Meer zu beobachten, ist dann doch schon ein gewaltiger Unterschied. Das Leuchten dieses Fisches in der Sonne ist unbeschreiblich.
Vielleicht liegt es auch nicht nur an der Sonne, sondern auch an der Tatsache, dass noch Leben drin ist.
Um „Ko Wai“ herum bekommt man kleine Schnorchelplätze geboten, für die man in anderen Gegenden einen Tauchkurs belegt haben muss, um mit einen solchen Anblick belohnt zu werden.
Es ist schade, dass wir nicht die technischen Möglichkeiten haben, euch davon ein paar Bilder zu präsentieren aber wir denken ernsthaft nach, uns für das nächste Mal ein wasserdichtes Gehäuse für unsere Kamera zuzulegen.
Stellt euch einfach vor, Ihr würdet durch ein Salzwasser-Aquarium des Berliner Zoo´s schnorcheln.
Ihr merkt schon, dass wir hier aus dem Schwärmen kaum noch heraus.
Und auch die relative Nähe zu Bangkok (ca. 400 km) ist ein enormer Vorteil. Die knapp 1500 km bis nach Ko Lipe, waren da nicht mal eben an 1 Tag zu bewältigen. Meist haben wir dann in „Krabi“ Zwischenstation gemacht.
Um es kurz zu machen, auf einer Postkarte würden wir jetzt schreiben :
„UNS GEHT`S GUT UND ES IST TOLL HIER!“
Bilder :
1. "Trampelpfad" durch den Dschungel bis zu unserer Hütte.
2.-3. Auf der Kajaktour
4. Handteller große Schmetterlinge sind hier keine Seltenheit. "Photo-hunting by Ulrike"




„Ko Wai“, den 29 Januar 2010, Ortszeit 22.15 Uhr
Unser Resort, in dem wir untergekommen sind liegt, wie schon mal erwähnt ca. 10 Minuten, aber gefühlte 30 Minuten Fußmarsch von unserer Hütte entfernt.
Etwas irritierend war ich, als uns die Chefin des Resorts für den Rückweg zur unserer Hütte einen ca. 2 Meter langen Stock in die Hand drückte.
Die technische Anleitung zu diesem Gerät, war dann mit den Worten
„YOU MUST MAKE NOISE“ Recht schnell beendet.
„Aha“, dachte ich. Ich soll also auf dem Weg zu unserer Hütte die anderen Gäste mit möglichst viel Radau aus ihren Hängematten zu katapultieren.
Dieses „Eingeborenen-Ritual zur Festigung der Gastfreundschaft“ war mir bis jetzt noch nicht geläufig.
Es hat ein wenig gedauert bis ich verstand, dass es sich hier nicht um einen schaminischen Akt zu Geistervertreibung handelte, sondern mit dieser Aktion mehr der ortsansässigen , beinlosen Fauna, auf die Pelle gerückt werden soll.
Es handelte sich also um eine profane „Schlangen-Verscheuch-Aktion“.
Ein solcher Stock zählt hier bei jedem Gast zu „Grundausstattung“.
Tja, wie wir ja schon aus der guten, alten Bibel wissen, gibt es eben kein Paradies ohne Schlangen.
Heute, am späten Nachmittag, werde ich dann noch mal den beschwerlichen Weg durch den Dschungel auf mich nehmen um zur einheimischen „WWW-Trommel“ durchzudringen.
Dort werde ich unser Reisetagebuch mit dem aktuellen „Getippse“ und ein paar schöne Bilder bestücken, damit ihr lieben zuhause mal wieder ein „Lebenszeichen“ von uns habt.




„Ko Wai“, den 30. Januar 2010, Ortszeit 8.00 Uhr
Heute Nacht wurde unsere Hütte von einem „unheimlichen Geist“ heimgesucht.
Während wir heute Nacht in unserem Domizil den Schlaf des Gerechten schliefen und unser Unterbewusstsein dem anmutigen Rauschen des Meeres lauschte, wurden unsere süßen Träume von einem schauderhaften Geräusch unterbrochen. Beide wachten wir auf uns starrten auf die Tür, die zwar noch geschlossen war, aber durch die vermutlich jeden Moment ein gewaltiges Monster stürzen würde um zur Nahrungsaufnahme in den Dschungel zerren würde. Todesmutig schossen wir mit einem gezielten Lichtstrahl aus der Taschenlampe Richtung Tür. Aber wir hatten das Monster wohl verfehlt und/oder verscheucht, denn es war nichts mehr zu sehen oder zu hören. Also weiterschlafen. Nach gefühlten 3 Stunden wiederholte sich die furchteinflößende Geräuschkulisse auf unserem Dach.
Ich kann euch sagen, da entstehen in deiner Fantasie plötzlich Skorpione in Größe eines Kleinwagens.
Aber nach dem dritten Monster-Angriff konnten wir das Ungeheuer endlich stellen. Ein weiterer Schuss mit unserer Taschenlampe traf den Dämonen genau zwischen die Augen, die uns dann verängstigt und ertappt anstarten. Eine Maus machte sich die Ganze Nacht an unserer „Essens-Tüte“ zu schaffen, die an der Hüttenwand befestigt war. Sie versuchte ständig ein Loch in die Tüte zu knappern, welche dadurch ständig gegen die Tür klopfte.
Nach dem wir nun beruhigt feststellten, dass dieses Ungeheuer nicht in der Lage ist, uns in der Nacht aus der Hütte zu zerren, können wir dann beruhigt weiterschlafen. Eine Jagd auf sie wäre ohnehin Zwecklos gewesen.
Heute Morgen sahen wir dann das Resultat der aufgeknabberten Tüte. Und wieder bewahrheitet sich, das man die Grundregel des wohnen in der Natur einfach beachten sollte.
Niemals im Dschungel Nahrungsmittel in der Hütte aufbewahren. Es zieht nur nicht willkommene „Gäste“ an. Heute nach war es eine Maus. Aber auch Schlangen, Skorpione und andere „nette Waldbewohner“ setzen sich gerne an einen solch, gedeckten Tisch.



„Ko Wai“, den 31 Januar 2010, Ortszeit 10.30 Uhr
Nun neigt sich auch der Aufenthalt auf dieser reizenden Insel so langsam dem Ende.
Morgen geht es zu unserer letzten Etappe. Wir fahren dorthin zurück, wo wir unsere „Rundreise vor fast 4 Wochen begonnen haben. Nach „Bangkok“.
Da wir Ende dieser Woche nun wieder nach Deutschland kommen, wäre es Eurerseits ein außerordentlicher Akt von Nächstenliebe, wenn ihr in Mitteleuropa mal so langsam wieder die „Heizung“ anschalten könntet.
Ihr hatten nun 4 Wochen eure Freude daran, euch bei Minusgraden den „Bobbes“ abzufrieren. Nun kommen wir wieder nach Deutschland und wir erwarten ein frühlingshaftes Wetter, wenn wir landen.
Ich gehe mal davon aus, dass ihr das für uns organisiert.
Ihr und „Petrus“ habt ja noch bis Donnerstag Zeit daran zu arbeiten. : -)
Gestern haben wir noch einmal den Strand besucht, an dem auf unserer Kajak-Tour die schönen Korallenbänke entdeckten.
Was über das Wasser vielleicht 20 Minuten dauerte, war über Land ein Marsch von über einer Stunde quer durch den Dschungel.
Unsere derzeitigen Inselweggenossen „Manu & Harry“, zwei Postler aus Nürnberg, begleiteten uns, da die beiden den Weg dorthin bereits kannten. Sich quer durch den Dschungel zu schlagen ist ohne Profiausrüstung, wie z.B. eine Machete so gut wie unmöglich.
Daher haben die Einheimischen ein kleines Netz mit Trampelpfaden durch die Insel geschlagen. Durch sie gelangt man an die verschieden Punkte, die für den Besucher interessant sein könnten. Diese Pfade sind jedoch anstrengender und beschwerlicher, als es sich hier anhört. Es sind stellenweise regelrechte Kletterpartien über Anhöhen. (siehe Bilder)
Und man schwitzt, schwitzt, schwitzt.
Die Belohnung für diese Anstrengung sind dann die einsamen Strände und „Viewing Points“ mit einer herrlichen Aussicht über Meer und Insel. Die Pfade selbst sind schon ein kleines Erlebnis. Schlangen, Spinnen, Skorpione, alles kann einem dort über den Weg laufen. Allerdings haben diese Tiere, sollte man sie mal zu Gesicht bekommen in der Regel mehr Angst vor den Menschen als umgekehrt. Entsprechend schnell sind sie dann auch im Unterholz verschwunden.
Leider war der Wasserstand, aufgrund des Vollmondes sehr hoch. Was vorgestern noch knapp 2 Meter unter der Wasseroberfläche schön zu beobachten war, lag gestern gut 5 Meter unter uns und war nur noch schemenhaft zu erkennen. Schade.
So marschierten wir auch bald wieder in Richtung „Heimat“ und beendeten den Tag mit einem leckeren „Chang Beer“ und einen bekömmlichen Abendessen, welches in unserem Resort im übrigens, selbst für thailändische Verhältnisse äußerst köstlich schmeckt.
Heute werden wir wohl den Tag genießen und uns in der Disziplin "Nichtstun" üben.
Gegen nachmittag werde ich noch ein letztes mal ein Marsch durch den Dschungel antreten um durch die "Internet - Trommel" um Euch von hier aus nochmal auf den Laufenden zu halten.
Wir ihr lesen könnt, ist unser Dasein gerade durch fast unerträgliche "Stresssymtomen" geprägt ;-)
Bilder :
1.- 2. Auf den Dschungelpfaden von "Ko Wai"
3. Vorratskammer a la´ "Arachno"
4. Schnorcheln mit Rettungsweste. Ein echt entspanntes Schwimmvergnügen




Im Bus, irgendwo zwischen „Trat und Bangkok“, 31. Januar 2010
Ortszeit 13.30 Uhr
Die Abschiedstimmung von „Ko Wai“ war heute morgen etwas gemischt.
Einerseits fühlten wir uns auf der Insel recht wohl, hatten wir mit „Manu, Harry & Volker“ doch eine wirklich nette Urlaubsclique gefunden.
Andererseits freuten wir uns auch wieder auf ein Stromnetz, das 24 Stunden am Tag zur Verfügung steht und all die anderen Vorteile die einem die Zivilisation so bietet. Wie z.B. seinen Weg ins Schlafzimmer nicht mit einem Schlagstock zum Schutz vor Schlangen und Skorpionen bestreiten zu müssen. Oder der Verzicht auf rotierenden Suchscheinwerfer in Form einer Taschenlampe während seines nächtlichen Toilettenganges, zum Zwecke der Vertreibung der bereits erwähnten Spezies.
Es war wirklich ein wenig rührend, dass sich unsere gesamten „Inselgenossen“ heute morgen um 7.30 Uhr zu unserem Abschied eingefunden haben. Mit ensprechenden „Winke Winke“ verließen wir also heute morgen unsere neue Lieblingsinsel.
Nachdem uns nun während unseres gesamten Urlaubes der „Reisebusverteilergott“ relativ hold geblieben war, hat es uns auf unserer, vorerst letzen Asia – Bustour noch mal eiskalt erwischt, was die Auswahl des Vehikels angeht, in welchem wir uns unsere letzten, knapp 400 Bus-Kilometer verbringen sollten.
wenig wenig
Wobei der Begriff „eiskalt“ in diesem Falle schon mal absolut fehl am Platze ist.gesamten gesamten gesamten gesamten gesamten gesamten gesamten wenig wenig
Der Haufen zerknittertes Altblech, in dem wir uns befanden, konnte nämlich keine funktionierende Aircondition aufweisen. Sie schien anscheindend nur zu funktionieren, wenn das rollende Treibhaus stand und der Motor lief. Wahrscheinlich auch nur, um die einsteigenden Fahrgäste in Sicherheit zu wiegen. Kaum losgefahren entwickelte sich in der Karre ein Klima wie in den Socken eines Fremdenlegionärs nach einem Dreitagesmarsch.
Schweißgebadet verbringen wir also unsere letzten 400 Bus-Kilometer, immer mit der Angst im Nacken, die „ Ludolf Brüder“ würden unseren Bus während der Fahrt kapern und ausschlachten. Es grenzt für mich immer wieder an Wunder, wir die Thais es schaffen, mit solchen Schrottkisten Distanzen von 500 und mehr Kilometern zu überbrücken.
Nun höre ich aber besser auf den Laptop zu benutzen, denn ich habe ein wenig Angst, dass die Luftfeuchtigkeit die in dieser Karre herrscht , oder mein heruntertropfender Schweiß in meinem Computer einen „kurzen“ verusacht.
Bild :
Der Bus, dem wir 400 km lang unser Leben anvertrauten,morgen




Bangkok, den 01. Februar 2010, Ortzeit 18.32 Uhr
Angekommen in Bangkok sitzen wir nun wieder in der kleinen „Wifi – Kneipe“ in unserem Kiez, tippen die letzten Nachrichten an Euch und erholen uns bei gefühlten 40 Grad von der anstrengenden „Thai-bus-adventure-tour“ .
Euch allen noch einen schönen Tag.




Bangkok, den 01. Februar 2010, Ortszeit 19.25 Uhr
Kleiner Nachtrag zu "Don Det", Laos
Ihr erinnert euch an den Kleinen Jungen mit Daun-Syndrom,den wir auf Don Det kennenlernten?
Hier wird er auch für euch ein wenig zum Leben erweckt.
http://www.youtube.com/watch?v=kZsw9zt2gcc




Bangkok, den 2. Februar 2010, Ortzeit 20.30 Uhr
Wieder sitze ich in „unserer“ kleinen Internetkneipe, schaue den Einheimischen beim Billard zu, höre coole Rockmusik aus den 70ern und tippe gerade an unserem Reisetagebuch.
Heute haben wir noch mal „China Town“ unsicher gemacht und haben den „Baiyoke II – Tower“ bezwungen.
Wir haben die weit über 2000 Stufen des höchsten Gebäudes von Bangkok in absoluter Rekordzeit überbrückt. Mit dem Fahrstuhl ; -)
Der Blick von diesem Gebäude ist atemberaubend. Erst aus dieser Höhe bekommt man annähernd einen Eindruck der Dimensionen dieser 9 Millionen Metropole „Bangkok“.
Wenn ich „Bangkok“ in meinen Berichten immer als „Chaotisch, laut und überfüllt“ beschrieben habe, nehme ich das unter der Berücksichtigung des Lebens in „China Town“ erstmal zurück. Dort tummeln sich auf 2 Meter breiten Gassen tausende von Menschen, die zu allem Überfluss auch noch versuchen, durch dieses Chaos mit dem Moped zu fahren. Heute habe ich das erste mal in meinem Leben erfahren, was es bedeutet, einem „klaustrophobischen“ Anfall verdammt nahe zu sein.
Wer dort nicht unendliche Zeit und Geduld mitbringt, sollte diese Gassen besser meiden.
Auch bei diesem Besuch von Bangkok haben wir es mal wieder geschafft, 2 Dinge zu vermeiden :
1. „Wats“ anschauen
2. „ TUK TUK“ fahren
Diese Erfahrungen durften bereits 2006 schon machen und wir finden, dies sollte auch reichen. Nichts gegen die vielen beeindruckenden Tempel dieses Landes, aber wenn man sie einmal bewundert hat, schreit das nicht unbedingt nach Wiederholung. Was man von den Tempel „Angkor`s“ in Kambodscha nun nicht sagen kann. Diese werden wir definitiv wieder besuchen. Jeder wie er es mag, aber Bangkok hat noch soviel zu bieten, da muss man nicht zwingend an den „Touristen-Magneten“ Schlange stehen.
Wer sich schon einmal von einem solchen 3-rädrigen Vehikel (TukTuk) durch die Rushhour von Bangkok hat kutschieren lassen, weiß wovon wir reden, wenn wir sagen, wir vermeiden solche Fahrten, wenn nicht in irgendeiner weise unser Leben davon abhängt.
Immer schön auf „Auspuffhöhe“ der nebenstehenden Autos darf man sich durch die komplette Rußpartikel-Palette der asiatischen Automobilbranche schnuppern.
Es soll allerdings immer noch „weiße Nostalgie – Fetischisten“ geben, die sich noch heute an dem 2 Takter Getöse erfreuen, das dieses Teil von sich gibt und denen es auch nichts ausmacht, für eine Fahrt in einen solchem, knatternden Sicherheitsrisiko fast den doppelten Preis als mit einem klimatisierten Taxi zu zahlen.
Jeder so wie er es braucht. Wir fühlen uns allerdings mittlerweile für solche gesundheitsvernichtenden Experimente zu alt. Wir fahren Bus oder Taxi.
Wir wurden heute von unseren „Lieben“ in Deutschland mal über die aktuellen Wetterverhältnisse aufgeklärt. Ich bin bei Abflug lediglich mit einem Langarm-Hemd bewaffnet in den Flieger gestiegen. Meine Garderobe hat sich seit der Zeit auch nicht sonderlich vermehrt. Na da muss ich bestimmt ein wenig „bibbern“, bis wir unser Auto vom Schnee befreit haben und die Innentemperatur des selbigen wieder auf thailändische Verhältnisse angestiegen ist.
Ulrike war da ein klein wenig schlauer als ich. Sie hat Deutschland nach dem „Heidi – Prinzip“ verlassen. Wem die Geschichte von Heidi nicht ganz so geläufig ist, Heidi trug als sie Frankfurt verlassen musste, um auf die Alm zu ziehen, all ihre Kleidung übereinander und sah aus wie ein kleines Pummelchen.
Nicht das ich jetzt damit behaupten möchte, Ulrike hätte dick ausgesehen, N E I N !
Dies würde ich niemals wagen.
Trotzdem ist kaum zu leugnen, dass ihr Outfit ihrer Figur nicht gerade schmeichelte.
Aber zumindest erfüllte die „Heidi-Technik“ ihren Zweck.
Ob dieses Prinzip auch umgekehrt funktioniert, wird der Rückflug zeigen.
Aber ihr habt ja noch 2 Tage Zeit, die Heizung in Deutschland wieder anzuschalten.
Wir bitten da jetzt mal ganz lieb drum :-)
Bilder :
1, Aufzug 83 ter Stock
2. Der Ausblick aus dem 84ten Stock des "Baiyoke II Towers"
3. Blick von unten
4. Einkaufsstraße in "China Town"
5. Hauptzutat der köstlichen, chinesischen Entensuppe. Die geröstete Ente
6. Holger beim Verzehr der Selben




Bangkok, den 03. Ferbruar 2010
Ortszeit 15.50 Uhr
Die letzten Reisevorbereitungen sind getroffen. Bei einem Straßenhändler haben wir für mich noch eine gebrauchte, abgrundtiefhäßliche „Oneill – Jacke“, zu dem kaum aussprechbaren „Erpresser – Preis“ von 650 Bhat (ca. 15,00 €) gekauft. Das Teil wird zuhause höchstwahrscheinlich umgehend in der Tonne landen, aber für die Ankunft in Frankfurt und das „freischaufeln“ unseres Autos, werde ich wohl dankbar sein, sie zu haben.
Unser Aktivitätsstatus hielten wir heute noch mal auf niedrigsten Niveau, da Ulrike aus lauter Solidarität zu meiner Erkältung meinte, es mir gleich tun zu müssen.
Nun „schnupfelt und hüstelt“ sie so vor sich hin und ist froh, wenn sie sich nicht mehr bewegen muss als nötig. Also vermeiden wir es auch.
Ein ruhiger, letzter Tag vor dem Abflug ist auch nicht das schlechteste.
Jetzt heißt es so langsam wieder Abschied nehmen, aus dem „Land des Lächelns“, der „TukTuk – Fahrer“ und „indischer Schneider“.
Da unsere nächste Reise höchstwahrscheinlich nicht nach Südostasien gehen soll, werden zuvor genannte Dienstleister erstmal ohne uns auskommen müssen. Da unser Beitrag zu dessen Lebensunterhalt i. d. R. ohnehin gegen Null tendierte, werden sie uns vermutlich auch nicht sehr vermissen. ; -)
Wir lassen heute den Urlaub ruhig und gelassen ausklingen und freuen uns, trotz der zu erwartenden Kälte wieder auf Zuhause, auf unsere Freunde und auf die Familie.
Es ist immer wieder schön in der der Weltgeschichte herumzudüsen, aber mindestens genauso schön ist es, wieder nach hause zu kommen.
Wir möchten an dieser Stelle schon einmal allen danken, die so eifrig unser Urlaubstagebuch verfolgt und es damit mit Leben gefüllt haben.
Ebenso bedanken wir uns für die vielen, lieben Gästebucheinträge, die uns auch im entferntesten Zipfel der Erde immer das Gefühl gegeben haben, dass wir nicht alleine sind.
Dafür an alle, die sich angesprochen fühlen ein :
H E R Z L I C H E S ___ D A N K E S C H Ö N ! ! !



Koblenz, den 6. Februar 2010
Ortszeit 12.50 Uhr
Alles hat ein Ende...
... somit auch unser Urlaub und damit auch dieses Reisetagbuch.
Wohlbehalten am Donnerstag abend gelandet, arbeiten wir nun an der Aklimatisation.
Der "freie Temperaturfall" von + 38 Grad Celsius auf +/- 0 Grad Celsius geht schon ein wenig an die Substanz.
So ist Ulrike´s Schnupfen auch prompt zu einer handfesten Erkältung mutiert. Nun liegt sie im Bett und hofft bis Mittwoch, an ihrem ersten Arbeitsta, wieder fit zu sein.
Für meine Wenigkeit geht bereits am Montag wieder der Alltag los.
Denjenigen, denen unsere Reiseberichte ein wenig amüsiert haben sei verraten, dass bereits eine neue Reise im Januar 2011 geplant ist.
Diesesmal soll jedoch nicht Asien Opfer unsereres "Reiseterrorismus" werden, sondern es wird auf den "schwarzen Kontinent" gehen. Höchstwahrscheinlich nach "Namibia und/oder Botwana".
So freuen wir uns jetzt schon auf das Land der "Giraffen, Löwen und Hippos" und es wäre toll, wenn der Eine oder andere von euch uns wieder virtuell begleiten würde.
Mit "Pannen- und Schmunzelgarantie" ;-)
So, nun heisst es Abschied nehmen von unserem Urlaub 2010 den wir hiermit offiziell für
B E E N D ET erklären !!!
Mit unserem Urlaub schließt sich nun auch dieses Reisetagebuch 2010.
( K L A P P E __ Z U )




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