Willkommen bei Ulrike, Holger & Oscar
unser kleiner Reisblog

Juli  2026

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07.06.2026
𝐊𝐮𝐬𝐜𝐡𝐞𝐥𝐝𝐨𝐬𝐞𝐧𝐭𝐚𝐠 𝟏.𝟑𝟑𝟑
𝕋𝕚𝕗𝕝𝕚𝕤… (𝕗𝕒𝕤𝕥) 𝕤𝕔𝕙𝕠𝕟 𝕖𝕚𝕟𝕘𝕖𝕓𝕦𝕖𝕣𝕘𝕖𝕣𝕥.😉

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Hier, in 𝐆𝐞𝐨𝐫𝐠𝐢𝐞𝐧𝐬 𝐇𝐚𝐮𝐩𝐭𝐬𝐭𝐚𝐝𝐭 haben wir uns aktuell ein wenig festgesessen. 🤷‍♂️

𝐔𝐧𝐝 𝐰𝐨𝐦𝐢𝐭?... 𝐌𝐢𝐭 𝐑𝐞𝐜𝐡𝐭! …
Über 𝟏.𝟎𝟎𝟎.𝟎𝟎𝟎 𝐄𝐢𝐧𝐰𝐨𝐡𝐧𝐞𝐫 können ja schließlich nicht irren,
was im Übrigen, und das nur so mal am Rande bemerkt, fast 𝟑𝟎% 𝐝𝐞𝐫 𝐆𝐞𝐬𝐚𝐦𝐭𝐛𝐞𝐯𝐨𝐞𝐥𝐤𝐞𝐫𝐮𝐧𝐠 𝐆𝐞𝐨𝐫𝐠𝐢𝐞𝐧𝐬 ausmacht.
Und wider aller Unkenrufe und gegenteiligen Prophezeiungen, gefällt es uns die Stadt recht gut. 👍
Ja Ok… das Lächeln gehört jetzt nicht gerade zu den Kernkompetenzen des Georgiers, doch als Jemand, der in den Höhenlagen des Westerwaldes aufgewachsen ist, bin ich diese Art der nonverbalen Kommunikation durchaus gewohnt.
Ein unachtsames Anlächeln des Gegenübers könnte im Westerwald bereits als eine Aufforderung zum Beischlaf interpretiert werden.
Auch Ulrike kann, dank ihrer Berliner Vergangenheit durchaus mit dieser Art von Charme umgehen.
Tatsächlich hat der eine oder andere Kiez von Tiflis den Charme des Berlins aus dem 80ern, einschließlich der überaus „umgänglichen Art“ seiner Bewohner.
So ein Berliner hatte ja seinerzeit aufgrund der besonderen Lage dieser Stadt, also eingeschlossen vom imperialistischen Schutzwall, kaum Gelegenheit seine sozialen Kompetenzen zu verfeinern…
So entstand im Lauf der Jahrzehnte die allseits bekannte „Berliner Schnauze“.
Was genau damit gemeint ist erfährst Du, wenn Du als Tourist einmal versehentlich Augenkontakt mit einem dieser Eingeborenen aufnimmst.
„𝑾𝒂𝒕𝒕 𝒌𝒊𝒆𝒄𝒌𝒔𝒕𝒆 𝒔𝒐? 𝑾𝒊𝒍𝒍𝒔𝒕𝒆 𝒏𝒆𝒏 𝑭𝒐𝒕𝒐?“ …
Wäre eine mögliche Reaktion des Berliner Urgesteins.
Recht ähnlich scheint auch der gemeine Georgier gestrickt…
Wen wundert es da, dass wir uns hier jetzt bereits wie Zuhause fühlen. 😉
Hauptsächlich sind wir ja hier, weil Ulrike hier einige 𝐓𝐞𝐫𝐦𝐢𝐧𝐞, 𝐅𝐨𝐥𝐠𝐞𝐭𝐞𝐫𝐦𝐢𝐧, 𝐍𝐚𝐜𝐡𝐟𝐨𝐥𝐠𝐞𝐭𝐞𝐫𝐦𝐢𝐧𝐞 und 𝐧𝐚𝐜𝐡𝐟𝐨𝐥𝐠𝐞𝐧𝐝𝐞 𝐍𝐚𝐜𝐡𝐟𝐨𝐥𝐠𝐞𝐭𝐞𝐫𝐦𝐢𝐧𝐞 wahrzunehmen hat… und sowas nimmt nun mal etwas Zeit in Anspruch. 🤷‍♂️
Doch wenn wir eines haben, dann wohl Zeit…
Nutzen wir also Selbige, um Euch ein wenig über diese Stadt zu erzählen – 𝐓𝐢𝐟𝐥𝐢𝐬.
Wie bereits im vorherigen Beitrag erwähnt, wird Tiflis offiziell auch Tbilisi oder Tbililissi genannt, was ich maximal hier in diesem Text schreiben, aber niemals aussprechen könnte, ohne meinen Gegenüber mit unerwünschten Körperflüssigkeiten zu kompromittieren.
Übersetzt bedeutet „Tiflis“ in etwa: „Ort der heißen Quellen“…
Ich wage mal die steile These, dass diese Stadt so heißt, weil es hier  solche heißen Quellen auch hier gibt.
Tja… „Kombinieren“…  kann ich. 😉
Diese heißen Quellen könnte man sogar besuchen… allerdings zu umgerechnet 60€ / Badezimmer, was uns für ein Stinkebad, für das wir auch noch Oscar allein im Auto zurücklassen müssten, doch ein wenig zu kostenintensiv erschien. Zumal wir uns diese Art von heißen Quellen bereits ausgiebig in Griechenland zu Gemüte führen konnten.
Aber...
Da die Quellen pro privates Badehaus und nicht pro Person bezahlt werden, ist der Besuch mit einer kleineren Gruppe schon durchaus lohnenswert...
Wenn man es mag... 🤷‍♂️ Ich persönlich finde ja Wasser, dass man nicht trinken kann, echt gruselig... Aber dieses Thema wollen wir an dieser Stelle nicht vertiefen.
Eingereist sind wir in dieses Land tatsächlich mit 𝐫𝐞𝐜𝐡𝐭 𝐠𝐞𝐦𝐢𝐬𝐜𝐡𝐭𝐞𝐧 𝐆𝐞𝐟𝐮𝐞𝐡𝐥𝐞𝐧…
Soll doch Georgien eine der 𝐥𝐞𝐭𝐳𝐭𝐞𝐧 𝐁𝐚𝐬𝐭𝐢𝐨𝐧𝐞𝐧 𝐝𝐞𝐫 𝐞𝐡𝐞𝐦𝐚𝐥𝐢𝐠𝐞𝐧 𝐒𝐨𝐰𝐣𝐞𝐭𝐮𝐧𝐢𝐨𝐧 sein…
Kalt und grau, mit dem Charme einer Bitterfelder Plattenbausiedlung, nur mit anderen Graffitis und weniger Neonazis.
So zumindest die weitläufige Meinung, besonders der Menschen die noch nie hier waren.
Die Wirklichkeit sieht jedoch anders aus:
Man nehme…
-  Einen Esslöffel 𝐌𝐢𝐭𝐭𝐞𝐥𝐚𝐥𝐭𝐞𝐫𝐟𝐥𝐚𝐢𝐫,
-  eine Messerspitze 𝐬𝐨𝐰𝐣𝐞𝐭𝐢𝐬𝐜𝐡𝐞𝐧 𝐁𝐞𝐭𝐨𝐧,
-  eine gehörige Portion 𝐚𝐫𝐜𝐡𝐢𝐭𝐞𝐤𝐭𝐨𝐧𝐢𝐬𝐜𝐡𝐞𝐧 𝐆𝐫𝐨𝐞𝐬𝐬𝐞𝐧𝐰𝐚𝐡𝐧,
-  einen Schuss 𝐇𝐢𝐩𝐬𝐭𝐞𝐫-𝐂𝐚𝐟é𝐬,
-  sowie eine Messerspitze 𝐰𝐞𝐬𝐭𝐥𝐢𝐜𝐡𝐞 𝐌𝐨𝐝𝐞𝐛𝐨𝐮𝐭𝐢𝐪𝐮𝐞𝐧…
… das Ganze schüttest Du unter ständigem Rühren in einen Mixer und drückst auf „Pürieren“…
𝐄𝐭 𝐯𝐨𝐢𝐥𝐚… und jetzt hättest Du eine ungefähre Ahnung von dem echten Tiflis.😉
Eine moderne Millionen-Stadt, die sich vor ihresgleichen in Westeuropa nicht verstecken muss.
Bereits im 4. Jahrhundert haben hier die ersten Tiflisser ihre Fußabdrücke hinterlassen…
Im Laufe der Jahrhunderte kamen dann die 𝐏𝐞𝐫𝐬𝐞𝐫, 𝐝𝐢𝐞 𝐀𝐫𝐚𝐛𝐞𝐫, 𝐌𝐨𝐧𝐠𝐨𝐥𝐞𝐧, 𝐎𝐬𝐦𝐚𝐧𝐞𝐧, 𝐓𝐮𝐞𝐫𝐤𝐞𝐧 und letztendlich die 𝐑𝐮𝐬𝐬𝐞𝐧…
… gefühlt hat sich in dieser Stadt jeder mal mehr oder weniger uneingeladen auf den Sofas der Einwohner herumgeräkelt und ihnen die Kühlschränke leergefuttert… sinnbildlich selbstverständlich…
Denn zur Zeit der mongolischen Überfälle gab es weder Kühlschränke noch Netflix, für das es gelohnt hätte, sich auf fremden Sofas herumzuräkeln. 😉
Diese multikulturelle Geschichte macht sich besonders in der Altstadt durch seine unterschiedlichen, architektonischen und historistischen Stilrichtungen bemerkbar.
𝐀𝐩𝐫𝐨𝐩𝐨𝐬 𝐀𝐥𝐭𝐬𝐭𝐚𝐝𝐭…
Geprägt ist sie von den typischen Holzbalkonen, die über die engen Gassen ragen, wie kleine, hinterlistige Sollbruchstellen für die Dachaufbauten Deines Campers.
Dies sei nur so mal für diejenigen unter Euch erwähnt, die beabsichtigen die Altstadt von Tiflis mit ihrem Camper besuchen zu wollen. Von Haarnadelkurven und Steigungen von bis zu 20%  mal ganz abgesehen.
Das könntest Du also machen… wäre dann aber doof.
Charmante Innenhöfe, in denen man auf Wäscheleinen den ein oder anderen textilen Kulturschock in Form femininer Unterbekleidung erleben darf und ein pittoresker Mix, sowohl verfallener, als auch restaurierte Jugendstil-Villen, maurischer Fassaden, orthodoxe Kirchen, russischer Klassizismus, vermischt mit Betonbauten aus der Sowjetära.
Falls ihr nun glaubt, dieses fundamentale, kunsthistorische Wissen sei meinem überdurchschnittlich hohen Bildungsniveau geschuldet… mit Nichten… alles bloß gegoogelt. 😉
Oben auf dem Berg gibt es, wie sollte es auch anders sein, eine Festung… die 𝐍𝐚𝐫𝐢𝐪𝐚𝐥𝐚-𝐅𝐞𝐬𝐭𝐮𝐧𝐠.
Im 3. Jahrhundert erbaut, befindet sie sich aktuell in einem, sagen wir mal, altersgerechten Zustand. Aus diesem Grunde ist sie vermutlich zur Zeit auch für Besucher geschlossen.🤷‍♂️
Direkt daneben findet der aufmerksame Besucher die „𝐌𝐮𝐭𝐭𝐞𝐫 𝐆𝐞𝐨𝐫𝐠𝐢𝐞𝐧𝐬“ oder auf einheimisch „𝐊𝐚𝐫𝐭𝐚𝐥𝐢𝐬 𝐃𝐞𝐝𝐚“ genannt…
Mit 20 Meter Lebensgröße wacht sie von hier aus über Tiflis.
In der rechten Hand ein Schwert haltend und in der linken eine Schale Wein, bietet es durchaus Raum für Interpretationen.
„𝐑𝐚𝐮𝐟𝐞𝐧 𝐨𝐝𝐞𝐫 𝐒𝐚𝐮𝐟𝐞𝐧“? … wäre z.B. eine Variante, als mögliche Botschaft für den unbedarften Touristen aus dem Westen.
Zumindest käme dies ganz bestimmt der georgischen Lebensphilosophie recht nahe.
Die „𝐅𝐫𝐢𝐞𝐝𝐞𝐧𝐬𝐛𝐫𝐮𝐞𝐜𝐤𝐞“… hinter vorgehaltener Hand von den Einheimischen auch die „Damenbinde“ genannt…
Warum? … Das überlassen wir jedem einzelnen Leser bei Betrachtung der einschlägigen Fotos. 😉
Ein futuristisches Konstrukt, aus Glas und Stahl, was aussieht wie ein UFO oder eben die besagte Menstruationshilfe.
Alles eine Frage der Perspektive.
Tiflis ist ganz bestimmt nicht perfekt…
... Die Stadt ist laut, chaotisch und vermutlich der festen Überzeugung, dass Lächeln überbewertet wird.
𝐚𝐛𝐞𝐫…
… sie hat Charme, ist bunt und hat ihre sowjetische Vergangenheit längst gegen einen westeuropäischen Esprit eingetauscht.
Uns gefällt´s.
In diesem Sinne… fuehlt Euch gekuschelt.



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