U n s e r R e i s e t a g e b u c h 2 0 1 1 - S ü d a f r i k a , B o t s w a n a , Z i m b a b w e
Botwana 2011
Samstag, 10. September 2011
Erster Eintrag:
Traditionell findet der erste Eintrag unseres Internet-Reisetagebuches immer schon zuhause, in Koblenz statt.
Wieder einmal wollte ich eigentlich kein Reisetagebuch führen.
Wieder einmal wurde mir mit "physischen Verweisen" gedroht, sollte ich für diese Reise kein Reisetagebuch führen.
Wir hätten selbst niemals für möglich gehalten, wie viel Freunde, Bekannte, ja sogar wildfremde Menschen, uns auf den letzten Reisen visuell zu begleiten haben.
Dementsprechend waren dann auch die Proteste groß als es hieß :
"Holger führt dieses mal kein Tagebuch"
Doch wie ihr diesen Zeilen unschwer entnehmen könnt, habe ich mich dem Willen des "Reisetagebuch - Fanclubs" gebeugt und beginne nun unser :
I N T E R N E T R E I S E T A G E B U C H 2 0 1 1 - A F R I K A
Trotzdem wird es wohl dieses mal ein wenig anders als auf den vorherigen Reisen.
Auf unseren Reisen durch "Südost-Asien" folgten wir doch mehr oder weniger touristisch eher erschlossenen Pfaden.
Interntetcafé, W-lan und WireFire waren spätestens nach 2-3 Tagen wieder verfügbar. Selbst auf den kleinsten Inseln istmittlerweile in Thailand ein Internetanschluss aufzutreiben.
Auch wenn man dafür mal einen Fußmarsch von mehr als einer Stunde in Kauf nehmen musste, war aif unseren letzten Reisen Internet doch relativ flächendeckend verfügbar.
Doch diesesmal zieht es uns in die unberührte Natur von Botwana.
Ein Land, doppelt so groß wie Deutschland und mit halb sovielen Einwohnern wir Berlin.
Mit dem Geländewagen wollen wir entlang der Kalahari-Wüste bis in das Okawango-Delta und den Victoriafällen.
Geplant sind knapp 5.000 km Wegstrecke.
(Selbstredend, dass wir hier nicht von "Autobahnkilometern" reden)
Internetzugänge werden uns wohl nur sporadisch zur Verfügung stehen. Doch versprechen wir an dieser Stelle, die Tastatur unseres altehrwürdigen "Läppies" fleissig quälen, damit wir Euch so gut es es geht über unsere Reise auf dem Lauudenden halten können.
Sobald irgendwo ein Internetzugang greifbar sein wird, werden wir Euch über die Aktuellen Pleiten, Pech & Pannen informieren.
Klingt ein wenig nach Abenteuer... und wir fürchten, daß es auch eines wird. 🙈
Diejenigen, die sich gerne in ihrer Schadenfreude "suhlen", werden vermutlich mal wieder auf ihre Kosten kommen. Dies ist jetzt kein Versprechen und auch keibe Drohung... sondern schlicht und ergreifend "Murphys law" . 😉
In 17 Tagen ist es also soweit. Das "Abenteuer AFRIKA" kann beginnen.
Samstag, 24. September 2011
Unsere Route ist geplant.
Wir befinden uns im "Pack-(Eu-)stress.
Keine 100 Stunden mehr und es geht los.
Dienstag, 27. September 2011
Die letzte N8 zuhause. Vor uns liegen 21 Tage auf dem "schwarzen Kontinent".
Wir sind gespannt was uns dort erwartet.
Kairo, den 28. September 2011 – 20.11. Uhr
Zwischenlandung in Kairo...
und es wäre ja keine Reise mit Ulrike & Holger, wenn mal alles wie geplant ablaufen würde.
Irgendwelche, für den außenstehenden Leser recht amüsanten Stolpersteinchen müssen ja grundsätzlich den Beginn unserer Reise „versüßen“.
Im Jahr 2008 sitzen wir einen Tag zu früh am Flughafen (besser als einen Tag zu spät),
2010 buchen wir bereits in Deutschland einen Weiterflug von Bangkok nach Hanoi, um dann in Thailand angekommen festzustellen, dass Vietnam das einzige Land Südostasiens ist, in dem man als Europäer noch ein Einreisevisum braucht, das wir natürlich nicht besaßen. Yippiaiäähhh.🤦♂️
Selbstredend, dass dieser Flug für uns damals erstmal gestrichen war und wir solange in Bangkok rumhängen mussten, bis wir das Einreisevisum für Vietnam in den Händen hielten.
Und 2011 ???
Auch in diesem Jahr muss selbstverständlich ebenfalls wieder etwas in die Hose gehen und wir hoffen, dass sich dieses Problem, nach der Ankunft in Johannesburg relativ zügig aus der Welt schaffen lässt.
Aber zur Zeit ist unsere Stimmung entsprechend spaßfrei.
Holger´s Reisepass ist gültig bis zum 15.11.2011 –
Eigentlich fliegen wir am 20.10. zurück, also sollte man glauben
„ Alles ist gut“ – aber Pustekuchen.
Für die Einreise nach Südafrika ist es auch noch OK.
ABER NACH BOTWANA … das eigentlich Land unserer Reiseträume...
Die Brüder müssen sich natürlich noch eine ganz besondere „Boshaftigkeit“ für uns einfallen lassen.
Für die Einreise nach Botswana benötigt man einen Reisepass der mindestens 6 Monate gültig ist.
„Na tolle Wurst“ – Da haben wir es mal wieder – unser Urlaubsstartproblem.🤷♂️
Nun also zum Urlaubsrettungsplan :
Morgen in Johannisburg angekommen, werden wir als erstes die Deutsche Botschaft in Pretoria anrufen.
Wir hoffen, dass es dort die Möglichkeit gibt meinen Pass kurzfristig zu verlängern.
Wenn nicht – Plan „B“ :
Rundreise durch Südafrika.
Es wäre natürlich sehr ärgerlich, zumal wir ja die meisten Camps in Botswana bereits vorab gebucht und bezahlt haben.
Also egal mal wie – wir müssen nach Botswana …🙈
Wir versuchen Euch auf dem laufenden zu halten.
P.S. Der Flughafen Kairo hat „WIFI Kostenlos“ – sehr lobenswert.
Johannisburg 29.11.2011
Heute morgen um 7.40 Uhr Ortszeit, übrigens die selbe Uhrzeit, wie in Deutschland,
landete unsere Maschine in Johannisburg.
Mit noch ziemlich suboptimaler Stimmung verging die Nacht im Flugzeug relativ unspektakulär. Es gab also weder einen Absturz noch eine Flugzeugentführung. Somit wieder ein Tag an dem wir diejenigen unter Euch, die unsere Reiseberichte primär lesen, um sich an unseren erlebten „Katastrophen“ zu ergötzen, entäuschen müssen.
Allerdings haben wir ja unsere, bzw. meine (grummel) Reisepasspanne noch nicht überstanden. Mir persönlich soll das als Reisekatastrophe auch erst einmal vollkommen ausreichen.
Fakt ist – ohne gültigen Reisepass keine Einreise nach Botswana – PUNKT
Wer soll auch damit rechnen, dass das Gültigkeitsdatum in einen Ausweis nicht dessen Gültigkeit nachweist, sondern eher ein willkürlich und flexibel verlegbares Schätzdatum ist, welches die einzelnen Einreiseländer individuell und nach "gut dünken" auslegen.
Also sollte der eine oder andere von Euch jemals nach Botswana wollen, denkt daran :
Mindestens 6 Monate Gültigkeit bei Einreise. Und da gibt´s nix.
Für morgen um 8.00 Uhr haben wir jetzt einen Termin bei der Deutschen Botschaft in Pretoria vereinbart.
Passbilder habe ich mir heute schon mal, rein prophylaktisch anfertigen lassen.
Sie konnten uns jedoch am Telefon nicht zusagen, dass die Ausstellung eines vorläufigen Reisepasses noch bis morgen umgesetzt werden kann.
Einen Stempel auf ein Blatt Papier zu klatschen ist ja auch eine Aufgabe die ein gewisses, längerfristiges Zeitkontingent in Anspruch nimmt.
Da am Montag Feiertag (in der deutschen Botschaft, da „Tag der deutschen Einheit“) ist und sich zu allem Überfluss die Herren Diplomaten am 4.10. auch noch eine weitere Auszeit gönnen, würden wir dann bis mindestens nächsten Mittwoch hier in Südafrika festhängen.
Dies würde natürlich unsere sehr straff geplante Route ganzschön durcheinander werfen.
Aber wir sind ja schon froh, wenn es überhaupt klappt mit dem Pass. Um ehrlich zu sein haben wir recht wenig Lust auf „Afrika light“, wie man Südafrika auch mal ganz gerne nennt, da es sich mittlerweile doch sehr stark dem europäischen Standard annähert.
Egal wie es morgen ausgeht, heute genießen wir noch mal das tolle Ambiente unseres „Hochsicherheitstraktes“ in dem wir untergekommen sind. Eine 4 Sterne Lodge mit Swimmingpool vor unserem Schlafzimmer.
Diese Unterkunft hat uns unser Autovermieter für die erste Nacht gebucht. Da die Unterkunft im Preis für das Offroad-Fahrertraining enthalten war, muss man sagen „da hat er sich da nicht lumpen lassen, die "Autovermietung Bush Lore“.
Die Tatsache, rund herum von 3 Meter hohen Mauern umgeben zu sein, und wir nur durch ein kameragesichertes Schiebetor Zugang haben, scheint wohl hier in Johannesburg normal zu sein.
Unser „Offroad Fahrtraining“ haben wir mittlerweile auch absolviert.
Es hat uns sehr nützliche Erfahrungen mit dem physischen Grenzgang eines „Defenders“ gebracht. Man soll nicht glauben welche Neigungswinkel ein solches Auto wegsteckt, ohne sich auf die Seite zu legen.
Fazit: Das Geld für diesen Kurs war definitiv gut investiert und wir hoffen, diese Grenzerfahrungen ohne Trainer nicht noch mal machen zu müssen.
Ok... Nun hoffen wir auf morgen.
Drückt die Daumen, dass es die Deutsche Botschaft von Südafrika gut mit uns meint.
Bild 1 : So lässt es sich erst einmal aushalten.
Bild 2 : Ulrike´s erste Begegnung mit den heimischen Raubkatzen
Bild 3 : Unser Abschied von der Zivilisation - wenn schon denn schon :-)
(die Türe hinter den Sonnenliegen ist unser Schlafzimmer)
Bild 4+5 : Ulrike & Holger beim Öffroadtraining
Johannisburg, 29.09.2011
Das isser - unser, hoffentlich treuer Begleiter für die nächsten 3,5 Wochen.
Pretoria, 30.09.2011
Nach langem Zittern haben wir es doch tatsächlich gepackt.
Holger hat seinen „vorläufigen Reisepass mit Gültigkeit bis zum 1.10.2012. - BINGO.
Obwohl wir uns ja schon einem recht attraktiven „Plan B“ ausgetüftelt hatten... Hätte es mit Bostwana erst nächste Woche geklappt, wären wir erstmal nach Kapstadt zum „Pinguin streicheln“ gefahren und nächste Woche zurückgekehrt, um dann den Pass abzuholen.
Zwar hätten wir dadurch in Botswana ein paar Highlights auslassen müssen, aber immer noch besser als die gesamte Reise zu canceln.
Doch jetzt gibt es statt Pinguine doch Elefanten zu knuddeln.
Und dafür gebührt ein riesiges Dankeschön, zum einen an das „Bürgeramt Koblenz", welches wohl in einem ungewöhnlich schnellen Akt alle erforderlichen Unterlagen nach Pretoria geschickt haben muss, um noch rechtzeitig vor dem verlängerten Wochenende eine Ausstellung zu ermöglichen.
Zum anderen auch der superfreundlichen, zuvorkommenden Frau „Löfler“ aus dem deutschen Konsulat in Pretoria. Auch sie hat sich alle Mühe gegeben ein Verfahren, welches im Normalfall mindestens 1 Woche dauert, über die Bühne zu kriegen. DANKE, DANKE, DANKE !!!
Damit sollten nun alle Voraussetzungen für unseren „Botswana Trip“ erfüllt sein.
SOLLTE….. ,
wenn wir nicht in Ulrike´s & Holgers „Pleiten, Pech und Pannen Show“ wären.
Denn es wäre ja langweilig, wenn wir jetzt so ganz entspannt in Richtung Botswana tingeln könnten.
Nein... unser, gestern noch als Star gefeiertes, geländegängiges Automobil möchte ja auch noch seinen Teil zur Pannenshow beitragen.
So stehen wir auf dem Parkplatz der Deutschen Botschaft, haben unseren „Ländi“ brav vollgetankt und was macht das Kerlchen? Spuckt den Sprit einfach hinten wieder aus.
Im Klartext, unser Tank ist undicht. Also den Vermieter anrufen und abwarten... ...abwarten... abwarten.
Aber wir sind ja nunmal im Urlaub und nicht auf der Flucht. Also Geduld...
Nach 2 Stunden trudelte dann ein Monteur unserer Autovermietung ein. Er bediente so ziemlich alle Klischees der afrikanischen Ethnie. Schwarz wie die Nacht und eine Nase, so breit wie ein Tennisball.
Er beruhigte uns mit der Aussage, dass wir wohl lediglich den Tank zu voll gemacht hätten und sich der Sprit nun über den Überlauf seinen Weg nach draußen suchen würde.
Obwohl uns diese Erklärung recht Fadenscheinig vorkam, setzten wir unseren Weg mit 3stündiger Verspätung in Richtung unseres ersten Nationalparks fort.
Dieser befindet sich noch in Südafrika und nennt sich „Marakele“ .
Nein liebe Kollegen von "DeutscheSee", das ist kein Tippfehler und hat jetzt nichts mit dem von uns so beliebten Speisefisch zu tun.
Es ist definitiv ein Nationalpark. Dort stellten wir das erste mal unser Dachzelt auf und dafür klappte es erstaunlich gut.
Unser erstes BBQ mit einen 2KG Stück Rindfleisch mundete vorzüglich.
Und morgen geht es 500 km in Richtung Norden.
Bilder :
1. Unser erstes Nachtlager...
2. Unser Proviant für die nächsten Tage.
3. Erstes BBQ in Marakele. Ein kleines Steak für Holger :-)
4. Die "Jagd" beginnt
Samstag, 01. Oktober 2011
Kharma Rhino Sanctuary - Botswana
500 KM ging es für uns erstmal in Richtung Norden, und unser „Ländi“, wie wir ihn nun liebesvoll nennen, hat tapfer mitgespielt.
Heute Morgen hatten wir uns noch einen kurzen Trip durch den Marakele Park gegönnt. Natürlich mit dem Auto... zu Fuß wäre dies in diesen Regionen eher weniger empfehlendswert.
Obwohl wir eigentlich ein recht knappes Zeitfenster haben, wollten wir den Park nicht verlassen, ohne in den Genuss kommen, endlich einige Wildtiere Live und in Farbe zu sehen.
Uns was sollen wir sagen?... Es hat sich auch gelohnt.
Wir sahen Giraffen die majestätisch durch die Savanne streifen, Warzenschweine die frech vor unserem Auto die Strasse überquerten und Antilopen die meiner bisherigen Ansicht, Elche seien große Tiere, Lügen straften.
Kurzum...
- die erste Nacht im Dachzelt war überraschend enstpannt.
- Der Besuch im Marakele Park hat sicht gelohnt,
obwohl wir eigentlich nur für die Übernachtung dort hinein gefahren sind.
Und nun, wie bereits erwähnt, geht es ab nach Botswana.
Da unser eigentliches Ziel, die Stadt Maun, in der Nähe des „Okawango Delta“ für einen Tag zu weit ist, haben wir uns noch für eine Nacht im „Kharma Rhino Park“ eingebucht.
Dort sinddiese seltenen Spitzmaul-Nashörner heimisch, von denen es in den 70er Jahren nur noch sage und schreibe 5 Exemplare gab.
Mittlerweile ist der Bestand wieder auf fast 50 Tiere angestiegen und die Spitzmaul-Nashörner teilen sich das Gebiet mit Ihren Artgenossen, wie Breitmaul-Nashörnern und anderen Wildtieren.
Aber da wir auch diesen Park eigentlich nur als „Übernachtungsstätte“ nutzen wollen gehen wir davon aus, dass wir von der Tierwelt hier nicht viel zu sehen bekommen.
Die Zeit, in die Nationalsparks im Ockawango-Delta zu kommen, drängelt leider ein wenig.
Morgens früh um 5.00 Uhr klingelt dann schon wieder der Wecker, um die nächsten 500 km in Angriff zu nehmen, damit wir rechtzeitig unser Ziel, das „Ockawango Delta“ erreichen.
Die Fahrt zum dem „Kharma Rhino Park“ verlief im Grunde recht entspannt.
Eher verspannt war dagegen das organisieren inländischer Devisen.
Oder anders ausgedrückt... Wir mussten Geld wechseln.
Für alle unter Euch, die jemals nach Afrika reisen möchten, sei ein guter Rat mit auf dem Weg gegeben:
Willst Du in Afrika eine Bank konsultieren, tue dies niemals an einem Freitag oder Samstag !!!
Warum?... Das ist schnell erklärt. So wie es scheint,m bekommen die Arbeiter in Südafrika ihren Lohn wöchentlich ausgezahlt. Dies bedeutet, dass sich 90 % aller Südafrikaner Freitags am Bankautomaten ihres Vertrauens befinden, um sich dort ihren Wochenlohn abzuholen.
Glaubt mir... eine Schlange Menschen, die für das letzte Michael Jackson Konzert anstehen, dass von seinem Geist performed wird, könnte nicht länger sein.
Jedenfalls haben wir uns nun mit viel Geduld, Nerventraining und Durchsetzungsvermögen finanziell für Botswana gerüstet und uns auf den Weg zu den Nashörnchen gemacht, die wir mit etwas Glück, hoffentlich heute Nacht zumindest mal rumstapfen hören werden.
Dort angekommen wurde uns ein wirklich toller Lagerplatz zugeteilt.
Ganz für uns alleine, konnten wir dort unser Lager aufschlagen und den restlichen Tag genießen.
Ulrike hatte sich vorgenommen, sich heute zum Abendessen ein zünftiges Süppchen zu kochen, mit all den frischen Zutaten, die wir in unserem 40 Liter Kühlschrank gebunkert hatten.
Da unser Lagerplatz recht sandig war breiteten wir unser Lebensmittel ersmtal auf eine Plane aus, um sie endlich mal zu sortieren. Dazu war ja bisher leider noch keine Gelegenheit.
Schön haben wir es uns gemacht... richtig gemütlich.
Das Zelt war aufgebaut... der Tisch war bereits gedeckt und das erste Bierchen hatte bereits „plöpp“ gemacht.
So kramten wir noch die letzten Klamotten aus dem Auto, um endlich Ordnung zu machen, als ich hinter mir ein recht dumpfes Grunzen hörte.
Während Ulrike im Auto noch fleißig nach ihren Gewürzen kramte, drehte ich mich mal in Richtung des Grunzgeräusches.
OOOOOHHAAAA...
Da stand dann ca. 3 Meter vor mir so ein ausgewachsenes Riesen-Spitzmaul-Nashorn und schaute mich an, als wenn es fragen wollte:
"Guten Abend... bin ich auch eingeladen? "
Na selbstverständlich war es eingeladen...
Wer würde schon den Argumenten von knapp 3 Tonnen Lebendgewicht widersprechen? Also, wir nicht!
Ich flüsterte ein leises „Uuulrikeeee“ in Richtung Auto.
Aber „Uuulrikeeee“ hörte mich nicht.
Sichtlich etwas nervös, bei meiner Frau kein Gehör zu finden, wiederholte ich ihren Namen, so oft bis dann endlich eine Reaktion kam.
Und die Reaktion war dann auch die vermutlicheinzig richtige:
Kontrollierter Rückzug.
Erst suchten wir Schutz hinter unserem „Ländi“ während Genosse „Rhino“ schon einmal die Einladung zum Abendessen dankbar annahm.
Die Kartoffeln hatten es ihm besonders angetan und offensichtlich mundeten sie ihm sehr.
Leider konnte er es nicht vermeiden, sich während seines ungeplanten „Dinner for one“, denn wir hatten uns dann doch kurzerhand ausgeladen, mit seinen zierlichen „Rhinopfötchen“ entsrpechende Spuren auf unserem Abendessen zu hinterlassen. So what – so ist sie halt, die Natur.
Nachdem sich unser ungebetener Gast von uns verabschiedet hatte und wir und quasi mit den Resten begnügten, zog es sich zu allem Überfluss noch zu.
Ein Gewitter zog auf, das zwang uns den Rest des Abends im Zelt zu verbringen. Aber wir wollten ja sowieso früh schlafen gehen um für die nächsten 500 km fit zu sein. Also... alles gut...
Doch ließ mich ein Gedanke im Halbschlaf nicht los:
"Sind Nashörner eigentlich wasserdicht?"
Bilder :
1. Unser Lagerplatz im "Khama Rhino Park"
2-4. Unser Gast zum Abendessen
5. Dieses Bild wurde mit einem 18-55 er Objektiv geschossen. Nur um zu verdeutlichen,
wie nah wir "Genosse Rhino" waren.
Sonntag, 02. Oktober 2011
Entlang der Kalahari Wüste mit den allergrößten Hindernissen.
Also wer von Euch scharf darauf war, sich in unserem Elend zu suhlen, kommt mit dem heutigen Tag mal wieder einmal mehr voll auf seine Kosten.
Die Nacht war, trotz des Regens (haben wir nicht Trockenzeit???), erstmal recht erholsam für uns.
Schön war vor allem, dass der Wettergott es mit uns gut meinte und er pünktlich zum Zeltabbau den Regen einstellte.
Wir fuhren am frühen Morgen noch einmal quer durch den Rhino-Park, um uns quasi von unserem „Abendgast“ zu verabschieden und der Hoffnung, vielleicht noch ein paar andere Artgenossen anzutreffen.
Schließlich hatten wir ja noch ein paar Kartoffeln übrig.
Leider haben wir weder ihn noch andere Rhinos entdecken können. Ich hätte nicht gedacht, wie heftig es sein kann, eine Sandpisten zu befahren.
Dabei kann man trotz Allrad schon ganzschön ins Schwitzen kommen.
Zum Glück fing es dann an zu regnen, so dass es etwas leichter wurde sich über die Pisten zu wühlen.
Allerdings auch optisch etwas unattraktiver, was die „Wildjagd“ anging. Denn weder Tiere, noch Holger & Ulrike hatten gerade Bock auf Regen.
So beschlossen wir uns von den Rhinos zu verabschieden und die Weiterreise anzutreten.
An diesem Tag hatte es zum Glück nur 1x geregnet... allerdings von 7.00 Uhr morgens, bis zum Nachmittag um 14.00 Uhr.
So fuhren wir die meisten unserer 500, heute noch zu bewältigenden Kilometer im Regen.
Aber mit so was muss man in Afrika, während der Trockenzeit eben rechnen.
So tuckerten wir von Blitz und Donner begleitet entlang der Kalahari –Wüste unserem nächsten Ziel, Maun ... dem Tor zum Ockawango-Delta entgegen.
400 der oben benannten Kilometer fuhren wir, wie bereits erwähnt durch die Kalahari.
Was den besonderen Reiz der Kalahari ausmacht? ... Öhhh, eigentlich nichts.
Man fährt durch eine unendliche Einöde, die niemals zu enden scheint.
Man sieht Ortsschilder von Orten die noch 250 KM entfernt sind. Als kulturell verwöhnter Mitteleuropäer glaubt man dann auf einen Ort zu treffen in dem das Leben mit Internetcafe´s und Bars´s floriert. Ein Ort der schon soweit im Voraus angekündigt wird, müsste ja eigentlich schon einen gewissen, städtischen Charakter haben, oder? ...
Allerdings hätte uns schon stutzig machen sollen, dass ansonsten kein anderer Ort beschildert war.
Letztendlich landeten wir bei ein paar landestypischen Rundhütten aus Lehm. Wenn überhaupt vorhanden, dann hat die Bar das Flair einer Besenkammer, gegen die das Koblenzer Szenecafe „Pfefferminzche“, wie eine Bahnhofsvorhalle anmutet.
Aber dafür sind wir ja nun mal in Afrika.
Und... dies nur am Rende bemerkt, noch mitten in der Kalahari.
Ich hatte vielleicht schon mal erwähnt, dass Botswana von der Grundfläche ungefähr 2x so groß ist wie Deutschland, aber nur halb soviel Einwohner hat wie Berlin, also ca. 2 Millionen.
Durch Botswana verlaufen genau 2 asphaltierte Strassen die das Recht haben könnten, auch nur annähernd als solche bezeichnet werden können.
Quizfrage!!!...
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit in einem solchen Land von einer Radarfalle erfasst zu werden?
Im Grunde noch geringer als in der Trockenzeit von einem 7 stündigen Gewitter überrascht zu werden.
Aber... Wir können beides... aller Wahrscheinlichkeiten zum Trotz.
OK, Holger gönnt sich auch noch dieses Fettnäpfchen und donnert mit 89 km/h in eine 60 er Zone und tappt in die wahrscheinlich einzige Radarfalle Botswana´s.
Um es kurz zu machen :
Blaulicht – angehalten – Belehrung – böser Zeigefinger – 500 Pula (ca. 80 €) – Botswana dankt für die Spende in die Staatskasse.
Eigentlich sollte die Ärgenisse für einen Tag genug sein sollte man meinen.
Aber denken wir mal nach. Wir hatten:
- Pleiten – weil Kohle weg
- Pech - mit dem Wetter (Strömender Regen in der Trockenzeit)
Und was fehlt jetzt noch???
Richtig – die Panne.
OK, auch damit werden wir Euch heute ebenfalls noch beglücken.
Wir möchten Euch ja nicht enttäuschen.
Das schlimmste was man sich ein einer solchen Gegend vorstellen kann, ist wohl mit dem Auto stecken zu bleiben.
Und das hier wäre ja nicht Ulrikes & Holgers „Pleiten, Pech und Pannenbuch“, wenn wir die 500 km entspannt und ohne Hindernisse, zu unserem Ziel geschafft hätten.
Wir wollten natürlich auch alle „Wüstenabenteuerklischees“ erfüllen und selbstverständlich noch mitten im Nirgendwo hängenbleiben.
Jaaa, genau.
Unser „Ländi“ gibt mitten in dieser von Gott verlassenen Wüste den Geist auf.
Erst pinkelt die Mistkarre Sprit, und dann bleibt das Drecksding auch noch mitten in der Wüste stehen.
Mit Geduld und Spucke kämpften wir uns noch bis ca. 50 KM vor Maun, unserem eigentlichen, heutigen Ziel.
Dann ging irgendwann nichts mehr.
Ok, wir zahlen ja nicht umsonst 10 € / Tag für unser Satellitentelefon.
Schön, dass wir jetzt auch mal die Gelegenheit haben, dieses Wunderwerk der Neuzeit auszuprobieren.
Dumm nur, dass dieses Teil mal eben Gebühren von 9 €/Min. kostet, wenn man es benutzen möchte. Aber da mussten wir nun durch...
Die Vorstellung hier die Nacht zu verbringen, fanden wir beide nicht so prickelnd. Also telefonieren was die Sattelitengurke hergibt. Südafrika, Deutschland, Südafrika, Botswana, Südafrika, Deutschland usw usw…
Nach unendlichen Talk´s , von denen wir beide nicht mal die Hälfte verstanden, hatten wir es endlich geschafft unseren Vermieter in Johannesburg davon zu überzeugen, dass es für uns ein wenig suboptimal wäre, hier zu warten bis er Hilfe aus Südafrika schickt.
Nach stundenlanger Warterei kam dann die Erlösung. „Baloo mit Frau und Sohnemann."
Er, Baloo heiß eigentlich Christian und ist ein gebürtiger Engländer mit Irischer Mutter und belgischen Vater, in Brasilien aufgewachsen, in Deutschland beim belgischen Militär in Bad Nauheim gedient, vor 15 Jahren in Südafrika Urlaub gemacht hatte und geblieben ist. Nun wohnt er in Maun, Botwana. Geht’s noch internationaler?
Jedenfalls waren die 3 unsere Retter in der Not. Nach kurzer Diagnose stellte Baloo schnell fest, dass für unserem „Ländi“ hier die Safari endet. Maschinenschaden.
So schleppte er uns 50 KM durch die Wüste nach Maun auf einen Campingplatz.
Dort wird er uns morgen abholen, damit wir in Maun klären können, ob und wenn ja wie und womit es nun mit unserer Reise weitergeht.
To be continued…
Bild: Am Wesser kann es nicht liegen... ist keines drin.
Montag, 03. Oktober 2011
Maun – die kleine Stadt am Ende der Welt.
Nun hängen wir erstmal hier in Maun fest.
Unser „Ländi“ hat schlapp gemacht und wartet nun darauf wieder zum Leben erweckt zu werden.
Zwischenzeitlich hat uns Baloo heute Morgen abgeholt und uns in sein „Büro“ eingeladen.
Als „Translator“ für 7 verschiedene Sprachen verdient er hier im Maun seinen Lebensunterhalt. Er bearbeitet für Touristen und Einheimische, übersetzt Schriftstücke und führt notwedige Verhandlungen für Kunden.
Wo könnten man das wohl besser, als mitten in einer Einkaufsmall vor einem Fastfood - Restaurant. Denn genau dort hat Baloo auch sein Büro.
Ein Tisch im „Barcelos“, einer afrikanischen Chicken – Fastfoodkette, an dem sich im übrigen KFC einige Scheiben abschneiden könnte, denn es war köstlich, was wir dort gegessen haben.
Ach kam ich nicht umhin, bei Baloos beruflichen Umfeld an die Serie "Danni Lowinski" zu denken, die ja ihr Büro ebenfalls in einer Einkaufsmall am Kölner Neumarkt betreibt.
Und wir hatten also ebenfalls die Gelegenheit, dort einen entspannten Vormittag zu verbringen.
Wir konnten endlich mal wieder den Kontakt zur Außenwelt im Internet suchen (free WiFi) und es auch E.T. gleich tun und mal nach Hause telefonieren. Dank Baloo haben wir nämlich erfahren, wie man sich in Botswana eine einheimische Telefon – Prepaidkarte besorgt und wie man sie aktiviert.
Kostet ein „Appel und ein Ei“ funktioniert allerings r nur in Maun und knapper Umgebung. Mit dem Bau von Sendemasten im Okawango-Delta hängt Botswana leider noch etwas hinterher.
Und da wir schon einmal so nett mit einem „Einheimischen“ zusammensaßen, konnte sich Ulrike auch nicht die Frage verkeifen, ob er nicht jemanden wüsste, der relativ günstige Flüge über das Okawango – Delta anbot.
Selbstversändlich wusste Balloo da jemanden.
Mit einem Augenzwinkern begann er zu telefonieren und innerhalb von 10 Minuten war ein Flug mit einer Cessna quer über das Delta gebucht.
Mit knapp 200€ zwar immer noch nicht ganz billig aber finanziell vertretbar.Zumal dies ein Individial-Flug, ohne zurätzliche, fremde Passagiere war.
Da so ein Flugzeug außer dem Piloten 3 Sitzplätze bietet boten wir Balloo an, seinen 15 jährigen Sohn mitzunehmen. Dessen Traum ist es einmal Pilot zu werden und bis heute hatte er noch nicht die Gelegenheit einen Flug über seine Heimat zu erleben.
Daher nahm Baloo unser Angebot gerne an und wir waren unsererseits froh, uns wenigstens ein wenig für all das revanchieren zu können, was er in den letzten Stunden für uns getan hatte.
Der Flug über das Delta war schlicht und ergreifend atemberaubend.
Wir wollen hier niemanden die Nase lang machen, aber diese Aussicht auf die Elefantenherden, Giraffen und Antilopen war einfach unbeschreiblich und sein Geld definitiv wert.
Auch wenn sich Holger nach einiger Zeit sein ehemals wohlschmeckendes „Barcelos – Frühstück“ noch einmal durch den Kopf gehen lies und mit der Erkenntnis landete, dass gegrilltes Hähnchen rückwärts recht ähnlich schmeckt, wie vorwärts.
Luftlöcher, krasse Returns und andere Flugmanöver taten dafür ihr übriges. Das Fotografieren musste dann kommissarisch mal Ulrike übernehmen, da Holger damit beschäftigt war einer Papiertüte die Reinkarnation seiner letzten Mahlzeit einzuhauchen.
Und als wir landeten, was stand da vor dem Flughafen?...
Überraschung... Unser „Land Rover“... Repariert, komplett durchgecheckt und bereit für weitere Abenteuer mit uns.
Nur...
ab jetzt müssen wir uns auf unser Auto tatäschlich voll und ganz verlassen können. Denn ab morgen geht es dann endgültig ins Okawango Delta.
Das Fleckchen Erde, von dem Holger als Kind fasziniert war. Spätestens, als er das erste Mal den Film „Die lustiger Welt der Tiere“ gesehen hatte.
Diese, in den 60er Jahren gedrehte Tierdoku hatte schon damls in Ihm den Wunsch geweckt, einmal in seinem Leben dort hinzureisen. Kaum 40 Jahre später... also morgen, ist es dann soweit.
Dies bedeutet allerdings für die nächsten 10 Tage kein Internet, keinTelefon oder irgendwelche Geschäfte, in denen man etwas zu essen oder trinken kaufen könnte. So werden wir uns morgen noch mal mit reichlich Lebensmittel und Diesel eindecken, um uns dann durch das Delta bis hinauf zu den Victoriafällen hochzuarbeiten. In Livingstone, wird es dann wohl wieder Internet verfügbar sein.
Bis dahin verabschieden wir uns erstmal in der Hoffnung, Euch sehr viele Eindrücke und Erlebnisse mitbringen zu können.
Bilder :
1-4 : Luftaufnahmen "Okawango"
5. Auch wenn´s albern aussieht - ohne Hut geht in dieser Gegend garnichts
6. Family "Balloo" - unsere "Retter"
7. Afrika - Impressionen
Dienstag, 04. Oktober 2011
Katsiniki Camp
Nun sind wir fast am Ziel...
Heute hatten wir eine relativ kurze Fahrt bis zum nächsten Camp.
Auch gab es keine weiteren Pannen, die erwähnenswert wären.
Schade für Euch – gut für uns.
Sehr auffällig auf der Fahrt war die „Esel-Population in diesem Teil des Landes.
Diese Kerlchen stehen zu hunderten am Straßenrand, oder überqueren dieselbige in aller Seelenruhe, als hätten sie eine angeborene „Vorfahrt“. Es gibt so viele von ihnen, dass man sich fragt, ob sie alle jemanden gehören oder eher wild leben.
Als wir „Balloo“ danach befragten, antwortete er mit einem verschmitzten Lächeln: „Die Esel sind so lange wild, bis du einen überfährst. Dann kommen die Einheimischen von allen Seiten und verlangen finanziellen Ersatz für s e i n e n totgefahrenen.
Dabei schadet auch garnichts zu wissen, dass der „Besitzer des Esels“ überhaupt keinen Anspruch hätte. Im Gegenteil... er wäre sogar verpflichtet, als Besitzer des Esels für den Schaden am Fahrzeug aufzukommen.
Aber welcher Tourist weiß das schon?... Und Polizei?... Die finde mal, so am Rande des Busches.
Wir sitzen jetzt im noch trockenen Teil des Okawango-Deltas.
Morgen geht es dann weiter in den Norden. Von dort aus werden wir hoffentlich bald in die unzähligen Vezweigungen des Okawangos gelangen, der die artenreichste Tierwelt unseres Planeten beherbergt.
Wir freuen uns wir Bolle...
Und das alles ohne, dass wir uns mit irgendwelchen Zeitgenossen einer Reisetruppe herumschlagen zu müssten.
Wie komme ich jetzt darauf?...Nun ja...
Der Tourismus in Botswana ist primär auf Pauschaltourismus ausgelegt.
Im Grunde wird es Individualtouristen wie uns, sogar recht schwer gemacht, dieses Land zu durchreisen.
Man hat doch lieber die Art von Besuchern, die das „Rundumsorglospaket“ zum Luxustarif buchen möchten.
Wir hatten im „Audi – Camp“ in Maun die Gelegenheit 2 solcher Pauschalreisegruppen kennenzulernen und haben schnell festgestellt, dass es nicht ganz unsere Art ist, ein Land zu bereisen.
Klar... so eine Reise ist in geführter Form wesentlich enspannter. Man muss sich um nichts Sorgen machen. Alles wird für einen erledigt und man wird, ohne sich Gedanken machen zu müssen zu „A“ nach „B“ kutschiert.
Wenn wir zufällig auf solche Reisegruppen treffen, fällt uns unwillkürlich das Buch von „Thommy Jaud“ ein... „Hummeldumm“.
Wer es noch nicht kennt, kurz zum Inhalt:
Ein Pärchen, um die 30 Jahre, fährt mit einer Reisegruppe in einem Minivan durch Namibia. Die Mitglieder dieser Reisegruppe bedienen so ziemlich jedes Klischee, das man sich an Charaktäre vorstellen kann.
Man kann sich vorstellen, welche Situationskomik daraus entsteht. Übrigens auch für jemanden, der nicht nach Afrika reisen möchte, eine sehr empfehlenswerte und kurzweilige Bettlektüre.
Also zurück zu unserer „Hummeldumm – Truppe“, hier in Maun
Sie saßen zum Abendessen im Restaurant, neben unserem Tisch.
Dort vereinigten sich unter anderem eine 65 jährige Dame, die ohne ihren eigenen Haarföhn niemals auf Safari gehen würde, 2 „Sauf-Kumpanen", die an diesem Abend schon mehr Bier konsumiert hatten, als wir für die nächsten 10 Tage in unserem „Ländi“ gebunkert hatten, sowie eine junge, glückliche Familie mit einem 6 Monate alten Baby.
Man stelle sich vor...
dass dieses Baby auf der 10-stündigen Fahrt ins Delta seinen Unmut über diese Reise, nur über die noch jungen, aber kräftigen Stimmbänder zum Ausdruck bringen kann. Das könnte unter Umständen doch am Nervenkostüm der mitreisenden „Nichteltern“ zehren.
Nein, das sind jetzt keine fiktiven Gestalten, die ich hier erfunden habe.
So... und noch einige andere Gestalten, waren tatsächlich Mitglieder dieser Reisegruppen, die wir an diesem Abend antrafen.
Ebenfalls stelle ich mir vor, man hätte Magen – , oder Verdauungsprobleme und muss öfter als gewöhnlich mal „in den Busch“.
Es ist bestimmt ein nachhaltiges Erlebnis, dabei von 10 – 12 Safari-Genossen angegafft zu werden...
Und wieder wurde uns klar... auch wenn es anstrengender sein wird, und auch gewisse Rest-Risiken birgt ...
Die Entscheidung, auf eigene Faust zu reisen, war goldrichtig... Zumindest bis heute.
Wir können halten, wo wir wollen und wie lange wir wollen... Niemand der uns vorschreibt, wann wir wo eine Pause machen.
Seit diesem Abend, nennen wir die Jeeps, in denen diese Reisegruppen auf drei oder 4er- Sitzbänken eingepfercht werden, „Hummeldumms“.
Eben in Anlehnung an das gleichnamige Buch, was anscheinend gar nicht soweit hergeholt ist.
Mittwoch, 05. Oktober 2011
Moremi Park,
Heute sind wir endlich an unserem ersten, echten Etappenziel angekommen.
Der „Moremi – Nationalpark“ ist das erste Ziel, das tatsächlich auch im Okawango-Delta liegt.
Im Grunde gint es auch nicht viel zu schreiben... Wie heißt es so schön?...
Bilder sagen mehr als tausend Worte...
Elefanten, Giraffen, Zebras, Gazellen, Affen….. alles quasi „hautnah“ .
Es ist ein sehr bewegendes Ereignis, wenn so ein ausgewachsener Elefantenbulle auf dich zu schreitet und dann 3 Meter vor deinem Auto abbiegt, weil ihm der Anblick des „Defenders“ dann doch nicht ganz geheuer ist... Zum Glück.
Wenn Gazellen genau vor dem Auto äsen, als wenn man selbst zur Herde gehört.
Und all das hautnah... ohne irgendwelche Zäune oder andere Barrieren, die einen von den Tieren trennen.
Es sheint, als würdd bei den Tieren dieses „weiße, brummende Getier“, das da über die Steppe rollt toleriert und nicht unbedingt als Fressfeind registriert.
Sie lassen sich kaum von unserem Defender beeindrucken, solange wir langsam genug an ihnen vorbeifahren.
Nur wenn dieses „weiße Tier“ so kleine, zweibeinige Parasitentierchen ausspuckt, werden sie etwas unruhig. Die mögen sie anscheindend weniger.
Dieses Land ist einfach nur ein Traum für Menschen die nicht nur Tiere lieben, wenn die gebraten auf dem Telle liegen.
Trotz dieser recht kargen Landschaft, die der Okawango in der Trockenzeit zu bieten hat, ist dieses Fleckchen Erde jetzt schon das faszinierendste, was wir je in unserem Leben gesehen haben.
Und dabei stehen wir gerade erst am Anfang unseres Trips in die Einsamkeit der Okawango – Deltas.
Wir freuen uns darauf…
Bilder : Kleine Impressionen von "Botwana´s" Tierwelt
Donnerstag, 06. Oktober 2011
Moremi Natur Park im „Offroad–Marathon“
Unsere derzeitige Campesite haben wir für 2 Tage gebucht.
So haben wir noch eine Fahrt in den Ostteil des Moremi Nationalparks geplant. Doch bedauerlicherweise macht uns ein überschwemmtes Areal, das genau auf der geplanten Route liegt, einen recht fetten Strich durch unsere Safari-Rechnung.
Die einzige Option, an unser Ziel zu gelangen ist ein 70 km langer und recht sandiger Umweg.
Wenn wir allerdings vorher gewusst hätten, dass diese Strecke, hin und zurück, überhaupt nicht an einem Tag zu schaffen ist, hätten wir den Tag wohl im Camp verbracht.
Zumal wir heute morgen bereits im Morgengrauen von unseren nächtlichen „Poltergeistern“ begrüßt wurden.
Heute Nacht trieben nämlich irgendwelche UTO´s also "unbekannte Tierobjekte“ um unser Auto herum ihr Unwesen.
Wir hörten des Nachts ein fürchterlich lautes Geknackse, Gegrunze und Gepolter.
Und es klang, als wären es defintiv keiner kleinen Affchen, die um unser Auto herumstromerteten. Es klang größer... viel größer.
Nicht, dass wir in unserem Dachzelt direkt Angst gehabt hätten, war uns trotzdem durchaus bewusst, dass es keine gute Idee gewesen wäre, zur Zeit unseres nächtlichen Besuches das Zelt zu verlassen.
Und am nächsten morgen hatten wir dann auch tatsächlich das Vergnügen, oder besser gesagt das Glück, unsere nächtlichen Besucher noch einmal persönlich kennenzulernen.
Eine kleine „Hippo – Familie“ schwamm am Morgen noch im angrenzenden Fluss unseres Lageplatzes und tat so, als wenn sie kein Wässerchen trüben könnten. Dabei war das Wasser in dem sie schwammen mehr als trüb.
Zumindest war dann für uns das Rätsel um den nächtlichen Überfall gelöst.
Nach einem schnellen Kaffee und Abbau unseres Lager´s, was im Übrigen mittlerweile auch immer schneller von der Hand geht, machten wir uns dann auf den Weg.
Weitere 40 km in Richtung Süden, um dann wieder 30 KM Richtung Norden zu fahren. Quasi in „V“-Form.
Der Grund für diesen Umweg war, wie bereits erwähnt, eine Überschwemmung unserer eigentlichen Piste.
In Deutschland würde so ein Umweg vielleicht eine knappe Stunde ausmachen.
Hier in Afrika sollten wir hierfür knapp 11 Stunden benötigen.
Nachdem wir auch noch eine eingebrochene Brücke umfahren mussten und unseren Defender bis zu den Schwellern in einem Schlammloch versenkt hatten, aus dem wir uns nur mit sehr viel Mühe hohen Zeitverlust befreien konnten, wussten wir, dass wir unseren Ausflug in den Osten des Moremi National-Parks an dieser Stelle abrechen mussten, um nicht bei Dunkelheit ins Camp zurückfahren zu müssen.
Dazu sollte man wissen, dass Fahrten nach 19.00 Uhr in den Nationalparks strengstens verboten sind. Wer schon einmal verucht hat, vor einem in der Dunkelheit vor ausgewachsenen Elefantenbullen zu flüchten, der gerade versucht dein Auto zu schreddern, wird diese Anordnung durchaus nachvollziehen können.
Zmindest waren wir im Nachhinein "stolz wie Bolle“, dass wir uns aus eigenrer Kraft wieder aus diesem Schlammloch befreit haben. Wer weiss, wie lange s gedauert hätte, bis Hilfe gekommen wäre. Auch sind wir durch diese "Offroad-Kür" etwas schlauer und wissen nun, dass man bei einer solchen Durchfahrt besser die Fenster schhließen sollte.
Das Innere unseres Landrover glich danach dem Wattenmeer in der Nordsee... Aus Fehlern wird man klug.
Unser Ziel haben wir heute leider nicht erreicht.
Trotzdem sind wir durch eine beeindruckende Landschaft gefahren... haben faszinierende Tiere beobachten können und konnten weitere Erfahrungen in Sachen "Offroad" sammeln.
Auch Ulrike versteht es immer besser, sich mit unserem „Ländi“ auf Sandpisten und „Offroad“ fortzubewegen.
Was mich angeht, kommt mir ein wenig meine jahrelange Westerwald-Erfahrung mit meinem damaligen „Nissan Patrol“ zugute, den ich früher fuhr.
Im Grunde ist Sand auch nichts anderes als Schnee...nur wärmer.
Und Schnee gibt es im Westerwald zu bestimmten Jahreszeiten ja reichlich.
Und wir sind jedenfalls heilfroh, uns bei der Auswahl unseres Reiseautos für diesen Landrover entschieden zu haben.
Es wird für solche Touren auch noch der „Toyota Hilux“ um einiges günstiger angeboten. Auf der heutigen Tour konnten wir erleben, warum dieses Auto 40 € am Tag weniger kostet.
Sandpisten, durch die wir uns mit einem müden Lächeln durchwühlten, bedeutete für so manchen „Hilux“ schon das Ende der Tagesetappe.
Auch hätte die Brückenumfahrung, die wir heute machen mussten, vermutlich mit einen Hilux erstmal das „Aus“ bedeutet.
Für Namibia, oder Südafrika mag so ein Toyota Hilux vermutlich ausreichend sein. Aber solltet ihr tatächlich einmal auf eigene Faust eine Safari durch Botswana machen wollen unser Praxis-Tipp :
Spart nicht am falschen Ende... Ein "echter Offroader“ kann Euch in bestimmten Situationen tatächliche den "Ar..." retten. Denn 4x4 bedeutet nicht gleichzeitig offroad-tauglich. Das sollte man bei seiner Fahrzeugauswahl bedenken, denn der ADAC ist 12.000 km entfernt.
In diesem Land ist ohnehin jeder auf den anderen angewiesen.
Ohne gegenseitige Hilfe würde in so manchem Fall nichts mehr gehen. Wir hatten heute Glück und sind überall durchgekommen, auch wenn ich so manchmal gedacht habe, wir fahren jetzt auf das Ende der Welt zu.
Morgen geht es dann in aller Frühe weiter in Richtung Nord–Osten, dem „Chobe–Nationalpark“, weiter in das Okawango-Delta hinein, in der Hoffnung noch mehr tolle Erlebnisse und Begegnungen mit wilden Tieren zu haben.
Bilder : Tiere, Tiere, Tiere :-)
Freitag, 07. Oktober 2011
Die Fahrt in den „Chobe Nationalpark“
So langsam sind wir im „echten Afrika“ angekommen.
Unsere Mosquitostiche sind kaum noch zählbar, trotz Mesotherapie und anderen Prophylaxen.
Die „Tse Tse Fliege“ nervt tierisch und quält uns wo immer sie kann.
An Stichen von dieses Viechern kommt man hier gar nicht umhin. Wir haben uns aber sagen lassen, dass auf einen Stich noch längst keine Infektion mit der berüchtigten „Schlafkrankheit“ folgen muss. Auch „Malaria-Symptome“ haben wir beide keine. Mit dem Viehzeug muss man hier halt leben. Sie gehören genauso zu diesem Land wie die Elefanten und Giraffen.
Wir haben uns schon vor Tagen abgewöhnt auf saubere Hände zu achten und Schweiß ist an der Tagesordnung.
Meine Hände gleichen langsam denen eines Schwerstarbeiters. Das liegt vermutlich daran, dass meine „Sesselpuper-Hände“ festes anpacken nicht mehr gewohnt sind.
Zelt auf- abbauen, Feuer machen, Holz bearbeiten... all das macht die Hände langsam rissig und rauh.Die sehr trockene Luft in diesem Land tut dann noch sein übriges.
Die Befürchtung, hier abends Langeweile zu haben hat sich im Wohlgefallen aufgelöst.
Nach unseren Fahrten sind wir froh wenn wir es noch schaffen etwas zu essen und die geschossenen Bilder zu sortieren. Spätestens danach fallen wir beide wie tot in unsere Schlafsäcke.
Zwar ist es hier ab 19.00 Uhr stockduster und die nächste Kneipe ist schätzungsweise ca. 250 KM entfernt, trotzdem vermissen wir hier keinerlei „Fremdbespaßung“. Das „African TV“ (Landschaft + Lagerfeuer) reicht uns völlig aus.
Die Erfahrungen der letzten Tage hat uns gelehrt, Entfernungen mit einer maximalen Durchschnittsgeschwindigkeit von 20 km/h zu kalkulieren. Mehr ist in diesem Teil der Welt absolut unrealistisch. Sandpisten, eingestürzte Brücken, die es zu umfahren gilt und Fahrten durch Flüsse, die laut Karte überhaupt vorhanden sein sollten, gestalten eine Strecke von 60 km schnell zu einem Tagespensum.
Flussdurchfahrt hört sich erstmal recht „easy“ an. Doch man sollte dabeibedenken, dass man niemals weiß, was genau einem in diesem Fluss erwartet.
Wie tief ist er?... Welchen Untergrund hat das Flussbett?... Welche niedlichen Tierchen leben darin?... Usw. usw.
Wir haben gelernt, dass es schlau ist bereits vorhandenen Reifenspuren zu folgen. Allrdings nur, wenn sie auf der anderen Seite des Flussen wieder herausführen.
Während unserer Fahrt, hier durch Botwana, denke ich öfter an „Harry Potter und Hogwards “. Ihr erinnert euch an die Treppe, die in die Schlafgemächer der Schüler führt?
Täglich änderten sich die Wege zu den Zimmern. Was gestern noch richtig war, führt heute in eine Sackgasse.
Genauso verhält es sich hier in Botswana mit den Pisten. Keine Karte, kein GPS ist wirklich verlässlich. Straßen, sofern man sie überhaupt so bezeichnen kann, die gestern noch befahrbar waren, enden heute im Sumpf.
Da kann man auf der Suche nach seinem Ziel schon mal an den Rande eines Nervenzusammenbruchs geraten. Besonders wenn man ein wenig unter Zeitdruck steht, weil man, wie bereits beschrieben, zum Einbruch der Dunkelheit das nächste Camp erreicht haben sollte.
Mit einem strapazierten Nervenkostüm, reichlicher Befragung Einheimischer und die ständige Nutzung der „Busch – News“, schafft man es dann aber doch irgendwie immer wieder an sein Ziel. Bis heute zumindest.
Als „Busch-News“ bezeichne ich im Übrigen den Informationsaustausch zwischen den einzelnen Offroad-Fahrern untereinander.
Wenn sich im Busch dann doch mal 2 Fahrzeuge begegnen sollten, fährt man nicht einfach aneinander vorbei. Man berichtet sich gegenseitig über die Besonderheiten der gerade befahrenen Strecke, um so gewarnt oder beruhigt weiterfahren zu können.
Bei allen Anstrengungen, die die Fahrerei hier von uns abverlangt, werden wir immer wieder mit atemberaubenden Eindrücken belohnt.
Wir sind heute wieder endlose Steppenlandschaften durchfahren. Haben Wege genutzt, die plötzlich in einem Elefanten–Wasserloch endeten. Wir mussten an Buschfeuern vorbei, haben Flussläufe durchfahren und haben letztendlich doch unser Ziel erreicht.
Erlebnisse, die wir wohl in unserem Leben nicht mehr vergessen werden.
So haben wir letztendlich den „Chobe–Nationalpark“ erreicht.
Hier soll die größte Elefantenpopulation unserer Erde Zuhause sein.
Dort schlagen wir nun unser Lager auf und gehen unseren allabendlichen Geschäften nach.
Feuer machen... Zelt aufbauen... Essen machen..Bilder auf die Festplatte ziehen um die Speicherkarten für morgen wieder frei zu haben und dann ab in Zelt.
Einschlafen mit dem wohl geilsten „Gute Nacht Lied“ der Welt.
Den Geräuschen des afrikanischen Kontinents.
Bilder :
Ulrike auf "Elefanten-Pirsch"
Samstag, 08. Oktober 2011
Game Drive in Savuti...
... da wir heute einen relativ entspannten Tag haben sollten, da wir kein neues Ziel auf dem Plan haben, begeben wir uns hier im „Savuti Nationalpark“ nochmal auf die „Pirsch“.
Auch auf die Gefahr hin, dass wir uns wiederholen... Die Tierwelt in diesem Land ist einfach unbeschreiblich... das Straßennetz leider auch.
Aber OK... Wir sind halt in Afrika.
Was hier so im Allgemeinen als Strasse bezeichnet wird, würde bei uns vermutlich nicht mal als „Baustellenzufahrt" durchgehen.
Viele auf unseren Karten, als Straße bezeichneten Pfade würde man als solche gar nicht erkennen, wenn nicht Reifenspuren darüber führen würden.
Pech ist, wenn du der Erste bist, der an diesem Tag dort entlangfährt und zuvor der Wind über die Piste geweht ist.. Dann geht das „ heitere Pistenraten“ los.
Aber jede „Sackgasse“ in die wir fuhren, führte uns auch in ein neues, kleines Paradies.
Mal endet ein Weg im Sumpf mit einem riesigen Schwarm Störche, die dort pausieren... Mal steht man vor einer 40-köpfigen Elefantenherde und nichts geht mehr, außer eben Elefanten gucken.
Aber wenn man, wie heute kein Ziel erreichen muss, sondern nur entspannt den Tag und das Land genießen darf, dann ist es ein unvergessliches Erlebnis durch dieses Land zu tuckern. Dann ist der Weg tatächlich auch das Ziel.
Was uns auf unser „Trophäen – Liste“ leider noch fehlt sind die „Kätzchen“.
Weder ein „Meister Leo“ noch einen Gepard oder Leopard haben wir bis jetzt vor die Linse bekommen. Nicht das wir deswegen allzu traurig wären. Das Land bietet dafür einfach zu viele faszinierende Tiere. Aber so einem Löwen mal live und in Farbe gegenüberzustehen, das hätte schon mal was. Vielleicht haben wir im Laufe dieser Reise doch noch Glück.
Die Bilder, die wir mit nach Deutschland bringen werden, können vermutlich nichtmal annähernd vermitteln, welchen Eindruck dieses Land auf uns als „Besucher“ gemacht hat.
Aber trotzdem... Wir werden reichlich Bilder mitbringen.
Morgen fahren wir weiter in den Norden nach „Kasane“, an die Grenze von Simbabwe.
Laut GPS sind das 177 KM. Also rechnen wir mit knapp 10 Stunden reiner Fahrzeit, wenn alles gut geht und die Straßen, die wir befahren möchten auch tartsächlich noch vorhanden sind.
Dort hoffen wir auch mal wieder Kontakt zu Außenwelt zu bekommen. (Internet)
Und jetzt freuen wir uns schon darauf, heute Nacht wieder das „African Radio“ zu hören.
Wer einmal das „Grunzen“ eines Elefantenbullen im Zoo erlebt hat, kann sich zumindest annähernd vorstellen, was das in einem auslöst, wenn man die Nacht in einem Zelt, unmittelbar neben dieser Tiere verbringt.
Schön unheimlich?... Nein... Unheimlich schön!
Bilder:
1. Ulrikes erste Wasserdurchfahrt - stolz was sie :-)
2. Auf Motivjagd
3. Wie nahe kommt man einem Geier.
4. Ulrike "ihren" Giraffen ganz nahe
5. Am Ende eines Pfades wartete immer ein kleines Paradies
Sonntag, 09. Oktober 2011
„Senyati Camp“, bei Kasane
Nach unserer 170 km langen Fahrt, die übrigens recht ereignislos verlief, sind wir nun im „Senyati Camp“ angekommen. Uns was sollen wir sagen?
...Wieder einmal so paradiesisch, dass es schon fast sürreal auf uns wirkt.
An unserem Lager laufen in ca. 20 Meter Entfernung Elefantenherden vorbei, um an ihr Wasserloch zu kommen, das direkt am Fuße unseres Camps liegt.
Dort spielen sich filmreife Szenen ab...
Elefanten raufen sich um die beste Wasserstelle. Giraffen kommen vorbei um ihren Durst zu stillen. Pavianrudel, Warzenschweine und jede Menge Vögel tummeln sich quasi vor unseren Füßen.
Wir sind wirklich begeistert und freuen uns 2 Tage in diesem tollen Camp verbringen zu dürfen, bevor es dann rauf nach Simbabwe geht.
Ein neues, anderes Land mit anderen Geflogenheiten, einer anderenSprache und vermutliuch auch anderen Gepflogenheiten.
Unser Ziel in Simbabwe, unter anderem die Victoriafälle bei Vollmond zu sehen. Einer der größten Wasserfälle der Welt, der dann selbst nachts einen Regenbogen wirft.
Drückt uns die Daumen, dass wir von diesem Naturspektakel tolle Bilder mit nachhause bringen können.
Doch nun genießen wir erstmal das Flair des „Senyati Camps“.
Es ist dunkel, die Sterne leuchten, wie man es in Deutschland vermutlich niemals sehen wird, und die Elefanten machen in der Dunkelheit Geräusche, die einen sehr an „Jurassic Park“ erinnern.
Ich bin sogar davon überzeugt, dass für die Vertonung des „Pronto Saurus Rex“ im Film, die Stimme eines Elefantenbullen Pate gestanden hat.
Bilder:
1. Dieser Baum fiel keinem Sturm zum Opfer, wie wir Anfangs dachten. Sondern einem Elefanten
2. Die Strasse ist da, wo die Reifenspuren sind. Ist man der erste an diesem Tag - Pech
3. Start zum Sonnenaufgang
4+5. "Rushour" an der Wasserstelle
Montag, 10. Oktober 2011
Kasane, Botswana
Keine besonderen Vorkommnisse...
Ein sehr ruhiger, relaxter Tag in Kasane und im Camp.
Vorräte einkaufen für die nächsten Tage, Sprit bunkern da wir gelesen haben, dass es in Zimbabwe mit Diesel etwas schwer sein wird, Internetcafe´um Euch die letzten „news“ zu posten und das war´s schon.
Bilder :
1+2 : Sunrise im Senyati Camp, 5.30 Uhr
Dienstag, 11. Oktober 2011
Victoria Falls, Zimbabwe
Heute haben wir uns aus dem „Senyati-Camp“ verabschiedet und sind weiter in Richtung Nordosten nach „Victoria“ in Zimbabwe gefahren.
Dort liegen die gleichnamigen Victoria – Fälle.
Schon an der Grenze wurden wir, und vor allem unsere Urlaubskasse recht unsanft aus unseren "Reise-Träumen" gerissen.
Ok... dass ein Visum Geld kostet, steht ja im Grunde außer Frage (30 $/p.P.= 60,00 $).
Auch, dass man für ein ausländisches Auto unter Umständen bei Einresie in ein fremdes Land eine gewisse Gebühr zahlen muss, da es nunmal über die Straßen von Zimbabwe rollt, ist noch durchaus im Rahmen des nachvollziehbaren (75,00 $).
Aber ab jetzt wird es allerdings etwas anstrengend...
In Zimbabwe zahlt man nicht nur für die Einreis mit einen Auto...
... Man wird auch noch mal zusätzlich zur, ohnehin recht knapp kalkulierten Urlaubskasse gebeten, weil... unser Auto ein Leihwagen ist.
Schließlich, so die Begründung, könne man den Wagen ja einfach in diesem Land verkaufen und somit den Einfuhr-Zoll prellen.
Aha... das geht also nur mit einem Leihwagen??? ... So zumindest die zimbabwische Logik.
Mit mehr als nur einem nervösen Stirnrunzeln konnten wir diese „Gebühr of Phantasie“ allerdings vorerst nicht kommentieren.
Auf die Frage, ob wir das Geld denn zurückerstattet bekämen, wenn das Auto wieder ausgeführt würde, hatte der „Grenzmensch“ eine recht knappe aber eindeutige Antwort parat: „NO“
Wir sind ja schon froh, von den "netten Herren" an der Grenze darauf aufmerksam gemacht worden zu sein, dass wir den Wagen auch nicht behalten dürften, wenn wir das Fahrzeug durch Zimbabwe nach Deutschland überführen würden.
Gut, dass der Grenzbeamte uns explizit noch einnmal drauf aufmerksam gemacht hat. Ich hatte ingeheim bereits erwogen, unseren „Defender“ mit nach Hause zu nehmen... im Handgepäck.
Also zahlen wir halt zähneknirschend noch eine wietere Gebühr von 120,00 $, da wir ja mit einem Mietauto einreisen.
Eine gewisse Missstimmung innerhalb unserer Mini-Reisegruppe war da nicht mehr zu vermeiden.
Trotz der größten Bemühungen des „Gebühren Eintreibers“ uns den Sinn dieser Zusatzzahlung zu erklären, hatten wir diesbezüglich tatsächlich ein echtes Verständnisproblem.
Dann handelte es sich plötzlich um eine Art „Pflichtversicherung für Touristen mit Mietwagen“ um mit dieser Police zu verhindern, dass diese Autos nicht in Zimbabwe veräußert werden. Verstanden?... Nicht?... Gut... Wir auch nicht.
Ulrike konnte sich die Bemerkung dann doch nicht verkneifen, dass er doch bitte seinen Boss ausrichten möchte, dass für Einreisende die Zusatzgebühr absolut unverständlich und nicht nachvollziehbar ist.
Darauf entgegnete der vermeidliche Grenzbeamte, der sich im Nachhinein als profaner Versicherungsvertreter entpuppte lediglich, dass er das nicht könne. Ansonsten würde ihn sein Boss für 3-4 Tage auf einen Lehrgang schicken, um zu lernen diese „Pflichtversicherung“ touristengerecht zu erklären. Und darauf hätte er nicht die geringste Lust.
Diejenigen unter Euch, die der englischen Sprache besser mächtig sind als wir, können sich im unten angehangenen Bild mal von dieser Versicherung zum Wohle des ausländischen Mietwagen-Touristen einlesen.
Falls ihr Sinn und Zweck versteht, bitte Mail an uns – Danke
Aber wie ist unser Lebensmotto ?
„LIEBER GOTT, GIB UNS DIE KRAFT DINGE ZU ÄNDERN, DIE WIR ÄNDERN KÖNNEN UND DINGE HINZUNEHMEN, DIE WIR NICHT ÄNDERN KÖNNEN.
UND GEBE UNS BITTE DIE WEISHEIT, DAS EINE VOM ANDERN ZU UNTERSCHEIDEN.
Gott gab uns diese Weisheit und wir entschieden uns für Variante 2 und nahmen es einfach mal so hin... Was blieb uns auch anderes übrig.
Da wir von einigen „Leidensgenossen“ schon in dem einen oder anderen Camp vorgewarnt wurden, waren wir also nicht ganz so überrascht und auch finanziell dafür gerüstet.
Das raffinierte und wirklich heimtückische an diesem zimbabwenesischen „Touristenabzockverfahren“ ist ja, dass man die Zahlungen ja nicht auf einmal tätigt.
Erst das Visum 60 $, herzlichen Glückwunsch, sie sind in Zimbabwe, bitte gehen sie dort zum nächsten Schalter. „Hello, welcome in Zimbabwe”. „Oh, you have a car? What a surprise.
Please pay 75,00 $ for using our streets. "Thank you very much.”, Now, welcome in Simbabwe, Touristic-car.
Und so wird man dann freundlich über die Strasse gebeten, dort wird dir dann noch einmal 120 $ aus der im Vorfeld schon ziemlich beanspruchten Tasche gezogen.
Da man ja bereits 135 $ investiert hat, beißt man natürlich auch noch in diesen sauren Apfel, mit recht fauligen Nachgeschmack.
So sind sie halt die „armen 3te Weltländer von Afrika“.
Das einzig wirklich traurige daran ist, dass die, die es brauchen könnten, nämlich das Volk, davon gar nichts sehen.
Wie bereits angedeutet wies sich im Nachhinein diese Gebühr als ziemlich „linke Abzocke“ heraus, die Wohl nur an diesem Grenzübergang stattfindet und in Cooperation mit den Zollbeamten durchgezogen wird. Touristen, die wir dann später im Land fragten und einen anderen Grenzübergang benutzten, zahlten diese Gebühr nicht.
Um 255 $ leichter haben wir dann endlich die Grenze passieren können, um uns dann in weitere, finanzielle Grenzerfahrungen zu stürzen.
Angekommen in unserer „Backpacker – Lodge“ kurz vor den Victoriafällen, wurden wir von „Alex“, dem freundlichen Inhaber erstmal „Victoria Fall – mäßig“ ernüchtert..ähm... aufgeklärt.
In unserer naiven "Afrika-Frischlingsvorstellung“ dachten wir, wir kämpfen uns nun durch den Busch bis zu den Fällen und genießen in trauter Zweisamkeit das atemberaubende Naturschauspiel der Victoria-Fälle.
OK...ausgeträumt.
Erstmal kostet uns der Spaß 60,00 $ Eintritt.
Wir haben ja genau diesen Tag gewählt zu den Victoriafällen zu reisen, da heute Nacht Vollmond ist und es ein atemberaubendes Naturspaktakel zu sehen geben soll.
Einen Regenbogen, mitten in der Nacht über den Victoriafällen?
Klingt doch einfach traumhaft oder?... Kostet allerdings noch einmal 80,00 $!!!
Wir haben auch von diesem gehört (Als Erklärung: einfach mal bei Google "Devilspool, Victoriafalls" eingeben).
Auch da gab es dann schnell mal eine Desillusionierung mit der Bratpfanne.
Erstens liegt der Devils-Pool nicht in Zimbabwe, sondern im ca. 5 km entfernten Sambia (60,00 $ Einreise Sambia, besagte 255,00 $ Wiedereinreise Zimbabwe), zweitens ist dieser Pool ohne Guide gar nicht zu erreichen. Kosten dafür 60 $ pP = 120,00 $ für uns beide.
Hat jemand mitgerechnet? 435,00 $ !!!
Auf jeden Fall nix für die „Paululat´sche Urlaubskasse“. Und das bloß um mal in einem Wasserloch zu baden, in dem man 180 Meter in die Tiefe schauen könnte, wenn man denn darinsitzen würde.
Zugegebenermaßen klingt das schon geil... ist es bestimmt auch.
Aber wir machen es wie gehabt und schauen uns auch weiterhin den „Devils Pool“ auf Google an. Aber immerhin waren wir schon mal fast da.
Trotzdem gönnen wir uns heute Nacht den Vollmond und den Regenbogen über den „Victoria Falls.
Schließlich sind wir eigenst dafür hier hin gefahren. Und vielleicht morgen früh noch mal bei Tageslicht.
Ok... , das wird teuer... aber schließlich ist man nicht jeden Tag an den Victoria Fällen.
„Luna Rainbow“ - Desillusionierung die 2te.
Unsere gesamte Afrikareise ist im Grunde genau um den heutigen Tag herumgeplant.
Alle Ziele, vor und nach dem heutigen Tag, wurden so ausgelegt, dass wir genau in dieser Vollmondnacht an den Victoriafällen sind.
Wie bereits angedeutet, brauchten wir uns nicht mit einer Machete durch den Dschungel bis zu den Wasserfällen kämpfen.
Der Kampfr begann eher an einem Drehkreuz, durch dass sich hunderte von weiteren Touristen drängten, um wie wir den nächtlichen Regenbogen zu bewundern.
Ok.. Romantik geht anders.
Die Wege, umsäumt von Aluminiumgeländer, durch die sich die Menschen in Richtung der Wasserfälle drängelten, erinnerten dann auch eher an einen Almabtrieb, als an einen romantischen Vollmondspaziergang.
Als dann endlich, nach gefühlten 10 km ein, in der Dunkelheit wage angedeuteter Regenbogen, inmitten einer nebelartigen Wassergischt zu erkennen war, stürzte alles an den Rand zum Geländer und blitzten was die Kamera so hergab.
Ich glaube Ulrike und ich waren die einzigen in der ganzen Gruppe, die es nicht überrascht hat, dass die Blitzorgie zu einem nicht gerade zufriedenstellenden Foto-Ergebnis führte.
Entsetzt starrte so mancher Mitbesucher auf sein Display und suchte dort verzweifelt den soeben fotografierten Regenbogen.
Wir fanden es von vornherein recht irritierend, dass wir tatsächlich die Einzigen waren, die mit einem Stativ den Marsch zu den Fällen angetreten hatten.
Während sich alle anderen noch damit beschäftigten, Ihren Speicherplatz mit relativ sinnfreien Blitzfoto zu belegen, bauten wir erstmal in aller Ruhe unser Stativ auf. Den Timer an der Kamera eingestellt, um die Kamera wackelfrei auslösen lassen zu können knipsten wir unser erstes Bild.... Und siehe da... man sah sogar einen Regenbogen auf unserem Display.
Irgendwie müssen wir mit diesem ersten Schnappschuss ein 8tes Weltwunder hervorgerufen haben, denn wie erstarrt gaffte unser Hintermann (ein Inder) auf den deutlich zu erkennenden Regenbogen auf unserem Display.
Wild gestikulierend trommelte er sein direktes Umfeld zusammen und innerhalb von Sekunden hatten wir eine Traube von Menschen um uns herum, die uns um Visitenkarten anbettelten, um mit uns in Kontakt treten zu können, damit sie ebenfalls ein Foto vom Regenbogen ihr eigen nennen können.
Dazu hätte ich spontan 2 Tipps gehabt.
Erstens, Google fragen und Bilder downloaden. Dort findet man garantiert bessere Bilder als unsere.
Und zweitens, einfach mal von der eigenen Kamera den Blitz ausschalten.
Aber meine Tipps wollte keiner haben, also können wir, wenn wir wieder in Deutschland sind fleißig „Luna – rainbow – pictures“ verschicken.
Auch wenn unsere Bilder, wie wir im nachhinein feststellen mussten auch nicht die „Sahneschnittchen“ sind.
Fazit :
80,00 $ ist eine Menge Zahlungsmittel für dieses Erlebnis und wir haben es uns auch tatsächlich ein wenig spektakulärer vorgestellt.
Aber hätten wir es nicht gemacht, wären wir vermutlich für den Rest unseres Lebens dem Glauben erlegen, etwas ganz spektakuläres verpasst zu haben.
Nun wissen wir... Allzuviel hätten wir nicht verpasst.
Nichts desto trotz werden wir uns den Victoria Wasserfall morgen noch einmal bei Tageslicht anschauen.
Zum Schnäppchenpreis von 60,00 $
Bilder :
1. Der Victoriafall bei Vollmond
2. Der Victoriafall bei Sonnenaufgang
3 - 7. Na was wohl ? Victoriafall
8 +9. Der "Devils Pool" aus Sicht von Zimbabwe
Mittwoch, 12. Oktober 2011
Victoria Fälle, Livingston Nationalpark, Simbabwe
So enttäuschend der gestrige Nachtausflug zu den Victoriafällen für uns auch war, um so überraschend überwältigend war dann der Tagesausflug.
Jeder, für den fotografieren etwas mehr bedeutet, als die Feier zum 60ten Geburtstag von Onkel Heinz abzuknipsen, der weiß, dass so ein Sonnenaufgang das schönste Licht für Fotos liefern kann.
Wir setzten also alles daran, frühstmöglich an den Fällen zu sein.
Sonnenaufgang ist in dieser Region ca. 5.45 Uhr, die „blaue Stunde“ beginnt also gut 30 Minuten früher.
Für uns hieß das, pünktlich um 5 Uhr morgens am Eingang der Victoriafälle anzutreten.
Doch leider drehen die Zimbabwenesen das Wasser für die Victoriafälle erst gegen 6.00 Uhr wieder an.
Zumindest, war erst ab dann Einlass. In der Trockenzeit muss man halt Wasser sparen wo es nur geht. Trotzdem waren wir pünktlich um 6.00 Uhr die ersten, die den Livingston Nationalpark betraten.
Es ist schon ein erhabenes Gefühl diesen tiefsten aller Wasserfälle dieser Erde ganz exklusiv für sich zu haben. So wurden wir für die entgangene Romantik des gestrigen Abends mit Zinsen entlohnt.
Auch wenn der Victoriafall zur Zeit nicht mal ein zehntel des Wassers in die Tiefe spuckt wie in der Regenzeit, war der Anblick trotzdem recht beeindruckend.
Ewige Regenbögen verzaubern den Himmel über den Fällen und das Getöse des Wassers klingt ein wenig wie Musik.
Es war einfach ein gelungener Ausflug.
Für fast 3 Stunden hatten wir den Victoria Wasserfall für uns ganz alleine, bis so gegen 9.00 Uhr die ersten Touristen-Horden einfielen.
Doch wir waren bereits lange genug dort, um den Zauber dieses Ortes lange genug genossen zu haben und so konnten wir zufrieden das Areal verlassen, um Platz für die hunderten von Neuankömmlingen zu machen.
Und eine kleine Überraschung hatte der Victoriafall für uns auch noch parat...
Obwohl der „Devils Pool“ ja eigentlich auf der Seite Sambia´s liegt, haben wir ihn trotzdem entdeckt. Allerdings lag zwischen uns und dem Pool eine 170 Meter tiefe Schlucht.
Und wenn man nicht unbedingt selbst darin sitzen möchte, wirkt er von der zimbabwischen Seite vermutlich noch viel beeindruckender, als von Sambia aus.
Denn nur von dieser Seite ist eigentlich zu erkennen, wo dieser „Pool“ im Grunde liegt.
Da wir jetzt wussten, dass uns die Führung dorthin ebenfalls noch mal 120$ gekostet hätte, empfanden wir diesen Anblick als durchaus befriedigend.
Also schnell noch eine paar Fotos von den Leuten im „Devils Pool“ schießen und wir verabschiedeten uns von den Victoriafällen.
So fuhren wir dann ganz gemächlich in Richtung „neues Ziel“ den „Hwange Nationalpark".
Geplant ist eine Übernachtung, um dann durch diesen Park zum nächsten Camp zu fahren.
So langsam aber sicher geht es also wieder in Richtung Süden.
Donnerstag, 13. Oktober 2011
Hwange Nationalpark, Zimbabwe
Nach knapp 200 km und gut 8 Stunden Fahrt sind wir im „Robins Camp“ angekommen.
Die Fahrt war zwar ein wenig anstrengend, doch wurde sie uns durch von weitere, tolle Wildtiersichtungen etwas versüßt.
Zwar war uns das Jagdglück in Sachen „Großkatzen“ bis heute noch nicht hold, aber wir sind deswegen nicht wirklich traurig.
Uns ist auch bewusst, dass wir, um Großkatzen fotografieren zu können auch meist zur falschen Zeit unterwegs sind. Katzen sind nachtaktive Tiere. Also wäre es am erfolgreichsten, diese Tiere gegen Sonnenuntergang zu beobachten. Doch um diese Uhrzeit befinden wir uns in der Regel bereits im Camp und kämpfen mit dem „Sandmännchen“.
Und da Nachtfahrten in den Nationalparks ohnehin untersagt sind, macht es das Antreffen von Löwen, Leoparden und Geparden ein wenig schwierig.
Aber wie schon erwähnt, unserer Safari-Freude tut dies keinen Abbruch.
Gleich werden wir uns wieder ganz feine Sachen auf den Grill schmeißen (habe ich eigentlich schon erwähnt, dass das Kilo Rindfleisch hier um die 5,00 € kostet?) und den Abend kulinarisch ausklingen lassen. Es ist übrigens unser letzter Abend in Zimbabwe. Morgen geht es dann wieder zurück nach Botswana.
Vielleicht sollten wir abschließend noch ein paar versöhnliche Bemerkungen über das Land „Zimbabwe“ machen.
Obwohl wir anfangs doch ungehalten über den, doch finanziell recht umfangreichen Empfang waren, hat uns das Land und seine Leute in den letzten Tagen doch wieder ein wenig versöhnt. Wir empfanden Zimbabwe als sehr ursprünglich.
Die Dörfer sind noch traditionell mit Lehm und Stroh gebaut und und das Land macht einen aufgeräumten und sauberen Eindruck. Zumindest gilt dies für die Region in die wir herumreisten.
In Botswana dagegen wirken die Dörfer auf dem Land eher wie ein fehlgeschlagener Versuch aus Tradition und Moderne. Wellblechhütten und Plastikplanen bestimmen dort eher das Dorfbild. Ebenfalls hatten wir den Eindruck das Lächeln ist hier in Zimbabwe eher zuhause. Die Menschen sind überaus freundlich und zuvorkommend. Es macht einfach Spaß durch dieses Land zu reisen. Wir könnten uns durchaus vorstellen nocheinmal zurückzukommen.
Samstag, 15. Oktober 2011
Vom Hwange Nationalpark bis in die Salzwüste nach „Kubu Island“
Gestern und heute haben wir gut 400 km Sand- und Schotterpiste hinter uns gebracht. Bei durchschnittlich 30 km/h für Mensch und Maschine eine echte Herausforderung.
Unser Lager schlugen wir gestern noch in Nata auf. In einer Lodge mit angegliederten Camp.
Eine Lodge bietet natürlich einen gewissen Luxus den wir dann auch, obwohl wir nur Camp-Gäste waren, schamlos ausnutzten. Warme Duschen, WC und sogar einen PC mit Internetanschluss konnten wir noch mal so richtig genießen.
So aktualisierten wir auch unser Internettagebuch noch einmal mit Texten und Bildern, um euch mal wieder auf dem Laufenden bringen.
Unser Aufenthalt in der „Nata Lodge“ bescherte uns auch noch eine recht nette und angenehme Bekanntschaft. Mit einem Paar, das in der Nähe von Köln wohnt, verbrachten wir einen sehr schönen und informativen Abend.
Als sehr erfahrene Afrika-Reisende konnten wir uns eine Menge Tipps holen. Schon seit Oktober letzten Jahres halten sich die beiden in Afrika auf. Tansania, Kenia, Botswana, Südafrika. Die beiden kennen diesen Erdteil besser als den Kofferraum ihres „Toyota Landcruisers“ , nicht zuletzt, weil sie den „schwarzen Kontinent schon seit Jahrzehnten bereisen.
Nach dem wir auch noch den nächsten Vormittag mit „Lilly & Thomas“, so heißen die beiden, verplauderten machten wir uns viel zu spät auf den Weg in die Salzwüste... „Kubu Island“ hieß unser Ziel.
Eine von Vegetation und Steinformation geprägte „Insel“ in Mitten der Salzwüste von Botswana... Also quasi im „Nichts“...
Befremdlich, lebensfeindlich und trotzdem faszinierend friedlich... So würden wir dieses Fleckchen Erde beschreiben.
Habt ihr schon mal rein gar nichts gehört?... Eine wirkliche „Totenstille“ um euch gehabt? ...
Dort ist es so einsam, dass ihr lediglich euren eigenen Pulsschlag in den Ohren wahrnehmt. Ansonsten herrscht dort absolute Stille.
Die einzigen Lebewesen, die hier wohl in größerer Anzahl diesen Ort ihr Zuhause nennen, sind wohl die Insekten. Davon gibt´s nämlich zu unserem Leidwesen recht reichlich.
Nun sitzen wir hier vor unserem „Ländi“... Um uns herrscht absolute Dunkelheit.
Das Sternenzelt leuchtet intensiver, als wir es in Deutschland jemals gesehen haben. Nur das Display unseres kleinen Notebooks leuchtet... und "verschmutzt" die Dunkeheit.... Aber schließlich muss ich ja unser Internettagebuch führen.
Leider reicN hte wohl auch dieses bisschen Licht aus, um sämtliche Insekten der gesamten Salzwüste zu uns zu locken. Vielleicht war es auch schlicht und ergreifend unser Körpergeruch.
Zumindest schwirren gefühlt mehr Insekten um uns herunm, als unsere Haut und unser Laptop-Monitor verträgt.
Daher mache ich jetzt hier Schluss und ganz flott das Licht aus.
Gute Nacht aus dem „Nichts - Kubu Island“
Bilder:
In der Salzwüste um "Kubu Island"
Sonntag, 16. Oktober 2011
„Kubu Island“
Die Nacht war so still wie nie zuvor auf dieser Reise.
In der Ferne hörten wir gestern Abend noch, wie sich unsere „Camp-Nachbarn“, die gut 500 Meter entfernt waren, unterhielten. Ansonsten gab es auf dieser kleinen „Insel“ rund um die Salzwüste absolut „Nichts“.
Wie schon erwähnt, hatte das schon einen ganz besonderen Reiz.
Wir standen auch weit vor Sonnenaufgang auf, um entsprechende Fotos schießen zu können.
Nach einem gemütlichen Kaffee und getaner Fotoarbeit, traten wir dann unseren Weg in Richtung „Francistown“ an. Die zweitgrößte Stadt in Botswana liegt im Nordosten dieses Landes und dient im Grunde nur als weitere, „highlight-freie“ Zwischenstation auf unseren Weg in Richtung Süden und damit auch fast zum Ende unserer Rundreise durch 3 afrikanische Länder.
Der Gedanke, dass unser „Ländi“ uns noch auf der gut 100 km langen Strecke durch die Salzwüste noch einmal im Stich lassen könnte, hat unseren „Nervositätspegel“ temporär schon ein wenig angehoben.
Die Geier, die sich am Wegesrand auf den vereinzelt auftauchenden Bäumen postierten, schienen uns anscheinend sagen zu wollen :
„ Wir haben Zeit... Wir kriegen Euch noch“
Aber das Schicksal hatte es gut mit uns gemeint und wir sollten nicht als „Geierfrühstück“ enden. So hat sich unser „Landrover“ wacker über die Salzpisten gewühlt.
Naja... um ehrlich zu sein...
Das schlimmste, was hätte passieren können wäre, dass wir 2-3 Tage auf Hilfe hätten warten müssen. Für so einen Zeitraum hatten wir immer genügend Proviant und Wasser an Bord. Also gab es zu keinem Zeitpunkt nicht wirklich einen Grund zur Nervosität.
Um als abwechslungsreicher „Snack“ für die flatternde Bevölkerung Botswanas zu enden, bedarf es doch ein wenig mehr.
Nach 3 Stunden Salzpiste und noch mal 3 Stunden Teerstrasse, haben wir dann auch unser Zwischenziel „Francistown“ erreicht.
In der Lodge, die uns unseren Stellplatz zur Verfügung stellt, scheinen wir die z.Zt. einzigen Gäste zu sein.
Vielleicht liegt es auch daran, dass die Betreiber versuchen ihre Gäste durch unter Strom stehende Duschen zum längeren verweilen zu bewegen... Im Ernst.
Als wir uns erleichtert unter die, den Campern zur Verfügung stehenden Duschen stellen wollten, bekam ich dort an den Armaturen erstmal dermaßen eine gepfeffert, dass an eine "physische Cooperation zum Zwecke des Gen-Austausches", für die nächsten Stunden nicht mehr zu denken war.
Todesmutig testete ich die verbleibenden 3 Duschkabinen mit dem gleichen Ergebnis. Die leicht unter leichten Dauerstrom gesetzten Berieselungsanlagen waren wohl ausschließlich für entsprechend veranlagte Mitmenschen benutzbar.
Da Schmerz nicht so meine favorisierte Passion ist, zog ich dann erstmal eine „Katzenwäsche“ vor.
Den Betreibern war dieser Fauxpas allerdings sichtlich unangenehm und sie fuhrwerkten mehr oder weniger kompentent an der angeschlossenen Warmwasseranlage herum.
Die stolz überbrachte Meldung, die Duschen seien jetzt nicht mehr ganz so spannungsvoll wollten wir jedoch erstmal nicht im Eigenversuch prüfen und beließen es bei der „Katzenwäsche“.
Um unsere letzten Devisen so langsam mal „auf den Kopf zu hauen“, haben wir uns für heute Abend ein „Dinner“ im Restaurant bestellt.
Wie bereits erwähnt sind wir die einzigen Gäste, somit mussten wir uns schon heute Mittag unser Abendessen bestellen, damit der Koch noch die Zutaten kaufen kann. Frischer geht’s nicht, oder ?
Holger für seinen Teil hat sich ein 500 Gramm Steak mit Potatoe wedges und Salat bestellt.
Preis dafür 95 Pula = ca. 10 €. Wenn hier in Afrika alles sündhaft teuer ist, kann man das von Fleisch absolut nicht behaupten. Aber das erwähnte ich schon mal, glaube ich.
Wir sind gespannt, was uns erwartet.
Montag, 17. Oktober 2011
Von Francistown in Richtung „Tuli Park“
Unser „Candle light Dinner“, gestern Abend war qualitativ, wie quantitativ ein voller Erfolg.
Mein 500 Gramm Steak wurde liebevoll von einem gutem Dutzend hausgemachter„Potato wedges“ umschmeichelt, wobei ein einziger die Größe einer ¼ Kartoffel hatte. Frisches Gemüse rundete das ganze Mahl dann ab.
Für knapp 10 € konnten wir uns diese Mahlzeit, trotz unserer immer dünner werdenden Urlaubskasse mal schmecken lassen. Auch Ulrike schien mit ihrer Wahl recht zufrieden gewesen zu sein, was ich allerings hier nicht beschreiben kann, da ich zu sehr mit meinem Teller beschäftigt war.
Wie bereits angemerkt, waren wir hier auf der Lodge die einzigen Gäste. Somit hatten wir nicht nur das gesamte Restaurant für uns, sondern auch die volle Aufmerksamkeit des Personals. Verbunden mit dem Ambiente und der uns umgebenen Landschaft kamen wir nicht umhin, einen unmittelbaren Vergleich mit dem Film „Jenseits von Afrika“ zu ziehen.
Leider kündigte sich bei Ulrike wieder ein Migräneanfall an, sodass wir es vorzogen relativ früh unsere 0,5 Sterne Behausung auf dem Dach unseres „Landrovers“ aufzusuchen.
So langsam zeigen sich nicht nur bei uns die ersten Ermüdungserscheinungen.
Die Strecke und der Anspruch dieser Reise, durch 3 Länder und nun fast 3500 km fordert auch an das mitgeführte Material seinen Tribut.
Auf längerer Teerstrecke fängt unser „Defender“ wieder mit den gleichen „Mucken“ an, die uns schon anfangs unserer Reise einen 6-stündigen Zwangsaufenthalt in der Kalahari beschert hatten. Anscheinend mag er wohl keine Langstrecken. So ein Landrover ist nun mal für das Gelände gebaut, was er uns nun auf seine ureigenste Weise zu verstehen gibt.
Da er sich mit untertouriger Drehzahl relativ beschwerdefrei fortbewegt, werden wir versuchen uns bis nach Johannisburg durchzuschlagen, ohne noch mal „Bushlore“, unser Autovermietung, anrufen zu müssen.
Nun heißt es mit maximal 80 km/h in Richtung „Ende unserer Reise“ zu rollen, in der Hoffnung, dass unser „Ländi“ ein entsprechendes Durchhaltevermögen an den Tag legt.
Unser Kühlschrank hat bereits den Geist aufgegeben. Logische Konsequenz? Dosenfutter und warmes Bier. Was Letzteres für Holger bedeutet, möchten wir hier nicht näher konkretisieren, um nicht in einen jugendgefährdenden Gassenjargon abzudriften.
Solche suboptimalen Reisefeatures kratzt dann doch ein klein wenig „Urlaubsstimmung“.
Unsere Kameras beherbergen vermutlich mitterweile mehr Sand als ein 5 jähriger Junge bräuchte um eine Burg auf Norderney zu bauen.
Unser kleiner Laptop, auf dem alle Buchstaben getippt wurden, die ihr in den letzten Wochen gelesen habt, gleicht zur Zt. einer Maurerkelle nach dem Bau eines Zweifamilienhauses.
Aber Kameras, wie Laptop halten weiterhin wacker durch. Nach unserer Ankunft zuhause haben sich diese „Reisebegleiter“ erstmal einen professionellen Reinigungsdienst verdient.
Mit Entsetzen mussten wir nun auch noch feststellen, dass wir mit Zahlung der Mietwagenrechnung, die ja doch in Dimensionen vorstieß, die weit jenseits des Kaufpreises unseres eigenen Autos lagen, unser Kreditkartenlimit gesprengt haben.
Nun heißt es, mit dem bisschen Bargeld, dass uns noch zur Verfügung steht, zu haushalten, bis es nachhause geht.
Nun haben wir noch 3 Tage auf dem „Schwarzen Kontinent“.
Bisher haben wir alle Schwierigkeiten und Hindernisse mit Bravour gemeistert. Also werden wir versuchen, trotz kleinerer Stolpersteinchen die letzten Tage auch noch zu genießen.
Bild :
Durch die Salzwueste in Richtung "Francistown"
Dienstag, 18. Oktober 2011
„Tuli Nationalpark“
Mit wackeren 80 km/h tuckerten wir nun die 300 km unserem letzten Ziel, hier in Botswana entgegen.
Der „Der Tuli – Nationalpark" liegt im Südosten Bostswanas, direkt an der südafrikanischen Grenze.
Unterwegs füllten wir unseren „scheintoten“ Kühlschrank noch mit „Crasheis“. So hatten wenigstens unsere Getränkedosen noch einen genießbaren Aggregatzustand. Während längerer Fahrten hat Ulrike sich angewöhnt, mir aus einem Buch vorzulesen. Anfangs war es der jeweilige Reiseführer, doch auf Strecken von 5-6 Stunden, wirkte dieser dann doch inhaltlich oftmals etwas unterfordernd.
Mittlerweile gibt es „Ulrikes Lesestunde“ aus der dicken Auswahl Bücher, die wir währdend der gesamten Tour mit uns herumschleppten was, wer unsere Tagebücher aus vergangenen Reisen kennt, absolut kein Zufall ist.
Zumal wir davon ausgegangen sind, dass unsere Abende vor dem Lagerfeuer recht lang und un noch langweiliger werden. „Afrika“ belehrte uns diesbezüglich allerdings eines Besseren.
Gelesen wurde, wie sollte es auch anders sein? „Hummeldumm“, von Tommy Jaud.
Dem Fahrer, sprich Holger, verkürzte es die Zeit auf diesen, nicht enden wollenden Pisten Botswanas, und Ulrike lenkte es, so zumindest ihre eigene Aussage, vom Juckreiz ihrer Mosquitostiche ab. Also sozusagen eine „Win-win-Situation“.
Die Fahrt bis zum „Tuli Park“, war lang, eintönig und ohne besondere Vorkommnisse.
Weder im negativen, noch im positiven Sinne. Außer natürlich „Ulrikes Lesestunde“, die ich hier nochmals ausdrücklich lobend erwähnen möchte.
Angekommen im Tuli Park erwartete uns ein sehr einfaches, aber sehr schön gelegenes Camp.
Jede Campsite hat ihre eigene „Feldtoilette, Felddusche, Feuerstelle, einen eigenen Baum und sogar ihren eigenen Termitenhügel.
Diese fantastischen Bauwerke, dieser kleinen, hässlichen Insekten sind ein Wunderwerk der Natur. Oft fotografiert und auch schon in diesem Tagebuch präsentiert, faszinieren sie uns immer wieder.
Wir bewegen uns so langsam nicht nur auf das Ende unserer Reise, sondern ebenfalls auf das Ende der Trockenzeit zu.
Dies bedeutet, das Land dürstet nach Wasser und ist auf dem Höhepunkt der Trockenphase. Was im „Okawango-Delta“ noch ein Vorteil für uns war, da sich dort die gesamte Tierwelt an den wenigen, noch verbliebenen Wasserlöchern tummelten, ist hier im Süden eher problematisch.
Alle Wasserlöcher, die wir fanden waren ausgetrocknet. Der Fluss, in dessen Nähe wir unser Camp aufgeschlagen haben, gleicht nur noch einem kleinen Rinnsal.
Auch dort reduziert sich die Fauna Afrikas auf ein paar Paviane und eine Hand voll Impala´s. ...Schade, aber das Risiko am Ende der Trockenzeit. Besonders hier unten im Süden Botswanas,
Vielleicht sind wir vom „Okawango“ auch zu sehr verwöhnt worden, was Tierbeobachtungen betrifft. Wie ich mich erinnere, waren wir in den ersten Tagen hellauf begeistert, wenn wir auf eine Herde Impala´s trafen. Heute registrieren wir sie lediglich noch im Augenwinkel, damit uns keines vor das Auto läuft.
Wie auch immer... Wir melden den „Tuli-Park“, zu mindest zur Zeit, „Großwildfrei“. Eigentlich beschlossen wir, statt der geplanten 2 Tage nur eine Nacht zu bleiben, um dann vielleicht an unserem letzten Etappenziel, die „Waterberge“ in Südafrika, einen Tag länger zu bleiben.
Doch was sollte uns dort erwarten? Löwenrudel? Riesige Büffelherden? Leoparden, die auf unsere Motorhaube springen?
Angesichts der Tatsache, dass die „Waterberge“ sich noch weiter im Süden befinden, gehen wir von einem solchen Szenario mal nicht aus.
Ein weiterer und sehr viel schwerwiegender Grund, doch noch die 2te Nacht hier zu verbringen... es ist bereits bezahlt!!!
Im Hinblick auf unsere mehr als übersichtliche, finanzielle Situation ein klares Argument für kostenneutralen „Tuli-Park“.
Wir werden die Zeit hier nutzen, um unser Gepäck neu zu ordnen.
Die Rücksäcke und Koffer wieder „flugfähig“ zu packen und vielleicht auch noch mal einen kleinen Ausflug in den Busch des Parks zu machen, um eventuell doch noch den einen oder anderen Elefanten, eineGiraffe, oder vielleicht doch sogar ein „Kätzchen“ vor die Linse zu bekommen.
Mittwoch, 19. Oktober 2011
Tuli Block, 2ter Tag, oder „Katzenjammer“
Etwas enttäuscht über unsere „Gamedrive“ (Wild-Beobachtungsfahrt) in Eigenregie, hatten wir im Grunde schon mit dem „Tierparadies Botswana“ abgeschlossen.
Zurzeit ist alles ausgetrocknet und die Tiere ziehen sich weit in den Bush zurück. „Chris“ unser überaus freundlicher „Camp Manager“, also er wohnt halt da und passt auf alles auf, bot uns an, für uns in der 30 km entfernten „Tuli Lodge“ einen geführten „Gamedrive“ zu buchen. Für 150 Pula/Person, also für uns beide gut 30 €, sollte da unser knappes Budget noch hergeben. Und vielleicht hätte so eine „Hummeldumm-Tour“ ja mal zum Abschluss noch etwas amüsantes.
Zusammen mit Leuten auf einem Jeep sitzen, die hier pro Person und Tag rund 300 € in die botswanische Marktwirtschaft pumpen, könnte unter Umständen ein finales Reiseamüsement für uns bieten.
Also sagten wir zu. Treffpunkt 15.30 Uhr in der „Tuli Logde“. Wir hatten also noch mehr als genug Zeit noch etwas auf eigene Faust zu unternehmen.
Ulrike entdeckte im Reiseführer eine kleine, unscheinbare Notiz über „Matoutse Ruinen“, also Ruinen, die noch aus der Zeit der simbabwischen Besetzung stammten, wann immer das auch war.
Da hier im Süden Afrikas schon seit Jahrtausenden mit Lehm und Stroh gebaut wird, konnte ich mir nicht so richtig vorstellen, was es dort wohl zu sehen gab.
Von einem 2ten „Angkor“ hier in Afrika. hätten wir sicherlich schon einmal etwas gehört oder gelesen.
„So what“... Vom „Goldfieber“ gepackt, sollte die Suche nach den „Versunkenen Ruinen“ losgehen.
Die GPS – Daten ergaben keinen zugänglichen Weg. Im Gegenteil...Laut GPS lagen die Koordinaten mitten in einem botanischen Vakuum.
Umso mehr fühlten wir uns herausgefordert, a la´ „Geo Caching“ die von uns mittlerweile zum mystischen Ort erklärte Stelle zu finden.
Gnadenlos lotste mich Ulrike über steiniges Gelände, welches mein gesamtes, nicht gerade professionelles Können abverlangte.
Aber auch ich fühlte mich dann doch herausgefordert diesen, was auch immer für einen Ort zu finden. Wir fuhren steinige Berge hinauf, durch Dörfer in denen plötzlich nichts mehr ging und landeten letztendlich im geografischen „Nichts“.
Wir haben es dann geschafft, laut GPS bis auf 2,47 KM an die Koordinaten heranzukommen, wo sich die „sagenumwogenen Ruinen von Matouse“ befinden sollten.
Selbst Einheimische, die wir befragten, konnten uns über diesen, von uns beschriebenen Ort keine Auskunft geben. Dies lag entweder daran, dass dieser Ort so geheimnisvoll war, dass selsbt Einheimische ihn nicht kannten, oder er war schlicht und ergreifend so uninteressant, dass sich niemand dafür interessierte. Im nach hinein glaube ich eher an die zweite Variante.
Auf jeden Fall waren wir bis auf 2,47 km an der Lösung dieses Geheimnisses herangekommen.
Wir wären den Rest zu Fuß gegangen, wenn uns nicht unser „Gamedrive Termin“ zur Aufgabe gezwungen hätte.
Wir waren zu diesem Zeitpunkt knapp 35 KM von der „Tuli Lodge“ entfernt. Dies bedeutete bei diesem Gelände gut und gerne 1,5 Stunden Fahrt.
Also brachen wir, ohne an der Lüftung des mystischen Geheimnisses des Projektes "Matoutse Ruinen“ beigetragen zu haben, etwas frustiert ab.
An der „Tuli Lodge“ angekommen, erwartete uns ein „paradiesisches Ambiente“. Wir wurden von freilaufenden „Impalas“ auf sattgrünen, künstlich bewässerten Rasen begrüßt, die wirkten, also wären sie extra für uns dort hindrapiert.
Begrüßt wurden wir von dem Manager des Hauses, der uns noch einen Kaffee anbot.
So erfuhren wir auch gleich, dass wir heute für den abendlichen „Gamedrive“ die einzigen Gäste waren, die diesen gebucht hatten.
Einerseits werden wir nun doch nicht erfahren, wie Menschen aussehen, die hier für 300 €/Tag ihren Urlaub verbringen können... andererseits war es natürlich eine super Sache, so eine Tour exklusiv machen zu dürfen.
Denn normalerweise ist so ein „private Gamedrive“ kaum zu bezahlen.
Eine Safari, exklusiv für uns... Wir konnten also gepsannt sein, was uns der „Bush-Profi“ so zeigen könnte, hier in dieser ausgetrockneten Savanne.
Also fuhren wir los.
Wir fuhren durch ausgetrocknete Flussläufe, über Sandwege und begeistert wies unser Guide auf Giraffen, die gefühlt in etwa so weit entfernt waren, wie Helgoland von der Nordseeküste.
Mit recht mäßiger Begeisterung saßen wir unsere Zeit auf dem „Hummeldumm Jeep“ ab und versuchten das Beste aus unseren 300 Pula zu machen.
Uns entzückten kleine, bunte Vögel, die wir nun einfach mal zu „Großwild“ erklärten, wir begeisterten uns für ein Krokodil, dass uns eher an eine zu groß geratene Eidechse erinnerte.
Ziemlich träge lag „das Teil“ am Flussufer. Aber da es unser erstes Krokodil auf unserer Reise war, nahmen wir dieses „Fotoangebot“ dankbar an und knipsten was das Zeug hielt und mimten höflich helle Begeisterung.
Unser Guide zeigte uns „Impalas“, mit dessen Spezies wir durch unsere Reise mittlerweile auch schon auf „Du“ standen und eine Herde Zebras durften wir auch aus gebührender Entfernung erahnen.
Bereits ein wenig gelangweilt, in der Hoffnung bald wieder zum Camp fahren zu können fuhr „Alex“, so hieß unser Guide, durch ein weiteres Flussbett.
Plötzlich setzte er seine beeindruckenste „Fährtensuchergrimasse“ auf, die er zur Verfügung hatte und hielt seine Nase in den Wind. Er fuhr langsam mit dem Geländewagen vor und wieder zurück. Dabei begutachtete er den Sand unter uns, als könne er daraus die gesamte Historie Botswanas herauslesen.
Ich dachte nur: „OK, nun gibt’s noch eine „eindrucksvolle Fährtensuchershow“, um das Trinkgeld etwas zu steigern.
Er fuhr hin und her, vor und zurück, blieb letztendlich vor einem Gebüsch stehen und zeigte auf zwei „knackfrische“ „Impala – Tierkadaver“. Er muss sie wohl schon während der Fahrt gerochen haben.
„Wow, zwei Tierleichen“, dachte ich so bei mir. Dafür brauche ich nur 20 km etwas unvorsichtiger durch den Westerwald zu heizen, um das gleiche Ergebnis zu erzielen.
„Alex“ berichtete aufgeregt, dass diese Impalas wohl ein Leopard gerissen hat und wir ihn wohl verscheucht haben und sich bald Hyänen über den Kadaver hermachen.
OK.. zumindest durften wir nun ein wenig unser „Kopfkino“ ankurbeln, damit wir daheim euphorisch berichten können, dass wir uns in Afrika so vorstellen konnten…
Wir fuhren zu einem „Hochsitz“ , der selbstverständlich für uns nicht zugänglich war...
Trotzdem siegen wir dort aus. War er das nun gewesen, unser privater „Gamedrive?“
Die Beute:
- Ein paar Imapalas, die wir bereits schon zu hunderten gesehen und fotografiert hatten
- Giraffen und Zebras, so weit entfernt, dass fotografieren kaum möglich war
- und ein Krokodil, dessen Haut hat gerade Mal für die Produktion eines Portmonees gereicht hätte.
Es war ca. 18.45 Uhr und um 19.00 Uhr sollte der „Gamedrive“ enden.
Ok, unser Guide sitzt hier jetzt noch seine Zeit ab, um nicht zu früh in der Lodge zu erscheinen, dachten wir. Ulrike und ich waren ohnehin recht „abgegessen“ und wir wollten im Grunde nur noch zum Camp.
Die Sonne verabschiedete sich so nach und nach am Horizont wurde es so langsam dunkel. Wozu nun noch hier rumsitzen? Selbst wenn sich jetzt Löwen und Leoparden direkt vor unserer Nase tummeln würden, wären bei diesem Licht, keine Bilder mehr machbar gewesen. Schade eigentlich.
Nach ca. 10 Minuten gegenseitiges anschweigen sprang „Alex“ plötzlich auf, fragte uns:
„Do you want to see the Leopard?“, was wir natürlich begeistert bejahten.
Wie von der Tarantel gestochen begann er an seinem Landrover herumzufuhrwerken. Er holte einen Suchscheinwerfer heraus, schloss ihn an und drängte uns zur Weiterfahrt.
Im nachhinein vermuten wir, dass „Alex“ selbst in seiner „Guide –Ehre“ ein wenig gekränkt war, da er uns kaum etwas besonderes bieten konnte.
Also legte er noch mal gewaltig nach. Wie ein besessener fuhr er durch die Dunkelheit den Busch ab. Zurück zu der Stelle, an der wir vor ca. 1 Stunde die „Implala – Kadaver“ sahen.
Alex leuchtete in Richtung der Kadaver und wir sahen eine Hyäne, die sich über die Kadaver hermachte. Wie gebannt starten wir auf dieses Schauspiel. Interessanterweise hatte es überhaupt nichts ekelerregendes an sich. Es war einfach nur faszinierend wie zielsicher die Hyäne an ihrer Beute herumnagte, die ja im Grunde gar nicht ihre war. Apropos... wo war der Leopard abgeblieben, der die beiden Tiere erlegt und versteckt hatte?
Alex erklärte uns, dass Leoparden großen Respekt vor Hyänen haben und er daher wartet bis diese von der Beute abließ. Zumal sich eine Hyäne ohnehin nur über die Knochen hermacht und das Fleisch den Leoparden überließe.
„Nun suchen wir den Leoparden“ sagte Alex und brauste mit uns wieder durch den stockdusteren Busch.
Es dauerte keine 10 Minuten, dann stand er vor uns. Ein ausgewachsener Leopard. Ein wunderschönes Tier. Er ließ sich von unserem Suchscheinwerfer in keinster Weise beeindrucken. Ganz gemächlich ging er seiner Wege und wartete offensichtlich auf seine Chance, sein Abendmahl verzehren zu können.
Wir pendelten ein paar Mal zwischen der Hyäne und dem Leoparden hin und her und waren dann doch begeistert.
So wurde, dank „Alex“ aus unserem „private Gamedrive“ doch noch ein beeindruckendes Erlebnis. Obwohl wir mit unserem Geld sehr haushalten müssen, ließen wir es uns nicht nehmen, ihm noch ca. 10 € Trinkgeld in die Hand zu drücken. Die hatte er sich wirklich verdient.
Stolz wie Bolle begutachteten wir später unsere „Trophäen".
Tolle Bilder von dem Leoparden, aber auch vom „Dinner for One“ der Hyäne.
Zufrieden und hundemüde fuhren wir dann verbotenerweise noch im Dunkeln die 30 km zurück zu unserem Camp, wo wir dann aber letztendlich gut erhalten ankamen.
Unter erschwerten Bedingungen wurde noch schnell das Zelt aufgebaut und unser „Platzwart Chris“ ließ es sich nicht nehmen, uns zu unserer erfolgreichen Safari zu gratulieren.
Über „Buschfunk“ hatte er unsere Sichtungen mitverfolgt.
Begeistert betrachtete er unsere Fotos und er gab zu, in den 10 Jahren, die er nun hier im Tuli Park lebe selbst erst 3 mal einen Leoparden aus der Nähe gesehen zu haben. Umso mehr wurde uns bewusst, welches Glück wir an diesem Abend hatten, solche Naturschauspiele beobachten zu können.
Heute Morgen haben wir uns auch recht zeitig an das Abbauen unseres Lagers gemacht. Ein drohendes Gewitter ließ uns unsere Abreiseabsichten um einige Stunden beschleunigen.
Pünktlich mit den ersten Tropfen saßen wir im Auto.
Nun ging es also wieder in Richtung Südafrika, wo unsere Reise auch begann.
Schon gleich hinter der Grenze merkte man, dass man sich wieder in „Afrika light“ befand. Die Strassen werden befahrbarer und alles ist übersichtlicher.
Bis auf die Möglichkeit Geld zu tauschen. Da wir zur Zeit nur im Besitz von einigen Pula´s und den restlichen Euros unserer Urlaubskasse sind, wäre es recht vorteilhaft, noch ein paar südafrikanische Rand zu organisieren.
Unser Weg in unsere letzte Unterkunft, die „Waterberge“ in Südafrika führte uns durch den einzigen größeren Ort namens „Mokapane“.
Dort hatten wir die große Hoffnung, unsere übrigen botswanischen Pulas und noch ein paar Euros in südafrikanische Rands tauschen zu können.
Nach geschlagenen 2 Stunden und 5 Banken gaben wir jedoch frustriert auf, unser Geld in ein hier akzeptiertes Zahlungsmittel einzuwechseln.
Mit viel zu wenig Sprit im Tank und keinen Rand in der Tasche machten wir uns auf den Weg in unser letztes Camp, welches wir „Gott sei dank“ schon vorab per „Visa“ bezahlt hatten.
Dort angekommen begrüßte uns ein kleiner, sehr freundlicher, maximalpigmentierter Zeitgenosse.
Wir beschrieben ihm kurz unsere Situation und er erklärte sich bereit unsere Pulas gegen Rand zu tauschen. Zumindest war damit schon mal der Diesel zum Flughafen in „trockenen Tüchern“.
Es wehte hier über dem Resort ein wirklich scharfer Wind. So langsam kündigt sich die Regenzeit an. Wie desöfteren in den letzten Tagen, waren wir auch hier die einzigen Gäste im Ressort.
Neben der Campsite gab es auch noch mehrere Luxuszelte und eine „Lodge“ mit Pool und eigener Küche.
Wir wissen nicht, was die „Lodge“ pro Nacht kosten würde, aber laut Reiseführer kosteten bereits ein einfaches Zelt 70 €/Nacht.
Wir schienen auf unseren „Campwart“ wirklich einen beachtlichen Eindruck gemacht zu haben. Denn als wir bereits dabei waren, uns auf dem windigen Zeltplatz einzurichten, kam er vorbei und bot uns mit euphorisch freundlichem Lächeln an, doch oben in der Lodge zu übernachten, da sie ja ohnehin frei wäre.
Dieses Angebot sollte sich im nach hinein noch als wahrer Segen herausstellen.
Wir haben jetzt 20.50 Uhr und es regnet in Strömen.
Es donnert und die Blitze fegen nur so über das ausgedörrte Land.
Und wir?... Wir sitzen im Trocknen, haben eine voll funktionsfähige Küche und genießen unseren letzten Abend in Afrika bei einem Glas Wein und „Savannah Dry Cider“, Ulrikes neues Lieblingsgetränk.
Nochmals "Danke" an unseren netten Platzwart "Lasras".
Bilder :
1. Unser "Gamedrive Guide" ALEX
2. Der "Hummeldumm - Geländewagen"
3+4. Das Kätzchen :-)
5. Die gefräßige Hyäne in geschnittener "Paula-freier" Version
Donnerstag, 20. Oktober 2011
Waterberge, Südafrika – Der Abschied
Die Nacht war geprägt von einem heftigen Unwetter.
Ulrike versuchte sich in „Gewitter – Nachtaufnahmen“ und ihr gelangen auch einige, wirklich beeindruckende Aufnahmen.
Wir waren heilfroh, dass uns unser reflektionsfreier Platzwart“, also lichtabsorbierender Mitmensch, diese Lodge zur Verfügung stellte.
So konnten wir unser letztes Dinner, welches aus Nudeln mit Tomatensauce und „Chakalaka“ bestand, trockenen Hauptes genießen.
„Chakalaka“ ist übrigens eine Konservendose, die wir schon seit Anfang unserer Reise mit uns herumschleppten. Ein recht scharfer, aber auch schmackhafter Gemüsemix.
Nun diente es noch als überaus köstliche Zutat für unser letztes Abschiedsessen auf dem schwarzen Kontinent.
Bei einem romantischen, afrikanischen Nachtgewitter ließen wir uns unser Abschiedsdinner munden.
Ein letztes mal kuschelten wir uns in unser Dachzelt, lauschten dem Donner und den auf unser Zelt prasselnden Regentropfen.
Am nächsten morgen schien die Sonne als wenn nichts gewesen wäre. Ganz in Ruhe konnten wir so unsere Dinge für den Flug sortieren und unseren „Ländi“
wieder etwas „gesellschaftfähiger“ machen. Schließlich mussten wir ihn ja wieder der Mietwagengesellschaft übergeben.
Natürlich ließ sich unser neuer „kleiner, schwarzer Freund“ nicht nehmen sich noch von uns zu verabschieden. Wir schenkten ihm alle Konserven, die wir noch übrig hatten, sowie das Equipment, das wir uns noch im Laufe der Reise zulegten. Z. B. eine Tischlampe, diverse Plastikdosen usw.. Ihm schienen die Dinge sichtlich Freude zu bereiten und er löcherte uns noch mit einigen Fragen bezüglich Europa, die uns allerdings zum Abschluss doch noch etwas nachdenklich machten.
So fragte er uns unter anderem, ob wie Bilder von den Dinosauriern hätten, die in Europa so leben und ob wo genau die Meerjungfrauen leben. Das ist jetzt kein Scherz!!!
Er war allen Ernstes davon überzeugt, dass in Europa Dinosaurier und Meerjungfrauen zuhause sind. Dieses Erlebnis führte uns wieder einmal vor Augen, wie wichtig doch eine breite Schulbildung in einem Land ist.
Die Kinder bekommen hier in den staatlichen Schulen das Lesen und Schreiben beigebracht, aber an Allgemeinbildung scheint es doch vielen zu fehlen.
Wir versuchten ihm zu erklären, dass Dinosaurier seit ein paar Tagen ausgestorben seien und es auch bei uns Meerjungfrauen nur als Aufdruck auf Kinderbettwäsche gäbe.
Auf die Frage, ob wir denn überhaupt wilde Tiere in Deutschland hätten, antworteten wir wahrheitsgemäß: "Ja, wir hatten mal einen Bären. Der wurde aber erschossen" .
Ein wenig desillusioniert verabschiedete er sich dann von uns mit einem heftigen Winken.
Wir fuhren Richtung Johannisburg und ließen Lasras, wie der Platzwart hieß, wieder in seinem traumhaften, aber einsamen Tierparadies zurück, in der Europa noch die Heimat aller Fabelwesen ist.
Flug heute Abend, 21.45 Uhr.
Abgabe des Autos 17.00 Uhr am Flughafen, der tatsächlich mittlerweile aus dem letzten Loch pfiff. (Blinkerralais und Lichtmaschine defekt, Tank bis auf den letzten Tropfen ausgelutscht)
Jetzt heisst es Abschied nehmen...
... von unserem „Landrover“, von Afrika und unserer Reise, an die wir ganz bestimmt noch lange zu zehren haben.
Bild :
20. Oktober 2022...
Johannesburg Airport: 25 Tage, 5.800 km...
Er pfeifft aus dem letzten Loch... unser Landrover.🙈
Samstag, 22. Oktober 2011
Wieder zu Hause...
gestern nachmittag, mit ca. 1 Stunde Verspätung, sind wir wieder in Frankfurt gelandet.
Die Verspätung hatten wir unserer "Bundes Angie" zu verdanken, die ausgerechnet in der Sunde eine frisch eröffnete Piste "segnen" musste, als wir landen wollten.
Danke Angie!!!
Apropos Danke.
Wiedereinal gab es viele kleine und große Helfer, ohne die unsere Reise nicht so erfolgreich verlaufen wäre.
Bei diesen gilt es sich noch ganz herzlich zu bedanken.
- Ganz oben stehen da natürlich unsere Papa, Mama, bzw. Schwiegermama, die es sich nicht mehmen ließen uns finanziell gehörig unter die Arme zu greifen um dieses Urlaubsgroßprojekt "wuppen" zu können.
- Vielen Dank auch an unsere vielen Freunde und Bekannten, die mal wieder so eifrig unser Tagebuch verfolgt haben.
- Vielen Dank an Hans Schoelink, dem holländischen Globetrotter, der uns in professionellster Weise unsere Route in unser "GPS Gerät" programmierte und uns somit sehr viel Stress ersparte.
- Dank auch an Hendrik von der Koblenzer Biwak Schachtel, der uns noch an unserem Abflugtag in einem morgentlichen Crashkurs das GPS Gerät erklärte.
- Danke an unseren Stromflüsterer Dirk Jühne, der die Idee mit dem Spannungswandler hatte und ohne den unsere Stromversorgung im Chaos geendet hätte.
- Danke an unser Kameras, die trotz Sandattacken und Rüttelpisten nie Ihren Dienst verweigerten.
- Danke an unser kleines Laptop. Auch das hielt ebenfalls wacker bis zum Ende durch.
- Danke an unseren "Defender" und der Autovermietung "Bushlore" in Johannesburg.
Trotz einiger Macken und kleinerer Wehwehchen hat er uns 4675 Kilometer
über alle Sandpisten getragen, sich durch alle Matschlöcher gewühlt und uns wieder wohlbehalten zurück zum Flughafen gebracht.
- Danke auch nochmal an "Lasras", unseren kleinen, "maximalpigmentierten Campaufpasser-Freund" für die letzte Nacht in deer "V.I.P. Lodge.
Sollte ich jemanden oder etwas vergessen haben, bitte melden.
Nun schließt sich wieder mal ein Reisetagebuch von Ulrike & Holger.
Wir sind wieder zuhause, bringen aber den Schwarzen Kontinent in unseren Herzen mit... gemeinsam mit 10.007 Bildern.😉

























































































































































































